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Berliner Vereinsbote · 1896-07-10 · Heft 28 (10.7.1896) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 28 (10.7.1896)
Date
1896-07-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Geschäftliche Mitteilungen. In der Kolonial-Austellurig erregt der geschmackvolle Pavillon der Finna C. Behrens, Kaiserstrasse 28, grosses Interesse, besonders die von der Firma ausgestellten transportablen Rollwände liefern einen Beweiss der vielseitigen Verwendung und deren ,praktischen Wert. In allen Fällen, >vo man eines Schutzes gegen Wind, Zug, Sonne, Neugierde bedarf, bedient man sich dieser Rollwände. Inder Krankenpflege finden die Rollwände vielfache Verwendung. Auf der Gewerbe-Ausstellung ist die von Herrn Geheimrath Spin ol a ausgestellte Krankenbaracke mit Behrens’scheh Roll wänden und Jalousien ausgestattet. Gleich den Roll wänden finden auch die von der Firma gefertigten und ausgestellten Jalousien Beifall, da diese ebenfalls für den behaglichen Komfort grosse Aufnahme gefunden haben. <״; Rollwände- und Jalousien-Fabrik Hannover C• BEHRENS ®«״,l Berlin C., Kaiser-Strasse 28 am Alexanderplatz. Rollschatzwände für Zimmer. 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Die Art und Werse ׳der Beförderung dieser A us- Scheidung ist von nicht zu unterschätzendem Wert, und es. ist nicht gleichgültig, welches Heilverfahren (Therapeutik) angewendet wird. Wir betrachten es als einen Segen, in dem Heisstrockenluft-Heilverfahren, wie es im Timarianum, Berlin, Grosse Hamburgerstr. 20, (Bahnhof Börse, am Hackeschen Markt), angewandt wird, einen Heilfaktor zu besitzen, der in kräftiger und zugleich milder Form, den Organismus von den schädlichen Stoffen befreit und dem Leidenden die volle Gesundheit wiedergiebt. Die Krankheiten, die im Timarianum mit Erfolg behandelt worden, sind: die akuten und chronischen Erkrankungen der Athmungsorgane, Magen-, Darm-, Leber-, Nieren- und Blasenleiden, Hautleiden aller Art, Drüsenkrankheiten, Männer- und Frauenleiden. Die Heisstrockenluft-Behandlung hat sich bei Rheumatismus und Gicht als ein ׳ Specificüm erwiesen, die leichte Fälle in ganz kurzer, veraltete in nicht zu langer Zeit heilt. Neuralgien jeder Art verschwinden nach einigen Bädern. Wie wir hören, wird die Anstalt den Bedürfnissen entsprechend erweitert und vom 1. August d. J. werden alle Wasseranwendungen (Priessnitz, Dr. Winternitz. Hausse, Kneipp, v. Ziemssen, Brand, Dr. Walser, etc.) Massage Heilgymnastik, medicinische Bäder den modernsten. Anforderungen gemäss, verabreicht. ■: - Konfltüren-,Bonbon-u.Schokoladen-HaDdfung L. Dünckler, 3 Neue Promenade 3, f empfiehlt zur Beize: Konfitüren, Pralinöes, Fruehtpasten, Pfeffermünzpastillen, Drops» kand. Ingwer, Pomeranzenschalen, feine Schokoladen, Kakaos» Eiercognac, Blsquits, Marmeladen, sowie eine reiche Auswahl in BeisekÖrbciieii, Kartons mit erfrischendem Konfekt gefüllt, / sämmtliche Fabrikate der Hofl. Th. Hildebrand& Sohn, 3 Neue Promenade 3. Vertreten im Landes ־Ansstellungspark am Lehrter Bahnhof, wo sämmt* liehe Waaren zu gleichen Ladenpreisen stets frisch verabfolgt werden. D i n a. Jfovelle von E m m y ft o s s i. *). (Fortsetzung, j Am nächsten Abend, ,als der Sabbath zu Ende war und die letzten Weihrauchsdüfte das schwarzgetäfelte Gemach durchzogen, wollten Veitei und Abraham Abschied nehmen, aber Dina bat eindringlich, dass sie ihre Abreise auf morgen verschieben mochten. Der junge Doctor unterstützte den Wunsch seiner schönen