Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1896)
- Date
- 1896-06-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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schriebenen Trost bietet, veranstaltet zu 10 Zweck der Stärkung seiner bescheidenen Reservefonds, wie zur Begrün düng einer Wittwenkasse am Mittwoch, den 10. d. M. * in im grossen Stile angelegtes Sommerfest in Weinianns Volksgarten auf dem Gesundbrunnen. Das Fest-Comite, dom sich zu diesem Zweck viel klangvolle Namen zur Vorfügung stellten, hat soeben einen warmen Aufruf an die Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde erlassen, in dem sie, im Interesse der guten Sache um zahlreichen Besuch dieses Sommerfejstes bittet, welches gegen das kleine Entree von 50.Pfennig-den. Besuchern neben Dopcoicouzert auch einer Militärkapelle in Uniform des lieberaschenden viel bietet. /Wir können den Besuch dieses ■;;Bestes nur empfehlen, jai, wir halten es des wirklich huiianitären Zweckes halber für Pflicht eines jeden Gemeindea 1 i tgl i e d es dem d ahinz i elende n Aufruf Folge zu leis teil, and so dazu beizutragen, dass das Prinzip der Selbsthülfe immer weitere Schichten innerhalb unserer jüdischen Geuicinde durchdringt 1 Alex Lubranezyk Ä*tSS“־S . Schneidermeister | rriedrichstrasse 105 B. kollektion jederzeit zu Diensten. VICTORIA j DIRECTION: BERLIN S.V | v <T8icberungBbe8tÄnd der Lebens- .! Versicherung» ־ Abtheilung ein- Aller!! Hchliesslich der Volks-Versicherung M c°nces ן ca. Mark 400,000,000. 26. Septei LEBENS-VERSICHERUNG mit Prämien - Befreiung im Invaliditätsfalle. 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Es wäre eine Lüge, wenn ich sagen wollte, dass ich *ogieich, von der uneigennützigen Handlung meines Mannes entzückt gewesen wäre. Im Gegenteil! Ich *verspottete ilin, schalt ihn aus und fand es widersinnig, dass er den Moment des Glückes, wie ich meinte, yerpasst habe. Späfür söhnte ich mich aber doch mit seiner Handlungsweise aus, denn von jener Zeit an gewann das /ganze Wesen Deines Grossvaters an Selbstbewusstsein U.1M Nebensfrende und verlor jene unterwürfige Demut, die zu seinen Ver- 1 מögensverhältnissen nicht mehr passte /und mich längst schwer geärgert hatte. Bis zum Ende seines Lebens müsste ihm die Erinnerung an die im Kriegsmidisterium verlebte *Stunde eine merkwürdige Befriedigung gewähren, denn er starb mijj^ dem von ihm in den letzton Lebensjahren oft, wiederholtem Bibelwort: ״Mein Gelübde bezahle■ ich dem Herrn vor allem Volk!״ Dein seliger Grossvater hat Dich sehr lieb gehabt, Dich als kleines Kind oft auf dem Schoosse gewiegt und Deinem Vater .zur. Pflicht gemacht. Dich in seinem Sinne und in dein seines goftseljgen Vaters Simon . aus T . . . zu erziehen. Ich begreife es vollkommen, wenn die Juden nach Gleichberechtigung streben, wenn ■ sie «Ireselbe von dem Freiheitsdrang erwarten, der sich jetzt überall bemerkbar macht. Was ich Dir erzählt habe, muss Dich aber inj •■■.reiferen Lebensalter davor warnen. Dich zu Denen zu gesellen, welche■ ■Freiheit; und Zügellosigkeit verwechseln. Wenn Du im Sinne Deines Grossvaters handeln willst, so lasse Dich auch nicht verbittern, wenn zeitweise widrige Ströhiungen in Deinem Vaterlande die Oberhand gewinnen. Gott leitet die Herzen der Könige wie Wasserbäche und deshalb sei stets Dein Wahlspruch: מAlles für Gott, Alles für den König, Alles für das uns zur Heimat gewordene Vaterland!a\