Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 38 (19.9.1896)
- Date
- 1896-09-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3019627-3019682-3019718--288-3020726- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
apeten T I Gebr• HamPe ן ßiRUNm" LindenStrasse 701. Tr. gegenüber dem Militär-Arrest. DM" Telephon Amt IV, 5057. *HWU! ״״Sprecher Qttff SChWabC in. 1196. Rosenthalerstr. 5. ——■m- Haus- Telegraphen, Telephon- und Sprachrohr-Anlagen. Reparaturen. Auch <L NiesbecK Frische Blumen, 155, Fpledriehstrasse 155. Specialität: Braut-Arrangements. Kränze, Bouquets etc.! Tafelgarn ir urigen. "MW' Kinderwagen crossartige Auswahl, billigst, viele Anerkennungen. Musterb. gratis und franco. Max Brinner, Jerusalemerstr. 42. Berlin. in Zu den Feiertagen empfehlen wir die den jüdischen Dörfern des heiligen Landes gebauten und gekelterten Weine. Sichron-Jaakob (welss) . Esra (rot, süss) . . Rischon TZion (rot, herb) Jaffa, Cognac . . y . per Flasche Mk. 1,20 v 1.50 1,75 ״ ״ .4 ״ ׳, ״ - יי י b,2 ״ ״ ״TBOTl Sr. Ehrwürdmi des Herrn Rabbiner Dr. J. Hildes־ b ei in er wird auf Wunsch beigefügt. ׳ fpjr׳־ Versand nach allen Orten des In- und Auslandes. "MW' Bestellungen sind zu richten an das Konnte für die Ausstellung der Erzeugnisse jüdischer Dörfer in Berlin. Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896. Cairo bei Berlin. mm nnriiim 1x xxxx mn mrnriTTriiciDriXT; Berliner Privatpost u. Spedition, Act -Ges. Fernsprochor C-, IfiederwaJlStr. 16. Amt 1. No. 115. Ddf Betrieb def Postabteitung erstreckt sich auf die Beförderung von Briefen, Karten, Kartenbriefen, Drucksachen, Waarenproben. Geldanweisungen. Einschreibebriefen und Incasso von Quittungen und dehnt sich auch auf die grösseren Vororte aus, nach •welchen jedoch geschlossene Briefe nicht befördert werden dürfen. Die Bestellung der gewöhnlichen Briefe erfolgt durchschnittlich innerhalb '3 Stunden. Ganz besonders machen wir auf den Express- Verkehr aufmerksam. Täglich 27 malige Bestellung. Briefe, Karten und Kartenbriefe werden zum Portosatze von 10 Pfg. innerhalb einer Stunde bestellt. TTTTinnnncxxxixxrx n n 1 nmim!□mrrxxrrr Alov I 11hranc7vb Anfertigung feinster Herrenbekleidung A m1 ,,nacbMaass. Massige Preise. , Schneidermeister Neulu’iten in ■deutschen und echt em;- Friedrichstrasse 105 B. Hseiu■״ st״m■.״ .״.■.-.. Reichhaltige Musterkollektion jederzeit zu Diensten. -.—.-----.. m füll ßm»fch«etdr«; W> H. Besteller Photograph Berlin, Landsbergerstr. 82 nahe Alexanderplatz. 1 Dtzd. Visitporträts Q RAlflr od. 3 Kabinetsbilder 01ÜUffl&. Nach alten Bildern Word. Vor grossem ngen schon ITfllr3 Mark "ייי angefertigt. Auf briefliche Antrag, umgehend Bescheid. D Geöffnet Sonntag bis 0 Ohr. g Haene Tapezier u. Decoratenr Grosse Frankfarterstr. 64. Anfertigung von Decorationen, eleganter u. einfach. PolstermSbel sowie sämmtl. im Tapezier- Fach vorkomm. Arbeiten. Gsellius'scbe Buchhdlg. Berlin, Mohrenstr. 52, oflferirt in neuen Bxempl.: Die Heilige Schrift der lsmefiten, übers,v.L.Philippson. Iliustr. v. G. D< > r e. Original- P rächtein band statt HA für 50 M. Prof. Oppenheim; Bilder aus dem jüdischen Familienleben. 12 Blatt Folio in Original-Mappe 20 M. o| Masseuse für Herrschaften. Herren u. Damen, iiusserst gewandt. Friedrichstr. 