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Wiener Morgenzeitung · 1927-09-11 · Heft 3065 (11.9.1927) · p. Seite 14

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3065 (11.9.1927)
Date
1927-09-11
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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Seite 1 ] Wien, Sonntag Wiener Morgenzelturrg 11. September 1927 Nr. 3065 jDer (Rätselkasten Redigiert von Joto. Lösungen sind bis längstens Donnerstag an die Redaktion, Wien, II., Taborstraße 1—3, 2u senden. Die Namen der Einsender richtiger Lösungen werden am darauffolgenden Montag veröffentlicht. Kreuzworträtsel Nr. 9 ywii Wagrecht: 1. Kleinstes Teilchen. 4. Chem. Zeichen für Barium. 6. Temperaturzüstand. 10. Türkischer Titel. 11. Verwandte. 12. Europäische Oeldsoite. 14. Beeideter Aussteller von Urkunden. 16. Chem. Zeichen für Neon. 17. Stadt in der Schweiz. 18. Drei (italienisch). 19. Südfrucht. 22. Frbnz. Romancier (gest. 1857). 23. Sich erfrischen, ergötzen. 25. Weibl. Vorname. 28. Name (lat.) 29. Fluß in Westfalen. 31. Hügel des alten Rom. 34. Schmuckstein (t j). 37. Abbild. 38. Land in Asien. 40. Man (franz.). 42. Moderne Erfindung. 44. Gleichgültig. 46. Almhüter. 49. Ferment im Tiermagen. 51. Tageszeit. 53. Europ. Inselbewohner. 55. Weibl. Vorname. 57. Italien. Musiknote. 58. Speisenwürze. 60. Astrologe Wallen* stein. 61. Musikal. Zeichen. 62. Kleine Oeffnung. 63. Geliebte des Zeus. 64. Musiknote. 65. Farbenreich, verschiedenfarbig. Senkrecht: 1. Römischer Liebesgott. 2. Ueberschrift, Ansprache. 3. Bete (lat.). 4. Südfrüchte. 5. Nord. Göttergeschlecht. 7. Stadt in Neuitalien. 8. Schlachtenort in der Adria. 9. Ergeben, anhänglich. 10, Schwimmvogel. 13. Nordlandtier. 15. Frondienst. 17. Ungarischer männl. Vorname. 20. Unentschieden. Schachausdruck. 21. Vorsilbe. 24. Gleichlautend (Fremdw.). 26. Synonym für Jahreszeit. 27. Schubfach, Ruit. 30. Engl. Hafenstadt am Golf von Arabien. 31. Geometrische Zahl. 32. Weibl. Vorname (Koseform). 33. Drama von Grillparzer. 35. Faultier. 36. Franz. Fürwort. 38. Fleischspeise. 39. Schmuckstück (Mehrzahl). 41. Benennung. 43. Schmelzprodukt. 44. Gerade Fläche. 45. Japan. Wegmaß. 47. Metall. 48. Beweglich, eifrig. 50. Bevorzugter Stand. 52. Hölzernes Waschgefäß. 54. Teil des Fußes. 56. Teil des Auges. 59. Franz. Münze. Verwandlungsrätsel Nr. & 1 M E 8 S E 1 g - s 1 K A R T E Durch Auswechslung je eines Buchstabens sind neue, sich nicht wiederholende Wörter zu bilden, so daß von oben nach unten die Wortverbindung „Messekarte, entsteht. Magischer Rahmen Nr. 1 jl ]2 |3 |4 5 6 1 2 I 1 3 | 4 | 3a 4a |5 | 3 a|4a — [6 a a a a a a, d d, e e e, i i 1 i, 1111, m m, n n n n, o o, s s s, z z. 1. Wurstart. 2. Schöner Jüngling. 3. Weibl. Vorname (Koseform). 4. Vorwort. 5. Synonym für pachten. 6. Dänische Insel. 3a. Gott (hebr.) 4a. Chem. Zeichen für Tantal. Die Buchstaben ergeben richtig in die Felder eingesetzt, wagrecht und senkrecht, die gleichen Wörter. Visitkartenrätsel Nr. 4 Relli First Teschen Was ist die Dame? Logogriph Nr. 5 Mit a erquickt's den Wandersmann, Mit o greift es das Eisen an, Mit e bezeichnet es den Schluß, Mit i hast du’s an deinem Fuß. Gleichungsrätsel Nr. 3 A+B+C=x A - Gebirgsschlucht. B - Vorwort mit Artikel. C - Ehemaliges Längenmaß. x - Bonbonart.. , , Auflösungen! der in der Nummer 3058 (Sonntag, den 4. Sept. 1927) erschienenen Rätsel: Kreuzworträtsel Nr. 8, Wag recht: 1. Las. 4. Eta. 7. Medikament. 