Mannheim
Compact Memory

Berliner Vereinsbote · 1896-10-09 · Heft 41 (9.10.1896) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 41 (9.10.1896)
Date
1896-10-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3019627-3019682-3019721--310-3020751
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

kräftiges Wort oder die ()Öffentlichkeit diese Dreistigkeiton der botr. Damen gebührend zurüokzuweisen. [cli bin überzeugt, dass Ihr Appell ein kräftiges Echo in allen jüdischen Kreisen findet und ermächtige Sie, meine Zeilen unverkürzt zu veröffentlichen. Hochachtend zeichnet A.S.j. a - Sehr geehrter Herr Redakteur! Zu der von Ihnen angeregten Frage gestatte’ ich mir einige Aeusserungen und bitte Sie, dieselben in Ihrem geschätzten Blatt zu veröffentlichen. Bereits vor längerer Zeit trat ich dem Gedanken näher, dass eine jüdische Töchterschule ein notwendiges Bedürfnis für Berlin sei und zwar auf Grund, einiger Erfahrungen. Ich hatte die Absicht, gestützt auf die besten Zeugnisse angesehener Familien, mich um eine Stellung an einer Schule zu bewerben. ■ — Eine Einzige der Schulvorsteherinnen erzählte mir, dass sie mit ihren jüdischen Lehrerinnen äusserst zufrieden sei und einige an ihrer Anstalt beschäftige״. Eine der Vorsteherinnen tragt 0 mich, warum ich die Religion an gebe, man würde mich nicht für eine vlttdin halten, dagegen war der ■:.Empfang seitepj>*״״einer anderen Dame ein nicht besonders liebenswürdiger, Die Vorsteherin meinte, dass sie nie mehr als zeliii jüdische Schülerinnen aufnehme, da dir• Väter ihrer evangelischen. Schülerinnen sonst •ihre Kinder he rausnehm oh würdefi.׳ Eine jüdische Lehrerin zu beschäftigen' sei ganz‘ausgeschlossen. Auf meine Ein- Wendung, dass ich privatim fast ausschliesslich evangelisehen Kindern Unterricht erteilt hätte, erhielt ich die Antwort, dass das Ansichtssache sei, und dass ja fünf Schulen überhauptkeine jüdischen Kinder aufnehmen. Wenn in einigen Städten' ein solcher Freisinn herrsche, wie ich ihn schilderte, so bedaure Vorsteherin dies, in Berlin fände man, Gott sei Dank, noch viel Frömmigkeit, und es hindere ja niemand die Israeliten, sich Schulen zu gründen. Man sähe also doch, dass sie christlichen Einfluss vorziehen. — Diese Unterredung hätte mich so erbittert, dass ich mir vorn ahm, später noch das Vorsteh e rinnen *־Examen zu machen und dann eine Schule zu gründen. Ich nahm hierüber Rücksprache mit einem Herrn, welcher mir sagte, seine Kinder wfirden die ersten Schülerinnen dieser Schule‘sein und er stimme völlig mit mir betreffs dieser Frage überein. Er wolle unterdessen das Terrain fürgf-mch erobern. ----- Ich schloss aus dem Umstande, dass, ^en 11 in Hamburg, Wiesbaden, Mainz derartige SchulroMbeständen, ferner daraus, dass in kleineren Städten katholische Schulen sich halten, zweifellos hier eine Sache vorliege, welche eine Zukunft hätte. י Indessen wurde ich von sehr vielen Seiten überstimmt. Die Meisten waren.der Meinung, dass, solange die öffentlichen Schulen jüdische Kinder aufnehmen, es ein grosses Unrecht sei, einen derartigen Gedanken zu hegen. Man solle keine Ab- Schliessung befürworten, von klein an sollten die jüdischen Kinder sich an den Umgang mit den evangelischen gewohnen und von ihnen lernen — Man solle den Zwiespalt nicht vergrössern. — Da inzwischen verschiedene Umstände mich hinderten ernstlich an diese Sache zu denken, so begrüsste ich es mit Freuden, dass heute ein Gedankena^stausch darüber in Ihrem Blatte angeregt ist. x. Sehr geehrter Herr Redacteur. Auf die Zuschrift ״Eine jüd. höhere Mädchenschule für Berlin W.u, wünschen Sie eine Aussprache, welchem Wunsche ich hiermit nachkomme. ״Zunächst bemerke ich, dass ich;auf streng *demokratischem Standpunkt stehe und somit gegeh einen Con-fessionalismus;in der Schule eifere. Nichts desto weniger bin ich empört über die Aeusserungen der-Vorsteherinnen der betr. höheren Mädchenschulen und wäre es Pflicht Ihres Einsenders gewesen, wenn das Angegebene auf Thatsachen beruht, die Namen der Leiterinnen zu ,nennen. Vielleicht würden unsere Glaubensgenossen in Berlin W. ihre Töchter der erstgenannten Schule entziehen.