Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 20 (14.5.1897)
- Date
- 1897-05-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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LOEWENSTEIN, Möbel-FabriK -——— Neben N. Jsrael. Berlin C. Spand&uerstr&sse 321 vifl-A-vi» dem Rathbaas. Empfiehlt gute solide gearbeitete Wohnungseinrichtungeu im Preise von Mk. 500 bis Mk. 10,000, sowie einzelne Möbelstücke von bester Qualität. — Das mir seit vielen Jahren von meiner geehrten Kundschaft erwiesene Vertrauen bürgt wohl hinreichend für die Solidität meines Geschäftes und bin dadurch in der Lage, Hunderte von Referenzen aufgeben zu können. Mit Preisanschlägen, Zeichnungen, Stoffmuster etc. stehe jederzeit gern zu Diensten und mache noch besonders darauf aufmerksam, dass. Umzüge und nene Arrangement» in jedem Stile unter meiner persönlichen Leitung ausgeführt werden. Julius LÖwenstem, Arrangeur für innere Wohnungseinrichtungen. C. Spandauerstl*. 32. Die jüdischen Vereine Berlins. (,Etwaig« 6. Beth-Hamidrasch-Gesellschaft. Die Anfänge der heutigen Beth- Hamidrasch-Gesellschaft, die den Zweck hat, das für das höhere Thora- und desonders Talmudstudium 1743 errichtete und im Hause Heidereutergasse 4 defindliche Institut des Beth-Hamidrasch als Lehrhaus und Synagoge zu erhalten, reichen zurück bis Ende des 17. Jahrhunderts. Das durch Jost Liebmann und seine Frau Ester unterhaltene Privat-Beth-H amidrasch ging 1713 wieder ein. Erst als David Franke 1 1743 sein Amt als Rabbiner in Berlin antrat, entstand auf seine Anregung ein Comite zur Errichtung und Erhaltung eines Beth-Hamidrasch. Das Gemeindegrundstück in der Heidereutergasse wurde mit einem zweiten Stockwerk für die Zwecke des Beth-Hainidrasch versehen. Das Aeltesten-Collegium förderte dieses Institut auch durch Gewährung einer Beihilfe von 1000 Thlr. 1746 wurde der Bau vollendet und dem Vorstande seiner Bestimmung für alle Zeit übergeben. Gemäss der statutarischen Bestimmungen sollen hier durch regelmässige Lehrvorträge die Hörer zu einem tieferen (Nach den Angaben der p.p. Vorstände.) Ungenauigkeiten bitten wir gefl. berichtigen 2 Verständnis der talmudischen Lehrobjekte geführt, und es soll zu einer Ansbildung Gelegenheit geboten werden, welche die Erlangung eines Rabbinats- Diploms ermöglicht. Ausserdem sollen homiletische und gemeinverständliche Vorträge über biblische Bücher oder talmudische, rituelle, auch jüdisch - religionsphilosophische Werke gehalten werden. Die unentgeltliche Teilnahme an den Vorträgen steht jedem frei. Die Benutzung der Bibliothek ist dem Publikum innerhalb der Lehrräume des Beth-Hamidrasch gestattet. Im Jahre 1768 zählte das Institut 109 Mitglieder, unter diesen befanden sich: MosesMendelssohn,Bernhardt, Hof-Bankier Itzig Jaffe, Juda Witzenhausen, Samuel Aron (Bleichröder), Lipmann Meyer Wulf, (Grossvater von Meyerbeer, Michel B'eer und Wilhelm Beer) u. s. w. Seitdem hat die Mitgliederzahl stetig zugenommen und beläuft sich gegenwärtig auf 235 ordentliche, 25 ausserordentliche Mitglieder und 1 Ehrenmitglied. Zu den Beth-Hamidrasch Rabbinen gehörten die Träger der klangvollsten l wollen.) Nachdruck verboten. Namen, z. B. Herz Pila, Joseph Sachs b. Jekutiel, Lob Fernbach, Meyer Simon Weyl, Schemajah Landsberger, Michael Landsberger. Dr. David Cassel. Die gegenwärtig fungierenden Beth- Hamidrasch-Rabbinen sind die Herren Dr. Hildesheimer (seit 1869) und Biberfeld,(seit1884, N achfolger von B. Zomber.) Die Bibliothek umfasst sämtliche Zweige der jüd. Wissenschaft und zählt 2014 Bände. Zur Unterstützung bedürftiger Hörer werden zu den hohen Festtagen die Bibliotheksräume in einen Betsaal vorwandelt und die Plätze vermietet. Der derzeitige Vorstand besteht aus den Herren: Max Rosenberg, Flensburgerstr. 