Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 12 (19.3.1897)
- Date
- 1897-03-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Fraget die Lehrer, fraget die wenigen eingeweihten Personen, sie werden Euch Angaben machen, die Euer volles Mitleid erwecken, Euer Herz rühren müssen. An der Beseitigung solch trauriger Zustände mitzuwirken in wohlorgänisirter Weise, haben wir uns zum Ziele gesteckt und wir vertrauen bei der Lösung dieser schweren Aufgabe, der wir uns alle gern hingeben, auf die stete Opferwilligkeit unserer Glaubensgenossen, die noch niemals versagte, wenn es galt zum Wohls unschuldiger, armer Kinder zu wirken. ״Achtet auf die Kinder der Armen!“ Das soll unser Wahlspruch sein, mit welchem wir an die Oeffentliehkeit treten im Vertrauen auf die Hilfe weitester Kreise. Der Ertrag aus dem für den 11. April er. getroffenen Arrangement messt unserem ״Wohlthätigkeitsfonds zur Unter- Stützung armer jüdischer Schulkinder“ zu, und wir bitten recht herzlich, durch Entnahme von Billets uns in unserem Streben behilflich zu sein, möglichst vielen dieser unglücklichen Kinder beistehen zu können, damit ihnen die Grundlage für ihr späteres Fortkommen durch ehrliche Arbeit geschaffen werde. Wie oben erwähnt findet zu Gunsten des neu begründeten Fonds ein Wohlthätigkeitsfest am Sonntag, den 11. April statt. Hierzu ist Dräsel’s grosser Festsaal, Neue Friedrichstr. 35, belegt worden und dürfte das grossartige Programm selbst die Verwöhntesten voll und ganz befriedigen, (Siehe Inserat Seite 2,) Es ist der rührigen Vereinigung zu wünschen, dass ihr aus diesem Arrangement die notwendigen grundlegenden Mittel für ihr segenbringendes und humanes Wirken zufliessen. Umschau. Antisemiten und Conservative. Der conservative Bürgerverein Berlin-Moabit hat folgende Resolution gefasst: ״Der conservative Bürgerverein Moabit steht nach wie vor auf dem Boden des Tivoli-Programms, besonders auch in der Auffassung der ״Judenfrage“ und weiss sich hierin eins mit dem ersten Vorsitzenden des Berliner deutsch-conservativen Wahl Vereins, Freiherrn v. Langen. Der Verein erklärt die entgegengesetzten Auslassungen der Staatsbürger-Zeitg, vom 21. Februar d. J. für unzutreffend und der thatsächliehen Grundlagen entbehrend, hält derartige Auslassungen auch für geeignet, die für die Reichstagswahlen des nächsten Jahres so wünschenswerte Einheit der ״Berliner Bewegung“ sowie die Parteien der Rechten auf das Aeusserste zu gefährden.“ — Wohin es mit der antisemitischen Bewegung in Dresden unter der Führung der Herren Zimmermann und Genossen gekommen ist, beweisen folgende Bemerkungen des ״Vaterland“. Dasselbe schreibt: ״Auch die Dresdner Antisemiten wollten den hundertsten Geburtstag Kaiser Wilhelms des Grossen feiern. Da sie aber aus irgend einem Grunde, über den wir mit unseren Vermutungen zurückhalten wollen, es nicht für ratsam hielten, die Versammlung unter eigener Flagge einzuberufeu. wurde in den Dresdner Tageszeitungen die Notiz verbreitet, dass eine ״grössere Anzahl streng nationaler Vereine“ die Absicht habe, eine Vorfeier des Geburtstags Kaiser Wilhelm I. am 27. Februar im Saale des Konzerthauses des Zoologischen Gartens zu begehen. Auch wurden an eine grosse Anzahl von Korporationen Einladungen zur Teilnahme an dieser Festfeier erlassen, ohne dass aber auch nur ein Wörtchen davon verlautete, wie eigentlich die streng nationalen Vereinigungen Firmpn-Srhlldpr & Eyrich, Metall-, Holzu. Glas-Buchstaben X LL llXUll LFl/lllluvi Sclm1idst1*a8se 9. Hoflieferanten-Wappen. Ausstellnngs-Medaiben. Kautschukstempel. Billigste B«- zugsquellö Hrm. 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