Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1897)
- Date
- 1897-03-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3019627-3019628-3019641--510-3019963- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
_ _ ........ JDß,^ nqch ,flMJ TVXfU-UUtFjj;^! Do ׳UvgLsrUvzfEflisKee "täamj&üäd' V&aä!as8tea. ' Kiel. Der ajftisemrtischen Sache irt Schleswig-Hodsiein kann es duh nioht mehr fehlen, denn der Herr!Reichstage Abgeordnete Ahlwardt kommt ihr in eigener Person zur Hilfe. Er spricht am nächsten Sonnabend in der ״Erheiterung11 en Meldorf, Enträe 50 Pfg. Die Antisemiten in München, hatten sich am Sonnabend hn. Cafe Königsplatz in Stärke von 30 Männlein zh einer Versammlung eingefunden. Referent war Rechtsanwalt Dr. Schilein, welcher in der bekannten Weise versuchte, alle Misere unseres heutigen wirtschaftlichen Lebens von den Juden abzuleiten. Dieser naiven Auffassung entgegenzutreten, fühlte sich Niemand bewogen, so dasy sich schliesslieh die Versammlung in allgemeines Wohlgefallen auflöste. — n Das Befinden des Schachmeisters Wilhelm Steinitz hat sich gebessert, er ist nach Wien gereist, um sich dort weiter behandeln zu lassen. Wie er erzählt, schreibt er an einem Buche ״Die Juden im Schachspiele“. Wien. Der Ausfall der Wahl in der fünften Kurie scheint das Signal für die Veranstaltung einer publizistisehen Judenhetze geben zu sollen, von der schon heute einige sehr bemerkenswerte Proben vorliegen. So bringt das ״Deutsche Volksblatt“ nachstehende Notiz: ״Eine Erwägung zur neuen Civilprozessordnung. Von juristi8eher Seite wird uns geschrieben: Da durch die in Wirksamkeit tretende neue Civilprozessordnung der freien Beweiswürdigung des Richters ein neues weites Feld eröffnet wird, erscheint nachstehende Erwägung besonders aktuell, deren Bedeutung auf den Gebieten, wo die freie Beweis- Würdigung bereits herrscht (vgl. Strafprozess Bagatellverfahren), bisher leider wenig berücksichtigt wurde, deren Wichtigkeit aber den Kennern der thatsächlichen Verhält- Bisse nicht entgehen kann. Nach § 142 lit, d der allgemeinen Gerichtsordnung galt ein Jude, der für einen Juden gegen einen Christen aussagte, als ein bedenklicher, das heisst nicht vollwertiger Zeuge. Die Motive, die zu einer solchen gesetzlichen Vorschrift seinerzeit führten, sind ebenso bezeichnend, wie bekannt. Die allgemeine Gerichtsord- ׳״geset sh °h»;Statu irung eine Ri chtung eihgeschlageTi, cfie'־m1 jakre 1800 natürlich verlassen, eirp Bestimffiung ahgbfcömmeh, die damals 1natürlich aufgehobeS wurde. Hat man aber auch die Gründe, die sie seinerzeit ins Leben riefen, damit aufgehoben und aus der Weit ge-- schafft?! Der Richter darf bei freier Würdigung der Be? weise mit diesen Gründen rechnen!■‘ In Wien hat es wieder einmal sine ״Haupthetz“ gegeben. Man schreibt darüber: Bei dyn heutigen Reichsrats־ Stichwahlen haben sämtliche fünf deutsch-fortschrittliche Kandidaten mit bedeutenden Mehrheiten gesiegt. Nach dem Bekanntwerden dieser Thatsache sind in dem Stadtteil Leopold antisemitische Ausschreitungen vorgekommen. Einige Pöbelhaufen, jeder vielleicht 200 Mann stark, zogen in die Seitengassen und warfen dort in kleinen jüdischen Kaffeehäusem und bei armen Krämern die Fenster ein und richteten allerlei sonstigen Schaden an. Die Polizei schien anfangs nicht darauf vorbereitet zu sein und misste Succurs herbeiholen. Erst nach einiger Zeit gelang es, die Masse zu zerstreuen. Der Wiener Antisemitenhäuptling Lueger glaubt nach dem für seine Partei günstigen Ausfall der Reichsratswahlen in Wien seine Zeit gekommen. Wie die ״N. Fr. Pr.