Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 27 (2.7.1896)
- Date
- 1896-07-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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pmn sozialistischer Grossstaat ♦ ♦ O H ♦ Soeben erschien: vor 400 Jahren. ♦ H verlebt.#, x ״ Von Vr. Oscar Martens. ״ ♦ BE H Erzählungen aus dem jüd. Familienleben von Alphonse Levy. Gegen Einsendung von Mk. 1,50 durch die Expedition des. ♦ ♦ preis 50 Pfg. \ ״Berliner Vereinsbote“, Kaiserstr. '39/40, franko zu ♦ Ich- In jeder Buchhandlung, sowie in dem Verlag des ״Berliner^ SSSS. beziehen. .—----———1 «Sr 1 f; Vereinsbote“, Berlin, Kaiserstr. 39/40, zu ab Geschäftliche Mitteilungen. Am Abhang des Hochplateaus von Grunewald-Westend entspringt der ״Fürstenbrunn“ als freiabfliessend© Quelle, welche, wie ge* schichtlich i'eststeht, schon Jahrhunderte Jang bekannt ist. Erst in neuerer ■Zeit wird das Fürstenbrunii -Quell wasser zu Genusszwecken nutzbar gemacht, indem aus demselben ein kohlensäurehaltiges Tafelwasser gewonnen wird. An die Fabrikation von Tafelwasser stellt man heute die weitgehendsten Ansprüche, und reicht daher nicht bloss eine chemische Kontrolle des Wassers aus, sondern es ist auch < ine wiederkehrende bakteriologische Kontrolle durchaus notwendig. Die Verwaltung der Quelle hat sifdi im Be wustsein ihrer Verantwortiichke.it durch Vertrag mit dem Laboratorium des Geheimen Hofraths Professor Dr. R. Fresenius in Wiesbaden eine regelmässige Kontrolle ihres . Quellwassers in chemischer und.. bakteriologischer Hinsicht gesichert. Wegen seines guten Geschmacks hat das in den Handel gebrachte Tafelwasser sich rasch die Gunst des Publikums gewonnen, wegen seiner Bekömmlichkeit sind die Aorzto auf dasselbe aufmerksarn geworden, und die weitgehendste Vorsicht in der Fabrikation hat auch in wissenschaftlichen Kreisen die verdiente Anerkennung gef niden. Der ״Fürstenbrunn“ will nicht ein natürliches kohlensaures ]Mineralwasser sein, sondern ein reines, von allen schädlichen 8uhstanzen und Organismen erwies e n er in a 88 en freies Quellwasser, welches dazu benutzt wird, ein Tafelgetränk herzustollen, das mit Kohlensäure übersättigt allen Anforderungen des Publikums genügt. Rollwände* und Jalousien- Fabrik Hannover (-» BEHRENS Berlin Berlin C., Kaiser-Strasse 28 am Alaxamlerjilatz. Rollschutzwände jr)r Zimmer, (*arten and Balkon , Jalousien in allen Ansführangen. Reparaturen schnell und billigst. Vielfach prämiirt. Preislisten gratis. Telephon: Amt VII. No. Di na. Novelle von Emmy P ossi. -־- (Fortsetzung.) Der Aluv konnte eine kleine Verlegenheit ׳’nicht unter■־ drücken. ..Seht, das ist so,״' entschuldigte er sich, .'״da heisst es immer, trotzdem der Bär ein Jud‘, ist er doch ein ehrlicher Alaun. Die höchsten Herrschaften kaufen mir auf? Treu ׳und (Hauben. Edelstein und Pferde, Wertpapiere lind Lotterielose ab. Da ist der Christian Schulz in ׳der Sehmiedestrass‘. der viel weniger Vertrauen Heuiesst, als ich-, aber kaum ist er eingekommen wegen des Titels, so haben sie ihm denselben• verliehen. Warum? Er heisst Christian Schulz. Ich heiss’ Löb' Bär, und deshalb geben sic ihn mir nicht. Das ist kein Neid von mir, hüfe mich der Herr Gott/ es ist .der Schmerz, den