131 d. Vorderhaus, I Treppe rechts. Firmen-Schilder-Malerei von A. Berkheim, Dragonerstr. 18. Sie freute sich sichtlich, als sie mich, den alten Be- ■kannten aus der Heimat gewahrte und frug hastig: ״Ist alles gut abgegangen, ist Esther wohl? Darf ich hineingehen?u Indern kam Samson aus der Krankenstube. Maria ■vergass in diesem Augenblick alles Vorgefallene und ohne seine, finstere Miene zu bemerken, rief sie ihm .herzlich zu: ״Ich gratuliere, Herr Samson, ich gratuliere tausendmal!u Damit wollte sie an ihm vorbei, zu Esther hinein. Samson vertrat ihr den Weg: ״Frau Schmidt“, sprach er kurz, aber höflich, ,.ich bedaure, dass Sie sich herbemühten, aber ich erlaube meiner Frau keine Besuche, welche a ufregen könnten.u Maria faltete die Hände, und Thränen traten in ihre sanften blauen Augen: ״Aber ich, Herr Samson״, hauchte sie leise, ״ich darf doch meine Esther sehen?u Er schüttelte verneinend den Kopf: sie bat wieder: ״Ich will.'auch'kein Wort sprechen, nur anseben will ich sie, nur das geliebte, neugeborene Wesen küssen 'und daun .still׳ fortgeh'n.^ Samson fühlte Rührung bei der demütigen Liobesbitte der schlichten sanften Frau. Vielleicht wäre alles gut geworden,.wenn nicht seine Schwiegermutter dazu gekommen wäre. Aber sie trat aus dem' Krankenzimmer, ׳ fasste Frau Maria an die Hand und rief befehlerisch: ״Komm Fein Maria,.‘Esther hat schon mehreremäle nach Dir gefragt. Und ihr Kind, sagt sie, soll so heissen, wie Du.״ Samson bäumte sich wie ein angeschossener Eber: ״Bin ich Herr im Hanse, oder bin ich's nicht?״ schrie er, ״hab’ ich den Umgang mif den Goien verboten oder half iehV nicht? Du gehorchst mir oder verlässt mein Haus, Schwiegermutter, und wenn meine Frau in Zukunft nicht4 —. — Weiter kam er nicht, der Unglücksmensch! Er hafte im Zorn so laut geschrieen, dass die Stimme zu der Kranken gedrungen war. Wie ein Gespenst stand Esther unter der Thür! Wie eine Tote im Grabesinrh! Sie war aulgestanden, Herr Stern, au!'gestanden, als sie ihre Mutter, ihre Freundin schmähen hörte. Das neugeborene Wesen hielt sie im Arm und rief mir matter Stimme: ״Komm Mutter, komm Maria, wir ■ wollen sein Haus verlassen lu Da schwand ihr die Besinnung, sie wäre zu Boden gestürzt, hätte Samson sie nicht au!'getangen. Lh ergriff das Kind, welches ihren .schlaffen Arnum entsank, und die *Anderen trugen die Unglückliehe aufs Hager .zurück״,. Huben pausierte und wischte sieh den Sehweiss von der Stirn. Es war doch kein heisser Tag. vielmehr fuhr ein scharfer Lufthauch durch’ die gelbgefärbtcn Blätter, aber auch Herr Stern ■führte sein Tuch ' an ■die Stirn, oder führte es an die Augen. Dann fragte er leise: ״Ist sie denn gestorben?u ״Gestorben ist sie daran. Wenn auch nicht gleicliu. seufzte Huben. ״Was will es sagen, dass sie noch ein ganzes Jahr so hingewelkt ist? Vielleicht wärs besser gewesen, sie wäre auf der Stelle gestorben, dann hätft die alte Freundschaft mit einem Mal ein Ende gehabt. Aber so konnte Samson seinem langsam dahinsterbenden Weil»' •nicht verweigern, dass die treue Maria tagtäglich zu ihr kam. Ja. wie sie im Anfang fortbüeb, ist er ■selbst: hingewesen und hat sie in seinem Wagen abgeholt, und was er seiner Frau und seiner plötzlich veränderten Schwiegermutter hat an den Augen absehen können, hat er ihnen zu Lieb' gethan.!Fortsetzung folgt.) 7980