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Berliner Vereinsbote · 1896-10-09 · Heft 41 (9.10.1896) · page 1

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 41 (9.10.1896)
Date
1896-10-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
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WMMWW''' 'י,,|־־;|,|1ן1״ן1.*ו!! Postzei tu ng>-Liste 978. " (leniral-Or^ori für die jüdischen Vereine ßerlins. Erscheint jeden Freitag, wird allen Mitgliedern der . Vereine gratis zugestellt, und liegt in allen jüdischen Hotels und Restaurants aus., Bezugspreis für Hichtmitglieder 1 Mark vierteljährlich. ~ insertionspreis für die viergespaltene Petitzeile 30 Pfg. ]Expedition and Anhonoeft-Annahme: Berlin NO., KaiserBtraase 39/40. Nummer 41׳. Berlin, den 9. Oktober 1896. II. Jahrgang. HW- Wir bitten höfl. um gefl. Angabe etwaiger Adressenveränderungen. Wegen Unpünktlichkeit oder Unregelmässigkeit in der Zusendung wolle man in unserem Bureau Kaiserstr. 39/40 reklamieren.______. in Sachen : ״Gründung einer jüdischen höheren Mädchenschule für Berlin W.“ Von dem Verfasser des in voriger Nummer veröffentlichten Briefes, betreifend die .Gründung einer höheren Mädchenschule in Berlin W. erhalten wir nachstehende Zuschrift, die wir hier wörtlich wiedergehen wollen: Eine jüdische Zumutung44 nennt die ״Staatsbürgerzeitu 11gu das Er,suchen der Eltern an die Vorsteherin der Privat-Mädchenschule, jüdischen Religio nsunterricht in den betreffenden Anstalten einzuführen. Was die Zeitung unter einer so Gezeichneten Zumutung versteht, bedarf keiner näheren Erklärung: Ist doch das unaufhörliche Gewinsel des ׳Antisemitenblattes von einer angeblich unerträglichen Anmassung und Ueberhebung des Judentums hinlänglich bekannt und zeigt sich wieder bei dieser Gelegenheit! Wo steckt aber hier die Anmassung u11d Ueberhebung? Biegt, nicht eine beispiellose Anmassung in dem Vcrhalten jener Vorsteherinnen, die das gleiche Schulgeld wie von ihren christlichen, auch von den jüdischen Schülerinnen erhalten, ohne dass sie diese in allen den Gegenständen unterweisen lassen, die für eine harmoni-sche Ausbildung ihrer Schutzbefohlenen notwendig sind? Und dass der Religionsunterricht einen inte-grierenden Bestandteil der kindlichen Ausbildung ausmacht, dafür wird sich die Redaction der ״Staatsbürgerzeitung44, die ja in eitler Selbstgefälligkeit immer und immer von ihrer Arbeit im Dienste der christlichen Religion so viel Rühmens macht, wohl einiges Verständnis bewahrt haben — selbst wenn es sich um die verhassten Anhänger des Judentums handelt! Ist es nicht eine unerhörte Anmassung jener Vorsteherinnen, wenn sie die seitens der städtischen Behörden gewährte Concession zur Schule eigenmächtig interpretieren und sich das Recht anmassen, Kinder einer bestimmten Klasse gleichberechtigter Mitbürger von der Aufnahme in ihre Schule auszuschliessen? Und was sagt die ״Staatsbürgerzeitung44 zu der Ueberhebung jener Schulvorsteherin, die da jüdischen Vätern und Müttern erklärte, sie habe stetes eine rechte Freude, wenn die Eltern jüdischer Schulerinnen diese an! christlichen Religionsunterricht teilnehmen Hessen? Möge die Staatsbürgerzeitung sieh doch an das gewaltige Gezeter erinnern, das sie bei der Kunde erhob, es habe einmal eine jüdische Lehrerin vertretungsweise eine Stunde lang biblischen Geschichtsunterricht in einer städtischen Gemeindeschule erteilt! Und hier wird seitens der Vorsteherin einer Anstalt auf die jüdischen Schülerinnen der ״sanfte44 Gewissenzwang ausgeübt, andauernd dem Unterricht in der christlichen Religion beizuwohnen. Wir wiederholen: Einer solchen Missachtung unseres Glaubens seitens derjenigen Schulvorsteherinnen, die wohl jüdische Schülerinnen des lieben Gewinnes wegen aufnehmen, ihnen aber die notwendige gleichmassige Ausbildung nicht gewähren .wollen oder die Kinder in ihre Denkweise drätfgen, muss mit Aufbietung aller unserer Kräfte entgegengetreten werden, wenn wir noch einige Selbstachtung, einige Ehre besitzen. Alle anderen Erwägungen treten hier zurück. Es handelt sich in diesem Falle um Befreiung aus einer sctAachvollen Behandlung! Am wirksamsten und nachhaltigsten kann diese Befreiung, unseres Erachtens, nur durch Begrün düng einer jüdischen höheren Mädchenschuh‘ erfolgen, die auf dem Boden unserer deutschen Nationalität stellt, und die allen Anforderungen entspricht, die wir an eine Bildungsstätte fiir unsere Töchter stellen müssen! .. s. UnsßreAufforderu ng an dieBeteiligten zur Aeusserung über die Frage der Gründung, ׳einer .höheren jüdischen Mädchenschule in Berlin W. ist nicht unberücksichtigt, geblieben. Nachstehend beginnen wir mit der Veröffentlichung einiger Zuschriften, wobei wir wiederum betonen, dass wir es vorläufig unterlassen wollen, Stellung zu dieser Frage zu nehmen. Die Redaktion. ״Ihr Aufsatz in No. 40 Ihres geschätzten Blattes iindet meinen ungeteilten Beifall in allen Punkten. Obgleich selbst ledig, hatte ich doch öfter Gelegenheit, die von Ihnen beregten Anmassungen verschiedener Anstaltsvorsteherinnen höherer Töchterschulen in Erfahrung zu bringen, ohne in der Lage zu sein, durch ein

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