Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1896)
- Date
- 1896-07-31
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Verwaltung des Fürstenbrunn Westend. Julius Scheibe. Berlin S.O., Cuvrystralsse 3, Tel. Amt IV, 485. Berliner Gewerbe-Ausstellung,' Gruppe VII, Kunstschlosserei. Export und Versand nach ausserhalb. Neueste Erfindung! Von Baumeistern lebhaft begrüsst. Ne«! Sturmsicherung Thürschliesser J!1'£ Hut alle Vortheile der sonstigen Apparate and verhindert das Zuschlägen derTh ür aueK bei!Sturm, geht nie entzwei und schont, die Schließer dauernd- Ne«! Geräuschlose Thürfedern n SNT mit, bildl.Wahrzeichen' I). R. G. M. gestrichen, •verzinkt. Sortiinentslager I). R. G. M. einem Stack' Neu! Bausdrdnungsschilder Müllkasten Fensterlichtschachtgitter ״ Bitte Preislisten einzufordern. D- ■ w Berlin SW.. Friedriehstrasse 228 besorgt Auskünfte, Beobachtungen, Ermittelungen etc. ertrage in Vereinen übernimmt J, Mansbacher,' Hannoverschestr, ♦ ♦ ♦ ♦ » ♦ ♦ :♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ AKonnements-Einla-nng auf den e ' ■ .:׳■■ ■' \ : ' ־. , . ' 3sraelitlscl!en J11 gendsreu 11 d. Illuftriprte Zeitschrift.zur L>e!ebruna und Unterbaltuud. berausaeaeber! von r I j 1 |10 n f e r.; 1י t e r t e 1 j a b r l i ch11! 1 ׳ a r k. Zu lu’jicbeit durch 'ötc.'poft, durch jede dhichtandluna oder direkt con der Expedition, Elirislinenstr. Pvobehefle kostenlos. BG ־ « ♦ ♦ . ♦ ♦ ♦ ♦: ♦ ־♦-. < ♦ ♦ ♦״ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦. ♦ ♦ her ältere Bruder, leidenschaftlich in Seine schöne' Schutz-* - toblene verliebt. bof ihr ja •auch seine Handj. Welche iiberdies viel mein* Reichtum als (las Studenteuhcrz bot -;etsserdom war er ein wirklich schöner. Mann, den ein Weib lieben lernen musste, ch-- Was braucht es weiter •;>־1־ SchiddaehG war fertig. Als ’der. Student auf Ferien- 1»׳such heimkehrto. kam er grade recht zur Hochzeit ״W •der• Schreck warf ihn auf das Krankenlager er hatte :!isserdem übtiinässig studiert, um sein Ziel.' den Besitz -•־iiier schönen■ ©rauf ■ desto eher zu erreichen. Aus der uroponirten'grossen, lustigen Hochzeit wurde' eine stille Trauung, . denn 'der junge Mann war zwar ausser Lebensgefahr, aber noch immer zu schwach, um gegenwärtig ־in zu können. ' Als pr aber genesen war, stellte sich eie Unzulänglichkeit der ärztlichen Hilfsmittel heraus. .c ha tief drinnen krankte 'noch immer der zückende Nerv, 1 Tn׳ wir Aerzte das Herz 'nenfien. , Aber soviel wusste er letzt schon theoretisch, dass ein Brodstudiuin ihn unfehlbar In's Irrenhaus führen würde. Ausserdem konnte er sich von dem Anblick des noch immer wahnsinnig geliebten Weibes nichttrennen. Er War allerdings ei/1 hrhwächling, sonst hätte er nicht nach dem ersten Wiederdien ohne Zeugen, das schöne, treulose Weib wie ein Wahnsinniger gut Vorwürfen und Küssen erschreckt — ־ r hätte sich nicht wie ein Hund über die Schwelle jagen hssen, wenn er nicht gefühlt, dass er ׳diese Schande trotz alledem verdient — - sie war ja jetzt seines Bruders Weib ■and■musste ihm heilig sein — doch wie gesagt, der zuckende- Nerv da tief drinnen war krank bei ihm. : Und weisst Pu, Bernhard** - stöhnte er in grausamer Selbstironie — weshalb *t so treu seinen Schwur hält und die Schwelle jenes Hauses nicht mehr betritt? Der Nerv ist nöoh immer krank und der Anblick des schönen Weibes, welches er. hinter seinen Fenstern versteckt, mit süsser Pein uml grausamer Freude beobachtet, könnte bei einer Annäherung־ das (tährungsfiebef wieder in ihm zur Raserei entflammen! So, jetzt komm, Bernhard, hier ist meine Hand, wir wollen Arm in Arm zu Deiner Frau gehen׳'. ,,Du bist grausam! (), mein Gott., der Fluch Ast auf mein eigenes Hajupt znrüekgefallen״. hauchte Bernhard: .״Ach ■mein .armer\gelichter Josef, ich schwöre, e> Dir,, nie habe ich die leiseste •Ahnung gehabt, dass - - ach. ich hielt Dich damals , nur für einen edlen Knaben, «hvsse-n Mitleid mir das« verwaiste Mädchen empfahl.. .•— Und alle diese Jahre, Jahre lang, hast Du diese Dualen geduldet? Und Du kannst nicht .vergessen?“ Josef lächelte wieder sein altes, vielsagendes' nie lauoholisehes Lächeln': ״ Von wem red's Dü dehn ־ was soll ich dabei? Geh, grüss’ Derne Frau,, und sag* ihr nicht, ,dass wir uns Geschichten erzählt haben sie könnte heute Nacht schledh't darauf schlafen. Bernhard sprang auf die Füsse und zog den jungen Mann״ in seine Arme: ״Ich will Dir sagen, was der Träumer, der Narr wie Du ihn nennst, thun müsst*•, ja schon lange hätte thun sollen־. Er sollte sein Grübeln־ und'׳'Sinnen lassen, sollte eine lange schöne Reise thun und am Arm einer lieben, guten Frau zurückkehren. zum Segen, zur Lösung aller der Wirrnisse. Was meinst Du. Joseph, willst Du's ihm sagen?“ ׳ ״Was hilft's wenn ich's ihm bestelle ich habe ♦‘s ihm mehr als״ einmal selbst gesagt und immer antwortet er. dass er ohne Liebe kein Weib in sein Haus fuhren kann. -• Du siehst, er ist ein veiufabler Narr dos Idealismus. Ueberdies glaubt er nicht., mehr ' an. ׳Weiberliebe - ״' sein Fall ist unheilbar.“ — c. . ״Nein, nein, mein :Joseph, glaube mir. er wird ein treues Herz flu den, welches alle Schmerzen d e א; Ve rga n gen - heit löst, vielleicht dauert es noch etwas, aber linden, wird er Heilung, ein inneres Gefühl sagt es ipii־**.*:.Er umarmte ihn und seine ganze Seele trat in die thränennässeii Augen. Dann ging er langsam zur Thiire, zum Hause hinaus. Der blasse ׳•Mann sah ihm schmerzbewegt nach, dann flüsterte er: ״Was das Eisen nicht heilt, heilt das Feuer,״• was das Feuer nich heilt. — der Tod! — — —v Er hätte hinzufügen dürfen: Oder die Liebe, die reine wahre, selbstlose Herzensliebe.!'Fortsetzung folgt; *) Heirath.