Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1896)
- Date
- 1896-05-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Der ״Asriel-Verein innerhalb der Israeli tisc-l 1011 Synagogen- .gemeinde Adas» Jisroel“ hielt am Geburtstage seines Ehren- Mitgliedes, Herrn Rabbiners Dr. J. Hildesheimer, die satzungsgemässe zwanzigste General-Versammlung ab, welche zahl־ reich besucht war. Herr Herrn, London begrüsste die Erschienenen und gedachte in ehrenden Worten des Nachrufs der im abgelaufenen Jahre verschiedenen Mitglieder des Vereins, des Vorsitzenden Herrn L. Stein und der Herren M. W Brasch, Julius Knoller und J. Löwenthal, •zu deren Ehrung sich die Mitglieder von ihren Plätzen erhoben. Hierauf erstattete der Schatzmeister Herr Jul. Kalmus den Kassenbericht, welcher ergiebt, dass die Einnahmen 1768,65 M., die Ausgaben 1288,50 M. betragen, das Vereinsvermögen die Höhe von 12888,65 M. erreicht., der hierauf vollzogenen Vorstandswahl wurden die Herren Dr. Hirsch Hildesheimer und M. D. Sehragenheim wieder- und Herr Max Stein an Stelle seines heimgegangeiien Vaters neugewählt. Zu Revisoren weiden die Herren B. Gaensler und M. Bab ernannt. Nach einem längeren G»׳- dankenaustausch über die Erweiterung des Pflicht o־nkreis**s des Vereins, an welchem die Herren Dr. Berliner, M. J, Sehragenheim, Dr. H. Hildesheimer, J. Kalmus und Adolf Goldschmidt sich beteiligen, schliesst der Vorsitzende die Versammlung mit dem warmen Appel, das thätige Interesse für die Bestrebungen des Vereins in weiteren Kreisen zu wecken. MT Joder "WW Gebildete muss heute über Alles unterrichtet sein. Wo aber soll er sich bequem, schnell und ohne besonderen Aufwand an Kosten orientiren? Biese Zeilen geben die Antwort und des Rätsels Losung. Jeder hat es künftig in der Hand, sich für alles Wissenswerte einen Berater zuzulegen, der ihm bald unentbehrlich sein wird. Das ist ״Kürschners Üniversal-Konversations-Lexikon“, das jeder unserer Leser, trotzdem es fünfmal so umfangreich ist, wie desselben Autors berühmtes ״Taschenlexikonu. doch wie dieses für nur 3 Mark erhält. 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Fernsprecher Amt /. /2/y. die Vorsehung damit in die besten Hände, in die des strengen aber gerechten und gnädigen Landesfürsten Sachsens bringt. Lange prüft Kurfürst Friedrich August, der später als König von Sachsen den Beinamen ״der Gerechte" erhielt, das in lateinischer Spräche abgefasste Empfehlüngsschreiben und reicht es dann mit den Worten weiter:“ ״Mais lisez donc, Messieurs, une sollicitatioii formelle d'un pretre chretien pour un juif errant! C7est miraculeux! 0‘est vraiment touchant!u Sich bereits zum Gehen wendend, fügt dann der Kurfürst gütig hinzu: ״Gersdorf, Ihr sorgt dafür, dass der Jude und sein Kind in der Nähe zunächst Unterkunft und Stärkung finden und dann baldigst ״sicher nach Dresden geschafft werden. Ihr, Hevgendorf, gebt Eurem Vater, dem Präsidenten, meinen Willen kund, dass der Jude Simon aus T . . . m Dresden Schutz und Heimatsrecht erhält. Dem Mann ist in Böhmen schweres Unrecht geschehen; in meinem Lande soll auch/ dem Geringsten Gerechtigkeit widerfahren!u III. Kapitel. ~ In der neuen Heimat. Nach einer längeren Pause erzählte die Grossmutter weiter: ״Dem schwergeprüften Flüchtling war es ״weder darmals noch später möglich, dem edlen Kurfürsten persönfür Rabbiner, Prediger, Cantoren, Richter u. Rechtsanw&Ite etc. liefert in allen Preislagen zu soliden und festen Preisen G. Herbert, Berlin sw., 5. Alte Jacobstrasse 5. Telephon Anschluss Amt IV. No. 1255. Gegründet. 1820־. Küch Sc Niesbeck Frische Blumen, 155, Friedrichstrasse 155. Speeialitiit: Br3.ut־Arrangements. Kränze, Bouquets etc. Tafelgarnirtingen. "dE Bau-Klempnerei von H. Friedenstejn 4. Eichendorffstrasse 4. Merk statt für Gas- Wasseru Eanalisations-Anlagen. Elektrische Installationen. 8perialltät: H a u st e I e g r a p Ken. Reparatur, schnell, säubern, billig. MENS SANA CORPORE SANO Gründl.' Heilung hoi üicht. Rheumatism . 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Bestellung bei der Expedition Christinenstr. 36. lieb für die ihm erwiesene Woliltbat zu׳‘danken;, ■:die sich nicht auf die Gewährung einer neuen Heimat beschränkte..- Zunächst von den Mitgliedern der Dresdener Gemeinde als ein Eindringling betrachtet, sah sieb Simon aus T . - . doch im Handel und Wandel unbeschränkt, als man gewahr wurde, dass es die vornehmen Herren von Gersdorf und von Heygendorff* nicht unter ' ihrer. Würde hielten, ihn in seiner Wohnung in der engen Friesengasse in Dresden aufzusuchen und dass ihn mehrere Hofherren mit einträgliehen Aufträgen aller Art betrauten, Das Eis schmolz aber vollständig,, als sich zwischen dem kleinen Wolf ■und dem Sohne des angesehensten Gemeindemitgliedes Behrend Lehmann. Eleasar, ein Freundschaftsband knüpfte. Trotzdem blieb Simon stets in sich gekehrt: selbst sein steigender Wohlstand machte ihn nicht ■.geselliger oder heiterer, weil er weder den Verlust der Gattin noch den der-Heimat, verschmerzen konnte. Jede Aufforderung, sich wieder zu verheiraten, wies er schroff zurück. Sein Herz hing nur an drei Dingen, an dem Gottesdienst, in der Schule des Beb Joseph Gräditz, an seinem fürstlichen Wohl th ater und an seinem einzigen Sohn Wolf. Der Letztere, welcher nach und nach zum «Jüngling heranwuchs, war nicht nur in seinem zierlichen Aeussern, sondern auch in seinem sanften sehüelrternen Wesen das treue Ebenbild der Mutter, welche er so früh verloren hatte. . , (Forsetzung folgt.)