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Berliner Vereinsbote · 1896-10-16 · Heft 42 (16.10.1896) · page 5

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 42 (16.10.1896)
Date
1896-10-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Du hast Dieb von Deinem guten Herzen hmreissen lassen, und glaubtest so einen deinesgleichen vor Dir zu haben, wie Du immer stündlich mit jedermann hist. Aber andrer Stand, andere Sitte. Daniel׳ beruhigt«.1 ■sich auch bald: er hielt etwas auf .sich und dachte daher, dass den Schuldlosen eigentlich niemand beleidigen könne. Selbstverständlich betrat er aber das Schloss nie wieder, vermied sogar die ganze Seite, nach weh her es lag.״ und der Vater musste sein Geschäft mit dem alten Grälen allein bet reihen. Einige Wochen■ später jedoch schritt .Daniel eines Morgens in den Wald hinein, um nach einem', nahen Dorfe zu gelnpi: er hatte die Strasse verlassen und einen kürzeren Nebenweg eingesehlagen. Er war kaum einige hundert. Schritte gegangen, als um eine Ecke der junge Graf mit der Flinte und einem Jagdhunde bog. Daniel wich zur Seite, wandte sein Gesieht nach einer .andern Richtung und wollte vorübergehon, ohne auch hur den Graten zu grüssen. Da trat dieser auf ihn zu. schlug ihm mit dem Flinten!aide den Hut vom Kopfe, indem er ausrief: ״Warte. Jude-, geh Du mir unter dem Schutze der Franzosen Deinem Schacher meh. während wir in den Krieg gehen und .unser Blut auf'den ■Schlacht■- feläern vergiessen. Wir werden bald heimkehren, und dann soll euch Verrätern allen der Garaus gemacht werden!- Er pfiff seinem Hunde und soll ritt davon. Daniel war beinull das Herz gebrochen, er lehnte sich an einen Stamm, um sieh aufrecht zu erhalten, wischte sich den kalten Schweiss von der Stirn und brachte lange Zeit׳ Unbewusst und in dem schmerzlichsten Seelen kämpf versunken an ■derselben Stelle zu. Endlich raffte er sich auf eilte nach Hause, erzählte, aber diesmal ohne Thräncn sinnen Eltern die aberma'D .erlitte!)»1 Behandlung und endete mir..jenem Ausruf ׳den wir am Beginne unserer Erzählung ans seinem Munde vernahmen, der einen so grossen.Schrerken in «las Herz seines Vaters und noch grösseres Entsetzen in «las Herz seiner Mutte!* brachte. Daniel Hess sich Von diesen Ausrufen seine!•• Eltern nicht beirren. ״Ich habe es lange bedacht, teure Eltern, habe einen schweren Kampf' in mir durehgekämpft. . bin aber nun zu dem festen ,Entschluss gekommen mm ■ Im.tfe, dass Ihr mich nicht■ .so unglücklich machen Wm׳dm, Eure Ziistiinmnngmir zu ׳ verweigern.w '• *wiey unglückseliges Kind“, rief die verzweithingvolle Mutter aus, ״habe ich Dich dazu, mein einziges Kind, um er dem Herzen getragen. Dich dazu mit .■׳Schmerzen geboren, an Deinem Krankenlager gewacht, Dich gepflegt und gehütet, dass Ihr nun unteJ die Soldaten gehen, vor Hunger

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