Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3068 (14.9.1927)
- Date
- 1927-09-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Polen: 25 gfoszy) Wien: Zum Abholen in den Expedition, II., Taborstr. 1-3 odor in oinorVorschleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßenvorkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied. I., WoIIzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 6 Schilling Tscheche - Slow akei! Mon.K 22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen :Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Pr an kr eich, Belgien: Mon. Frcs. 35 N»ctiiahl*ngen bet P » e I b* ' 6h mn treu ro rbeh a 1 ten. - Wiener Morgenfeilung \ Preis 80 g | Engl an d:Mon.4Schilling Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170 bei BulgarientMon.lOOLewa, S c hw e i 7. und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-8-19 Ab 6 Ohr abends- Telephon Nr. 31-0-86 VII., Lerchenfel derstraße 1 (Druckerei «Inva“) Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr. 150.693 Nr. 3068 Me«. Mittwoch. 14. Sevtember 1927 9. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangefetzies E gekennzeichnet. PPPPPPPPP Versprich mir, daß Du nun sechs Wochen lang regelmäßig Sanatogen nehmen wirst. Wer fühlt, daß seine Arbeitslust no seine Willenskraft erlahmt, das Gedächtnis im Stich läßt, der Schlaf und die Verdauung unregelmäßig werden, bedarf in den meisten Fällen einer Kräftig»,rg bezw. einer besseren Ernährung der Körper- und' Nervenzellen. ist das in mehr als 24.UU0 schriftlichen Gutachten namhafter Aerzte als hervorragend unerkannte KräfiigungSmittel für Körper und Nerven. Einen Versuch mit Sanatogen kann jeder sofort machen, da es schon in Packungen von Schilling 3'— an in allen " eken und Di Apothek« * Drogerien zu haben ist. Ausschneiden und tm Briefumschlag an die Firma Bauer «. Eie., Berlin SW. 48, Friedrichstratze 23i, einschicken. 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Cecil wird die Albert-Hall-Versammlung zum Ausgaugspunkt einer großen, überparteilichen Friedensagitation machen. Cecils Absicht gcht dahin, durch diese umfassende Massenpropaganda alle politischen Parteien zu nötigen, in konkreter und verbindlicher Form vor d«r Neuwahlen zu den Friedens- und Abrüstungsprvblenren Stellung zu nehmen. Da die Festlegung einer klaren Friedenspolitik nach Ceeils Ansicht von grundlegender Bedeutung ist für den luirtschaftlichen Wiederaufbau und den sozialen Ausgleich im Innern Englands, dürfte es von der Rückwirkung dieser Friedenspropaganda auch für die politischen Parteien Englands Abhängen, in welches Lager Cecil b e i N e u w a h l e n die Friedensfreunde zu führen gedenkt. - ~ ‘ ' in Zapm. Nagasaki zerstört. — Tausend Persasten ertrunken. Osaka, 13. Septenrber. Ein Wrrvelstnrm hat Na - gasaki und die benachbarten Städte heimgesucht. Zahlreiche Häuser wurden zerstört. AlleBeröindüngen find unterbrochen, so dass nähere Nachrichten über das Unglück noch auSstehen. Auf der Insel Kr« Schi« sind durch eine Springflut ungeheure Verwüstungen angerichtet worden. Soweit bisher bekannt, sind tausend Personen ertrunken. Hunderte von Fischerbooten sind zugrund e g e g a n g e u. Die Springflut, welche die Insel verheert hat, scheint mit einem Seebeben zusammenzuhängen. Der größte Teil der Insel stand eine Zeit lang unter Wasser. Große Zerstörungen am Schwarzen Meer. Mm in Da Krim nun in Mvkasur. — MseWSrze i» Seönftouol — Sitte Sott ra suimmltete. Moskau. 12. September. (Wolfs.) F>> der Rächt vom Sonntag.zum Montag wurden...an der Küste des Schwarzen Meeres drei heftige Erdstöße mit unterirdischem Getöse wcchrgenommen. Am stärksten war das Erdbeben in Sebastopol und in den umliegenden Kurorten an der Südküste der Krim In Sebastopol stürzten mehrere Häuser eiu. Fast alle Häuser der Stadt haben Beschädigungen davongetragen. An manchen Orten dauerten die Erdstöße bis zu 40 Sekunden. Schwächere Erdstöße wurden a u ch i n d e r G e g e n d zwischen Kiew und Odessa wahrgenommen. Die Geologen vermuten den Herd des Erdbebens im Kaukasus, wo sich noch ein geologischer Prozess der Gebirgsbildung vollzieht. In Simferopol wurden drei Personen getötet und 65 verletzt. In K o r e i z wurden durch