— Ich von meinem Standpunkte aus bin der Meinung, dass ^Religion Privatsache ist und überhaupt nicht in die ipchule gehört. I Hochachtungsvoll . ■! ' ' ..־ S. K. Jüdische Gemeinde. Gottesdienst. Lrettag, den B.WKtober in alten Synagogen abds. blj2.Uhr. Sonnabend, den 10. Oktober in der alten Synagoge morg. 8l/2 ־Uhr, in den übrigen Synagogen ■morgens 9 Uhr. Predigten Vorm. 10 Uhr: Neue Syiiag. Herr Kabb. Dr. Maybaum. Kaiserstr.-Syn.Herr Rah. Dr.Stier. Abendgottesdienst 6 Uhr. Gottesdienst an den Wochen* tagen morgens in allen Sy nag. 7־ Uhr, abends Alte und Kaiserstr. Synagogen 5 Uhr, Neue und Lindenstr.-Syuag. 4*/2 Uhr. Israelitische Synagogen.-Gemeinde Adass Jisroel. Gottesdienst in der Synagoge Gipsstrasse 12a. Frei tag, den 9. Okt. Ab. Sfy Uhr, Spnnab. d. lp. Okt., Morg. 8 Uhr, Jugendj^ottesdienst 11 Uhr. An/len Wochentagen:־ Morg. (eU Uhr Abends 5*/4 Uhr. ^RbUgionsschule der IsraeU synagogen-Gemeimle AdassJisroel. Anmeldungen für die 9 Knabenu. 6 Mädchenklassen. sowie den Barmitzwah-Cursus werden entgegengenommen: täglich l8—9 und 8—4) von Herrn Meier Hildesheimer Gipsstr, 12a, im Bureau der Gemeinde, Gipsstr. 22 (10—12), sowie am Sonntag (8—1) u. Minnoch (2—5) im Schullokale, Gipsstr. 28a. Beginn des Winterhalb- Jahres: Sonntag, 4. Oktober. Direktor Dr. 1. Hildesmeimer. Talmud-Verein ש״ס *iTDn Der Knabennnterricht in Mischna und Talmud unter Leitung des Rabb. Herrn L. Höxter wird jn den Räumen der Mädchenschule der jüdischen Gemeinde Heudereutergasse 5. an jedem Montag und Donnerstag von, 4—6 Uhr Nachm unentgeltlich erteilt. Anmeldungen bei Herrn Rabbiner L. Höxter, *Gipsstr. 23b.* Die Unterrichts-Commission des Talmud-Vereins. W. Goldschmidt. M. J. Schragenheim. A. Prager. Vereinigung Monbijou. Nächste Sitzung: Mittwoch, den 14. Oktbr. 1896, abends 9 Uhr, l in Cassel’s Hotel, Burgstr. 16. Vortrag (Redner und Thema Vorbehalten). Das Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist dringend erforderlich. ל Der Vorstand. Israelitische Synagogen-Gemeinde ’״Adass Jisroel.“ ־ zu Berlin. Wir bringen hiermit zur Keimtniss, dass die Fieischwarenhandlung von Salli Horn. Alexanderstr. 8, nicht mehr unter Aufsicht unseres Rabbinats steht. Der Vorstand. Verein für Arbeitsnachweis. Kloster-Strasse 44. Fernsprecher 5, 3366 Geschäftskunden ST I und 3 6 Arbeiter, Handwerker, Lehrlinge und Kaufleute, männlichen und weiblichen Geschlechts, erhalten durch unseren Verein kostenlose Vermittelung. A Her Vorstand. Die Religionsschule des Religionsvereins ״Westen“ ■bietet ^Knaben und Mädchen gediegenen Unterricht in biblischer und nachbihlischer Geschichte, Glaubens- und Sittenlehre, Hebräisch und Liturgie. Den Forderungen der” fortgeschrittenen Pädagogik gemäss wird jede häusliche Ueberlastung der Jugend vermieden. — Die Religionsschule steht unter der Leitung unseres — als Schulmann bewährten —- Rabbiners, Herrn Dr. Kr 011er, der Annie!düngen zum Religions-, Barmizwah- und Konfirmandinnen- Unterricht täglich von 12—2 Uhr in seiner Wohnung Berlin W., Passauerstr. 11 entgegennimmt. Schullokal: J oachimthalerstr.31/32. (Oeffentliche Gemeindeschule.) Unterriehtszeit: ־ Mittwoch und Sonnabend nachmittag.“ Der Vorstand. Jüd. Lesehalle und Volksbibliothek. Münchener Hof Span dauerst!11-13 .־ für jedermann geöffnet: ,Wochentags 1—4, Sonnabend 2—5. Sonntag 10—2. Rabb. Dr. Kroner Berlin W״ Passauerstr 11 nahe dem Bahnh. Zoolog. Garten, nimmt Schüler bei sich auf und fördert erfolgreich deren allseitige Entwickelung. . Auskunft bei bedeutenden Schulmännern und Eltern früherer Pensionäre.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.