19 a (Vorsitzender), Jacob Bamberger, Steglitzerstr. 36 (Schriftführer)undD. Struck, Spandauerbrücke5 (Rendant). Zum Achtzehner-Ausschuss desBeth-HamidraschgebörendieHerren: M. Altmann, Prof. Dr. Barth, J. Bodenstein, A. Breslauer, G. Löwenberg, Abr. Meyer, Georg Levy, 18. Kempner, L. M. Seckeisohn, Peltesohn, Sally Brilles, Oskar Berlin, Gid. Heymann, Sam. Engel, J. M. Fernbach, Dr. L. Caro, Jos. Frankel und Hermann Ury. Umschau. Der 70. Geburtstag des Predigers Dr. Oppenheimer am 7. ds. brachte dem Jubilar vom frühen Morgen bis zum Abend eine ununterbrochene Reihe von Ehrungen. Der Vorstand und das Repräsentantenkollegium der jüdischen Gemeinde beglückwünschte ihren verehrten Geistlichen. Im Laufe des Vormittags begrüssten die Kollegen des Jubilars, die Prediger Dr. Klemperer und Dr. Lewin, diesen durch herzliche Ansprachen, welche das greise Geburtstagkind in grösster Frische erwiderte. Ferner stellten sich Deputationen der ״Lessing - Loge zu den drei Ringen“, deren Grossmeister Dr. Oppenheimer ist, sowie der ״Loge Victoria“ als Gratulanten ein, neben den Familienangehörigen des Gefeierten, zahlreichen Gemeindemitgliedern, Freunden und Verehreru. Die Wohnung Dr. Oppenheimers in der EichendorfFstr. schien in einen Blumengarten verwandelt zu sein, Palmen und andere Blattgewächse, Blumen und Früchte füllten neben anderen Ehrengaben die Räume, und ganze Berge von Briefen und Telegrammen bewiesen, in wie weiten Kreisen der Jubilar Verehrung und Liebe geniesst. Eine Kundgebung gegen die in Oesterreich erlassenen Sprachverordnungen ist für nächsten Sonntag von der Dresdener antisemitischen Partei geplant. Zahlreiche österreichische Abgeordnete und Politiker sollen an der Versammlung teilnehmen. Die Dresdener Polizeidirektion hat verboten, dass österreichische Vertreter in der Versammlung das Wort ergreifen. Plünderungen jüdischer Geschäftshäuser werden telegraphisch aus Kantazukow, im russischen Gouvernement Cherson, gemeldet. Drei jüdische Einwohner wurden erschlagen und mehrere Häuser demoliert. Das requirierte Militär erschien, als es schon zu. spät war. die Aussehreitungen zu verhindern. Den ״St. Petersburger Wjed.“ wird hierüber Folgendes geschrieben. Fast der ganze Flecken, so berichtet der Correspondent des Blattes, ist von dem wütenden Volkshäufen zerstört worden. Das Dorf Kantakuso liegt nicht weit von der Stadt Wosnessensk, daher sind die jüdischen Einwohner der Stadt von panischem Schrecken ergriffen. In Kantakuso sind alle jüdischen Buden abgetragen worden und die Waren auseinandergeworfen. Ein Teil der Waren wurde von dem Pöbel zerstört. Inmitten der allgemeinen Verwüstung ist wie durch ein Wunder die Synagoge unangetastet geblieben. Der Rabbiner wurde auch von der Volkswut verschont. Der Geistliche suchte die wütenden Bauern zum Auseinandergehen zu bewegen, man hörte ihn jedoch nicht, sondern er wurde noch mit Schmähungen überhäuft. Kalendarium. Mai. Jjar. Freitag 1t.! 12. Sonnabend 15. 13. Sonntag 16. H. Montag 17. Dienstag Mittwoch 18. 18. 17. Donnerstag 20. 18. Freitag 21. 18. j אנזור Nacht 8,43 לג״בעומר