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Berliner Vereinsbote · 1897-01-22 · Heft 4 (22.1.1897) · page 3

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 4 (22.1.1897)
Date
1897-01-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Vereins-Schau. Bericht über die Comite-Sitzung des ״Kinder־Spar־Vcreins“ vom 11 Januar 1897. Im vergangenen Jahre sind 46 Oesuche um Unterstützung beim Vorstand eingegangen. Von diesen Gesuchen mussten 8 abgelehnt werden, weil uns unsere Statuten die Unterstützungen verboten. Die 38 unterstützten Parteien bekamen Summen im Betrage von 20 bis 200 Mk. und zwar teils einmalig, teils monatlich. Für dieses Jahr bis zum 1. Juli wurden wiederum 2500.Mk. für Unterstützungen bewilligt. Die nächste Entleerung der Sparkästchen soll in der Zeit vom 8. bis 18. A.pril er. erfolgen. Der Bericht über die Thätigkeit des Vereins soll bei dem nächsten Ansuchen zur Entleerung der Kästohen an sämmtliche Familien, in denen sich solche befinden, übersandt werden. In den Ausschuss wurden für das laufende Jahr wiederum dieselben Personen wie im vorigen Jahre gewählt und wurde dem Schatzmeister auf Bericht der Revisoren Decharge erteilt. Das Vermögen des Vereins besteht zur Zeit aus Mark 3301,40. Der Synagogen-Verein ״Beth Zion“ feierte am 17. Januar sein 17. Stiftungsfest in den Brunnen-Festsälen. Die Festrede hielt Herr Rabbiner Höxter. In beredten Worten schilderte er den Entwicklungsgang, den der Verein bis jetzt durchgemacht, wie er aus kleinen Anfängen sich zu einer für den Norden Berlins heilsamen Institution herausgebildet hat. Die grosse Sympathie, deren sich der Verein erfreut, bekundete der zahlreiche Besuch des Stiftungsfestes, das in würdigster Weise verlief. Den Zweck des Vereins legte Herr Holevy in poetischer Form dar. Die Fest- Veranstaltung ist als eine durchaus gelungene zu bezeichnen. Zum Gelingen des Festes trugen die Gesangsvorträge des Frl. Birnbaum in hohem Grade bei. Am Dienstag, den 19. Januar beging in Heller'8 Festsälen, Köpnickerstrasse der jüd. Frauen- und Jungfrauen- Wohltatigkeits-Verein ״Matilde“ sein 5. Stiftungsfest. Wie bei früheren Veranstaltungen des Vereins, hatte sich auch diesmal ein zahlreiches Publikum eingefunden, das durch die mannigfach verschiedenen Arrangements in die gemütlichste Stimmung versetzt wurde. Den ersten Teil des Festes bildete ein Promenaden-Konzert, dem sich Ball anschloss. Den Glanzpunkt des Abends bildete die Haffetafel, zu deren Beginn der von Frl. Marg. Wallach verfasste und von Frl. Agnes Blücher gesprochene Prolog vorgetragen wurde. Hierauf nahm das Wort der Vorsitzende, Herr I. Ritter. In kurzen markanten Zügen gab er ein anschauliches Bild über die Thätigkeit des Vereins, legte seine Ziele undZwecke dar und wies auf die Erfolge hin, die der Verein in der verhältnismässig kurzen Zeit seines Bestehen zu verzeichnen hat. Mit einem warmen Appell an alle Freunde und Gönner des Vereins, den Bestrebungen desselben auch für die Zukunft ihre Sympathien nicht zu versagen, schloss Herr Ritter seine mit vielem Beifall aufgenommene Anspräche. Von den verschiedenen Vorträgen, die nun folg een, seien besonders erwähnt die des Frl. Jenny Blumeüthal als Sängerin und Frl. Anna Berkitz, deren reizendes Spiel wir an dieser Stelle schon öfter lobend zu erwähnen Oelegenheit hatten. Eine ganz ausgezeichnete gesangliche Leistung hot Frl. Jenny Lilienthal, die über ein umfangreiches Stimmmaterial verfügt und die ihrem Vortrage ausserordentlich viel Schmelz und Anmut zu verleihen weiss. Nachdem Herr Ritter auf die verdienstvolle Vorsitzende des Vereins, Frau Silber, und Herr Garbatti auf die Damen getoastet, ergriff Herr Hermann Abraham, Leiter des Isr. Heimathauses, das Wort, um dem Verein im Namen des neu begründeten Vereins: ״Isr. Kinderheim und Kinderhort“ zu seinem Stiftungsfeste zu gratulieren und zugleich den Dank seines Vereins dafür auszusprechen, dass der Verein \ ״Matilde“ der erste der Vereine gewesen ist, die sich korporativ dem Verein Kinderheim angeschlossen haben. Mit einem Hoch auf den Verein ״Matilde“ schloss Herr Abraham seine zu Herzen gehende Ansprache. Mit einer sehr hübschen Costümpolonaise trat nun wieder der Tanz in seine Rechte, der die Teilnehmer bis gegen 5 Uhr zusammenhfelt. Mit dem Bewusstsein, einen herzerhebenden Einblick in die segensreichen Bestrebungen des Vereins Matilde genommen zu haben, verliessen wir dies schöne Fest. Möge es dem Verein und dessen Vorstande vergönnt sein, noch recht lange und erfolgreich für unsere armen J und bedürftigen Glaubensbrüder thätig zu sein und möge ihm in seinem edlen Streben die Unterstützung weitester Kreise nicht versagt bleiben. Israelit Miete-Hilfs-Verein. Am 27. Januar d. J. sind fünfundzwanzig Jahre verstrichen, seitdem der ״Israelitische Miete - Hilfs - Verein" seine segensreiche Wirksamkeit hegönnen hat. Zur Milderung eines schreienden Notstandes, des denkbar dringendsten Bedürfnisses in’s Leben gerufen, darf der Verein mit gerechter Genugtuung darauf hinweisen, dass er im ernsten Streben seiner schwierigen Aufgabe zu genügen allezeit bemüht gewesen, dass er Dank des Opferwilligen Interesses seiner Freunde und Gönner einer grossen Summe von Elend und Not wirksam gesteuert hat. Vielen (Fortsetzung der Vereinsschau auf der vorletzten Seite.) Berliner Possen-Theater Mönzstr.17 (Eing. Königsgraben) Direction Joseph Aschinger und Leonhardy Haskel. ״Der , ' Anf. d. Vorstell.: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr Entree 30 Pfg. u. 8. w. Den werten Vereinen empfehle ich mein reichhaltiges Lager von Musikalien aller Art als: Salon-Musik- Stücke, Lieder, Couplets, Duette, Ensemble- und Solo- Scenen. Billigste Preise! A. Bandtlow, Musikalienhandlung Alte Mchönhauserstr. 10. Nothsehrei! 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