Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1897)
- Date
- 1897-07-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Berliner Yereinsbote. ^entral-Argau für die jüdiscfien "Vereine Erscheint: Jeden Freitag. Mit der Beilage ״Israelit. Familienblatt.“ Merlins. Postzeitungs-Liste 1012, Bezugspreis: Für Berlin vierteljährlich Mk. 0,75, für auswärts Mk. 1,00. Redaction, Expedition und Annoncen-Annahme: Berlin NO., Elisabethstrasse 59a. gE" Fernsprech-Anschluss Amt VII. Ho. 466*2. Insertionspreis: j Die viergespaltene Petitzeile 30 Pfg. j Bei Wiederholung Rabatt, i Beilagen nach Uebereinkunft. Nummer 31. Berlin, den 30. Juli 1897 III. Jahrgang. Adass jeschurun“. J. Rosenthal. Agudath achim in Pankow. Alb. Katz. Ahawas reim.“ Egers. Ahawas SCholaum.“ Hirschberg. Akad. Verein für das Studium der hebr. Bibel. ״Amicitia.“ Dr. Adler. A. Lubowski. Berthold Auerbach-Loge. Mor. Meyer. Beth hamidrasch-Gesellschaft. M. Rosenberg. ״Beth Jacob.“ Levinsohn. ״Beth zion.“ Heymannsohn. Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Dr. Horwitz. Central-Verein für die Interessen der jüdischen Gemeinde. Oppenheim. Comite. Chanukah-Bescheerung. FrauJ.Neumaun. ״Dibbuk Chawerim.“ Dr. Emmerich. Deutsche Reichsloge. Alb. Bloch. .,Esra.“ M. Dorn. Frauen verein d. Bert. Logen B’ne brith. Frau Singer. Frauenvereinigung des Humanitätsvereins ״Gewuf tow“. Frau Marianne Dewitz. Gesellschaft jiid. Handwerker und Künstler zur Unterstützung in Krankheitsfällen. Herrn. Landsberger. Gesellschaft zur Verbreitung des Handwerks und Ackerbaues. L. Lesser und J. Frankel. Haspakot Ebionim. Institut für Holz- und Brod- Verteilung. Bernhard Behrens. Hachnassath Kallah. Martin Simon. [witz. Handw.-Ver. ehern. Pankower Kameraden. Berelio- Vereinstafel. Humanitäts-Vereinf. Gewerbetreibende. Al. Büchel. Humanitäts-Verein Gewul tow. G. Michaelis. Humanitäts-Verein, ״Linath hazedek.“ Lewinsohn. Israelitischer Frauenverein der Oranienburger Vor- Stadt. Lina Koch. Israel. Frauen-Vereinf.d. Louisenstadt. FrauEgers. Israel. Frauen-Untertützungs-Verein. J.Weinberg. Israel. Fortbild.-Verein Montefiore. R. Graden witz. Israel. Heimathaus. Hermann Abraham. Israel. Kindergarten u. Kinderhort. Sanitäts-Rat Dr. Ehrenhaus. Israel. Kinderheim. Frau Dr. Maybaum. Israel. Miete Hilfs Verein. D. Struck. Israelitischer Wohltätigkeits-Verein ״Gemilus chassodim.“ A. Kuntz. Israel. Wohlth.-Verein ״Humanitas“. 8. Kunz. Juda’s Töchter. 1895. Frl. Ranft. Jüd. Frauen und Jungfrauen-Wohlthätigkeits-Verein ״Mathilde.“ Fr. Silber. Jüd. Mädchenstift. Frau Julie Neumann und Herr Dr. Strelitz. Jüd. Lesehalle. Comm.-R. Julius Isaac. Jung Israel. W. Bambus. Jüd. Studienbeförderungs-Verein. Dr. Blumenthal. Lehrlingsheim in Pankow. I.Bodenstein,J.Fränkel. Liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüd. Gemeinde. R.-A. Dr. Veit Simon. ״Linath hazedek.“ Humanitäts-Verein. Jos. Chaim. Lippmann Tauss-Synagogen-Verein. I. Heilbrunn. Litterarisch-gesellige Vereinigung. Martin Cohn. ״Magine reim.“ Mor. Mannheimer. Machsike thora. M. Stein. ״Mädchen-Haus, Pankow“. Monbijou. B. Wolff. Montefiore-Loge. M. Helft. Schaumere schabbos. L. Becker. Synagogen-Verein ״Moabit“ M. Heimann. Synagogen-Verein ״N’weh scbolaum.“ J. Levy. Synagog.-Verein ״Ohel jizehak.‘ Zucker. Synag.-Verein ״Schoehare hatob.