“ mitteilt, beabsichtigt der Bürgermeister Joseph Strobach in längstens drei bis vier Wochen seine Demission zu geben. Wie noch in aller Erinnerung sein dürfte, nahm Herr Ströbach die am 6. Mai auf ihn gefallene Wahl mit der Versicherung an, dass er dies nur aus Parteitreue und aus persönlicher Freundschaft für Dr. Lueger thue, welchem er ״gern den Platz räumen werde, sobald die Zeit hierzu gekommen ist.“ Diese Zeit scheint nun gekommen zu sein. Der damalige Bürgermeister dürfte als erster Vice-Bürgermeister im Präsidium des Gemeinderats weiter verbleiben. Der Majorität des Gemeinderates ist man bei diesem Rollenwechsel sicher. Boycott gegen Antisemiten. Zur Feier des 13. März 1848 waren von den soeial-demorkatischen Vereienen Wiens in mehreren Bezirken Versammlungen abgehalten worden, die zugleich auch der Besprechung der Wahlvorgänge vom 9. März gewidmet waren. In sämtlichen V6rfür feinsten Louise Drogotschyn (früher im Hause von V. Altmann) Marfcgrafenstr .2 p. a. d. Lindensfr Billigste Pri ise. Zahle höchste Preise für Neuweiss und bunte Wollabfälle, Metalle aller Art. Auf Bestei- Jung Abholung. Weberstr. 15a. V. Kupferstein aus Brüssel. Adressenschreiben 1000 Stück 3 Mark auch jede andere Schreibarbeit wird sauber und billig angefertigt bei W.!Hermann Emdenersirasse 5, III. ןנל-סחח —~ Mares, sowie g&tomtiiche Osterwaaren, Kuchen eigener Bücherei, empfiehlt H. Js&acsohn, Krausnickstr. 15. Osear Overholthaus. Lager u.Verkaufssaai Wilhelmstrasse 10. Fabrik: Wilhelmatr. 124, früher Admiralstrasse. Flügel, Pianos Fabrikpreisen. 2 Mttnzstr. 2. SchuHwaarenhaUS 2 Mllnzstr. 2. empfiehlt ihr grosses reichhaltiges Lager in allen Sorten Schuhen und Stiefeln in nur reellen guten dauerhaften Fabiikateu zu sehr billigen Preisen. . ׳.-■:• . Reparaturen prompt und billig. —--= Vorzeiger dieses Inserats erhält 5°/0 Rabatt. Confect der einer attetm artigen Angkbe fabrizier^ empfiehlt L. F ab ab e grd er, 51. «Snigl. Nur allein - 178. pfl». 1,40 Mk. Mk. rc. fjhnfcm-, faft-ttmenafren* ff. pralinees atumasi. Cii Fahrräder jeder Art, erstklassige Maschinen liefert spottbillig, Theilzahlung gestattet, , die Fabrikniederlage der Exoelsior Fahrrad-Werke. Berlin N., Kleine Hamburgerstr.16. כשר Fleisch- und Wurstwaaren-Fabrik unter Aufsicht Albert Fleischer, Fernspr. III, 396. Lothringerstr.25.EckeAngermünd.-Str. Specialität: Feiner Aufschnitt. Selterwasser!! 6 Pfennig die grosse Flasche (von 20 Flaschen an frei Haus). Bei Abnahme von 60 grossen Flaschen 5 4׳ Pfennig. J. Stein 17, Veteranenstrasse 17. Telephon Amt HI, 2807. Große Kettr« 12 Mark? * mit rottzem Jnlet Federn (Oberbetfi In besserer AuSführm d«»gleichen 1 ^-schläfrig iX-schlä, ״ . . . . ״ S-sälSsrig.25 ״,- (frei bei freier Verpack, geg. Nachnahme, icksendung oder Umtausch gestattet. Heinrich Weitzenberg, la üv., LandSberger Sinme Preisliste gratis uftb franko. כשר של פסח Rothe und weisse Ungarweine vorzügliche Qualität von M. 1.20 per Flasche an, sowie alten ungarischen Slivovitz. Ref. Sr. Ehnv. Herr Ober- Rabbiner Auerbach aus Plotzk und Herr Rabbiner Höxter. J. Engländer, Weingrosshandlg., Lothringerstrasse 31. ע^-סמח streng Weine, Liköre, Colo- . nialwaaren, Matzes im separaten Lagerraum zu soliden Preisen empfiehlt S. Korytowski, Elsasserstr. 14a. Tel.: Amt3, 2493. כשר כשר Feine FleiscU-n. Vmtvaaren E. Wittenberg, Grenadierstr. 16. Alle Sorten Fleisch- und Wurstwaaren täglich frisch. Beste Qualität. Billigste Preise. Unter strengster Aufsicht $r. Ehr? würden des Herrn Rabbiner Härter.