Einstürze drei Personen getötet. In Malta, wohin die Drahtverbindung unterbrochen ist, sollen gleichfalls Menschenopfer 31t beklagen sein. An Gebirge ereigneten sich Bergstürze. Reue Abstöße in Lnrkeftm». M 0 ska u, 13. September. In N a m a n gan im Ferghanagebiet, das am 13. August von einem heftigen Erdbeben heimgesucht wurde, wobei einige tausend Häuspr zerstört oder beschädigt und über hundert Personen getötet oder verletzt wurden, dauern die Erdstöße und Crä>- schwankungen noch immer an. Am 11. d. M. wprd.en im Laufe einer halben Stunde, fünfzehn Erdstöße verzeichnet? Obwohl die Erdstöße nvcht mehr katastrophaler Natur sind, fürchtetsich dieBev ö l k e r u n g, in die steheng eüliebenen Häuser zurückzw' kehren. Ser Völkerbund. Btiaa« iuMBanttettolit vir »er Abreise.—Sie MW«. Genf» 13. September. Die Teilnehmer der Völkerbundversammlung rüsten sich bereits zur Abreise. B r i a n d und Chamberlain werden Genf am Freitag verlassen. Die Wrüstungsftage ist in dre Kommission verbannt und führt dort ein geruhiges LLen. Von Interesse und höherem Wert, allerdings nur propagandistischem, war heute die Rede des belgischen Senators de Brouckere, der den gesamten Völkerbundpakt unter dem Gesichtspunkt der pazifistischen Demokratie untersuchte. Seine sehr stark ironisch gefärbten Ausführungen vermochten aber die Kommission nicht sehr zu fesseln. Wer den Frieden organisieren wolle — sagte de Bronckere —, muß sich beeilen, da der Krieg viel schneller organisiert wird. Jede freiwillige Abrüstung erleichtert die ccklgemeine Abrüstung, und es ist deshalb ein falsches Beginnen, erst eine Generalformel zu suchen, die allen genehm wäre. Der Völkerbund hat nur die Hauptaufgabe, die Stimmung für die Abrüstung und für die Benützung der Schiedsverträge zu schaffen. Wenn einmal ein Brand ausgebrochen ist, so kann man nid'i mehr ein Komitee zusammenberufen, das über die Wschaffung der Feuerspritzen diskutiert. In der vierten Kommission, der das Budget zugewiesen ist, gab es einen vielsagenden Zwischenfall. Der italienische Delegierte beantragte, es seien aus dem Budget die Auslagen der Mmderheitsabtoilung um 7000 Francs zu reduzieren. Der Antrag erregte großes Befremden, und die Vertreter Deuts ch l a n d s, Irlands und.Oesterreichs sprachen ihren Pr0test aus. Es würde, wie sie erklärten, einen sehr schlechten Eindruck machen und den Eindruck erwecken, daß der Völkerbund sich in Zukunft noch weniger um die Minderheiten kümmern wolle als er dies bisher schon getan habe. Der Antrag wurde schließlich zurückgezogen. VelaserunssruAand in Litauen. Sorlbmier Der Minute bei Tmroggeu. — Severaiftreft der Arbeiterschaft. K 0 w n 0, 13. September. Die Kämpfe zwischen Militär und Aufständischen dauern in den Wäldern vo-n Taur 0 ggen noch an. In der letzten Nacht wurde der MWärckommandant von Tauroggen- Oberst Jgnwtvw i e z von den Rebellen verschleppt. Die Regierung hat in allen größeren Städten und in den Grenzgebieten den Belagerungszustand verhängt. Die Arbeitergswerkschaften haben für heute den G e n e r ai' streik proklamiert. Sie verlangen die Freilassung der verhafteten Arbeiterführer. Die Zahl der Verhafteten hat bereits 2000 erreicht. Der Ministerral hat eine besondere Kommission eingesetzt, die den Putsch mit aller Strenge liquidieren soll. An der Spitze der Kommission steht Oberst Zawickis. 8i« Abgeordneter gefalle«. K o wn 0, 13. September. Der sozialemokratische litauische Abgeordnete M i k a l s k i, der an dem Aufruhr-von Tauroggen beteiligt war, ist getötet worden. Der Mord im Pariser italienischen Konsulat. Ser Wrber Slarbinia ibeatWert. Paris, 13. September. Der Mann, der den italienischen Vizekonsul Nardini erschossen hat, ist nunmehr identifiziert worden. Es ist ein Maurer namens S e r g ro di M0duga aus Sevignola. In seiner Wohnung wurde eine antifaseistische Zeitung gefunden. Moduga hat auch die Sprache wieder gefunden; er behauptet, bei dem Attentat durch einen Schlag eilte Zunge nl ä h m u n g erhalten zu haben. Ein Generalkonsul als Schmuggler verhaftet Athen, 12 September. Auf richterliche Anordnung ivurde der tschechische Generalkonsul in Saloniki unter den Beschnldiguug verhaftet, im diplomatischen Gepäck Stoffe geschmuggelt zu haben.