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Berliner Vereinsbote · 1896-03-06 · Heft 10 (6.3.1896) · page 3

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 10 (6.3.1896)
Date
1896-03-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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fallen waren, unter sinnreicher Anführung des Verses: ״Als ich auf dem St. Gotthard stand, da hört ich Deutschland schnarchen,״ Er führte die Hauptgestalten der Versammlung in der Frankfurter Paulskirche (v. Gagern, Simsen, Arndt, u. s. w.) an utLsenn Auge vorüber und verweilte längere Zejrt bei der Person jenes Monarchen, der 1848 die deutsche Kaiserkrone nicht annahm, Friedrich Wilhelnfs IV. Erst ca. 28 Jahre später sollte der grosse Gedanke, die deutschen Stämme zu einen, zur Verwirklichung gelangen, und di ©Worte Dichters sprechen wohl am Besten für die Gefühle, die 1848 •in; ..den Trägern des deutschen Einheitsgedankens lebten: Das Band ist zerschnitten, war schwarz, rot und gold, ott hat's nicht gelitten, wer weiss, was er gewollt. Diesem Vortrage folgte eine Ansprache des Herrn L. Stein: Erst in spateren Jahren hat die 1848 ausgestreute Saat ihre Flüchte getragen. Die Männer des damaligen deutschen Pariainents ahnten nicht, dass nach 48 Jahren ein geistreicher Red- 11er hier dieses Thema, besprechen und dazu beitragen würde dass vielen armen Leuten geholfen würde. Auch wir haben gewissermassen die schwarzrotgoldene Fahne über uns als Symbol schweben. Die schwarze Farbe deutet uns das düstere und trübe Herzeleid unserer armen Glaubensbrüder an, und die< ote Farbe ist das Blut, das aus ihren ihnen vom Schicksal geschlagenen Wunden fliegst. Das Gold aber, das ist das Gold, welches Sie, meine verehrten Anwesenden, für diese Vorträge zum Heilmittel für die schweren Wunden unserer Brüder gegeben haben. In geistreichem Wortspiele, drückte dann der Herr Vorsitzende dem Redner den Dank der Versammlung aus, indem er sagte : ״Sie vergeben Ihre Ehre nicht, indem Sie die Ehre preis- (Preuss) geben, ihm, dem hochverehrten, der durch seinen Vortrag uns alle begeistert hat״. Allgemeiner Beifall bestätigte diese wohlgemeinten herzlichen Worte. . (Siehe Inserat, Seite 2.) Zu einer erhebenden Feier in der Synagoge des Vereins ״Bett) Zion“ am 1. ds. gab die Einweihung einer von Herrn Was s erb erg gestifteten Thorarolle Veränlassung. Das reichgesehmückteGotteshauswar bis auf den letzten Platz gefüllt, u. alt und jung nahm regen Anteil an der überaus würdigen Feier. Nach dem gelungenen Vortrage einiger Psalmen durch Herrn Cantor Klein wurde die Gesetzesrolle unterfeierliebem Gesang ihrer Bestimmung übergeben und in die 111. Laden gebracht. Hierauf hielt Herr Rabbiner Höxter die Festpredigt, in der er mit beredten Worten das Wesen und den Wert der Thora schilderte, deren wichtigster Grund- 8atz ist: ״Liebe deinen Nächsten wie dich selbst״. Mit einem innigen Segensspruch für den'Spender der Thora rolle schloss die Predigt, die einen tiefen Eindruck machte. Das Fest des fünfjährigen Bestehens, verbunden mit einer Purimfeier beging der Verein für jüd. Geschichte und Litteratur am 27. ds. im Saale des Brüdervereins, •Unter den Linden 4a. An dieser wohlgelungenen Feier nahmen über 200 Personen teil. Ausser einigen musikalischen und deklamatorischen Vorträgen, die einen entschieden künsflerischen Wert hatten, ergötzten