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Wiener Morgenzeitung · 1927-09-11 · Heft 3065 (11.9.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3065 (11.9.1927)
Date
1927-09-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Polen: SS gfoszyJ Wien: Zorn Abholen inder Expedition, ll.» Taborstr. 1-3 oder in einer Verechleißstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling Straßenverkanf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I., Wollzeile 11 UH Postversand für Wien tlnd Oesterreich monatlich 5 Schilling T »che eh o - Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: MotuDin.60. Polen :Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Qm.4.Frankr eich, Belgien: Mon. Pres. 35 N«eht»hlsBS0B bai Praia* erhöhtngan rarbehalten. Wiener Morgewettirng | Preis «9» s | Bnglan d: Mon. 4 Schilling Italien: Monatl. 20 Lire Bam&nien: Mon. 170Lei 6 al g a r i e n: Mon.100 Lewa. S e hw e i a und das Übrige Aasland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Dhr abends- Telephon Nr. 31-0-86 Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inra“) Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr. 150.693 91t. 9069 Wien. Sonntag, 11. September 1927 9. Fahrgang Ser Kampf um die Exekutive. Ser zionifteNkongretz noch nicht geschloffen. — Sie Anleihelommiffion. Ile SnkompattbUM der Beamten. — Für Montag das ~ in Bafel gemietet. (Von unserem Bevichterstatter.) Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. ZUM SCHUlBECltlH: Der gute hygienische Schulstiefel Marko „Mathen" und „Matador" Neuest« Herbstmodelle In Herrenu. Damenechuhen efngelangt Im Sehuhhaua 983 ABRAHAMOWICZ, II., TABORSTRASSE NR. 33 Kongreß und Mandats- Verwaltung. —y, Wien, 11. September. Dm SÄbnlirirefoMöm des Zionistenlongresses ist der Ausdruck der Unzufriedenheit nrit der Tätigkeit der ,Palastinareglerung. Ter Kongreß ist zu dieser Auschainrng.gelangt, nachdem er den Bericht der Leitung augehört hatte, die ihre Befriedigung über die Palästinavenvaltung ausgesprochen hatte. Im politischen Referat Weizmmms war gesagt, „es wäre nur gerecht, von der Tribüne des Kongresses zu unterstreichen, daß die Palästinaregierung einen aktiveren Anteil am Aufbau des jüdischen Nationalheirns genommen hat". Es tvar auch seitens der. Exekutive eine in diesem Sinne gehaltene Resolution vorbereitet, welche dieses aktivere Interesse konstatiert und lediglich eine Reihe noch zu erfüllender Wünsche aufzählt. Tie Fassung des Kongresses steht in schärfstem Gegensatz und erklärt, daß die Tätigkeit der Verwaltung iveder dem Geist noch den besonderen Bestimmungen des Mandates entspricht. Weshalb der Kongreß zu diesem Beschlüsse kam, ergibt sich aus den vielen Debatten, die ihn bewegten. Welches Gebiet des öffentlichen Lebens, der Arbeit, der.Industrie und der allgemeinen. Führung des Landes immer erwähnt wurde, stets drang die Beschwerde imd die Unzufriedenheit durch. Das Ergebnis war, daß der Kongreß in einer kurzen knappen Formel das aussprechen mußte, was die Opposition behauptet hat. Sie hat nur zu einein sehr geringen Teil das Material geliefert, irr der Hauptsache waren es die Vertreter der Mehrheit, sogar offizielle Referenten, 'die djm .Geist der Verwaltung beklagten. Der Kongreß hat sich auf den einzig richtigen Standpunkt gestellt, daß das Mandat nicht einseitig nach den Wünschen und Interessen Englands geführt werden kann. Das Mandat hat nicht Palästina als einen Teil des englischer! Imperiums unter die Macht der britischen Regierung, gestellt; das Mandat hat die Aufgabe sehr genau umschrieben: daß in Palästina, wo die Juden kraft ihres historischen Rechtes sind, die jüdische nationale Heimstätte erstehe und daß Palästina in seinem gegenwärtigen Zustande solange zu belassen sei, bis das jüdische Volk seineil tveitererr Weg allein fortsetzen könne. Das gilt für alle Mandats länder, und tatsächlich ist ja vor wenigen Tagen der Vertrag zwischerr England und Transjordanien publiziert worden, in welchem die sein Lande sogar eine gesetzgebende Körperschaft z u g esich ert wird. Man muß die politische Reife der transjordanischen Bevölkerung nicht allzu hoch einschätzen, aber der Vertrag zeugt doch iurnrerhiu für L tc Entlvicklungssühigkeit des Mandatsbegriffes, aber mich dafür, daß man in London unter gewissen Umstärrderr genau iveiß, daß sich Mandat und Besitz nicht immer deckeir. Im jüdischen Falle besteht diese Erkenntnis nicht und die Organe der britischen Politik sind von der Definition L!oyd Georges rmd von dem so klaren' und eindeutigen Sinne der Balfour-Teksaration abgekonmren. Das Mandat tvill den Judensta-at, das' freie, unabhängige, sich selbst regierende jüdische ^Gemeinwesen. Die jüdische Auffassung vom Staat ist fteilich eine andere als die in.Europa maßgebeude. Wir wollen nicht den Gewaltc>. a., B asel, 10. September. (Telephonisch.) Sfinfseftnte Sitzung. Die heutige Abendsitzung, von der man erwartet hatte, daß sie die letzte des 16. Zionistenkongresses sein