Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 53 (31.12.1897)
- Date
- 1897-12-31
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Berliner Yereinsbote. (l^enfraf-@rgan für die jüdiscfien Vereine Merlins. Erscheint: Jeden Freitag. Mit der Beilage ״Israelit. Familienblatt.“ Postzeitungs-Liste 1012. Bezugspreis; FUr Berlin vierteljährlich Mk. 0.75, für auswärts Mk. 1,00. Redaction, Expedition und Annoncen-Annahme; Berlin NO., Elisabethatrasse 59 a. Fernsprech־Anschluss Amt VII. No. 4662. Insertionspreis: Oie viergespaltene Petitzeile 30 Pfg. Bei Wiederholung Rabatt. Beilagen nach Uebereinkunft. Nummer 53. Berlin, den 31. Dezember 1897 III. Jahrgang. Ifaohdruok sämtlicher Artikel nur mit voller Quellenangabe gestattet. Die Redaktion. An unsere Leser! ^Sm<i7ir stehen am Schluss des dritten Jahrgangs unseres Blattes. Die Haltung des ,,Berliner Vereinsbote‘‘ ▼ V ist zu bekannt und unsere Leser sind mit der Tendenz desselben derartig vertraut, dass es überflüssig ist, hierüber etwas zu sagen. Indem wir um Erneuerung des Abonnements bitten, rechnen wir auf das wohlwollende Interesse unserer werten Leser, das sie damit bekunden wollen, dass sie zur Vergrossemng des Leserkreises beitragen. Nach wi• vor werden wir an dem 6111011 Ziele festhalten: ״Einen — nicht trennen!“ Die für unsere Zukunft unerlässliche Forderung der Einigung und Einigkeit innerhalb der deutschen Judenheit, insbesondere unserer Berliner Gemeinde soll von uns stets mit Wärme und Sachlichkeit vertreten werden. Mit der von uns bisher beobachteten Unparteilichkeit wollen wir auch im neuen (IV.) Jahrgange alle das Judentum betreffenden Fragen in ruhiger und sachlicher Weise erörtern. Unsere Leser werden wir auch ferner von allen wichtigen Vorgängen, die das Judentum interessieren, rechtzeitig unterrichten, sowie auch für gediegenen Unterhaltungsstoff Sorge getragen werden soll. Unsere besondere Aufmerksamkeit gehört auch in Zukunft unseren Vereinen, deren Entwickelung wir in jeder Weise förderlich sein wollen. Der ״Berliner Vereinsbote“ kostet vierteljährlich Mk. 0,75 (für auswärts Mk. 1,—). Es empfiehlt sich, der Einfachheit wegen das Abonnement für das ganze Jahr mit Mk. 3,— (für auswärts Mk. 4,—) im voraus zu bezahlen. Unsern hiesigen Lesern werden wir in den nächsten Tagen Quittung zu präsentieren uns erlauben. Wir bitten, dieselbe zu honorieren. Redaction und Expedition des ״Berliner Vereinsbote“ Elisabethstrasse 59 a. Judeneinwanderung. Vor einiger Zeit hat die antisemitische Partei im deutsehen Reichstage einen Antrag eingebracht, welcher die Einwanderung ausländischer Juden ins deutsche Reich verbieten will. Der Antrag ist nicht neu, vor zwei oder drei Jahren beschäftigte er bereits eine Sitzung des Reichstags und wurde damals gegen die Stimmen der Konservativen und Antisemiten mit erdrückender Majorität abgelehnt. Bei der Abstimmung fehlte ein grosser Teil der konservativen und antisemitischen Unterzeichner und Befürworter des Entwurfs, selbst Ahlwardt, der unmittelbar vorher noch eine seiner bekannten reichlich mit Vergleichen aus dem Tierreich gespickten Reden gehalten hatte, war, wie unter schallendem Gelächter konstatiert wurde, nicht am Platze. Gewiss ein Beweis dafür, dass es jenen Herren mit ihrer Absicht gar nicht Ernst war, dass sie vielmehr bei ihrem Thun lediglich von demagogisch-agitatorischen Tendenzen geleitet wurden. Und genau so verhält es sich auch dieses Mal. In letzter Zeit hat es in dem Schwindelgebäude der antisemitischen Partei so oft und so bedenklich gekracht, dass man notgedrungen versuchen muss, dem alten Kasten eine neue Stütze unterzuschieben, umsomehr, da der Tag der Neuwahlen immer näher heranrückt. Der damalige Verlauf der Debatte legte auf das schlagendste dar, dass es den Herren gar nicht so sehr um die angeblich dem deutschen Vaterlande durch Massenein Wanderung ausländischer Juden drohende Gefahr zu thuu war, als vielmehr eine Gelegenheit herbeizuführen, um einmal nach Herzenslust wieder Judenhetze treiben zu können