sich die Teilnehmer an der Aufführung eines eigens zu diesem Feste von den Herren Anders und Jung mann verfassten Schwanks. Die Agitations-Commission, an ihrer Spitze Herr Benas L e w, hat׳ sich um diese Veranstaltung, die für den Verein gewiss von Nutzen sein wird, besonders verdient gemacht. Der Humanitätsverein für Gewerbtreibende von 1868 feierte am. 28. v. Mts. sein diesjähriges Purim- und Sommerau eh tsfest in den Sälen des Grand Hotel. Dasselbe verlief in imposanter WeiSe, viele der Damen und Herren erschienen in eleganten Sommerkostümen, viele ■Überraschungen wurden den Anwesenden zu teil. In der Kaffeepause begrösste der Vorsitzende Herr Alex Büchel, die Mitglieder und Gäste und dankte für die grosse• Beteiligung;■, insix*- sondere den Damen Fräulein Borchardt, Hacker und Abraham gebührt, besonderer Dank. Der Opernsänger Herr Stefen, sowie die Herren Bendix u. Kober, welche humoristische Vorträge zu Gehör brachten, hatten lebhaften Beifall. Die Herren Wohlumer und Ball brachten den Damen Toaste. Zum Schluss brachte Herr Hugo Gottschalk alle Vorkommnisse des Abends in gereimter Form zum Vortrag. ■ Dieses schöne Purimfest wird sicher bei alle Anwesenden die schönsten Erinnerungen hinterlassen. E. Der ,,Wohltätigkeits-Verein Gemilus ihassodim“ feierte am 1. März in den DräsePschen Festsälen sein Purim fest als Wiener Maskenball. Die Beteiligung war eine so grosse, dass der zweite S^al zur Verfügung gestellt werden musste. Die m eisten sehr originellen Masken riefen die grösste He i terke i t hervor. Während der Kaffeepause•'■hatte das Vergnügung«-׳ Comite verschiedene Künstler auftreten lassen, von denen besonders die Vorträge des *Frl. Lipkowitz und1 die der Glockenspiel-Virtuosen, Herren Gebr. Wald unser Lob verdienen. Zu diesen Künstlern gesellte sich das bewährte V ereinsmitglied Lipkowitz, der in dem Intermezzo aus Cavalleria rusticana im Quintett als erster Geiger mitwirkte. Zwei Tafel- ]jeder, und zwar das eine für dyn Vorstand als Lob für dessen .mühevolle und umsichtige Thatigkeit■ und ein weiteres ״Huldigung der Frauen״ von feeirn ״Unbekannt ״ gedichtet und gestiftet, wurden mit vielem Beifall atifgeiionimen. Der Bruder-Verein ״Gewul Tow״ war durch seinmi Vorsitzenden H01Z* 8UCHSTA8CN OätlPF'GlASSCMlElFEREt | Clat-AelzereiVergeUirit QtfoCjgund &C0. trmcnschi ldep Ij^brikj» .y. . fEmSHUCHCB: Akt I 7SSS. 6j>j>en -sMääillen-Habnl^ SÄ Prämiiert Dresden 1874. Hirsch ,7sehe Prämiiert Berlin i%79. itter-Akademie Gegründet 1859. 24000 Schüler ausgebildet Berlin G., Rotes Schloss No. 2 Drossle, älteste, besuchteste u. einzig preisgekrönte Fachlehranstalt der Welt. Ara 1. und 15, joden Monats beginnen die nbuen Kurse in allen Abt»־ilungen der Herren-, Damen- und Wäsche-Schneiderei,!sowie im Skizzenzeichnen Handelswissenschaften. Perfecte Ausbildung zu Direktricen, Zuschneidern n. Konfektionären Absolut sicherer Erfolg wird garantiert. Nach absolviertem- Kursus .kostenloser Stellennachweis. Prospekte gratis. Anmeldungen beidigst erbeten. Die Direktion; elbiger, Berlin, Landsbergerstr. 40, Ecke Iiietzm annstr Grösstes Las Herren-Stiefel ä 4.50 Mk., 6,50 Mk., «,50 Mk., 7,50 Mk. Damen-Zugstiefel, wie Knopf- und Schnürstiefel von . _ Mk. an bis zu den elegantesten. Promenadenschuhe und Oesellschaftsschuhe in grösster Auswahl zu billigsten Preisen-.. 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