“ u.״Bne Brith.“ M. Talmud Verein. W. Goldschmidt. [Löwinsohn. Verband ehern. Schüler und Schülerinnen der Refig.- Schule ״Adass jisroel.“ Dr. M. Hildesheimer. Verein Agudas Achim ״Bruderbund“. L. Beck. Verein der Freunde der Taubstummen. Geh. Sanit.-R. Dr. Marcuse. Verein für Arbeitsnachweis. E. Rosenstiel. Vereinigung jüd. Frauen und Mädchen Juda’s Töchter. Frau Lehrend. Frl. Tonn Vereinigung jüdischer Studierender. Rob. Hantke Verein für jüd. Geschichte und Litteratur. Dr. G. Karpeles. Verein für jüd. Krankenpflegerinnen. Louis Sachs Verein selbständiger Handwerker jüd. Glaubens Bäckermeister Joseph. Verein z. Förderung der Interessen der Israel. Taubstummen in Deutschland. Oppenheimer. Vorschuss-Verein für hilfsbedürftige Mitglieder der jüdischen Gemeinde. O. Ratnenau. Wissensch. Vereinig. Israel. Schulmänner Berlin. Dr. Adler. Wolffsche״ Ez Chajim“ Gemeinde. S.Margoninsky. Sonntagsgottesdienst. Die Frage betreffs der Einrichtung einer religiösen Feier mit Predigt am Sonntag hat eine rasche Erledigung gefunden. Die durchweg ablehnende Haltung unserer Gemeinde hat das Todesurteil über diese Angelegenheit ausgesprochen. Dieses ״noli me tangere“ stellt der religiösen Gesinnung der Berliner Gemeinde ein ehrendes Zeugnis aus. Herr Levinstein, der trotz aller Abmahnungen und trotzdem viele hervorragende Gemeindemitglieder, z. B. Commerzienrat Jul. Isaac, ihre Unterschrift für die Umfrage, die an fast alle Mitglieder der Gemeinde verschickt zu werden bestimmt war, zurückgezogen haben, wird sich nun von der Nutzlosigkeit solcher Vorschläge, die an den heiligsten Einrichtungen und Ueberlieferungen unserer Religion zu rütteln wagen, überzeugt haben. Herr Levinstein und die Herren ״Mitunterzeichner״ mögen nun, wenn sie dem Judentum wirklich einen Dienst erweisen wollen, auf ein anderes Mittel sinnen, durch welches sie den vermeintlichen Niedergang des Judentums aufhalten zu können glauben. Vielleicht würden diese Herren zur Hebung der Religiosität unter den Juden mehr durch das lebendige Beispiel beitragen als durch Vorschläge, wie z. B. die Einrichtung eines Gottesdienstes am Sonntag. Vielleicht würden sie, die sie doch eine hervorragende gesellschaftliche Stellung einnehmen, so manchen zum Besuch des Gottesdienstes am Sonnabend anregen, wenn sie zunächst selbst öfter sich im Gotteshause blicken liessen, wofür es ihnen doch nicht an der nötigen Zeit fehlt. ״Die Religion ist eine Zierde für alle Mensehen״, sagt Lessing. In den Kreisen unserer Reichen und Grossen hält man es aber mit der Maxime: ,,Die Religion muss dem Volke erhalten bleiben“, wobei unter Volk das zu verstehen ist, was der Lateiner mit plebs oder vulgus bezeichnet. Sich selbst schliessen sie dagegen sorgfältig aus, höchstens dass sie einmal an den drei bekannten Tagen im Jahre zur Defilierkour beim lieben Herrgott antreten. Dagegen haben sie es sehr gern, namentlich wenn sie Vorsteher und Repräsentanten sind, dass für ihr Geld andere Leute fromm sind. Schreiber dieses glaubt von sich sagen zu dürfen, dass er ein ziemlich scharfes Auge hat für Personen und Verhältnisse. Wenn man am Sabbat die Synagoge besucht, so macht man bei einiger Aufmerksamkeit sofort die Wahrnehmung, dass der überwiegende Teil der Besucher zu denen gehört, die mit dem Leben schwer und hart zu