Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 35 (28.8.1896)
- Date
- 1896-08-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Zu den Feiertagen empfehlen wir die in den jüdischen Dörfern des heiligen Landes gebauten und gekelterten IW- Weine. -MU V Siehron-Jaakob (weiss) Esra (rot, süss) Risehon l’ZIon (röt, herb) Jaffa, Cognac per Flasehe Mk. 1,30 1,50 ״ «י>,1 יי וו .4 מ ו $ SB ו* ■HB -i- Sr. Ehi würden des Herrn Rabbiner Dr. J. Hildesheim er wird auf Wunsch beigefügt;. AM- Versand nach allen Orten des In- und Auslandes. *MW Bestellungen si1M"zu richten an das Comite für die Ausstellung der Erzeugnisse jüdischer Dörfer in Berlin. Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896. Cairo bei Berlin. SSSSS Zum Neujahrs - Fest offerieren wir höchst geschmackvolle Gratulationskarten mit natürlichen gepressten Blumen aus Pa• lästina in billigerer und besserer Ausführung. SSS Färberei u. ehern. Wäscherei für Herrenu. Damen-Garderobe, Ballu. Gesellschaftskleider. Blousen etc. Gardinen-Wäscherei u. Spannerei. Specialität: Färben, Reinigen u. Kräuseln von Straussfedern. Ztadtke ä Bergmann . Telephon Amt; III. 8020־. 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Nach zwei Monaten war Rosa die Gattin ihres geliebt en Oheims. ■Weiss. der Himmel, wie und durch wen etwas über des Prinzen Beziehung zu Rosa verlautet war; in dem klatsühigen Neste liiess es allgemein: .,Diese .Inden- Prinzessin J^eelig hat sich eingebildet, eine wirkliche jPrin- ׳ zessin zu werden, und weil der Prinz sie nur zum Narren gehalten, hat sie aus Desperation ihren Oheim geheiratet. Vielleicht trug die eitle Frau Mathilde selbst Bclmld daran, da sie geäussert hatte, dass es nur an Rosa gelegen, eine ]Prinzessin zu werden. Rosa war ■ mit ihrem Gatten auf eine iange\ Hochzeitsreise gegangen. Italien. Egypten sollten ihre Heilkraft an.'Josef’s zarter Gesundheit ln ׳wahren. . Erst mit dem ]leissen Juli trafen sie im heimatlichen Neste wieder ein, mit der Absicht, Vater und Mutter zu veranlassen, mit ihnen für immer nach einer grossen Stadt überzusiedeln. Es wurde gerade das alljährliche Schützenfest gefeiert und Rosa gab den Bitten ihrer Mutter nach, Jie Welt mit ihren, neuen Pariser Toiletten zu entzücken - oder zu ärgern — und gegen Abend gingen sie AID nach dem Festplatze hibaus., ־ In dem Zelt des Schützenwirtes war es gedrängt voll. Die Honorationen sassen um lange Tische gruppirt. in lebhaftem Geplauder, als Josef seine Frau einführte. Niemand rührte sich, Platz zu schaffen, die Unterhaltung stand still, desto deutlicher scholl die Bemerkung an Jedermanns Ohr: ״Pie Judenprinzessin“,. war Nandine von Wilken, das arme adlige Fräulein, dessen Bosheit mit der Zeit gewachsen war. Rosa erblasste, und wandte sich zum Gehen, da stand plötzlich eine hohe, vornehme Gestalt in weissen Kleidern neben ihr: Frau Rosa Seelig, wollen Sie nicht mit den Ihrigen Platz bei uns nehmen? Wir rücken zusammen“. ״Amalie, Gräfin Bensberg!“ Rosa sah im Geiste wieder jene Scene ihrer Kinderjahre. ״Kommen Sie, junge Frau,“ bat nun auch der alte /Geistliche. . der neben;■'dem ■Grafen Bensberg sa>s. und der Graf rückte einen Stuhl •einladendzurecht. In wenigen Minuten sass die Familie neben d**11׳ ahge-.. .schlossmisten Aristokraten der Stadt. ״Wenn ich Sic. heut** ■nicht g</trof|V*11, Frau .Rosa., so. würde, ich sie morgen besucht haben.“ begann die Gräfin Amalie — inan hätte in d»*r <׳ingetr«>immn Still»* der—n+m— gierigen Lausehsucht ein«* Nadel ■fallen hören .können, ״mich führt eine Bitte meines Verlobt»*!.), des Lieutenant Grafen Bensberg, meines Vetters, zu Ihnen. Mein Bräutigam Ist Mer intdmste Freund d»*s Prinzen Terzky, desselben, Frau Rosa, welcher bei ihrem Papa logierte,; und. der von Ihrer Liebenswürdigkeit 1111»I S<L<"»nheh bezaubert. Urnen die Hand zum Ehebunde bot“. Gräfin Amalie hatte diu letzten Sätze sehr absichtlich und laut gesprochen — dann pausirte sie und fuhr fort; ״Adalbert, mein \ erlebter, erfuhr von hier aus das Gerücht, welches er neckend dem ״ Prinzen mittheilte und Prinz Terzky zeigte meinem Vetter den Brief, in welchem Sie. Jiet)e Frau Rosa, auf seine Werbung eine Absagung mitteilen mussten, weil Ihr Herz nicht mehr frei war. Adalbert hat darauf sein Ehrenwort gegeben, jedes beleidigende Gerücht über Sie zu wiederlegen. ־־ Und da meines Bräutigams Ehre die mein!ge umsehliesst, ,verstehen Sie. weshalb ich den Zufall preise, der Sie mir hier begegnen lässt“, fügte sie leise hinzu. -- Als Rosa am andern Tage mit ihrem Gemahl die Strasse passirte, flogen ehrerbietig von allen Köpfen die Hüte. Josef fragte, sanft ihre Hand drückend; ״Konnten sie Dich höher achten, wenn Du den Prinzen geheiratet hättest?“ . Rosa lächelte ihr seeHges Lächeln: ״Die Anderen vielleicht, aber ich mich jedenfalls nicht! Im Uebrigen haben sie Recht; wenn.'djas Glück eine Krone bildet, so bin ich die vornehmste aller Prinzessinnen“. —