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Berliner Vereinsbote · 1897-01-01 · Heft 1 (1.1.1897) · page 5

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 1 (1.1.1897)
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Ihm hatte Daniel einmal einen jener kleinen Dienste geleistet, die unter Umständen den grössten Wert haben und zur Erhaltung des Lebens bisweilen mehr beitragen, als die heldenmütigste Aufopferung. Daniel hatte den damaligen Hauptmann von Jahn bei einem Marsche in einiger Entfernung von der Heerstiasse an einem Baumstamme lehnend gefunden, dem Verschmachten nahe, da ihm nach einem tagelangen Marsche und einem Gefechte, in welchem er eine kleine Verwundung davon getragen, jede Labung an Speise und Trank fehlte. Daniel reichte ihm das Brod und einen Schluck Brantwein, die er noch besass, willig dar, und erquickte den fast ohnmächtigen Offizier dadurch so sehr, dass dieser auf seinen Arm gelehnt bis zum Nachtquartier gelangen konnte. War es immerhin von Seiten unseres Helden eine gewisse Auf- Opferung, so stand sie doch mit der Dankbarkeit im Herzen des edelmütigen Hauptmanns dafür in keinem Verhältnis, denn diesem war dadurch Daniel wie ein rettender Engel in Todesgefahr erschienen. Er freute sich daher gar sehr, den wackeren Sergeanten auf seiner Seite zu haben, und die lange Reise gab ihnen Gelegenheit, sich noch näher zu kommen, so dass es auch nicht unterblieb, dass Daniel seinem Gefährten alle seine Lebensverhältnisse und Schicksale mitteilte. Die Fahrt führte die Beiden zusammen bis durch das heimatliche Dorf Daniel s, da sich der Obristlieutenant nach H. begeben wollte, um seine Geschäfte dort zu beginnen. Er rechnete auf einige Tage Aufenthalt daselbst. Als Daniel mit dem Haupt in die Hände gelehnt auf dem Stuhle in dem elterlichen Gemache gesessen, da war ihm wie eine Eingebung von oben der Gedanke durch den Geist gegangen, bei dem Obristlieutenant Beistand zu suchen, da er unter dem Schutze eines so einflussreichen Mannes überall Eingang zu Anden hoffen durfte. Zu ihm zu eilen, und seine Hilfe anzurufen, nachdem er zuvörderst durch den Schulzen seinen Eltern Ruhe verschafft, war daher die Absicht, mit welcher er sich auf den Wagen setzte. Die einzige Besorgnis, die ihn ängstigte, war, dass Herr von Jahn H. bereits wieder verlassen hätte. Diese erwies sich aber als unbegründet, und der Obristlieutenant empfing ihn freundlich, wenn auch überrascht, ihn so schnell wieder zu sehen. Mit grosser Erregtheit erzählte er ihm alles Vorgefallene, lind flehte mit bewegter Stimme seinen Beistand an, auf den allein gestützt er die grosse Gefahr, in welcher sein ganzes Lebensglück schwebte, zu beseitigen hoffen könnte. Der Obristlieutenant sprach dem leidens :.■häftlichen Jüngling Beruhigung zu, und versicherte ihm alle mögliche Bemühung, die, wie er hoffe, nicht ohne Erfolg sein Würde. Er liess alle Umstände, alle Vorhältnisse und Lokalitäten bis ins einzelne genau be- 9031

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