Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 14 (2.4.1897)
- Date
- 1897-04-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Begründung eines Verbands für jüdische Wohlthätigkeitspflege in Berlin. (Fortsetzung statt Schluss.) Wie unsere ״Centralstelle für die Wohlthätigkeitsanstaltenin der jüd. Gemeinde“ eingerichtet ist, möge nachstehendes Bild zeigen. Auf speciell dazu vorgedruckte Personalkarten wurden zunächst die aus den Akten der Armen-Kommission ersiehtliehen Personalien nebst den innerhalb der letzten 2 Jahre erfolgten Bewilligungen resp. Abweisungen übertragen. Nach und nach traten dann auf Anregung des Gemeinde- Vorstandes noch folgende Institute mit Meldungen bei: 1. Die Waisen-Kommission. 2. Das Reichenheim’sche Waisenhaus. 3. Die Friedhofs-Kommission. 4. Die Dr. Ephraim-Stiftung. 5. Der Wittwen Hilfsverein (Ohel Jescharim) 8. Die Gesellschaft für Holz- und Brotverteilung (Haspakath Elionim). Ausserdem sandten Meldungen: der Verein der Schlesier, der Kindersparverein und das Erziehungshaus in Pankow. Das Archiv der Centralstelle zählt bereits 6000—6000 Personalkarten. In der Zeit vom 1. April 96 bis Ende Februar 97 sind ihr etwa 6400 Meldungen zugegangen; in dem gleichen Zeitraum hat sie etwa 6500 Auskünfte zu erteilen Gelegenheit gehabt. Unter den Teilnehmern der Versammlung erblicke ich manchen, der mir gern bezeugen wird, dass er aus der stummen und doch so beredten Zahl unserer Auskunftskarten oft wertvolle Schlüsse für die Richtung ziehen konnte, nach welcher hin weitere Recherchen vorzunehmen waren. Von directen Urteilen über Unterstützte soll auf den Karten nur in Ausnahmefallen die Rede sein und auch nur dann, wenn dieses Urteil unumstösslich fest steht. Die Centralstelle soll sich in der Hauptsache auf das Verzeichnen von gewährten Unter- Stützungen und von Abweisungen beschränken. Ihre Bereitwilligkeit, Meldungen an die Centralstelle gelangen zu lassen und sich dem geplanten Verbände anzugliedem, hat inzwischen noch eine grössere Anzahl von Vereinen ausgesprochen: Das Mädchenhaus in Pankow, der Verein zur Unterstützung armer jüdischer Wöchnerinnen und das mit ihm in Verbindung stehende Institut Sandikin, die Hilfskasse der jüdischen Reformgemeinde, die Vereine Machsike Lomde Thora, und Lechun Bachurim, der Schweriner Hilfsverein, der israelitische Frauen-Unterstützungsverein, die Religionsgemeinde Charlottenburg, der Verein der Posener, das Comite für Chanukkah-Bcschcrung, das jüdische Mädchenstift. der Frauenverein der Berliner Logen B’ne-Brith. Den speciellen Vorbehalt, solche Unterstützungen zu verschweigen, deren Natur Discretion als geboten erscheinen lässt, machten folgende Anstalten: Die Baruch Auerbach’schen Waisen - Erziehungsan- . stalten, die Louisen Stiftung, die Gesellschaft Hachnassate Kalloh, die Fürsorge-Kommission der Gemeinde, der Verein zur Unterstützung jüdischer Lehrer in Preussen. Der Standpunkt dieser Anstalten, Vereine u. 8. w. kann ich durchaus würdigen und den gemachten Vorbehalt' nur billigen. Dieser Vorbehalt erscheint mir übrigens ganz selbstverständlich zu sein um jeden einzelnen Verein zu betreffen. Demgemäss haben wir auch in die Ihnen zu unterbreitenden Satzungen den Passus aufgenommen, dass einem jeden Mitgliede des Verbandes die selbständige Entscheidung darüber gewahrt bleibt, welche Unterstützungen von der Meldung an die Centralstelle ausgeschlossen sein sollen. Zugleich betont das Statut, dass der Verband von jedem Eingriff in die Selbständigkeit und Thätigkeit der ihm angehörenden Anstalten Abstand nimmt. Einige Institute haben es abgelehnt, Mitteilungen, bezüglich Gewährungen oder Abweisungen, an die Centralstelle zu machen, sich jedoch bereit erklärt, den letzteren auf Anfrage Auskunft über unterstützte Personen zu gewähren. Von einem derartigen Anerbieten ist seitens der Centralstelle auch niemals Gebrauch gemacht worden und wird auch nach der Natur der Sache kaum gemacht werden können. Unsere Centralstelle ist, wie ich schon mehrfach hervorhob, zunächst nur ein Registrierungsbureau für ihr zugehende Meldungen. Nur das, was sie auf diesem Wege empfangen hat, kann sie zu Nutz und Frommen anderer Vereine an diese auf deren Anfrage wiedergeben. Die Centralstelle kann nur Meldungen brauchen, die Anerbieten, nur auf specielle Fragen Auskunft zu erteilen, sind leider identisch mit Verweigerung einer Mitarbeit an der Centralisation. Der Vorstand desselben hat es sich zur Pflicht gemacht, Engherzigkeit in der Auskunftserteilung nicht walten zu lassen. Wir hielten zwar stets streng darauf, dass Discretion bezüglich der Auskünfte gewahret blieb, und Hesse letzteren nur den legimitierten Vorstandsmit- Den werten Vereinen empfehle ich mein reichhaltiges Lager von Musikalien aller Art.als: Salon-Musikstücke, Lieder, Couplets, Duette, Ensemble- und Solo- Svenen. Billigste Preise! A. Bandtlow, Musikalienhandlung Alte gohönhauserstr. 19. Cigarren und Cigaretten, Rauch-, Kauu. Schnupftabake empfiehlt Otto Tnlosinski, Kurzestrasse 18. Hermann Koch (16 Jahre im Hause Israel.) Gardinen-Spezialgeschäft Blumenstr. 8 neb. d. Residenztheater. Grösste Auswahl von Gardinen, Stores, Tüllbettdecken, Rouleaux und Kongresstoffen in allen Preislagen. Aerztlich approbirter und militärisch empfohlener ZBF' Krankenwärter. Jacob Citron, Linienstr. 64, Hof H. Lehrmädchen für Damenschneiderei verlangt Frl. 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