Mannheim
Compact Memory

Berliner Vereinsbote · 1896-07-02 · Heft 27 (2.7.1896) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 27 (2.7.1896)
Date
1896-07-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3019627-3019682-3019707--195-3020430
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wasche Haus-, Leib- und Tischwäsche wird z. Waschen u. Plätten übernomieen. Auch werden alle Reparaturen an Wäsche sauber und billig ausgeführt Kostenlose Abholung u. Jusendung. Friedericke Jaffe Pallisadenstr. 100. Tlianinno bestes Fabrikat, yiailülUö, Zahl. 15 M. monatl. A •«r Kostenfreie Lieferung. -H»U PJanoforte-Fabrik L. Herrmann & Co., Berlin 0., Neue Promenade 5. I ftiltp Jeder Branche mit L>CUIv u, ohne Caution einpfiehlt kostenlos Friedrichs Vermittelungs-Bureau, Kurzestr. 18. für Rabbiner, Prediger, Cantoren, Richter u. Rechtsanwälte etc. liefert in alle 11 Preis!age 11 zu soliden und festen Preisen Cr. Herbert. Berlin sw., 5. Alte Jacobstrasse 5. Telephon Anschluss Amt IV, No. 1255. Gegründet 1826. p Möbel-Fabrik H Berlin, Leipziger-Str. 114. v. & B. Loewenberg, Tischlermeister. Wir empfehlen unser reichhaltiges Lager zu Complettirungen sowie vollständigeWohnungs-Einrichtungen siimmtlielier Holzarten in neuen und aparten Modellen zu Mk. 1000 25000. )Salon Styl Empire Zur ‘Einrichtung von 2500 Mk. 1 Garnitur mit 4 Damensesseln mit Brokat hezogen ...... M. 450 1 eleganter Sophatisch . 70 1 Pru nkschrank . . . 185 ״ 1 hoher Albumtisch, Etageren-Aufbau mit * Spiegel . . . , . ... 60 1 Trumeau mit moderner Jar diniere.,,105 Salon Styl Englisch Zur Einrichtung von 3200 Mk. 1 Garnitur mit 2 Fauteuils und 2 reizenden kleinen Canapees mit Brokat bezogen . . M.550 1 Sopbatiseh ganz aparte Form . . . . . . .. 90 1 Prunk-Fantasiesehrank225 1 Wami-Deeoration 11111t doppelseitigem Stufen- Anbau . . . . . . ,, 150 M. 820 Decorations-Atelier M.1015 Portieren, Fenster - Decorationen. Modernisierung älterer Einrichtungen und Decorationen. Musterbücher werden nach ausserh. auf Wunsch franco versandt. Zahnarzt Jacobs BEBX.XH, Breite Strasse 18. Sprechzeit 9 1, 3 6 Uhr. Den Mitgliedern vorstehender Vereine gewähre 10"/״ Ermässig. Lebensstellung. Gewandte Herren und Damen ervv. sich in kurz. Zeit durch Vertretung einer bestrenoimn. Versieb.- Ges. namh. Verd. Ev. Anstellung bei 110h. Fixum schon nach 4 Woeh. Meid. Alexanderstr. 70 1. Buchbinderei Siegfried Glaser Auguststr. 70, Hof parterre empfiehlt sieh zur Anfertigung, aller in dieses Fach schlagenden Artikel. KW Sc Niesöeäi •Frisehe Blumen• 155, Friedrichstrasse 155. Special itä't: Braut-Arrangements. Kränze, Bouquets etc. Tafclgarnirungeii. Schulter vertraulich berührend, bat sie: ״Verzagt nicht, Herr Graf! - Wenn Eure edle Mutter •dasselbe Vertrauen zu. meinem Vetter hat wie Ihr. so darf keines Menschen Wort, und käme es von dem höchsten Menschen, zwischen Hoffnung und Frieden treten,. Gottes Wille stellt über Menschenwillen.“ Der Graf fasste gerührt die tröstende Hand auf seiner Achsel und drückte sie sanft, dann dankte er für die freundliehe Teilnahme und empfahl sich. .,Welch' ein feiner Mann.“ rief Veitei bewundernd. ״Bei Gott, ein echter Edelmann! Und schön ist der Graf, gelt Dina leben?“ Dina nickte unbefangen: ״Ich kenne nichts Schöneres und Feineres als den Grafen Bülow. Als Vater neulich nicht zu Hause warT hat er tast eine Stunde lang mit mir geplaudert, und ich bin mit ihm wie mit einem langjährigen Bekannten gewesen. Der arme Graf!