Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1896)
- Date
- 1896-05-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Einweihung des Lehrlingsheims in Pankow. Zu. einer rocht würdevollen und erhebenden Feier ge1* staltete sich am Bonntag, 17. er. die feierliche Einweihung des ״Lehrlingsheims in Pankow Schon von ferne erblickt man den aus roten Ziegeln aufgeführten Bau, dessen imposanter Anblick zu^ei:kennen giebt, wie viele Jahre und welch bedeutende Mittel nötig waren,‘ um dieses Werk zu vollenden. Und nun steht es fertig, - um zu zeugen von der Wolilthätigkeit unserer Olaubensgemeinscliaft, um wiederum an dieser Institution zu beweisen, dass das Judentum immer eine seiner Hauptaulgaben in der wahren Bethätigimg der Menschenliebe gesucht und gefunden hat. Eine stattliche Anzahl hervorragender Mitglieder der jüd. Gemeinde;hatte sich eingebunden, um an de r Ei 1! wei hungsfeieHichkeit teilzunehmen, . nicht zu vergessen, ein grosser Teil jüdischer Frauen, welche t hatkräftig zürn schönen Gelingen des -grossen Werkes beigetragen. Eingeleitet wurde .die Feier durch Chorgesang von den Zöglingen des Heims, dem, sich eine Ansprache des Vorsitzenden des Curatoriums Herrn Stadtrath Dr,. Wei ge rtr an schloss. Derseihe dankte;zunächst allen Gästen für ihr Erscheinen und gab sodann einen kurzen Ueberblick über die Entstehimgsg(*schielvte der Anstalt. Schon 1818. reifte׳ in Joseph Mendelssohn, dem Sohne des grossen Moses Mendelssohn, der Plan, eine Anstalt zu gründen, in der jüdische Jünglinge zu tüchtigen Handwerkern herangebildet werdenv sollten und wo sie zugleich angehalten werden, ihrem jiulisehen Glauben ein fühlend Herz zu bewahren.. Herr Dr. Weigert dankte nun bewegten Herzens allen denen, die mit opferfreudiger ־■Hingabe an dem schönen Werke mit gearbeitet haben, so besonders den Herren J. Bodenstein und Joseph Frankel, Frau Johanna Lev v u. s. w. Die Namen Aller zu nennen, die an diesem JJebeswerko 'mitgeschafft haben, würde nicht angelien. Der Vorsitzende wendet sich sodann an die Zöglinge des Hauses und zeichnet ihnen die Wege, die sie einzuschlagen haben, um ■tüchtige brauchbare Menschernzu werden. Den Juden wird der Vorwurf gemacht, nur Handel treiben zu können. 11111 diesen Vorwurf zu entkräften, sei zur Zeit der ״Verein zur Verbreitung des Handwerks und des Acker- Irnues unter den Juden״ gegründet worden und jetzt sei . diese Institution ins Leben gerufen worden, um jüdische junge Leute in den Stand zu setzen, sieh ein«־ sichere Zukunft auf dem immer noch goldenen Boden des Handwerks zu gründen. \ Da sWort ergriff hierauf der Rabbiner Herr Dr. M ayb a u m . In zu Herzen gehenden Worten weihte er das Haus für seine der Menschenliebe gewidmeten Zwecke und sprach eindringlich zu den Zöglingen der Anstalt. Unter anderem OBERGRUND bei Bodenbach a. d. Elbe, Mittel- Punkt der böhm.-sächs. Schweiz. Bade,• Terrainu. klimat. Kurort. 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Täglich 2 Vorstellungen Nachm. Uhr, Abäs. 11—9׳ Uhr. betonte er. die .Lehrlinge sollteil den Spruch beherzigen,: der über dem Portale des Verwaltuugsgobäudes d«־r Herlinor Gewerbe-Ausstellung zu sehen sei: ,,Selbstlos um! troiU. Seid selbstlos, damit eure Arbeit der Allgemeinheit-'׳ zu Nutze kommt, und fügt euch in das grosse Tviuu i w r!: des Ganzen, denn dann erst kann für die Menschheit Erspriessliches erzielt werden, wenn die Gesanuntheit zusummen arbeitet. Seid treu, d. 11. .kehrt eurem Handwerk, wenn es nicht schnell genüg ״reich a macht, nicht den Rücken! Gerade in unserer Zeit und leider bei unseren Glaubens■1 genossen wird die Tliätigkeit für einen bestimmten Erwerbszweig an den Nagel gehängt. wenn sie sich nicht rasch genüg lohnt. Seid treu und beständig und seid |beharrlieh! Ausdauer hat noch immer bei fortgesetztem K/eiss zum Ziel geführt. / ■Die Versammlung erhebt sich ׳von den Plätzen und .bei.feierlicher Stille segnet der Rabbiner die Zögling«4, den Hausvater und den Vorstand der Anstalt, wie All«‘, die für sie thätig »gewesen waren und sind; Den tief empfundenen ■Worten schloss sich .wiederum■ Gesang der Zögling«־ an: O segne alle Obrigkeiten. Die. unser* .'Reichs Geschicke leiten. Und segne diesen misern Heimat-m•!. Auch allen Männern, allen Frauen. Die diese Statt»• hallen bauen. Sei. Vater Du. Beschützer stets und Iba t. Durch Deinen Beistand ist'* geschahen.' Dass diesen ■Tag als FoW begehen׳ Wir dürfen heut mit .froht*1n Sinn und Mut. O Gott und Herr, nmg" unser Sang Gebet Dir sein und Herzensdank Und nimm dies Haus mul uns in Deine Hut! Namens des Vorstandes der jüdischen Gemeind»»:..sprach Herr Julius Isaak seinen Dank dafür aus.׳, «lass Männer und Frauen aus eigener Initiative sieh zusannueiigetium haben, um das soeben geweihte Werk erstehen ■zu lassen. Von vielen Vereinen und hochgestellt«11־ Privatpersonen ־liefen Glückwunschtelegramme ein, und auch wir sahlies>»*u uns all den guten Wünschen׳ und Hoffnungen mit ,«Du Worten an: ״Möchte die Saat, die hier gesaet wird, einst die best«*t1 Früchte tragen! Gott möge die ladt er d«n;;Anstalt .'.mit seinem •Geist«־ erleuchten, um die[ ihnen an vertrauten Zoglinge zur Freude des Judentums und zum Wohle der g«>- sammten Menschheit he ran wach seit zu lassen! 1Fleischwaaren-Handlung ן | und Wnrstfftbnk mit Dampfbetrieb. ״ g empfiehlt alle Wurstwaaren und Aufschnitt p!v Qualität. " ®יי■ LouisJüC0b, Kommandantenstr. 18. '«!>s FUiale: Friedrichstrasse 239. .“ (Actien-Gesellschaft.) 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