Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 41 (9.10.1896)
- Date
- 1896-10-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Oberhemden Reparatur Werkstatt, Schonbauserstr. 40. Halsprloaen 20, Paar Handpriesen 25, Leinen-Einsatz m. Einsetzen 50 Pfg. Neuanfertig*. z. billigst. Preisen. Abholung frei. Allerlei.!Herr Dr. Louis Maretzki, Gross-Präsident der deutschen Logen [J. 0. B. B. ist zum Kgl. Sanitätsrat ernannt. Herr Eugen Rosenstiel begeht mit seiner Gemahlin am 21, Januar nächsten Jahres das Fest seiner Silberhochzeit. Von weitesten Kreisen wird jetzt schon, dieser Tag würdig vorbereitet. Herr Rosenstiel, der Vorstandsmitglied verschieden er Vereine ist und sich bei vielen "Gelegenheiten als eine Persönlichkeit echt jüdischer Wohltätigkeit und Nächstenliebe gezeigt hat, schenkte vor einigen Tagen ijL hochherziger Weise den Ferienkolonien Berlins ein im Koolbäd Firnen gelegenes Grundstück, welcjics er zur Aufnahme jüdischer Kinder bestimmt hat. Das Grundstück, zu dem 'ein grosser Garten gehört, wird ca. 150 Kinder auf ne Innen können. Möge der edle Wohltäter und seine Gemahlin, ■welche ihm in seinem gemeinnützigen Wirken stets treu zur Seite stand, den Armen und Notleidenden noch recht, lange erhalten bleiben! \ Der sensationelle Fleischlieferungsprozess des Gross- Schlächtermeisters Ihde gegen die Abrahamsohe Volksernä}innig in der < LWerbeausstellung fand am 6. d. M. vor der sechsten Handelskammer des Handgerichts I, unter Vorsitz des Landgeriehtsntts Kronkisius, sein vorläufiges Fiele, und zwar war der Beweisfermin über die Identität des von Ihde gelieferten mit dem in, dei* Volksevnährung beschlagnahmten. Fleische. Ihde hatte zu drei verschiedenen Malen au die Volksernährung Fleisch geliefert und jeder Lieferung ein. tieräj^tliches Attest über, die Gesundheit des Fleisches beigefugt. Die letzte Lieferung, vom Hb Mai soll nun nach der Behauptung des Herrn Abraham total verdorben’ und deshalb behördlich beschlagnahmt sein. Da Herr A. über den Zeitpunkt der Beschlagnahme verschiedene von einander, abweichende Angaben gemacht hatte, so glaubte' 'Ilule bestreiten, zu. müssen, . dass das 'von 'ihm gelieferte -Fleisch mit dem beschlagnahmten identisch sei. Durch die erfolgte Beweisaufnahme erachtete der Gerichtshof dem Identitätsnachweis jedoch für erbracht und wies den Kläger Ihde mit seiner eingekkigten Forderung für die konfiszjrte Sendung kostenpflichtig ab. Die Juden bilden bekanntlich nach den Anschauungen biedern Herren Antisemiten eine Gemeinschaft, der Lust zu produktiver' Thätigkeit abgeht; wohl verstaudie .Judenfresser glauben das selber nicht, aber sie behaupten es gern und nehmen es ja in punkto Verlern!!- den nicht allzu genau. Was werden die Herren Antisemiten sagen, wenn wir ihnen vor! einem Maurer Selig Markstein der jede den, erzählen, der vor etwa 25 Jahren der Senior der Berliner Maurergesellenschaft war, also nicht ein Mensch, der die Maurerei nur erlernt, hat, sondern der bis zu einem Alter von nahezu 80 Jahren mühselig Stein an Stein fügte, bis er, vom Alter gänzlich geschwächt, die Arbeit aufgeben musste. Und dieser Selig Markstein war ein waschechter Jude, und die