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Berliner Vereinsbote · 1897-01-29 · Heft 5 (29.1.1897) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 5 (29.1.1897)
Date
1897-01-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Verein für Arbeitsnachweis. gsgrihnfo{ van den Berti»«׳‘ B'»» BrtUi Lage». Kloster-Strasse 44. Fernsprecher 5. 8966. Saschäftsstundan a—t und 3—6■ Arbeiter, Handwerker, Lehrlinge und Kaufleute, männlichen und weiblichen Geschlechts, erhalten durch unseren Verein kostenlose Vermittelungen. Der Vorstand. Nach Schluss der Redaction geht uns die tieftraurige Nachricht zu, dass Herr Siegfried Leichtentritt gestern nachts verstorben ist. "Wir beklagen diesen Verlust, den Juden und Judentum erlitten haben um so mehr, als Herr S. Leichtentritt ohne Rücksicht auf seinen leidenden Zustand sich ganz den übernommenen Pflichten gewidmet hat, in deren Dienst er sich im Interesse der Armen und Bedrängten gestellt. In unserer nächsten Nummer werden wir es versuchen, ein getreues Lebensbild des Verstorbenen zu entrollen. Vereins-Schau. Am 13. ds. Mts. hielt Herr Prof. Dr. Martin Philippson im ״Verein für jüdische Geschichte und Litteratur“ einen sehr interessanten Vortrag über: ״Ein jüdischer Leibarzt der Königin Elisabeth von England“. Rodrigo Lopez, einst eine beliebte Persönlichkeit, wurde, der Teilname an einer Verschwörung gegen das Leben der Königin beschuldigt, hingerichtet. Der geistreiche Historiker wies in seinem Vortrage nach, dass Lopez Shakespeare als Vorbild für seinen Shylok gedient hat. Freilich muss Shylok im Sinne des Dichters verstanden werden und nicht wie dies gewöhnlieh geschieht. Am Schlüsse des viele neue Gesichtspunkte bietenden Vortrages, der mit grossem Beifall aufgenommen wurde, ermahnte Prof. Philippson zu treuem Festhalten an unserem Glauben; nur dadurch könnten wir, gleich unseren Brüdern in England, uns die wohlverdiente Anerkennung erwerben und erhalten. — Der Saal vermochte nicht alle diejenigen zu fassen, die in der Erwartung einer grossartigen Vortragsleistung sich eingefunden hatten, so dass viele umkehren mussten. Die vom ״Verein für jüdische Geschichte und Litteratur“ eingerichteten Fortbildungscurse erfreuen sich eines regen Zuspruches. Selbst ältere verheiratete Leute haben sich zur Teilname gemeldet. — An dem Diskussions-Abend am 26. ds. sprach Herr Dr. Ludwig Rosenthal aus Mannheim über ״Don Isaac Abrabanel“. Redner entwarf ein anschauliches, färbenprächtiges Bild von dem Leben und Wirken dieses grossen Gelehrten und glauben streuen Juden, der die wechselvollsten Schicksale erlebt, der auf der höchsten Stufe des bürgerliehen Lebens ebenso wie in der Armut und Verlassenheit, in dem Sonnenblick des reinen Gottesglaubens die grösste Glückseligkeit fand. Dr. Rosenthal zog die unsterblichen wissenschaftlichen Werke, besonders die Bibelkommentare und philosophischen Schriften Don Isaac Abrabanels in den Kreis seiner Betrachtung, und mit wissenschaftlicher Gründlichkeit und fesselnder Rede gewährte er den zahlreichen aufmerksam lauschenden Zuhörern einen klaren Einblick in die Schriften, die für die Bibelforschung einen bleibenden Weit haben. Auch der Diskussions־ Abend war so gut besucht, dass die Wahl eines grösseren Saale« für die nächste Sitzung sich als notwendig erwiesen hat. ״Jllda’s Töchter“, Vereinigung jüdischer Frauen und Mädchen, gegr. 1895, beging am vorigen Sonnabend abend, im weissen