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Berliner Vereinsbote · 1897-08-20 · Heft 34 (20.8.1897) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 34 (20.8.1897)
Date
1897-08-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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״Machsike Thora.“ Der Verein zur Unterstützung jüdischer in Berlin ansässiger Gelehrter ״Machsike Thora“ ist 1892 von Herrn Lewi Stein 8. A. begründet worden. An jedem Sabbat nachmittag veranstaltet der Verein im Betsaale des Bethhamidrasch, Heidereutergasse 4/5, Vorträge über Bibel und Talmud. Zum Zwecke der Erlangung der zur Unter- Stützung der Gelehrten erforderlichen Mittel wurde bisher alljährlich ein Cyclus von fünf Vorträgen durch hervorragende Gelehrte (u. a. Prof. Mendel, Prof. Hirschberg, Dr. Preuss, Prof. Goldstein, Hugo Sachs u. a.) gehalten. Der Verein hat 30 Mitglieder. Vorsitzender ist Herr Max Stein, Kronprinzen-Ufer 30. ״Verein zur Förderung der Interessen der israelitischen Taubstummen in Deutschland.“ Der Verein hat den Zweck, arbeitsunfähige und altersschwache Taubstumme zu unterstützen. Es besteht die Absicht, mit der Zeit ein eigenes Heim zu errichten. Am 15. März 1896 begründet, zählt der Verein jetzt 60 ordentliehe, 7 ausserordentliche Mitglieder. Der Verein erfreut sich grossen Wohlwollens seitens edeldenkender Glaubensgenossen. Allmonatlich wird im Vereinslokal, Neue Friedrichstr. 35 bei Dräsel, eine Sitzung abgehalten. Der Vorstand besteht aus den Herren: Willy Oppenheimer (Vorsitzender), Eduard Schüler (stellv. Vorsitzender), Louis Behrendt (Schatzmeister), Max Arndt »stellv. Schatzmeister), Max Rector (I. Schriftführer), Markus Lachs (II. Schriftftihrer), Usiel Gerssmaun (Beisitzer!. ״Vorschuss-Verein für hilfsbedürftige Mitglieder der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Im Jahre 1846 ist dieser Verein begründet worden, um Mitgliedern der jüdischen Gemeinde zinsfreie Darlehen zur Wiederhebung und Ausdehnung des Geschäftes zu gewähren. Ca. 800 Mitglieder zählt der Verein, dessen Bureau sich Oranienburgerstr. 29 befindet. Das Vereinsvermögen beträgt 80,000 Mark. Nur schriftliche Gesuche, welche an den Vorsitzenden, z. Z. Herr Oscar Rathenau, Bendlerstr. 25, zu richten sind, werden berücksichtigt. ״WoHFsche Ez-chajim-Gemeinde.“ Der Verein hat den Zweck, eine Synagoge, eine Religionsschule und Talmud thora-Schule zu unterhalten. In der Synagoge. Landsbergerstr. 85. wird täglich Gottesdienst abgehalten. Herr Wolff s. A. hat vor etwa 60 Jahren den Verein begründet. Seit dem 1. April 1897 ist derselbe neu umgestaltet und Wolff sehe Ez - chajirn- Gemeinde benannt. Vereinsrabbiner ist Dr. Grünfeld jr., der zugleich Leiter der Religionsschule und des Jugendgottesdienstes ist. Die Synagoge erfreut sich eines guten Besuches. Vorsitzender ist Herr 8. Margoninski, Wallnertlieaterstr. 45. Es gehören ferner zum Vorstand die Herren: J. Flatau. Landsbergerstrasse 113, Al. Philipp, Neue Friedrichstr. 88 und J. Cohn, Landsbergerstr. 87. ״Chebrath-Malbisch-Arumixn.“ Die Anstalt zur Bekleidung dürftiger Personen der jüdischen Gemeinde, unter Aufsicht des Gemeindevorstandes stehend, hat den Zweck, hiesige arme jüdische Einwohner mit den nötigen Kleidungsstücken zu versorgen. Unter- Stützungen in barem Gelde werden nicht gewährt. Vorsitzender des Vereins ist Herr L. Sieskind, Wilhelmstr. 67 a. ״Chebrath-naschim.“ Der Verein zur Unterstützung nicht verheirateter jüdischer Frauenspersonen gewährt einmalige oder laufende Geldbeihilfen nicht über 15 Mark vierteljährlich. Es werden jährlich ca. 200 Mark verausgabt. Ausser dem Vorsitzenden Herrn L. Sieskind, Wilhelmstr. 67 a, stehen an der Spitze des Vereins Frau Clara Packscher, Alexanderstr. 