würde, begann um halb V Uhr abends. Die Organisationskommission hatte einen Beschluß vorgelegt betreffend die I:-- kompatibilität der Beachten, Die Resolution kautet: Lerwaltungsbearnte der Zionistischen Exekutive und der zionistischen Zentralinstitute, das sind Jüdische Kolonialbank, Keren Hajessod und Nationalfonds können, solange sie im aktiven Dienst stehen, nicht Mitglieder des Aktionskomitees sein, ohne Rücksicht darauf, ob sie in den Hauptbureaus oder in den Landesstellm tätig sind. Der Beamte des deutschen Keren Hajessod, Herr Alfred Berger, legte gegen diese Resolution den schärfsten Protest ein, weil sie eine Entrechtung der Beamten bedeute, obzwar der Vorsitzende der. Organisationskormnission erklärt-hatte, daß dieser A n t r a g vo n führend e n 85 tarnten selbst g e st e X lt worden sei. Berger behauptete, daß hinter ihm 90 Prozent der zionistischen Beamten stünden. Der Antrag wurde jedoch noch dochin erweitert, daß auch Beamte jener Institute, welche von der Zionistischen Organisation subventioniert werden, dem Aktionskomitee nicht angehören dürfen. Mit dieser Berschärftmg wurde der Antrag mit großer Majorität annommen. Ein Antrag, wonach Mitglieder des Direktoriums der drei genannten Institutionen nicht gleichzeitig Mitglieder der Exekutive sein können, wurde dem Aktionskomitee übertpiesen. Sodann erklärte Präsident M o tz k i n um halb 12 Uhr nachts, die Sitzung müsse unterbrochen werden, da die Permanenzkornrnissrori neuerdings zusammengetreten sei. Bon kompetenter Seite wurde Ihrem Berichterstatter vor Beginn der Nachtsitzung erklärt, daß die Majorität für die Palästinaexekutive (Kisch, Szold, Sacker als Mitglieder und van Vriesland als ernannter Schatzmeister) gesichert sei, da die Misrachi und das Zentrum für die Liste, die Linke dagegen stimme. Scheinbar haben sich jedoch neue, schwere Differenzen mit den Flügelparteien ergeben, und bis zur Stunde, 12 Uhr nachts, konnte die Wahl nicht vorgenommen werden. staat, der ohne militärischen Unterbau undenkbar ist und darum zum nationalistischen Exzeß neigt. Wir wollen keine Unterdrückung der Araber und wi'r sind der Meinung, daß sich die, Konflikte zwischen Juden und Arabern sehr wohl durch eine freie Aussprache von Volk zu Volk' schließen ließen, wenn kein, drittes störendes Element dazwischewtritt. Wir wollen auch nicht, daß die britische Verwaltung die Araber benachteiligt. Wir wollen die natürliche Entwicklung, die Besiedelung des freien Landes durch die jüdische Eiwvanderung und wir wollen, daß diese einströmenbeit rmd sich mit dem Boden verbindenden Menschen irr der Lage sind, ihr politisches Schicksal selbst zu bestinnnen und unabhängig von.jedem fremden Willen sich zu ent- Bezeichnend für die Situation ist, daß für Montag bereits das S t a d t k a s i n o gemietet wurde, da die Tagung im Messegebäude aus technischen Gründen weiterhin unmöglich ist. Man gibt sich jedoch alle Mühe, doch n o ch h e u t e nachts den Kon greß zu schließen. ‘ . , Stephen Wise. o. a. Basel, 10. Septenrber. Stephan'Wdse hat an den Präsidenten der amerikanischen Zionisten, 'Herrn Lipsky, ein.Telegramm gerichtet, in welchem er erklärt, daß der Zwischenfall gar nichts zü tun habe mrt seiner weiteren Arbeit für den Zionismus, mit seiner Treue gegenüber der Bervegung und seiner Disziplin gegenüber der Organisation, deren loMes Mitglied er immer bleibt. ■, > Mdltfch - Vorsitzender der An« leitzekommMon. SIS I« MI«. o. a. Basel, 10. September/ Die vom! KoNgvest göwählte Anleihekonmrission hielt heute unter Vorsitz des Herrn Naiditsch eine Sitzung ab. Tie Exekutive dieser Kommission soll ihren ständigen Sitz in Paris. Haben attbl besteht ans den Herren Feiwel, Jakobso n, Motz kr r^ Naiditsch und Zlatopolsky. Zum Vorsitzenden *der Exekutive wurde Herr Naiditsch gewählt. EH wurde der Arbeitsplan festgesetzt und es' wöd Sorge dafür getragen, daß der-Verkehr unter den Mitgliedern der Kommission unverzüglich (in die Wege . geleitet: wird. Es wurde auch ein Sekretariat' eingerichtet. Professor Alfred Pribram »ach Amerika berufen. An die Karvard-UnlvMSt. Der Professor der neueren Geschichte an der Wiener Universität Dr. Alfred Pribram hat eine Berufung an die Harvard Univevsith (Cambridge, Mässächusetts), die älteste und berühmteste amerikanische Universität, erhalten, und hat s ich entschlossen, diesem Rufe Folge zu leisten. Er wird daselbst im Studienjahr 1927/28 unter anderm Vorlesungen über „Die Habsburger^Monarchie bis Ml ihrem Untergang" und über „Die internationale Politik der europäischen Großmächte 1871 bis 1918" halten. wickeln. Voraussetzung ist, daß die Besiedelung des Landes unter die Bedingungen gestellt wird, die dem politischer: und wirtschaftlichen Zrveck entsprechen. So drückt dies das Mandat aus rmd das ist die Aufgabe der Verwaltung. Und so hat dies nun auch der Kongreß in kritisch zugespitzter Form ausgesprochen. 3iwechtfwrhv^eii, Ita/jpakifer Renommiert? 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