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Berliner Vereinsbote · 1896-02-28 · Heft 9 (28.2.1896) · page 3

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 9 (28.2.1896)
Date
1896-02-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Was di«1 Wrlcilmng ein«‘s Ordinariats anlangt, so Hin»! jüdische Iwhrkräftc prinzipiell nicht i1usg«1s<,hl0HH<‘m Es soll uhrr vrrmirih'n w«׳1׳«h‘n, «lass jüdische Lehrpersonen «las Ordinariat «in«r Klass«* <*> hal!«׳n. in wadchor si«־h keine oder mir ganz w«*nij^<‘ jüdis«*he Ein,ler befindend Hierauf begann der wissenschaftlich«׳‘׳ T«3il t!01* Sitzung mit <10111 Vorträge ries Vorsitzenden: ,,lieber die Lesebuch- , frage in jüd, Schulen/‘ Auf Grund eingehender Studien eines reichen Materinds gal) Herr 1)1. Adler zunächst eine sehr belehrende Darstellung von der Kntwieklnng des 'Lesebuchs für jüd. Schulen, sowie von der Geschichte des deutschen Lesebuchs in den letzten Jahrzehnten bis znr Legen wart, gruppierte unter ausführlicher Begründung die einzelnen Lesebücher nach dem .pädagogischen Standpunkte der Verfasser und wies den Einfluss, den die Zeitströmungen auf die Verfasser geübt haben, im einzelnen nach. Im Zweiten Teile des Vortrages stellte der lief, die Forderung auf. die an ein Lesebuch für jüd. Schüler zu stellen sind. | h•111 mit grossem ׳ Beifall aufgenommenen Vortrage folgte .-hie *recht, angeregte l)is(*ussion, an der sich fast sämtliche Wreinsmitglieder beteiligten, und innerhalb deren die ver- ( hi<Mlenartigsten Meinungen zur Geltung kamen. Um Mitter-!;acht' wurde die .Debatte abgebrochen ■ und die Fortsetzung d־־!•selben auf die nächste Monatssitzung vertagt. Der Verein, der seinen Mitgliedern, wie diese Sitzung wiederum 1 «־wies, eine- Fidle Von Belehrung und Anregung.bietet und ihr♦1 Interessen nach Kräften wahrt, wird Sonntag, den 8. Mürz im Vereinslokale .׳Spandaner-Strasse 11-Id! sein ׳׳. Stiftungsfest mit, den Angehörigen der Vereinsmitglieder Vst lieh begehen. Im ״Central-Verein Deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens“ 1 i. It am Dienstag, den 24. Februar er., Herr Kammerrr richtsrat Ernst Wiehert, .einen ••Vorfrag über: ״Zwei -rühmte J tidenge st alten auf der Bühne a. Nathan, der Weise md Sltylok, diese zwei Gestalten waren es, die der Vor- :ragende, welcher wiederholt schon durch Anerkennungen von allerhöchster Seite für seine bühtienschpiftstellorische Jhätigkeit ausgezeichnet wurde, in formvollendeter Ke de ׳ verfüllrte. An der Hand dieser zwei jüdischen Figuren zog l־ i־ Redner eine'Parallele des Judentums mit den anderen [..’<■ •nfcssionen. Sämtliche Hauptgestalten der. Lessing sehen ]hVlitung: ״Nathany. der Weiseu und der Shakespear’schen Komödie: ״Der Kaufmann von Venedig4* liess er Revue passieren, natürlich immer mit, Bezug auf ■die jüdische Re- .igion und deren Bethätigung. Der Raum versagt 41ns, . uif diesen Vortrag näher einzugehen: es mag,heute nur noch i'esagt sein, dass durch die Heranziehung Ernst Wichert/s 0! einem solchen Vortrage dem Central-Verein deutscher Staatsbürger im Interesse des gesamten Judentums 'Dank geailni . Den weitaus grössten Anteil an der wirksamen Be- Dämpfung des Antisemitismus hat sicher dieser Verein.' chrift w.V;.