Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1896)
- Date
- 1896-05-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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PXtnliltmt imniiniinn* ft* A. Breslauer ד| Wurst- und Fleischwaaren-Fabrik כש2ר mit Dampfbetrieb 239£ל) BEfiLIN W. 30. Potsdamer Strasse 30. Unter Aufstcht de» Berliner Uaddinat». Filiale: Markgrafen-Stra»*» 34, Ecke Leipzigerstrasse. Gegründet 1866. Telephon-Anschluss Amt VI, No. 786. in «1er Berliner Gewerbe Austeilung!896 wird dem pp. Publikum in ineinein Pavillon (vis 11 vis dem Alpen-Panorama^ hi der Nähe der Tüsrhc*re!״A11sst<41ung_׳e11u; mit allen Maschinen i :er Neuzeit ansgestattet׳; Wnrstfabrik in vollem Betriebe., gezeigt : sämmtliche ausgestellten und zum Verkauf ge-!ungendem Waaren sind in derselben fabricirr. Zweiter Verkaufs-Pavillon an der Ost Seite des Neuen S»*es. an der 'Hauptpromenade. In der Special-Ausstellung Cairo be lind er sich auch ein Verkauf meiner Wurstwaaren. c c׳ C V ט * & S c Bambus-, Garten- und Balcon- Möbel. E. SCHLESINGER Fabrik und .Must(*r־ Lager: BERLINS. Prinzen-Strasse 71. 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Die Erzählung meiner Grossmutter. / V»חי A 1 p 11 o n sc L«• v v. - ■ FortrCtZUIlg.; j Nachdem!•ץ in zwanzigstes Jahr vollmidot haue.! wurde r als einzigtu־ Sohn eirms wohlhabenden Mannes - als eine ׳sogenannt** ״gute Partie"* angesvhen und'' vielfach 1 umworben. Die Heiratsvermittler, welc h.׳ ihn durch sei- I 11rn Van-r für ׳ ihre Vorschläge zu gewinnen hofften. bej müht.01 sich umsonst, W.cler di.־ Verbindung mit ange-! seltenen Dresdener Familien, noch ansehnlichen Mitgiften j konnten Wolfs Vater in der Absicht erschüttern, seinen Sohn mit einem Mädchen aus der nächsten Verwandtschaft sein. 1׳ verstorbenen Mutter zu verheiraten. Der von dem ernsten Vater an unverbrüchlichen Gehorsam g•׳wohnt!• Sohn war bereit auch diesen väterlichen ־Wunsch zu erfüllen und reiste deshalb eines Tages von Dresden nach Liboehewitz in Böhmen ab, wo ein Vetter seiner Mutter lebte, der als Vater zweier hübscher lud ratsfähiger Töchter ihn tmündlich zu ׳ in.-m Besuch «ungeladen hatte. Als der Bost wagen.’, nach der Ankunft.' in Libochowitz über das holprige Pflaster fuhr, tri. b gerade ein Knabe eine Heerde Gänst־. ־in. deren Geschnatter die Postpferde so verwirrte, däss -je mit <lem Wagen gegen einen Prellstein aiirannten, wobei׳ aas־ G ff ährt urn geworfen und arg beschädigt 'wurde. Nachd. ■m!!,-ich aufgerafft, hatte der Postillon noch genug damit zu thum di׳• unruhigen Tiere los zu machen; er liess deshalb den aus mehreren leichten Wunden blutenden Insass. n des Wagens ruhig unter den Trümmern des Wagens hegen. Da sprang aus dem näe hstgelegenen Hause des Federhändlers Markus ein junges Mädchen entschlossen hinzu, half »lern. Verunglücktenempor, wuschseine .Wunden; an dem nahen Brunnen aus und führte ihn dann in das Haas .ihres V^afers, wo sich Wolf nach und nach von dem ׳ r litteneu Schreck, erholte; 5Kr suchte hierauf seinen mit zwei Töchtern gesegneten Verwandten auf, gefiel aber in Folge seiner Schüchternheit und Wortkargheit seinen Cousinen ebensowenig, wie deren etwas dreistes, vorlautes Wesen ihm behagte. Bevor er an demselben Abend in das Posthaus zurückkehrte, klopfte er nochmals an die Thür des Hauses, in welchem er früh Beistand gefunden hatte, um dort der Julie Judith Markus für ihre Hilfe zu danken, was er vorher in der Erregung vergessen zu haben meinte. Mit grosser Herzlichkeit dfnpf&ngetir, nahnr er am Tische zwischen seiner Retterin und ihrem Bruder Samuel Platz und erzählte dann mit naiver Offenherzigkeit den misslichen Verlauf seiner Brautschau. Julie suchte ihm zwar auszureden, dass seine Cousinen sein etwas linkisches,, eckiges Wesen belächelt hätten, aber Samuel bestätigte seine Wahrnehmung und bemühte sich absichtlich seinen Zorn noch mehr aufzustacheln. In'der folgenden Nacht träumte Wolf von seiner hübsehen jugendlichen Retterin ungemein lebhaft und stand früh mit dein festen Entschluss auf, das energische Mädeben zu seiner Frau zu maoheii. Nach einer langen Unterredung mit Juliens Vater und Bruder .nahm er bald darauf von Julien zärtlichen Abschied und reiste wieder nach Dresden zurück. v Simon war trotz aller Strenge nicht der Mann, seinem einzigen Sohne einen Lieblingswunsch zu versagen, und so wurden binnen Jahresfrist Wolf und Julie aus Libochowitz ein" glückliches Paar, trotzdem man sich in der Geme in de vielfach wunderte, dastz die ■wohlhabenden Leute aus T . . . nicht eine feine Dresdener Familie sich ausgesucht und sich mit einer Mitgift von nur 400 Gulden begnügt hätten. Der altgewordene Simon aus T . . . hielt seine, durch: einen nochmaligen Schulunterricht in Dresden, verfeinerte, aber immer thatkräftige böhmische Schwiegertochter, die ihm just die'^^hl^“FrännförwinB'n' schüchternen Wolf dünkte, wie seinen Augapfel tind still und zufrieden entschlief er zuletzt in ihren Arm-M Bei