alten Maurergesellen Berlins haben ihn wohl noch in Erinnerung. Was haben die Herren Antisemiten wohl gedacht, als vor etwa 2 Jahren der Malermeister Mic hael Jacob hierselbst sein öOjährigeß Bürger- und Meister-Jubiläum beging, und derselbe vor kaum Jahresfrist ■gelegentlich des Innungsjubiläums der Maler-Innung von Berlin öffentlich als Ehren-Senior gefeiert wurde? Auch dieser Michael Jacob hat 8ich8 redlich sauer werden lassen und war noch mit 75 Jahren auf den Bauten zu finden, wo er, soweit seine Kräfte es gestatteten, noch kontrollierte und auch wohl im Notfall selbst einmal mit zugriff. — Würde einmal eine StatisfiL der 50jährigen Meister- und Arbeiter-Jubiläen geschaffen ׳werden, dann dürfte der Legende von der Unlust der Juden zum Arbeiten schnell ein Ende bereitet sein, denn in Nachfolgendem haben wir wieder von einen► öOjährigen Arbeitsjubiläum eines, hört doch, Ihr Herren Antisemiten, sogar strenggläubigen Juden zu berichten: Am 2. d. Mts. beging der Schriftsetzer Bernhard Levipsohn, aus Schwerin a. W. gebürtig, sein 50jähriges Schriftsetzer-Jubiläum. Seit über 20 J aliren in der Druckerei des ,,Berliner Tugeblattu tliätig, arbeitet der bald 70jährige noch unverdrossen, ohne jemals von der gewiss anstrengenden Nachtarbeit' dispensiert worden zu sein. Aus diesem Grunde veranstaltet die Druckerei Rudolf Messe am Sonntag, den 11. d. Mts., in den Sch nitheiss'scheu Sälen einen ■Festcommers zu Ehren des Jubilars, der nicht allein dem Schriftsetzerverbande, sondern auch dem Judentum zur Ehre gereicht, indem er, ein wackerer, biederer Alter, mit dazu beiträgt, die Legende von der Trägheit der Juden zu vernichten. Möge dem würdigen Jubilar noch ein recht langer, ungetrübter Lebensabend beschieden sein und ihm seine ehrenhafte Thätigkeit wie bisher viel Freude bereiten und viel verdiente Anerkennung schaffen. Die Achtung seines Prinzipals, die Liebe, die ihm an seinem Ehrentage sicher von seinen Kollegen entgegengebracht werden wird, mögen ihm ein Ansporn sein und noch recht, lange sein Herz mit gerechtem Stolze erfüllen. Ä. München, 5. Oktober. Der Prinz-Regent genehmigte das wegen Krankheit nachgesuchte Entlasspngsgesuch des Generalmusikdirectors Levi und ernannte ihn zum Ehren-# mitgliede der Königlichen Hofkapelle. jaajmsDammaaxix^ Restaurant ״Vereinshaus“ (Inhaber: Fritz Rosche) Wilhelmstrasse 118 3 Kegelbahnen. Verein S2imm°er. 3 Vornehme Festsäte. Münchener und Pilsener Bier. Vorzügliche Weine. Elektrische Beleuchtung. nכmcxxxrox^xrxJXJaגc1x^cxכ^^TXxrנ3נcD^rxrנJX^: Handschuh u, Cravatten - Manufactur ־ en gros L en dätail August Maller, £?״Ä£:S Reichhaltiges Lager sämmilicher Herren-Artikel* Grösste Auswahl. Täglich Eingang der letzten Pariser u. Londoner Neuheiten. Vorzeigern dieser Annonce gewähre 5% Rabatt. 4,30 Mk. an bis zu den elegantesten, billigsten Preisen. I ■1״״““P Landsbergerstr. 40, ueJmaL-tr Grösstes Lager von Herren-Stiefel L 4,50 Mk., 5,50 Mk,, 6,50 Mk., 7,50 Mk. Damen-Zugstiefel, wie!Knopf« und Schnürstiefel von Promenadenschuhe und Gesellschaftsschuhe in grösster Auswahl zu Ganz besonders empfehle ich mein grosses Lager von Mädchen- und Kinderstiefelehen von 3 Monaten bis 14 Jahren