« Malere* MtTAlljHOlZ* XCLAS*8UtHSTA0EI( DAMPF-eiASSCHLEIFEREl PfloCjrund &60. mrien^chi ldepFabri *0^Fischer-Brücke 25.... FERNSPRECHER: AMT I?99t. Hen MVäillen-Habnkv 11nas-Aetz1retV«rgeMml Möge es ihm besehioden sein. <lies«m uns autgodrungonen Kampf mit Erfolg zu Ende zu führen und uns die sozial♦1 Stellung zu erobern, die uns nicht nur nach Gesetz und Verfassung, sondern nach Recht und Gebühr zusteht! י Heber ״Hiob■■und Odvsseusü sprach am 20. <1. Mts) Herr ob♦ rl« hier 1)1. S< häf«! im: ״Verein Ar jüdische Geschichte u. Litteratur.“ Der Vortragende lielniMlelte sein Thema mit grossem Geschick und bewundernswerter Gewandtheit. Wie er in ■der Einleitung sagt«1, ist es nicht leicht, «1in«1 Parallel«1 zu ziehen zwischen historischen Personen, die zu verschieden«׳!! Zeiten und an verschiedenen ■Orten lebten. Dennoch ist cs dem.-Herrn 1)1*. Schäfer vollkommen gehingen, die zahlreichen ׳ Zuhörer zu interessieren .mal gar manche dankenswerte Anregung .zu. geben. Dieses zeigt«1 sich deutlich hei der darauffolgenden Diskussion, die zur• Klärung mancher wichtigen Frage beitrug. Das ■Ergebnis der Diskussion war die Feststellung ■der Thatsaehe. dass im Judentum der sogenannte Satans- und Hexenglanbe nicht besteht, ebensowenig, der Glaube an eine ן>e 1/söi 11 i<*1u erstehn!ig. Dagegen bildet der Glaube an die Unsterblichkoit der Seele «1inen Bestandteil unseres 'Bekenntnisses. Am Schluss der Sitzung :machte der׳ Vorsitzende. Herr ־Df. G. Karpeles, darauf aufmerksam, «lass der Verein am 27. d׳. Mts. eine Purimfeier und zugleich «las Fest des timtjährigen Bestehens veranstaltet: hoffentlich wird die. Aufforderung zu regerBeteihgimg «len gewünschten Erfolg haben. Wir weisen־ an diese!׳ St eile darauf hin. «lass der Wohlthätigkeits-Verein: ״Gemilus Chassodim“, an! Sonntag, den 1. Marz, zum Besten seiner Unterstützungskasse in. Dräs«Ts Festsälen einen Maskenball a!׳rangiert, der s.do׳ gelungen zu wen hm verspricht. Billets ä 0,75 sind beim I. Vorsitzen- «len, Herr J. Rosenthal, Latigsbergerstr. 7b .ztihaben. ' '9 - Weit üb«1!־ «len Ozean hinaus bekannt und berühmt ist.Jas ver׳- möge seiner Vorzüge beliebte Hirsch1 sehe Zuschnei de *System: hinlänglich bekannt ist seine zweimalig«* Prämiierung: 1871 zu PresJ«‘!! auf dem Kongress des^ «leutsehen 8<Jmeidergewerbes ult«l 1870 auf der Berliner G-ewerbeausstelhmg., Neben all diesen Vorzügen spricht die von der Direktion der Hirsch’schen “־ Akatleinie tm> übersandte Statistik für die kolossale Frequenz dieser Anstalt. Letztere weist nunimdir die enorme Schul erzähl von .über 24000 Damen und Herren auf. welche in «fieser renommierten technischen Hochschule ■ihn* Ausbildung genossen haben. Unter den 1817 Lernend«־!) d.-s Ja׳h1vs 1801 befanden sich wieder viel«« Ausländer, u. a. 11 Russen.' 80 Amerikaner. '25 Schweden und Norweger, '18 Dänen. 11 Engländer. 11. .Holländer, 8 Schweizer. 5 Franzosen,. 4 Rumänier. 2 Afrikaner' und 1׳ Australier. Von den mit guten Zeugnissen Entlassenen wurden f»K2. durch di«* Direktio!:) der Hirseh*scl1«*n Akademie als Dir«*ktrie**n. ■ Konfektionäre. Zuschneider etc. hoi guten Gehältern placiert. Prämiiert Dresden!874. Prämiiert Berlin 1879. Hirsch’“1" Schneider-Akademie Gegründet 1859 24000 Schüler ausgebildet Berlin C., Rotes Schloss No. 2 Grösste/älteste, besuchteste u.einzig preisgekrönte Fachlehranstalt der Welt. 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