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Berliner Vereinsbote · 1896-02-14 · Heft 7 (14.2.1896) · page 3

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 7 (14.2.1896)
Date
1896-02-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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fvf 7 י ן י T;i; ״ : Hicriftade and Verhältnisse der w ii pass dem völkervergiftenden Antisemitismus nur durch die orbereitung der Jugend zu Männern und Frauen der isernen Thatkraft und des zündenden Glaubenseifers, ge-;euert werden könne. Zum Schluss sagt der Redner: ״Wir Ile werden die Erlösung unseres Glaubens und seinen!Triumph über die Völker nicht mehr erleben, darum bauen ■pud hoffen wir; dann wird uns das Bewusstsein trösten,!Grosses vorbereitet zu haben, und wir werden mit dem an- Igfcei’blichen deutschen Dichter den Heranwachsenden Gene-!rationell die Worte zurufen können: - Duldet mutig Millionen, Duldet für die bessre Welt.!Droben überm Sternenzelt—Wird ein grosser Gott belohnen.“ Sodann ergriff Herr Rabbiner Höxter das Wort zu seinem Vortrage ״Moses ■Mendelssohn44. Redner schilderte das Leben ״Möse Dessaus44, wie er sich nannte, und legte dar, aus welch’ ärmlichen Verhältnissen der Sohn des armen Schreibers Mendel sich heraufgearbeitet hat zu einem der bedeutendsten Philosophen, der der ganzen Judenheit seines Jahrhunderts, wie vielleicht der nachfolgenden Zeit sein charakteristisches Gepräge aufgedrückt habe. Er betonte die Bekanntschaft des ״deutschen 80crat.es“ mit Messing und Kant und hob hervor, dass durch den Sieg einer Preisaufgabe der Berliner Akademie, den M. über Kant dävontrug, er sich auch Eingang in die Kreise des Hofes verschaffte nnd nun von hieraus veredelnd auf die sozialen und begeisternd auf die religiösen Zustände seiner Glaubensgenossen einwirken korinte. Er, der die deutschen Juden zu Deutschen machen Wollte, bewirkte schliesslich durch seinen unsterblichen Geist die Renaissance des gedemütigten Judaismus, und so hat er sich ein ewiges Verdienst um das Judentum, wie um die ganze Menschheit erworben. Reicher Beifall lohnte die Ausführungen des Herrn Referenten. Dem Vortrage folgten Vorträge und Tanz. Der ״Verein für jüd. Geschichte und Litteratur“ hat wiederum einen Abend gehabt, der in den Annalen des Vereins seine Bedeutung bewahren wird. Am 11. d. M. sprach nämlich der Prof. Br. Herrn. E. Strack über den Gottesglauben der Propheten Arnos und Hosea. Der Vortrag, vom Geiste echter Gotteserkenntnis und tiefer Religiosität ge- | tragen, brachte die Auflassung des Prophet Arnos und seiner Anschauung. In der dieses grossen Gelehrten würdigen Weise wurde alles Wissenswerte über die Entstehung und BedeutMg dieses Teiles des Kanaans ausführlich berichtet und mit zahlreichen Belegstellen bewiesen. Der Raum gesfcättet leider eine umfangreichere Wiedergabe dieses י § * *. י ר —— nicht; wir wünschen aber und ׳״MN hochbedeutsai w hoffen, dass er bald durch Drucklegung allen zugänglich werde. Die Schlussworte des Vortrages brachten jene Gerechtigkeits- und Friedensliebe zum Ausdruck, die der hervorragende Gelehrte schon oft in Wort und Schrift bekundete, und die ihm Anfeindungen und Widerwärtigkeiten mancher Art eingetragen haben. Die zahlreichen Zuhörer spendeten dem Vortragenden reichen Beifall, der sich wiederholte,als derVersitzende desVereins,HerrDr. G.Karpe 1 es, namens des Vereins für den geistreichen Vortrag und namens der Juden heit für das stets mannhafte Eintreten des Gelehrten gegen die wider uns geschleuderten Verdächtigungen und Verleumdungen, dankte. \ Am 12. d. M. hatte der Humanitäts Verein ״Gewul tatlW“ zu Gunsten der Witwen-Unterstützungskasse eine rnusika^ lisch-deklamatorische Abendunterhaltung in Kellers Festsälen veranstaltet,^ die ziemlich gut besucht war.. Einen wahrhaft erhebenden Eindruck machte das entfaltete Banner mit der in Kunststickerei ansgeführten Inschrift auf jeden, der den prächtigenSaal betrat. Sowohl die musikalischen, als auch die humoristischen Vorträge ernteten reichert Beifall: besonders verdienten die Gesangsleistungen des Frl. Clara J affe und des Herrn Borodin als kustlerische bezeichnet zu werden. Während der Kaffeepause richtete namens des Vorstandes Herr H. •Kettner herzliche Worte an alle Festfei lueli in er und gedachte in Wehmut des vor einigen Tagen plötzlich verstorbenen rührigen Mitgliedes, Herrn Si egi sin u nd I) e wi t z. Redner scldoss mit einem begeisterten Appell zur regen Beteili'gung an den humanen Bestrebungen des Vereins. Als Deputierter des Brudervereins ״Gemilus chassodim44 sprach Herr I. Rosenthal die Zuversicht aus, dass die ffeundscliaft• liehen Beziehungen des von ihm vertretenen Vereines zudem Verein ״Gewul tauw“ stets dieselben bleiben werden. Namens der Gäste brachte Herr Redakteur Flaut er ein Hoch auf den Verein aus und gab dein Wunsche Ausdruck, dass dieser in dem demnächst ins. Leben• .tretenden Zweige seiner humanitären Bestrebungen, nämlich der Spar- und Darlehnskasse, eine ebenso segensreiche Thätigkeit^ entfalten möge, wie auf den bisherigen Gebieten seine!* Wirksamkeit. Ein ■fröhlicher Tanz hielt die Festteilnehmer, die sich dieser festlichen Veranstaltung gewiss gern erinnern werden, noch lange beisammen. Wir machen auf die bekannte ■Schuhwarenfinna S.Seibiger Landsbergerstr. 40 aufmerksam und geben Ihnen bekannt, dass Einkäufern bei Vorzeigung dieses Blattes ein Extra- Rabatt, von 3% gewährt wird. Otfodrund &C0. lpmensehiläer-fadl-ik re» Fischer-Brücke 25. BERLINL Wapptn- METALL; N *LZjcUs-eucHSTABca BAttPr*US$CHL£ffCft£t Gl»s*Aetzer«iV«r»l4tm - fCRNSPRtCHIR; AMT I 799S. Berliner Corset-Fabrik W. L Cr. Neamann Inhaber: William Neumann. Fabrik und Haupt-Comptoir: Kaiser Wilhelmstr. 19a. ■MT 25 Filialen -WU IF in allen grösseren Städten Deutschlands. *MI Filialen in Berlin: König - Strasse 43/44. Friedrich-Strasse 103. Alexander-Strasse 55. 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