9. Tiger. 10. Uebel. 12. Uran. 13. Am. 15. Reno. 16. Nil. 17. Sued. 19. Ins. 20. Satire. 22. Maimonides. <26. Leu. 27. Drill. 29. Beg. 31. Null. 34. Ida. 36. Trio. 38. He. 39. Esau. 40. Ge-, neration. 43. Rex. 44. Inn. Senkrecht: 1. Legal. 2. Aden. 3. Sir. 4. Emu. 5. Teer. 6. Anbei. 7. Mirjam. 8. Tennis. 9. Tun. 11. Los. 13. Auto. 14. Mein. 17. Samen. 18. Drill. 20. Sie. 21. Edi. 23. Algier. 24. Edison. 25. Abt. 28. Lau. 30. Erg. 32. Ohr. 3.3. Lea. 35. Dan. 37. One. 39. Ein. 41. Ex. 42. Ti. Silbenkreuzworträtsel Nr. 1 Wagrecht:!. Madonna. 3. Rate 5. Erle. 7. Segel. 9. Norne. 11. Oabel. 13. sehen. 15. Benzin. 17. Lido. 18. Nebel. 20. Sense. 22. Toni. 24. Lende. 26. Parade. 27. Genre. 29. Rose. 32. Bela. 34. Nero. 35. Kanone. 37. Egal. 38. Abel. 39. Gerte. Senkrecht: 1. Malaga. 2. Nase. 3. Tenor. 6. Leben. 8. Gelse. 10. Neben. 12. Belllnl. 14. Henne, 16. Zinsen. 19. bellen. 21. Sesam. 22. Torero. 23. gerade. 25. Degen. 28. Rebe. 30. Senegal. 31. Arm. 33. Lade. 35. Kabel, 36. Neger. Magisches Quadrat Nr. 3. 1 Tiara. 2. Insel. 3. Assel. 4. Reede. 5. Alles. Verwandlungs-Rätsel Nr. 5. Waren—Wagen—Magen—Mager—Lager. Wort-Vorstellrätsel Nr. 1. Reden, Iden, Gabel, Oder, Lotto, .Elias, Tadel, Tante, Oheim. (Rigoletto.) Scharade Nr. 4. Preis—rätsel (Preisrätsel). (12. Fortsetzung.) Mn erster küßML Aus den jagenderinnerungen des alten Professors, Von einfamrn segeJ. Was war im. Vergleich mit all dem das bißchen Kneifen in den Gedärmen, welches ich jetzt crn-pfand? . . . Eine Erzählung erschütterte mich besonder): Die jungen Priester hatten sich im Tempel verschanzt, entschlossen, eher zu -sterben, als sich dem Feind zu ergeben. Schon züngelten die Flammen von allen Seiten einpor, da erstieg der SchliMr den Turm und sprach: „Gott im Himmel, wir haben dein Heiligtum treu behütet, du aber hast und verschmäht und den Tempel dem Feinde ausgeliefert. Wir sind in deinen Augen nicht mehr würdig, den Schlüssel zu bewahren) hier hast du ihn wieder. Er hielt den Schlüssel hoch und'aus den Wolken neigte sich eine Harrd herab und nahm ihn.in Empfang. . . Das Bild stand mir lebendig vor Augen, der junge Priester aus der Spitze des Turmes, den Schlüssel zum Tempel in den Himmel zurückreichend. Ich vergoß heiße Tränen, auf dem Soja liegend ... Aus diesen Träumen weckte mich JagaS Stimme: ,,M), mein armer Junge, was weinst du so bitterlich? Seht, wie das.ganze, liebe Gesicht in Tränen gebadet ist! Tn vergehst ja vor Hunger. Komm schnell, ich gebe oir ju essen, drei Uhr ist längst vorüber." „Aber Jaga, ich bin gar nicht hungrig, ich muß den ganzen Tag fasten, das habe ich dir ja erklärt." „Rede keinen Unsinn, dummer Junge, steh' ans, sag' ich, und komm zum Essen." Das ganze Rudel Kinder stürmte herein, die jüngsten kletterten auf Jagas Schoß, Großmüttercheu 'streichelte mir mitleidig das Gesicht. Mein Bruder hielt nur lachnrd ein mächtiges Butterbrot Vor dre Lippen: „Ta, beiß an!" „Wirst du still sein, herzloser Schlingel!" fcfjiute ihn Jaga an. „Der arme Junge vergeht vor Schwäche, und der quält ihn mit Spässcn. Packt euch von dannen, ihr habt hier nichts zu tun!"" Sie jagte die Kleinen hinaus und sing von neuem an, mich zu bedrängen. Es