Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1897)
- Date
- 1897-12-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Berliner Yereinsbote. (^enfraf-^rgan für die jüdischen Vereine j§erlins. Erscheint: Jeden Freitag. Mit der Beilage ,Israelit. Familienblatt.“ Postzeitungs-Lisie 1012. Bezugspreis: Für Berlin vierteljährlich Mk. 0.75, für auswärts Mk. 1,00. Nummer 52. Redaction, Expedition und Annoncen-Annahme: Berlin NO., Elisabethstrasse 59 a. 9^“ Fernsprech-Anschluss Amt VII. No. 4662. Berlin, den 24. Dezember 1897 Insertionspreis: Die viergespaltene Petitzeile 30 Pfg. Bei Wiederholung Rabatt. Beilagen nach Uebereinkunft. III. Jahrgang. N&chdruok sämtlicher Artikel nur mit voller Quellenangabe gestattet. Die Redaktion. An unsere Leser! Wir stehen vor Schluss des dritten Jahrgangs unseres Blattes. I -10 Haltung des ,,Berliner Vereinsbote‘‘ ist zu bekannt und unsere Leser sind mit der Tendenz desselben derartig vertraut, dass es überflüssig wäre, hierüber etwas zu sagen. Indem wir um Erneuerung des Abonnements bitten, rechnen wir auf das wohlwollende Interesse unserer werten Leser, das sie damit bekunden wollen, dass sie zur Yergrösserung des Leserkreises beitragen. Nach wie vor werden wir an dem Gillöll Ziele festhalton : ״Einen — nicht trennen!“ Die für unsere Zukunft unerlässliche Forderung der Einigung und Einigkeit innerhalb der deutschen Judenheit, insbesondere unserer Berliner Gemeinde soll von uns stets mit Wärme und Sachlichkeit vortreten werden. Mit der von uns bisher beobachteten Unparteilichkeit wollen wir auch im neuen jIV.) Jahrgange alle das Judentum betreffenden Fragen in ruhiger und sachlicher Weise erörtern. Unsere Leser werden wir auch ferner von allen wichtigen Vorgängen, die das Judentum interessieren, rechtzeitig unterrichten, sowie auch für gediegenen Unterhaltungsstotf Sorge getragen werden soll. Unsere besondere Aufmerksamkeit gehört auch in Zukunft unseren Vereinen, deren Entwickelung wir in jeder Weise förderlich sein wollen. Redaction und Expedition des ״Berliner Vereinsbote“ Elisabethstrasse 59a. Fremdes Feuer. Unsern Lesern dürfte vielleicht aus der Bibel die Er- Zahlung von Nadah und Abihu, den Söhnen des Hohepriesters Aharon bekannt sein. Sie brachten fremdes, unheiliges Feuer, das Gott nicht geboten hatte, im Heiligtum dar und wurden ob dieses Frevels vom göttlichen Zorn hingerafft. Auch die moderne Zeit hat ihre Nadahs und Abihus, die in das Heiligtum des Judentums, in die Familie fremdes Feuer hineintragen, Anschauungen und Einrichtungen, die nicht im jüdischen Gesetz ihre Wurzel haben, nicht in das Wesen des Judentums hineinpassen, ja sogar zum Judentum im ausgesprochensten Gegensatz, in direkter Feindschaft stehen. Der Unterschied zwischen damals und heute ist nur der, dass diejenigen, welche heute auf solche Weise fremden Kreisen entstammende Surrogate dem Judentum beizumischen suchen, an ihrem Thun nicht sterben, wenigsten keines leiblichen Todes. Im Geiste sind sie ja allerdings für das Judentum abgestorben, und die Zähne ihrer Kinder und Nachkommen werden stumpf, weil die Väter unreife Trauben gegessen. Der Vergleich mit Feuer und Licht drängte sich uns unwillkürlich auf gerade in diesen Tagen, wo wir am Ende des Chanukahfestes stehen, mit seinem herzerleuchtendeu und herzerwärmenden Lichterscheine. Das Chanukafest ist ein jüdisches Fest; das Weihnachtsfest, welches ungefähr in dieselbe Zeit des Jahres fallt, ist ein Fest der Christenheit. Auch das Weihnachtsfest hat seinen Lichterschein, aber nicht für Juden ist dieser bestimmt. Dennoch giebt es Juden genug, welche das Chanukafest nur durch die Chanukabälle kennen lernen — wir zweifeln nicht, dass sie diesem Teil des Festes ein reichliches Verständnis entgegenbringen — und wiederum giebt es Juden wohl noch mehr, welche das Weihnachtsfest sehr gut kennen, nicht allein vom Hörensagen, sondern weil sie wie ihre Christliehen Nachbarn das Weihnachtsfest feiern, den Weihnacht«- bäum anzünden und auch wohl ihren Kindern eine Weihnachtsbescheerung ausrichton. Dass der Weihnachtsbaum