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Berliner Vereinsbote · 1897-07-02 · Heft 27 (2.7.1897) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 27 (2.7.1897)
Date
1897-07-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Oberhemden Reparalnr Werkstatt! Alte scMaaserstr. 40 H&lnprlesen 20, Paar Haadprieven 25, Lelnen-Eliuati m. Einnetzen 50 Ffg־. ITenanfertle. %. DUliffit Preisen. Attboiang1 frei. — Modernes Judentum. Der ״New-Yorker Staatszeitung“ entnehmen wir folgendes: Die in der jüngsten Jahres-Ver- Sammlung der Mitglieder der jüdischen Wohlthätigkeits- und Waisen-Gesellschaft zur Verlesung gekommenen Berichte waren ungewöhnlicher interessanter Natur. Der Präsident leitete seinen Bericht mit einer kurzen Geschichte der Entstehung und Entwicklung der Gesellschaft bis zur jetzigen Ausdehnung ein. Den Anstoss schien der vereinsamte Zustand eines jüdischen Soldaten gegeben zu haben, welcher im City-Hospital auf dem Krankenbette seiner letzten Stunde entgegen sah und von seinen Glaubensgenossen umgeben zu sein wünschte. Die Gesellschaft wurde thatsächlich im Jahre 1822 unter dem Namen der ״Jüdischen Wohlthätigkeits-Gesellschaftgegründet, von welcher der bekannte Major Mordecai M. Noah Präsident zwischen den Jahren 1842 bis 1851 war und die später mit der deutschen Wohlthätigkeits-Gesellschaft, welche im Jahre 1845 in’s Leben gerufen wurde, verschmolzen, welche Verschmelzung im Jahre 1859 vollzogen ward. Im Jahre 1860 wurde dann ein kleines Haus in der 29. Strasse für ein Waisenasyl in Miete genommen. Heute befinden sich in der Anstalt 823 Kinder, 478 Knaben und 345 Mädchen. Dass die Erziehung eine ausgezeichnete ist, zeigt sich durch die achtunggebietende und nützliche Stellung, welche viele der früheren Zöglinge in der Gesellschaft einnehmen. Sie sind unter den Kaufleuten, den Handwerkern, den Mechanikern, den Buchhaltern, den Stenographen und anderen nützlichen Gewerben zu finden. Eine Zahl der jüngst entlassenen Schüler erhalten ihre weitere Ausbildung in dem jüdisch-technischen Institut, andere haben sich dem Ackerbau gewidmet, mehrere qualifizierten sich als Theologen, wieder andere nehmen als Schüler an den Hochschulen und Universitäten zufriedenstellende Plätze ein. Wie weit die Hülfe, welche das Institut gewährt, in das gesellschaftliche Leben eingreift, ist am besten beleuchtet durch die interessante Schilderung, welche der Superintendent Dr. Baar in seinem Bericht liefert. Er führte da das Beispiel einer Witwe an, welche einen Sohn und zwei Töchter in der Anstalt hatte. Von diesen erhält der erstere einen Wochenlohn von 20 Doll, als Zuschneider und die Mädchen einen Lohn von 14 Doll., sodass die Familie jetzt ein ergiebiges Auskommen hat und in der denkbar glücklichsten Lage ist. Eine andere Witwe, die einen Sohn und eine Tochter in der Anstalt hatte, ist wieder mit ihren Kindern vereinigt, die zusammen einen Wochenlohn von 35 Doll, erhalten, und so viele Beispiele. Anschaulich schildert der Superintendent die praktische Erziehung, die den Mädchen gewährt wird. Ausser der Küche geschieht fast die ganze Arbeit der Anstalt durch die Mädchen. Im Ganzen finden etwa 3 Dutzend Bedienstete Verwendung in der Anstalt mit ihren 823 Kindern. Diese Mädchen machen die 600 Betten, ehe sie zum Frühstück kommen, sie halten das Speisezimmer in Ordnung und kleiden die 300 kleineren Kinder au. ehe sie in die Schule gehen. Indessen bei aller Nützlichkeit, welche das Institut. gewährt, hat die Zahl der beitragenden Mitglieder im vergangenen Jahre abgenommen, was zweifelsohne den harten Zeiten zuzuschreiben ist. Aber trotzdem führte Herr Jacob H. Schiff in seiner Ansprache nach Verlesung der Berichte Klage über die mangelhafte Beteiligung der jüdischen Bevölkerung an den Liebeswerken, welche in den öffentlichen Anstalten ihre Bestätigung finden. Man hört so oft die Klage, meint Herr Schiff, dass die Juden New-Yorks übermassig belastet wären in der Erhaltung der öffentlichen Anstalten. Es sei aber nicht so. Es sei eine Verleumdung, behaupten zu wollen, dass die 350000 Israeliten der hiesigen Stadt nicht imstande wären, die Sorge für die Unglückliehen ZU übernehmen, die der Hülfe bedürfen. Der Wehruf kommt nicht aus dem Munde derer, welche ihre Beiträge liefern, sondern derer, welche mit dieser Klage sich ihrer Pflicht zu entziehen suchen. Wenn all diejenigen, welche zur Erhaltung der Anstalten beizutragen imstande sind, der Verpflichtung, welche sie ihrer Religion schulden, nachkommen würden, so würden keine Klagen zu führen sein. Uebrigens waren die Ausgaben im vergangenen Jahr ungewöhnlich gross, da der neue Anbau eine Ausgabe von 75000 Doll, erheischte, sodass mit dem Beitrag von 30000 Dollar an die Vereinigten Wohl thätigkeits- Gesellschaften, 3000 Doll, an das Technische Institut die Gesamt-Ausgaben für das vergangene Jahr auf beinahe 226000 Dollar sich bezifferten. Der ״Israelitische Vereinskalender11 für das Jahr 5658 (1897/98) DWMerscheint demnächst in 10*000 Exemplaren. -HDM *w Reichhaltigster jüdischer Kalender. Die Abonnenten des ״Berliner Vereinsbote“ erhalten den Kalender gratis! Garantierte Auflage 10>000 Exemplare. Natürliche Grösse: 13 ctm. hoch. 9 ctm breit. V r-1 3 f^^ERUNERr^ERElNSBÖTEJ —— ־ 0 ,_— Hochfeine Ausstattung. Inserate Die ganze Seite 50,— Mark ״ halbe ״ 27,50 ״ מ viertel ״ —,15 ״ haben besten Erfolg! Jedes Inserat steht einer Textseite gegenüber! Verlag des ״Berliner Vereinsbote״, Elisabeth-Strasse 59 a. \1 Telephon-Amt VII, No. 4662.

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