Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 28 (9.7.1897)
- Date
- 1897-07-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3019627-3019628-3019656--633-3020101- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
OberhemdenReparaturW erkstatt, Alte scMnhaoserstr. 40 Halspriesen 20, Paar Handpriesen 25,!■elnen-Einsatz m. Einsetzen 50 Pfg. Neuanferttg־. z. billigst. Preisen. Abholung frei. London, 26. Juni. Unter den bisher von Ihrer Majestät der Königin aus Anlass ihres sechzigjährigen Regierung«- jubiläums Ausgezeichneten, befinden sich drei Glaubensgenossen: Der Lord Mayor Sir Faudel Philipps ist zum. Baronet ernannt, MajorJulienLeverson(Regierungscommissar in Manikaland) erhielt den Orden von St Michael und St. Georg, der berühmte Gelehrte, Dr. Haffkin, der siegreiche Bekämpfer der Pest in Indien, den Orden des Indischen Kaiserreiches, als der erste Jude, welcher mit diesem Orden überhaupt ausgezeichnet wurde. — Bei der Revue der Königin über die 10000 Schulkinder der hiesigen Schulen waren auch 130 jüdische Kinder mit 36 Lehrern zugegen, in deren Kamen Herr Louis Davidson eine Adresse überreichte. Jekaterinoslaw. Schulen für jüdische Colonisten. Das Ackerbauministerium hat beschlossen, in den jüdischen Colonien des Gouvernements Jekaterinoslaw in diesem Jahre drei Volksschulen für die Kinder der jüdischen Colonisten zu bauen. Dieser Tage fand die Grundsteinlegung aller drei Schulen statt und an den Bau der ersten ist man bereits gegangen. Bis zum Herbst müssen dieselben fertig gestellt sein. Die jüdischen Vereine Berlins. (Nach den Angaben der p. p. Vorstände.) (Etwaige Ungenauigkeiten bitten wir gefl. berichtigen zu wollen.) Nachdruck verboten. 28. ״Iar&elitifleher Frauonverein*־ der Oranienburger Vorstadt. Am 2. Juni 1891 ist der Verein gegründet worden, um armen, in Not geratenen jüd. Familien und auch einzelnen Personen, insbesondere hilfsbedürftigen 'Wöchnerinnen im Norden Berlins und Moabit thatkräftige Hilfe durch Unterstützungen aus den vorhandenen Mitteln zu gewähren. Der Verein hat es auf etwa 300 Mitglieder gebracht. Frau Lina Koch, Schulst?. 2, ist die Vorsitzende des Vereine. Die übrigen Vorstandsmitglieder sind: Frau Dora Levy, Reinickendorferstr. 64 (stellv. Vorsitzende), Frau Bertha Zucker, Schulstr. 2 (Rendantin), Frau Gusti Grätzer, Reinickendorferstr. 2f (Controlleurin), Fräulein Rosa Levy, Reinickendorferstr. 64 (Schriftführerin), Frau Minna Goldmanu, Thurmstr. 25 (stellv. Schriftführerin), Henriette Meyer, Schön eberger-Ufer 44, und Frau Bertha Bukofer, Neue Friedrichstr. 18 (Beisitzerinnen). 29. ״Litterarisch-Gesellige Vereinigung.“ Diese Vereinigung hat sich die Aufgabe gestellt, seinen Mitgliedern geistige Anregung zu bieten in der Pflege der Wissenschaft und Litteratur unter besonderer Berücksichtigung der jüd. Litteratur, ausserdem die Pflege der Geselligkeit. Herr Martin Cohn ist der Begründer, die seit dem 4. Januar 1896 besteht und jetzt 32 Mitglieder zählt. Den Bildungszwecken der Vereinigung dient eine Bibliothek, die sich guten Zuspruchs erfreut. Den Vorsitz führt Herr Martin Cohn, Kl. Auguststr. 14. Die übrigen Vorstandsmitglieder sind die Herren Hermann Feiler und Georg Wolff. 30. ״Büagine Reim.