Saale der Ressource zur Unterhaltung, Oranienbargerstr., ihr II. Stiftungsfest, welches über 200 Personen vereinigte. Den officiellen Festact eröffnete das vom Damenchor der musikalischen Gruppe der Vereinigung trefflich vorgetragene, von Herrn Alexander Heinemann meisterhaft einstudierte und geleitete Engel-Terzett, aus ״Elias“, welchem der von dem verdienstvollen Beirat der Vereinigung, Herrn Hermann Kessler, gedichtete und von Frl. Herzfeld geradezu dramatisch gesprochene Prolog folgte. Die Vorsitzende, Frau Sachs, hielt die Festrede, in welcher sie Wollen und Wirken der Vereinigung darlegte, woran sich Ansprachen der Ehrengäste und Abordnungen, unter diesen Herr Rabb. Höxter, Herr Gronemann vom Dibbuk chawerim und Herr Lewv vom Verband ehemaliger Schüler der Religionsscliule ״Adass Jisroel“, anschlossen. Nach einigen Dankesworten des Herrn Kessler an die Ehrengäste und die, welche in der verflossenen Zeit der Vereinigung zur Seite gestanden haben, sowie an die in anderen Kreisen für die gleichen Bestrebungen Eintretenden, schloss ein Gesang des gemischten Chors die stimmungs- und eindrucksvolle Feier. Nach derselben vereinigte die nun folgende Ballfestlichkeit, unterbrochen durch die von geradezu künstlerischen Leistungen gewürzte Kaffeetafel, von welchen wir den Gesangsvortrag des Herrn Alexander Heinemann und die Sandmalerei des Herrn Jacques Kessler besonders hervorheben, die Teilnehmer bis 6 Uhr morgens. Umschau. Ihrem vor wenigen Tagen verstorbenen Gatten in den Tod gefolgt ist in Landeshut die Gemahlin des Commissionsrats Herrn F. V. Grünfeld, des Chefs der bekannten Landeshuter Leinen- und Gebild-Weberei, Frau Johanna (Fortsetzung der Umschau Seite 6.) Berliner PosseD-Theater Müazstr. 17 (Eing. Königsgraben) Direction Joseph Aschinger und Leonhardy Haskel. ״Heinrich Heine.“ Anf. d. Vorstell.: Wochentags 8 Uhr. Sonntag« 7 Uhr Entr6e 30 Pfg. u. 8. w. Den werten Vereinen empfehle ich mein reichhaltiges Lager von Musikalien aller Art als: Salon-Musikstücke, Lieder, Couplets, Duette, Ensemble- und Solo- Scenen. Billigste Preise! A. Bandtlow, Musikalienhandlung Alte Bchftnhan serstr. 19, wm״ Nothsehrei! w■ Ein israelitischer Lehrer am Lande, der ein kleines Gehalt bezieht und eine Familie mit 14 Kindern zu ernähren hat, bittet Euch, Ihr Edlen und Barmherzigen in Israel, um Unterstützung. Der Winter mit seinem Graus hat seine Gattin und 3 Kinder aufs Krankenlager geworfen. Grosses Elend ist da vorhanden und schnelle Hilfe am rechten Platze. — Die Redaction d. BI. übernimmt und vermittelt die Spenden und werden selbe in d. Bl. ausgewiesen unter Chiffre ״für die hartbedrängte Lehrerfamilie.11 So eben erschienen: ״Heinrich Heine ein Nationaljude“ von Max Jungmaim. In allen Buchhandlungen vorrätig. "d8 *SZSSiägSL! SoWokon שרכן empfiehlt Otto Tnlosinski, Kurzestrasse 18. in besseren Kreisen. Postlagernd L. G. Postamt 60, Berlin. ]Preislisten gratia and franco ist das beste gesündeste Tafel ״ Getränk FpoHo ■ I I I ,,um Trinken fertig, > alkoholfrei aus frischen 'E‘ Ä Früchten, jede Alasche sterilisirt. Dr. NLgeli's D. Neichs-Patent 88116. Auf der Naturforscher und Aerzte Versammluug zu Frankfurt a. M. als das beste alkoholfreie Getränk erklärt. HW- Vevfand frei Hans. "WU Dir ganze Champagnerflaschc Kä, 75 a. «0 Pfg. ״ halbe 50 ,45 ״ u. «0 ״ William Haaeke, Berlin W , Friedrich-WilhelnurtrasBe 18, pwrt.

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