“ Abi sah düster und verstimmt vor sich ö hin. Diebeiden Väter gingen in das anstossende Gemach, wo für den feuchten September-Abend ein gegitterter Behälter mit glühenden Holzkohlen behagliche Wärme verbreitete, und hin und wieder warf Bär einige Fingerspitzen voll Räucherkraut auf die rote Glut. Dina trat, sobald sie allein waren, za ihrem Vetter: ״Warum bist Du nur so traurig geworden, Abi," fragte zärtlich ׳’■das holde Mädchen ״vielleicht ändert der Grossherzog doch noch seinen Sinn und erlaubt die Operation, dann wirst Du zufrieden sein und der liebe Graf auch, nicht wahr?“ Abi sprang auf und ergriff ihre Hände mit solcher Gewalt, dass sie schmerzvoll zuckten: ״Ja, nicht wahr,- der liebe schöne Graf, mit dem inan eine Stunde lang so vertraulich plaudert, drückt zarter die feinen Hände.“ höhnte er und stiess sie rauh von sich. Dina schrie auf und sank zur Erde, dabgi schlug sie mit der Stirn an die Lehne des geschnitzten Eichensessels und Blut rieselte über die schreckensblasse Wange. Entsetzt über den Anblick, hob Abi sie auf das Sopha, tauchte eine Serviette in Wasser und stillte die blutende Schramme. In zuckender Angst ruhten י seine Lippen auf ihrem Munde und sein Herz schlug in Empörung über sich selbst, in wilden unregelmässigen Stessen. Dina öffnete die Augen und wand sich aus seinen Armen. ״Abi, Abi, das war nicht recht von Dir.״ klagte sie schmerzlich bewegt. ״Mit diesem Wort hast Du.unsere Zukunft vernichtet. Mein Mann muss mir in all’ und jedem trauen. ־ in jedem Gedanken, in jeder That. Ich könnte nicht leben, wenn ich denken müsste, dass Du in meiner Freundlichkeit etwas Unrechtes findest, dass ich immer bedenken soll. ob ein Won oder Blick mit einem andern Mann gewechselt, Dich auch kränken würde. Ach. Abi. wenn Du das aus Deinen Büchern studiert hast, so wollte ich. Du wärest minder gelehrt und so schlicht und vertrauensvoll wie Dein und mein guter Vater.“ ״Dina, Hebe süsse Dina,“ flehte der junge Arzt und kniete vor ihr hin, ״es ist das erste und letzte Mal. ich' schwör s Dir. Bei mir wieder gut, sprich nicht so von verlorener Zukunft —- was ist die Zukunft, wenn ich sie nicht an Deiner Hand beschreiten darf. Für Dich half ich gestrebt und gearbeitet: so lang ich denken kann, bist Du meines Herzens Gebellte. Dein Lob meine Seligkeit, und ein einziges unbedachtes Wort der- Eifersucht sollte soviel ־Glück, soviel Hoffnung vernichten. Denk an meine Eltern, an Deinen Vater, t), Dina, sag' mir. dass Du mir vergeben, dass Du wieder meine gute, lu be Dina!)ist!“ Und der Jüngling überiiess sich dem Ausbruch seiner leidenschaftlichen Heue und weinte zu den Füssen seiner Geliebten. Dina seufzte tief und hoff ihn auf: ״Ich bin nicht beleidigt.“ tröstete sie und streichelte seine vollen Locken ״aber es ist schlimm, dass Du mich so belehrt hast. Nun weis ich nicht mehr, was Recht oder. Unrecht ist.“ ״Alles, was Du thust ist Recht, meine Herzeiisdina,“ flehte der zerknirschte• Abraham, ״und Du sollst mich ver- ■ächten dürfen, wenn ich je wieder mit einem Gedanken, mit einem Wort an der Unschuld Deines Thuns zweifle. Gehe unbeirrt Deinen Weg, gewiss er ist der Weg zum Guten, und vergiss, dass ich vergessen konnte, dass Du das beste, edelste Mädchen bist.“ Wohl sträubte sich Dina nicht mehr, als er sie wieder in die Arme schloss,, aber ihr Frohsinn war entwichen. Mit derselben Borgfalt, wie sie die Locken über die Stirn wunde-^og, barg sie auch die s^iische Wunde, und nur Abraham sah. wie tief der Pfeil des Argwohns in ihr reines Gemüt gedrungen war. (Fortsetzung folgt.) ׳

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.