Verlobten, und auch der Alte gab dem seltsamen Drängen des lieben Mädchens nach. Dann entschuldigte Dina sich für eine kleine Weile, Weil sie einen notwendigen Besuch zu machen habe. Auf des Vaters Frage, bei wem, lächelte sie geheimnisvoll und fragte daun zweifelnd, zu Abi gewandt: ״Willst Du es wissen?4* Der Doctor verbarg sein verlegenes Erröten unter einem herzlichen Kuss, dann entschied er bestimmt: ״Wohin Du auch den Fuss wendest — geh mit Gott!44 Dina atmete erleichtert, umarmte ihren Vater, reichte ihrem Oheim die Hand und verlies« einige Augenblicke später das Haus -- die Begleitung eines Dienstboten hätte sie abgelehnt. ״Was mag das bedeuten?44 trug erstaunt der alte Bär. ״Dina thut so geheimnisvoll und geht mit ihren guten Kleidern nach Schabbes**) aus!44 Abi lächelte Vertrauensvoll und brachte das Gespräch auf andere Angelegenbeiten, welche mit den Plänen von seiner and Dinas Zukunft in Zusammenhang .standen.־ Schon war seit der Letzteren Fortgehen■. last eine halbe Stunde verstrichen, als die .Stuben tliür hastig aufgerissen wurde, und erhitzt und atemlos Graf Bülow hereinstürzte. ״Was ist passiert?u rief erschrocken Löb Bär. Der Adjutant fasste ihn hart an die Schulter und stammelte einige Worte. Bär schrie wie ein Wahnsinniger auf, dann '2) Novellen aus dem jüdischen Familienleben. Berlin 1889. — Druck und Verlag von Emil Streisand. **) Sabbath. packte er den Edelmann an die Brust und rief:HUensch, Dü lügst!44 ״Ich verzeihe Euch, armer alter Mann,44 entgegnete leise und traurig der beleidigte Officier, ״aber kommt, kommt ehe es zu spät ist, Eure Tochter zu retten,44 ״Dina?44״' rief der junge Doctor betroffen, ״was ist mit ihr?44 ״Sie ist bei dem Grossherzog, in dem verrufenen Gartenpalast,34 stöhnte der empörte Vater, ״von dort giebt es keine Wiederkehr in mein rechtschaffenes Haus44 — und er wollte zur Thüre hinausstürmen. Abraham hielt ihn auf: ״Kein Wort mehr, keinen Schritt ihr nach! Was Dina thut, ist gut und recht, wo sie weilt wird der verrufenste Ort zum Tempel der Unschuld, und wenn ■Du in völliger Verblendung an der Tugend Deiner Tochter zweifeln kannst, so öffnen sich ihr vertrauensvoll diese Arme, um sie gegen jede Beleidigung zu schirmen.44 ן Bär umarmte zitternd seinen Schwiegersohn: ״Gott “segne Dich, Abi44, rief er mit gebrochener Stimme, ״ich will Dir glauben, meine Dina kann keine Verlorene sein! Wir wollen in Geduld ihre Rückkehr abwarten, und wenn Graf Bülow der Ehrenmann ist, wie ich ihn estimiere, so bleibt er hier und ist Zeuge, wie ein jüdischer Vater sein Kind empfängt — oder richtet.44 Der Graf setzte sich wortlos auf einen Stuhl im Schatten, Abi hielt die strahlenden Augen auf die Thür gerichtet und versank in Träumereien, sein Vater legte den schmorzenden Kopf auf die verschränkten Arme, der alte Bär aber öffnete ein Pult, legte den Tallif*) über die Schultern, bedeckte sein Haupt mit dem Sammetkäppchen, und breitete auf dem Tisch einen grossen Folianten aus. Dann nahm er langsam und zögernd das Bild seiner frühgeschiedenen Frau von der Wand, versenkte sich in den Anblick des schönen, jugendlichen Gesichtes, welches das Ebenbild seiner Tochter war und legte es dann stöhnend neben das alte Testament. Darauf zündete er den siebenarmigen Leuchter an und blieb lautlos im Gebet, die Augen zum Himmel gerichtet, stehen. Draussen peitschte der Regen an die Fenster und der Sturm riss die Riegel von den Läden, dass sie knarrend *) Gebetmantel.

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