ich im Namen unserer ausgestossenen Brüder fühle, dass es für den Juden keim- Anerkennung, keine Gerechtigkeit giebt.u Dina streichelte des Vaters Wange. " ,,Gewiss ,kennt• unser guter Herzog Deinen Wunsch nicht. Herzensvater, aber sei nur geduldig, ich. alm's, dass Dü bald, bald arn Ziele Deiner Wünsche stehst.a Lob Bär lächelte die Trostspenderin an. aber wusste besser, dass er in dieser Beziehung nichts zu hoffen hatte. Ein definitiver Abschlag war ihm erst kürzlich geworden, als Dina noch in Goldberg war. ..Und Ihr, Onkel, habt Ihr auch unerfüllte Wünsche?- forschte die schöne Dina weiter. Veitei nickte wehmütig: ״Bin ich doch um die Armeeliefening von rotem und blauem Tuch nach Schwerin gekommen. Das hälfe einen Verdienst gegeben! Hab' aber heut nachmittag gehört, dass gerade der ,Christian ׳Schulz,• demV'be alles zuwenden, sich auch gemeldet hat — da kann ich nur eiripaekenfe Dina seufzte ■und wandte sich dann zaghaft zu Abi. ״Und der Vetter hat auch Wünsche?u Abi sah die Fragestellerin zärtlich an: ״Zehn für einen, Dina, und ien hoffe mit Gottes Hilfe manchen mit der Zeit zu realisieren. Einer derselben hat mich, nächst der Sehnsucht zu Dir, hier nach Schwerin geführt. Er betrifft die blinde Gräfin Bülow, die frühere Oberhofmeisterin im KonfitilreD-,Bonb0D-a.SchokoIaden-HaDdlung L Dünckler, 3 Neue Promenade 3, י empfiehlt zur Reise: Konfitüren, Pralin^es, Fruchtpasten, Pfeffermünzpastillen, Drops^. kand. 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Das habe ich auch dem jungen Grafen gesagt, und der ist auch einverstanden, Hass ich die Operation wage, aber der Regent hat entschieden: wenn Professor H. es nicht will und kann, so betrachte Ich jede Operation als einen Mordversuch. Wenn grosse Herren solchen Ausspruch einmal gethan. so ist er für die Vasallen ein Gebot. Und doch־ bin ich eines glänzenden Erfolges sicher. Ich habe heute morgen eine lange Unterhaltung mit der Frau Oberhofe meisterin gehabt; sie vertrant mir und will sich deshalb mit der Bitte an den Grossherzog wenden, dass er die Operation gestattet, und ich hoffe, liebe Dina, dieser Wunsch wird in Erfüllung gehen.a Ein Pochen an der Thür wiederhallte gleichsam als Echo der kaum verklungenen Worte und auf die Einladung des Eintritts, beschritt der Adjutant Graf Bülow das Zimmer. Höflich entschuldigte er sich wegen Störung des Sabbaths; blickte aber so schmerzlich erregt, dass Dina ihm einen Stuhl hinschob und ein Glas Wein anbot. Der junge Edelmann netzte hastig die trockenen Lippen und wandte sich dann zu Abraham: ״Man sagte mir, dass ich Sie hier finden würde. — Leider hat die Unterredung meiner Mutter mit Seiner Hoheit keinen günstigen Erfolg gehabt Hoheit bleibt bei seinem Ausspruch und wälzt alle möglichen Folgen auf mich, und Sie begreifen, Herr Doctor, dass ich so schwere Verantwortung wegen meiner anderen Geschwister nicht auf mich laden kann. Dies wollte ich Ihnen persönlich sagen, und das Vertrauen, welches ich für Sie hege, bestätigen — aber die Hoffnung, das Licht des Himmels und der Erde wieder dem Auge meiner teuren Mutter zu Öffnen, ist nun dahin.u Der Adjutant fuhr mit der Hand über das Gesicht und blickte zur Erde. Dina trat leise zu ihm und seine