Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 25 (18.6.1897)
- Date
- 1897-06-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nach längerer Erörterung, in welcher von verschiedenen Seiten eine andere Beleuchtungsart der Synagoge gefordert wird, werden die 15000 Mk. für den Umbau bewilligt. Zur Entsendung von Zöglingen des Reichenheimschen Waisenhauses und der Waisenkommission in Ferien-Kolonien werden 1100 Mk. bewilligt. Die Verträge mit den Inhabern der Lokale Beuthstrasse 20 und Unter den Linden 44, woselbst auch in diesem Jahre Festgottesdienst abgehalten werden soll, werden verlängert, neu abgeschlossen wurde ein Vertrag mit dem Besitzer des Deutschen Hofes, Luckauerstr. 15. Mit der Veranstaltung von Jugendgottesdiensten in der Aula der Knabenschule und dem Saale des Vereins junger Kaufleute erklärt sich die Versammlung einverstanden. Desgleichen wird genehmigt, dass Versuchsweise der Trausaal der Neuen Synagoge in die Wochen- Synagoge verlegt wird und umgekehrt, die erforderlichen Kosten von 500 Mark werden gleichfalls bewilligt. Für Anlage eines Blitzableiters auf dem Friedhofsgebäude in der Schönhauser Allee wurden 400 Mk. ausgeworfen, desgleichen eine Subvention von 2000 Mk. an den Religionsverein ״Ahawas Reim“. Der Rechnungsabschluss der diesjährigen Mazzoth-Verteilung schliesst ab mit einem Minderverbrauch von 550 Mk., es sind im ganzen 328 Centn er an 1589 Empfänger verteilt. Die aus Anlass der Centenarfei er entstandenen Kosten von 840 Mk. werden nachbewilligt. Eine sehr ausgedehnte Diskussion wurde noch zum Schluss veranlasst durch den zur Vorlesung gebrachten Bericht über die Thätigkeit und Entwickelung der zweiten Religionsschule. Von verschiedenen Seiten wurde namentlieh Klage geführt über die oft mangelhafte Vorbereitung der Knaben zur Barmizwah, sowie über das Fehlen einer einheitlichen Unterrichtsmethode. Die Erörterung endigte mit der Annahme eines Antrages Blumenthal, auch von den Direktoren der übrigen Gemeinde- und Religionsschulen Bericht einzufordern über Einrichtungen, Lehrpläne und Art der Erteilung des Religionsunterrichts. Umschau. Frankfurt a. M. (Eig. Mitteilung.) Wiederum haben wir einen schweren Verlust zu beklagen. Am 11. d. M. verstarb Herr Maier Schwarzschild und wurde am Sonntag, den 13. unter aussergewöhnlich grosser Beteiligung zu Grabe geleitet. Der Verstorbene, der strengsten Richtung im Judentume angehörend, hat die Ausübung der Wohltätigkeit förmlich als seine Lebensaufgabe erfasst, sein zielbewusstes Streben galt den Armen und Bedrängten. Innerhalb unserer Gemeinde bestehen eine grosse Anzahl Vereine mit den mannigfachsten humanitären Aufgaben; dass M. Sch. allen diesen, in vielen zum Vorstande zählend, angehörte, ist selbstverständlich gewesen für jeden, der ihn kannte. Sch.s Element war die Wohlthätigkeit, die von ihm aber nicht planlos geübt wurde. Das Wohlthun ״znm Fenster hinaus“ war für ihn ein Greuel, still, das Elend aufsuchend, wirkte er besonders nach der Richtung, den Strauchelnden zu stützen, den Fallenden aufzuhalten, ihnen die Menschenwürde zu erhalten, indem er ihnen, je nach den Verhältnissen, die Möglichkeit zum Selhsterwerb zu schaffen sich bemühte. Hierauf war sein ganzes Sinnen und Trachten gerichtet, und M. Sch. ist die Errichtung des Vereins zur Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen wie des Vereins für Arbeitsnachweis zu danken, die vor etwa acht Jahren unter den allerschwierigsten Verhältnissen errichtet, seitdem Grosses geleistet haben und zum Vorbilde geworden sind für alle grösseren Gemeinden Deutschlands. Die Armen, besonders auch Frauen und Mädchen, zu selbstthätigen Menschen zu erziehen und zu erhalten, damit sie nicht zu Almosenempfängern herabsinken, das war das Hauptziel M. Schs., und wie sah man dem kleinen bewegliehen Mann die Freude aus den klarblickenden, lebhaften Augen leuchten, wenn er berichten konnte über neue Erfolge aus der so schweren Arbeit. Nun haben sich diese Augen für immer geschlossen, Maier Schwarzschilds Arbeit hat für immer geendet. Sein Andenken aber wird ein gesegnetes sein, denn es wird zu gleichem Thun die Ueberlebenden anspornen. Schwarzschild war am 15. April 1830 zu Heusenstamm geboren. Posen. (Eig. Mitteilg.) Ober-Rabbiner Dr. W. Feilchenfeld leierte am Dienstag sein 25jähriges Jubiläum als Gemeinde- Rabbiner in Posen. Bereits am vergangenen Sonntag nahmen die Festlichkeiten aus diesem Anlass ihren Anfang, und zwar wurden sie durch eine Ovation der Schüler der Gemeinde-Religionsschule eröffnet. Am Montag hatte die 'Confiserie Landre^K 5׳Tnh.: Herrmann 62. Kommandantenstr. 62. 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