wollte. ihr nich't in den Kops, daß ich eine moralische Verpflichtung haben könnte, ihr zu widerstehen. „Du kleiner Bock, du bist so eigensinnig »me dein Vater in deinem Alter war. Na, wart', ic-ic wollen sehen." „Geh doch mal hinein zu deinem Sohu, >vas bist du für eine Rabenmutter!" hörte ich, wie sie dr.rußen meine Mutter anschrie. „Das arme Kind liegt auf dem Sofa und stirbt förmlich vor Hunger und Schwäche, und du hast das Herz, hier Süssigkeiten einzumachen und Kräpfchen 51t kochen. Was hat sich der Junge in den Kopf gesetzt, daß er sich kasteien müsse? Soll erl alle Sünden der Erwachsenen abbüßen? Geh' doch hinein und befiehl ihm, zu essen. Was denkst du denn?" > Ich lauschte gespannt. Jaga war gewöhnt, ihren Willen! durchzusetzen. Um meine Aufmerksamkeit ' bMenkrn, st en.te! ick) mich an, oie LeUmre 0^ Mi. , - 0 wieder auszu- 1 nehmen. Meine Augen flogen über das Buch hin ... Da kam meine >Muttec herein, setzte sich zu inir, strich mir das Haar aus der Stirn und sagte: „Bist du gar «nicht hungrig?" Mir wurde auf einmal sehr schwach ums Herz. „Ja, Mutter. . ach nein, nein. . . Wo denkst du hin? Ich Hab' ja einen Red er Ich muß fasten!" . . . „Ist das wirklich so strenge? . . . Wir wollen doch Rabbi Akiba fragen." „Das nützt nichts, Mutter, ich weiß es genau. Einen Reder muß man unbedingt halten, auch wenn mail ein kleiner Junge . . das heißt, ich wollte sagen, auch wenn man noch nicht Bar Mizwah ist." Die iMutter.sah mich sehr barmherzig an und ging Ichweigerrd hinüber zu Rabbi Akiba. Unser Lehrer aber entschied, daß mein Vater das Recht habe, meinen Neder einfach anfzuheben, für null und nichtig zu erklären und mir zu befehlen, daß ich esse . . . Mer nur der Vater allein, sonst niemand... Ohne viel zu überlegen, ging meine Mutter in das angrenzende Zimmer, wo mein Vater übcr seinen Geschäftsbüchern saß. Zu mir drangen folgende Bruchstücke Wc Gesprächs : „. . ... Es wird ihm nichts geschehen. Man stirbt nicht gleich, wenn man-einen Tag nicht ißt. Er'ist'ein bißchen blaß, das'macht nichts. Er kann'S aushalten" Aushalten kann ich's schon, dachte ich bei mir, aber mir war der ganze Leib wie ausgehöhlt, im Kopfe fühlte ich einen Druck und in der Magengegend richtige Schmerzen. „Geh' doch mur hinein und sieh, wie er todmilde auf dem Sofa liegt; er atmet kaum. Ich kann das nachfühlen, ich bin eine Mutter von sechs Kindern." „So, ich.gestatte mir, dichzw erinnern, daß ich meinerseits ein Vater von sechs Kindern bin. Es« sind zufällig dieselben sechs Kinder." Mein Vater faßte die ganze Sache offenbar von der spaßhaften Sette aus. „Die Männer haben kein Herz!" schrie meine Mutter. „Es handelt sich hier gar nicht unr das Herz, sondern darum, daß der Junge einen Neder getan, hat, den er halten muß. Das geht nun einmal nicht anders." „Wenn ich dichj aber Litte, sag' ihm, daß sein Reder gar kein Meder ist, daß er noch ein Kind ist, und bu ihm einfach das Fasten verbietest. . Nein, das wollte mir nicht mehr gefallen. . . Noch ein Kind? 'Mein Neder gar kein Nederi? ... Die Jungen würden mich auslachen . . . Voriges! Jtrhie erst hatte ich meinen Neder getreulich, gehalten, sechs Wochen lang, trotz der verlockenden schöner: Tinte, obgleich kein Mensch davon was wußte . . . (Fortsetzung folgt,)

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