36a und Frau Bertha. Landsberger, Kurzestr. ״Chebr&th-ohel-jesch&rim.‘‘ Arme in Berlin ansässige Juden erhalten Unterstützung aus den Mitteln der ״Wohlthätigkeitsanstalt für Mietunter- Stützung.“ Der zu Unterstützende muss mindestens 2 Jahre in Berlin wohnen und nicht mehr als 500 Mark pro Jahr Miete zahlen. 1895 wurden über 7000 Mark verausgabt. Vorsitzender des Vereins ist Herr Gustav Loewenberg, Gramenbürgerstr. 57. ״Frauen-Verein der Berliner U. O. B. B. (Unabhängiger Orden B’ne B’rith).“ Der Frauenverein hat die Ausübung von Wohlthätigkeit, auf verschiedenen Gebieten zur Aufgabe. Die regelmassigen Beiträge und eingegangenen Geschenke werden nach dem im Statut festgesetzten Procentsatz a) zur Bekleidung armer jüdischer Kinder, b) für die Feriencolonien jüdischer Kinder, c) zur einmaligen Unterstützung und d) zu fortlaufenden Unterstützungen für Kinder achtbarer Eltern verwandt. Vorsitzende: Frau Singer. Michaelkirchstrasse 2. Aus dem Deutsch-israel. Gemeinde-Bund. Die Lehrabteilung des. ״D. I. 6 B.“ hat in Erfüllung des ihr von dem letzten Gemeindetage gewordenen Aufträges die Beratung der Lehrpläne für den jüd. Religionsunterricht an den mohtjüdischeil Volksschulen, höheren Mädchenschulen und höheren Schulen für die männliche Jugend sowie zur Vorbildung akademisch gebildeterReligionslehrer und von Religionslehrerinnen beendet. Von einem Lehrplan zur Vorbildung von seminaristisch gebildeten Religionslehrern wurde abgesehen, da die bereits vorhandenen jüdischen Lehrerseminare dem Bedürfnisse durchaus genügen. Inzwischen hat sich der Ausschuss des ״D. I. G. B.w mit dem Curatorium und Lehrerkollegium der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums und des (Hildesheimersehen) Rabbinerseminars zu Berlin, sowie des Rabbinerseminars in Breslau (Fränkelsche Stiftung) über die Einric-htung von Vorlesungen für akademisch gebildete Lehrer (Kandidaten des höheren Schulamts und pro facultate docendi geprüfte Herren) in Verbindung gesetzt. Von allen diesen Anstalten sind erfreulicher und dankenswerterweise zustimmende Antworten eingelaufen, die eventuell eine Er- Öffnung solcher Vorlesungen schon für das nächste Wintersemester in Aussicht stellen. Die Einführung jüdischen Religionsunterrichts in den Lehrplan höherer Schulen findet bekanntlich in immer weiterem Umfange statt, es ist sogar nicht ausgeschlossen, dass die im Januar dieses Jahres vom ״D. I. G. B.״ bei dem preussischen Herrn Cultusminister eingereichte Petition um allgemeine Einrichtung solchen Religionsunterrichts an sämtlichen öffentlichen Schulen eine günstige Erledigung findet. Voraussichtlich wird sich also für die nächste Zukunft ein starker Bedarf auch an akademisch gebildeten Lehrern jüdischen Glaubens heraussteilen und sich damit für zahlreiche jüdische Kandidaten des höheren Schulamts der Weg zur Anstellung eröffnen. Im sachlichen wie im persönlichen Interesse möchte es sich empfehlen, dass recht zahlreiche israelitische Kandidaten sich zu den betreffenden Vorlesungen an einer der oben genannten, drei Anstalten einschreiben lassen. In seinem Bestreben, die Organisation der deutschen Judenheit durch Schaffung von lokalen Verbänden immer mehr auszugestalten und so eine noch wirksamere Vertretung wie der allgemeinen so auch der örtlichen Interessen zu ermöglichen, hat der Ausschuss des ״Deutsch Israelit!- sehen Gameiudebundes“ einen neuen wertvollen Erfolg zu verzeichnen. In einer durch den Vorstand der Synagogen-Gemeinde Breslau am 27. Juni d. J. nach der Hauptstadt Schlesiens einberufenen Versammlung von Gemeinde-Deputierten wurde der ״Verband der Synagogen-Gemeinden der Regierungsbezirke Breslau und Liegnitz״ konstituiert.

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