Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 24 (12.6.1896)
- Date
- 1896-06-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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pree- Dampfschifffahrts-Gesellschaft ״Stern“ 38 Sa son^Dampfer u. EleKkrieiläts-Ooake. Wir empfehlen den verehrlichen Vereinen, Gesellschaften, Lehraiistalten etc. zu Somrnerausflügen nach allen Plätzen der Oberspree, Dahme, Unterspree und Havel Sonntags wie Wochentags unsere jetzt ׳sämmtlich mit Sonnenzelten versehenen Dampfer zu 90—4D0, sowie ine Anzahl Elektricitäjs-Boote zu 12-100 Personen, ferner unsere neuen, für über 500 Personen eingerichteten, mit elektrischer Beleucht rang u. Scheinwerfern ausgestatteten Dampfer unter den billigsten Bedingungen in noch grösserem Umfange wie zuvor zur gefälligen Benutzung. Aufträge nehmen entgegen und eHheüen bereitwilligst Auskunft nnsere Bureaux Berlin SO, Brückenstr. 13, I. Potsdam, Lange Bücke. Telephon Amt VII, No. 1025. (Lange Brücke, Wachtgebäude a. d. י Dampferstation, Telephon No. 124. ■ Die Direetion. Transportable Rollschutzwände f. Zimmer, Garten und Veranda. Hotels. Krankenhauser u. 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Und da ich -ehe, was ich so oft geschaut, wie sich wirbelnd drunten las Leben hastet, tritt es mir vor die Seele —- erst schwach wie ein leiser Tadel, dann machtvoll anschwellend in dro- Uender Anklage! . ...'.ja. ich hatte in den liebeweiehen Stunden kosenden Glückes die Welt ringsum vergessen -- lie kampfriiigeiiden Menschen, das Leid des Lebens . . . . vergessen mein Volk, mein jüdisches Volk. Ja ich vergass, sein, vergass seiner Leiden im selbstischen Glückes־— Sie schlang ihren Arm um ihn,, und mit flehendem Blick ihm in die Augen schauend, bat sie 'um׳ Verzeihung. Und wie sich jeder Ansturm neuer Empfindungen in ihrer Brust zu Tönen verdichtete, so nalierte sie sich •auch' nun lern Piano. ■־ . .,Was willst Du?" fragte er erregt. ׳. .,Ich möchte Dich hören lassen Melodien״, antwortete 'ic leiehtlächelnd. .,Melodien״ ..Ach läss das, ich kann. ich. mag jetzt nicht hören!” Aber wie. eine stolze Gebieterin sagte sie mit fast -chalkhäftenn Ernst.:; .,Tritt-.־näher״ — und er that .es. .. Nun' setze ■Dich! ״ - und er setzte sich nieder. ,.Geliebter44, sagte sie darauf. ..Du weisst doch, wie ich 1 eitle, wenn auch nur einen Augenblick unsere Seele>n disharmonieren. wenn unser Sinnen uüd Fühlen nicht eines ist.. Und weil unsere Seelen im!Jede Jusaminmiraus« hen. so singe Du das Lie<l unseres Volkes — und ich will Dich hegleiten.4* ..Das geht wirklich nicht.” ׳ , ..Ui .5M warum??״ ..Weil es für '.solch lieh re Lebensaugenblicke in;der Welt der Töne keipe Töne giebt.” ° ״Zwoiflo nicht an unserem Können!4־ ״Wenn Du willst, versuch Du es. zeig mir im Liede unseres Volkes Bedrückung, Hunger und Durst, Veraditung und Schande, Knechtschaft, und Hass und Verfolgung. Lass im Liede erstellen die elendgepeinigten Gestalten Jeder Gebildete muss heute über Alles unterrichtet sein. Wo aber soll ersieh bequem, Schnell und ohne besonderen Aufwand an Kosten orientiren? Diese Zeilen geben die Antwort und des Rätsels Lösung. Jeder hat es künftig in der Hand, ■sich für alles Wissenswerte einen Berater zuzulegen, der ihm bald unentbehrlich sein wird. 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J ן Leicht drangen die Akkorde aus dem Linie» in die lastende 'Stille,' aber bald schwollen sie an. laut dröhneüd v ein Meer «prellen«ler Thrämm. ^Dm wellen rausclmn ri11׳tzerbaug und es wogen die Klagen g«d)rochener H**rx׳m. ein klagendes, bitterlich klagenuhs Ge wei 11, das zum Hhjnmel empordringt. . . j ,.Versöhnungstag — Kol nidre.44 flüstern sein«׳ Lippen. ,,Auch unserer Sünden magst Ipu gedenken.“ Und ihre Finger glitten üb^r die Tasten, und mäHitiger ertönten die Seufzer, 11 erber,|wilder,■lei«lenscliaft 1 icd 1er ■ verzweifelter; ■° ■• \ ,.Klagenmauer Zions”, flüstern seine Lippen. Es rin-- gen trauernder Juden Stimmen zur Höhe“ . . .. . -- Die wuchtigen, markigen Töne ersterben und z1-׳di׳->-.-n in ein Meer der . Thränen,x und die Thränon wollen siel! wälzend hin und her,. Bald erbraust ♦1s wieder von Akk«»r- «len —״ es ist. als ob über dem wogend׳-nA!em׳ ein Dnnm־r dahinrollt, Blitze zuckend auf leuchten. Immer stürmischer.■ schäumend(‘!‘, immer lliessen die Wegen heranda tmmht es ans ,den Wogen empor 'eine ' Gestalt mit dem Blicke eines ziellosen u-nstäten Wanderers. Der Genius d«־s jüdischen׳ Volkes. Und wie er langsam, langsam über dm Fluten wallt, erstirbt das Ban sehe,! «hm Meeres und «׳s klingt, als oh über die Wogen Wehe «m,e liebliche Melodie, «־m lei« htgemutos Lied. Da- Lied des A<!<«׳, .hamn-, de!׳ uui sonnen umglänz len;׳Tage hinter dem!'finge geht fr״!!- sinnig, sorgenbar, tyrannenhefreit. «las Lied «!<״!׳ Hoffnung - vertrauender Tugend. Und wie am hüllendem Nebel d! h-gt ein Li<־htstrahl hervor, die .Strahlen glücklicher, l’nmd״ reicher ■ Zukunft ־. . . .... . . . . . . . . . Ihre Finger ruhen 1111■ Sdamn Sie ritzt ׳. «Ia. von .«.l׳'׳m 1 e 1 < hm - < d! af! < 1 ur, -11 gl ü 111 < m Ssriel ernratt.-t. das Haupt gesenkt. Und auf der fiebrigen Stirn hra!mo.•n. Ivim-e für d i e T ö n e unser «׳!־״ Z e i t.