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Berliner Vereinsbote · 1896-05-29 · Heft 22 (29.5.1896) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 22 (29.5.1896)
Date
1896-05-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Der ״Jüdische Studienbeförderungs - Verein“ feiert am 8. Juni er. das Fest seines fünfzigjährigen Bestehens. In ernster Arbeit hat der Verein reiche Erfolge innerhalb eines, wenngleich beschränkten,׳ doch bedeutungsvollen Gebietes erzielt, ohne Ueberhebung darf er auf eine zahlreiche Schar von Männern hin weisen, die unter seinem Schutze sich der wissenschaftlichen Vorbildung hingeben konnten, und die heut in den verschiedensten Wissensgebieten sowie in Handel und Gewerbe sich in hochangesehener Stellung befinden. V Eigenartig war die Veranlassung zur Gründung des Vereins, Wechsel re ich seine Geschichte. Bei der geistigen Regsamkeit, die am Beginn' der vierziger Jahre dieses Jahrhunderts unsere Glaubensgenossen ,ergriff, fühlten sich zahlreich in Berlin weilende Jünglinge Baehurim» voller Schmerz von den Segnungen der neuen Zeit ausgeschlossen und untern ahnten es, unterstützt von edlen Männern unserer Gemeinde, sich selbst die Fähigkeit zu verschaffen, an dem Streben und Schaffen ihrer deut- -eheu Glaubeiisgenossen teilnehmen zu können. Sie sc hlossei! sieh vor nun 50 Ja!,reu zu dein מJüdischen Studien- I.<d'or<!erungs- Verein“ zusammen, gewannen eine Anzahl junger deutscher Glaubensgenossen. Studenten der hiesigen Universität, die ihnen opferwillig den ersten Unterricht erteilten,' sie in die Wissenschaft einführten und sie befälugten, sieh einem wissenschaftlichen, zumeist dem theolog, selten oder pädagogischen, oder einem bürgerlichen Berufe zu widmen. Auch für den leiblichen . Unterhalt, ihrer Mitglieder sorgte bestmöglichst׳ die Vereinigung; den Kranken wurde ärztliche Hilfe und die nötige Pflege zugewandt, den Bedürftigen Freitische, besonders an den Feiertagen, verschafft. Im weiteren Verlaufe wurden auch j in lisch -Wissenschaft liehe Vorträge für die fort gesell rittene re 11 Mitglieder veranstaltet. Nach 2b jähriger Tlüitigkeit hatte die Vereinigung, dank der sie), stetig st eignenden Tei 1 nähme der Glaubensgenossen in .־unserer Gemeinde, bereits 200 jungen Leuten Hilfe gewährt. Der reiche ■Segen, den das Wirken des Vereins schon bis zu '.dieser Zeit unseren Ghmbeusbrüdern'gebracht hat. wird־ in ■ seiner vollen Grösse erst daun erkannt und gewürdigt׳.,, wenn wir uns vor Augen führen, dass die Zögfinge des Wreins teilweise nach genossener Ausbildung in ihr Vaterland zuriiekkehrten und die ihnen durch den Verein zugeführte Gultur den zurückgebliebenen Genossen der östlichen..' Heimat übermitteln. In der Kolge freilich wurde •die Thätigkeit des Vereins in dieser Richtung durch die polizeilichen Massnahmen, die seit dein Jahre 1882 gegen die Einwanderung ausländischer junger Leute getroffen wurden, auf das empfindlichste beeinträchtigt und schliesslich ganz unmöglich ge* macht. Während 1883 noch 17 Schiller die Wohl timten des Vereins genossen, beschränkte sich zwei Jahre später ihre Zahl nur noch auf vier, und am״Ende des Jahres 1885 musste der Unterricht völlig eingestellt werden. In richtiger Erkenntnis der veränderten Verhältnisse gaben die Männer, die an der Spitze des Vereins standen, ihm eine neue Richtung: Sie machten es sich zur Aufgabe, würdige und bedürftige Schüler der hiesigen höheren Unterrichtsanstalten ohne Rücksicht auf ihre Herkunft in ihre Obhut zu nehmen, sie mit Rat und thatkräftiger Hilfe ■während ihrer Schuljahre zu unterstützen, ihnen Schulgeld und Bücher,, zuweilen auch andere Unterstützungen zu gewähren und sie zu sittlich-religiösem Wandel anzuhalten, insbesondere ihnen den Besuch einer Religionsschüle zur Pflicht zu machen. Der Erziehung der jüdischen Jugend zu tüchtigen, erwerbsfähigen Menschen, der Verbreitung von Bildung und Gesittung, der Pflege von Religiosität und edler Menschlichkeit hat sich der Verein in seinen verschiedenen Phasen in gleicher Treue doch nun fünfzig Jahre gewidmet. Die grossen Erfolge, auf die er blicken kann, verdankt er neben dem ernsten Streben seiner Schützlinge nicht zum mindesten der opferwilligen Hingebung einer reichen Zahl edler Glaubensgenossen. In inniger Dankbarkeit sei heut der grossen Verdienste der durch den Tod entrissenen Wohlthäter des Vereins gedacht, unter denen neben den geistigen Führern: Rabbinatsverweser Dettinger, Rabbinatsassesor Dr. Michael Sachs, das Ehrenmitglied des Vereins Dr. Zuuz, die langjährigen Vereinsvorsitzenden I. T. Goldborg, Dr. Bram. S. Casper, Simon Deutsch, Geh. - Rath Salomon Lachmann hervorragen. Tn ihrem Geisto zu wirken, den Sogen, den sie den zahlreichen Schützlingen des Vereins gebracht, auch den kommenden Geselileehfern zuteil werden zu lassen, sei ernste Pflicht und heilige Aufgabe, der der jüdische Studienbeförderungs- Verein auch in Zukunft gewiss nach Kräften nachkomm« n wird. . * Je mehr der׳ jüd. Studienbeförderungs-Verein in seinem Streiten von der Zustimmung und der wirksamen Unter- Stützung unserer Glaubensgenossen gefördert, werden wird, desto weitreichender und - nachhaltiger werden sich seine Bemühungen gestalten können. Konditorei L. Seligmann C° \ Frankfurt a ML l h 1 ׳ > ־ m < * i g r a 1 ׳ ״ n ־ S t r ■a s > e l n.!׳.!<!־!■ Vaf-irls! <i*־s . s >i> > 1>t. lU'U^iofssgt.s.anchHit. - Prompter Versand nach auswärts. Spezialität: Frankfurter Käsekuchen. M. Zachart Bildhauer. Fabrik und Lager ' aller Arten Grabdenkmäler. BERLIN Neue König-Str. 8. Telephon Amt VII, No. 3123 EL Geschäft: Neu Weissensee am jüdischen Friedhof. Anfertigung '011 Erbbegräbnissen!!!Schmiedeeisen,Marmorn Granit. aarAbfäu« •׳*■us. d» 1 Wollen-. Filz-, Teppich• u. Conicrtions-Industrie i>t Käufer Siegmund Rosenthal Markuastrasse 53. ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ J. M. Hennig feine flerre11-Modet\. Fernsprecher Amt I, 605. BERLIN W. Friedrich-Strasse 84, I. 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Englisli spuken. Ti XMe®־Stfasse701.Tr. gegenüber dem Militär-Arrest- MT Telephon Amt IV, 8057. -W, apeten ßebr. Hampe BERUN SÄT’

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