Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 8 (19.2.1897)
- Date
- 1897-02-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Die Vereinigung Monbijou war vor ca. 4 Jahren der erste derjenigen Vereine, die, durch Vorträge aus dem Gebiet unserer Geschichte, ihre Mitglieder vor dem Indifferentismus schützen wollte, der sich allenthalben unter den Juden Berlins breit zu machen droht und uns befürchten lässt, dass unsere Jugend, die Söhne und Töchter solcher Väter, die unserer Glaubensgemein- Schaft schnöde den Rücken kehren, dereinst Alles abstreift, was mit der BethätigUDg unseres Glaubens irgendwie zusammenhängt. Die Vereinigung hat auf dem Wege zu ihrem Ziel viel bis heute geleistet, der beste Beweis dafür ist der, dass in den letzten Monaten an grösseren Plätzen Deutschlands Vereine nach demselben Muster eingerichtet wurden, die ausserordentlich schnell an Mitgliederzahl zunehmen. So wurde in Hamburg vor einiger Zeit ein Jugendverein gegründet, der heute 160 Mitglieder für sich zählt, in Frankfurt a. M. besteht ein solcher seit 8 Wochen mit fast 200 Mitgliedern, in Cöln mit 160, in Gleiwitz mit ca. 100 und in Stettin ist Herr Dr. Vogelstein und Herr Rechtsanwalt Mann mit der Gründung einer derartigen Verein!'- gung beschäftigt. Wie ist es nun möglich, dass in Berlin eine Institution, wie die Vereinigung Monbijou, heute erst ca. 80 Mitglieder zählt und bei aller Mühe und eifrigem Streben, dem Hmfang unserer Gemeinde angemessen, es nicht möglich ist einen grösseren Anhang zu erwerben. Die Antwort auf diese Frage ist sehr einfach. Diejenigen Kreise in Berlin, denen zu allererst derartige Bestrebungen am Herzen liegen sollten, die jüdischen Rabbiner Berlins, stehen diesen Vereinen indifferent gegenüber. Was nützt es, wenn wieder und immer wieder in den Synagogen von den Kanzeln herab das Wort ertönt: ״Erziehet eure Kinder zn guten Juden!u Ja, diejenigen, die die Synagogen überhaupt noch besuchen, bedürfen einer solchen Mahnung nicht. Aber jene, die vom Judentum nichts mehr wissen mögen, an die sollte das Wort der Herren Rabbiner gerichtet sein, hier wäre ein Wirkungsfeld für die Herren, wo sie zu wahren Seelsorgern für unsere Gemeinde werden könnten und sich in hohem Maasse für das ganze Judentum verdient machen könnten. Wie in Frankfurt a. M. ein Herr Dr. Horwitz, in Cöln Dr. Frank, in Hamburg Dr. Leimdörfer, solchen Vereinen ihr ganzes Interesse zuwenden, so muss es hier geschehen, damit eine durchgreifende Besserung erzielt werde. Noch verschiedene Redner schlossen sich diesen Ausführungen, die den Standpunkt der ganzen Vereinigung kennzeichnen, voll und ganz an und es ist zu hoffen, dass wir in Berlin bald auf diesem Gebiete Besserung erfahren, dann werden auch, wie anderwärts, die Erfolge gewiss nicht ausbleiben. Firmpn-Srhildpr - Eyrich, Metall-, Holzu. Glas-Buchstaben ״*■■*■ ־*■־*־ ־*־■■ schmidstrasse 9. Hoflieferanten Wappen. Ausstellungs-Medaillen. כשר JVI. Jacob Inhaber Max Crohn Rosenthalerstr. 10. 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