“ Die am 4. November 1804 begründete Gesellschaft Magine Reim (Verein zur gegenseitigen Hilfe), welcher durch allerhöchste Cabinets-Ordre vom 28. Juni 1841 Korporationsrechte insoweit verliehen worden, als solche zum Erwerb von Grundstücken und Kapitalien erforderlich sind, vereinigt ihre Mitglieder zum gegenseitigen Schutz und Beistand und will ihnen den. Trost der Freundschaft sichern in den trüben Schickungen des Lebens. Die Gesellschaft erkennt als ihre Aufgabe: a) ihren erkrankten Mitgliedern teilnehmende Fürsorge und den unbemittelten unter ihnen unentgeltliche ärztliche Behandlung, sowie die zu ihrer Verpflegung erforderlichen Mittel zu gewähren; b) ihre verarmten und erwerbsunfähigen Mitglieder zu unterstützen; c) den unverschuldeter Weise in Not geratenen Mitgliedern durch ausserordentliche Unterstützung Aushülfe zu gewähren; d) ihren Mitgliedern auch in solchen Fallen, WO Geld- Unterstützung nicht anwendbar erscheint, Rat und Beistand zu gewähren und sich ihrer Interessen anzunehmen;*י e) wie die leben den, so auch die verstorbenen Mitglieder als teure Angehörige zu betrachten und ihnen in Liebe und Treue die letzten Ehren zu erweisen; f) endlich den Witwen und Waisen ihrer Mitglieder durch eine selbständig verwaltete Hilfsanstalt schützend und ratend zur Seite zu stehen. Die im Jahre 1835 im Anschluss an die durch allerhöchste Cabinets-Ordre vom 28. Juni 1841 mit Korporationsreeht ausgestattete Gesellschaft ״Magine-Re'im“ gegründete Hilfsanstalt gewährt den Ehefrauen und den in der Ehe erzeugten Kindern ihrer verstorbenen Mitglieder thätigen Beistand. Sie widmet den Verlassenen teilnehmende Fürsorge und unterstützt sie in geeigneten Fällen ־durch Geldmittel. Die ihnen zu gewährende jährliche Unterstützung beläuft sich und zwar die: a) einer elternlosen Waise bis höchstens 144 Mark; b) einer kinderlosen Witwe bis höchstens 244 Mark; c) einer Witwe mit einem oder mehreren Kindern bis höchstens 400 Mark. Die Witwe eines hingeschiedenen Mitgliedes wird 80 lange unterstützt, als die Verhältnisse dies erfordern, und als sie sich nicht durch ihren Lebenswandel der Unter- Stützung unwürdig macht. Die Unterstützung hört unter allen Umständen auf, wenn die Witwe nicht mehr der jüdischen Religion angehört, oder wenn sie sich wieder verheiratet. Das Vermögen des Vereins bestand nach der Bilanz am 31. Dezember 1880 in: a) einem eisernen Fonds im Betrage von 17950 Mk. b) einem Reserve-Fonds im Betrage von 43250 Mk. Das Mitgliederverzeichnis vom 3. Februar 1897 weist auf: 1161 Mitglieder der Gesellschaft, darunter 65 immerwährende lebende, 180 immerwährende verstorbene, 1053 Mitglieder der Hülfsanstalt, darunter 42 immerwährende lebende, 117 immerwährende verstorbene. Der gegenwärtige Vorstand besteht aus den Herren: Moritz Manheimer, (Vorsitzender) Thiergartenstr. 5a, Herrm. Landsberger, Syndicus Dr. Minden, Beruh. Croner, Adolf Russ, Oscar Berlin, Emil Jacob, Albert Philipp Meyer, Geb. Sanitätsrat Dr. Julius Blumenthal, Gesellschaftsarzt: Geh. Sanitätsrat Dr. Blumenthal. 31. ״Ohel Jizchak.“ Der Israel. Religionsvereins der Oranienburger Vorstadt ist 1878 begründet worden und zählt jetzt 155 Mitglieder. Der Verein unterhält im Hause Chausseestr. 42 eine Synagoge, in welcher täglich Gottesdienst abgehalten wird, und eine Religionsschule in den Räumen der Gemeindeschule Kesselstr. 3/4. Dr. Liebermann ist der Vereinsrabbiner und Leiter der Religionsschule, an der noch 4 Lehrer thätig sind. Vorsitzender des Vereins ist Herr Jos. Zucker, Fennstr.60, stellv. Vorsitzender Herr D. Perleberg, Chausseestrasse 56, Herr Michaelis, Rendant, A. Silberstein, Controlleur, J. Kapauner und Leopold Cohn, Schriftführer.