Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1896)
- Date
- 1896-06-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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K&CK fF A. Breslauer 1׳f Wurst- und Fleischwaaren-Fabrik mit Dampfbetrieb BERLIN W 30. Potsdamer Strasse 30. Unter Aufsicht des Berliner Nabbinats. Filiul**: Markgrrafen-Strasse 34, Ecke Leipzigerstrasse. Gegründet 1866. Telephon-Anschluss Amt V!, No. 786. In 'der Berliner Gewerbe Austeilung 1896 wird dem pp. Publikum in meinem Pavillon - vis a vis dem Alpen-Panorama. in der Nahe <b־r Pi se 11 e r<־i - A 1 ו sst» •Ihm״: - e i 1! e initallen Maschinen der Netizeit ausgestattete Wur.stiabrik in vollem Betriebe gezeugt: siumntliehe atjsgestx'IiifMi und zum 'Verkauf gelangenden W'aaren sind in ders»dh<־n fabrieirt. Zweiter Verkaufs-Pavillon an der Ostseite des Neuen Sees, an der Hauptpromenade, In der Sj»e«*ial-Anssn*llung Cairo betindet sieh auch ein Verkauf ihe.iner Wurstwaaren. Bestes Loreley״ Keine Schinnen, keine Schuppen. Häclt SClIUtZITIItlßl« kein Haarausfall mehr. 1 <i 11 <-U :יי) jithrigfr w n>ci1alt iiclior Arbeit ist 0^ geiun^t‘«»• «־in t'ür*11i«! Kopfhaut unschädliches, vollständig al'koholfW»n*s Pflimzon־ prüpwmi h<׳rzm>!<11**0, w«־lcl1» s in jeder Beziehung 'seinen Zweck Sicher «•riullt. Sclmn nach kurzem « J«*l»ra«ch werden' die gliinzendsten Kr folg•■ ־׳rziejt. . Bros.-hür*־ ui׳er ]Taurk.rHt1ki»‘it<‘)).x l'ro1«peete mit < «uta«1[־t**n erster A <•!■/? *־ und (,hemiker gratis und!ntiH‘1». Versandt geg.-,. vorherige Kins<״miung oder XArhtmlitm* des Be träges von Mk 3. per FhtseJm frain-o von der (Vntral \'ersan*lste]leS, HUGO MÜLLER« Berlin N.. Chausseestrasse 2e. Wiederverkauf fern Rabatt. Vorträge in Vereinen übernimmt J Mansbacüer, Hannoverschestr. 2. jpree Uavel- DampfscWfffahrts-Gesellschaft ״Stern“ 38 Salon-Dampfer u. Elelikricikäts-Voote. 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Bis ■hierher hatte die Grossinutter ׳mit der ihr gewiihnlieh■ eigenen plastischen Ruhe erzählt, als spräche sie nicht von ihrem verstorbenen Gatten und von, sielt selbst, sondem von fremden •Leuten., Nachdem die Erinnerung an die frühere Zeit mächtiger in ihr emporgestiegen war, nahm nun ihre Stimme einen wärmeren Klang an. ..Wolfs patriotische Ideen.‘4 fuhr sie dann fort, -das sage ich Dir offen, mein .hinge, ,waren mir manches Mal nicht; recht verständlich und kamen mir mit unter sogar fast komisch vor, weil er dafür als Jude• doch von keiner Seite Arierkennung zu erwarten hatte.■ Es kam darüber zwischen uns zu manchem׳ Streit . und■ es thut mir noch heute in -tiefster■׳Seele weh, dass ich ihn vielleicht dabei manches Mal durch schroffe Aeussorung« n verletzt habe. Der sonst mir so treu ergebene und stets so offenherzige Mann bestrafte mich dafür später empfindlich, indem er bei einer besonderen Gelegenheit meine aufs Höchste aufgestachelte Neugier׳!.- trotz aller Bitten so gut wie unbefriedigt liess. Eines Tages zog er nämlich nach Empfang eines Bil.lets seines alten Gönners־, des Generals ׳ von Dersdorf, in der Woehe die Bestt:,agskleider an und begab sich in das Kriegsminist-erium. Nach, seiner Rückkehr fragte ich ihn eindringlich, was er dort gemacht habe. ״Ein Geschäft-, Julie, ein grosses, zu dem meine Mittel gar nicht ausreichen und zu dem mir ßeb Loser, Reb Hirsch Selig.und andere .Freunde noch Geld leihen sollen.44 ״Ist das nicht,•gewagt,44 sagte ich darauf. ״Wird der Nutzen auch im Verhältnis» zum Risiko stehen?44 ״Es ist dabei nicht ein Pfennig zu verdienen, aber gewagt ist gar nichts dabei. Das Geschäft ist so sicher, als hätte ich’s•• mit dem Landesherrn selbst gemacht. Das Geld wird mir mit den landesüblichen Zinsen zurückgezahlt werden, wenn die Stände wieder zusammen treten und die von ihnen bisher beanstandete erforderliche Summe bewilligen.“ ״Wolf, das musst Du nur näher erklären. Warum wendet man sich nicht damit an die grossen Dresdener Bankhäuser?44 ״Frage den General von Gersdorf! Ich meine, die Sache soll nicht an die grosse Glocke gehängt werden j und deshalb will ich auch Dir nichts sagen!44 Ich erfuhr auch nic hts weiter, als dass nach geraumer Zeit das Geld auf Heller und Pfennig zurückgezahli und Dein Grossvater dann nochmals in das Kriegsministerium befohlen wurde. Mit hocherhobenem Antlitz und mit strahlenden Augen kehrte er von dort zurück. Auf meine inständigsten Bitten teilte er mir nach langem Zögern mit, dass ihn Se. Exeellenz der Minister von N . . . sehr kurz gefragt;, ob er sein Geld richtig mit den landesüblichen Zinsen wiedererhalten habe und welche Provision er nun ausserdem verlange. Darauf habe er nicht nur jede Pro- Vision sondern auch jede ihm an Stelle derselben angebotene Auszeichnung bescheiden aber sehr entschieden abgelehnt. Jetzt erst von Sr. Exeellenz zum Niedersetzen aufgefordert und freundlich nach eiern Grund der seltsamen Weigerung befragt, habe er kurz erklärt, wie er als kleiner Knabe, als Sohn eines ■Flüchtlings, nach Dresden gekommen, wie sein verstorbener Vater und er hier durch kurfürstliche Huld eine Heimat und die Möglichkeit zur Gründung ihres Wohlstandes gefunden und dass er •seinem sterbenden Vater habe geloben müssen: wenn jemals die Gelegenheit an ihn herantrete, seinem Vaterlande einen Dienst zu erweisen, dies aus Dankbarkeit in verschwiegener und völlig uneigennütziger Weise zu thun. Nun sei die Stande da, das seinem verstorbenen Vater geleistete Gelübde zu erfüllen, und er