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Wiener Morgenzeitung · 1927-09-10 · Heft 3064 (10.9.1927) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3064 (10.9.1927)
Date
1927-09-10
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Wien, Samstag Wiener Morsenzettnng 10. September 1027 Nr. MN 5 w:<>.'!! fo:n: C'cr,c::;tn.t5 mil. Lcder b'licb ans ve.m S.ande der Bo-.-l'ör-e. Dien.Zw'q, den 15. 5. M.. II Uhr m>rmit: „3, nndo! d:r vTHivV.tfrc Barkauf gem. Art. 515 H. G. B. von drei (rlektrl'mrtt'reu. Drehstrom, 89,?Ä1 nrob 112 Pferde'stärkHN, Prrvc'.-.s'N', 21. 15'. G. und B. E. A. G.. statt: Bad-mm S. 500.—. Wiener Vöffc für landwirtschrftliche Prodrrktc. Die Stimmung des WDMarkte-- ist trotz der wesentlichen Kursdcisürurt^.'n >m Buoaposicr Termrnvenehr und der freundlichen '.''innn'!!'i der erner'lamschen Märkte lvei-terchin sehr zurückhnl-end. D r.. tei.!v.':se erhöhte Offert findet keinerlei Berücksick'.i^nn-.i. Es kam .pi keinen nennenswerten Abschlüßen. Die ann!i^>r:i Aeticrunnen wurden nicht geändert. Wict'.er Victrnärktc. P f e r d e m a r k t. Aufgetrir-bon w-ur- Dn: Eebranchsp'erde 115, Schlächterpferde 102, aus dom Z-chnrchthaus 18 und ans der Konklmazabtei-l-ung 10. Es notierten: Ku-tschpferde 000—1300, leichte Zugpferde '300—1300, schvere Zugpferde 000--I1M per Stück; Schlächterpserde, Prima <Fohlen), 0.S5—0.9Ü, Sek>undcr 0.70-0.80, Bankvieh 0.55—0.fk>, Wurstvieh 0.55—0.50 pro K'ilo Lebendgewicht. Verkehr lebhaft. Budapestcr OletreidclernrimnaM. Jur Einklänge mit den höheren am-rikaiiischen Notierungen erfuhren die Kurse Sreiaeruugen. Die Notierungen lauten in Pengä: O-ktoh e r weizen 31.16, Mär z wei - e n 33.76, Oktobcrrogge u 23.66, ä rzroggen 30.30. Auswärtige Börsen. Berlin. Im Gegensatz zu den letzten Tageir zeigte die Börse ein ausgesprochen festes Gepräge. Schon Donnerstag nachmittags hatten 'die Erholungen kleine Fortschritte gemacht und zu Kurseichöhungen von 1 bis 2 Prozent geführt. 'Nachdem mm die Modalitäten des 25 Millionen Dollarkredites der Deutschen Bank bekannt geworden. sind, welch; die Umwandlung kurzfristiger Kredite für die Industrie in langfristige gestatten, hofft man auf weitere Dollarkredite dieser Art. Bei der Diskontgesellscknft soll jedenfalls ein 30 MÄllioneuIredit auf gleicher Basis perfekt gemacht werden. Alle diese Momente veranlaßten die Spekulation zu Deckungen, und da ein beträchtliches Decouvert nach den Leerabgaben der letzten Tage sich hevausbildete, führten sie zu ettvas überstürzten. Krlrscvhähungen. Ge" Winne von 1 llis 4 Prozent iwaren der Durchschnitt. Die Spezialwerte wie Schultheiß, Ostwerke, Ilse, Farben, Siemens, Ges. f. El. Untern., Zellstoff, Waldhof, Holzmann, Bemberg und Glauzstoff bis 15 Prozent und darüber hinaus gesteigert. Im Verlauf kamen Kaufaufträge teilweise sogar vom Ausland hinzu, so daß weitere Steigerungen auf allen Märkten zu verzeichnen waren., Sehr lebhafte Umsätze fauden in Spritwerken statt. Schultheiß überschritten wieder den Kurs von 400. Knnstseidrnwerte waren unter Schwankungen ebenfalls bis 10 Prozent höher. Julius Berger im Verlauf 5.5 Prozent über dem Anfangskurs erhöht, Mannesman» bei lebhaften Umsätzen bis 4 Prozent höher gehandelt. Auch am Elektromarkt sind im Verlaufe Kursfteicerun-- gen bis zu 3 'Prozent erzeilt worden. Dagegen lagen Bank- und Schiffohrtsaktien nach dem festen Beginn' ziemlich vernachlässigt. Nur Mitteldeutsche Kreditbank war im Einklang mit der Bewegung der Spritwerte um weitere 5 Prozent befestigt. Anleihen etwas' fester. Bon Ausländern Bosnier und Anatolier weiter steigend. Auch Macedonier 1j5 Prozent fester. Pfandbriefe uneinheitlich Borkriegspfandbriefe etwas befestigt, Roggenpfandbriefe eher schwacher, Rentenbriefe bis 20 Pfennig nachgebend. Am Geldmarkt ist Taggeld mit 5 chis 7 Prozent weiter sehr leicht. Monatsgeld war unverändert 7.75 bis 8.75 Prozent, Warenwechsel 6.12 Prozent, Reportgeld 8.5 >bis 9 Prozent, Privatdiskont 5.86 Prozent. — Prag. Nach der Abschwächung der , vorangegangenen Tage, welche mehr oder weniger auf technische Momente zurüskzusühren waren, setzte sich wieder eine feste Tendenz durch Die freundliche Haltuiig übertrug sich von dev Kulisse ruf den Schranken und schon zu Beginn erfuhren die meiste» j (11. Fortsetzung.) Nein erster Fasttag. Ans den Jngenderinnerungen des alten Professors, Von Binjamin Segel. Ich hätte mich geschämt, jetzt an solch niedrige Dinge denken, wie Butterbrot und Erdbeeren mit Rah-m, wäh- .:»b da vor meinen Augen solche Tragödieir sich abspielten, die Propheten Israels sich aus ihren Gräbern erhoben und ihrem Volke von neuem die ewigen Verheißungen Gottes verkündeten . . . „Der Doktor kommt, der Doktor kommt!" tönte plötzlich an meine Ohren das fröhliche Schreien der Kinder im Garten. Alle eilten dem Doktor entgegen, der jetzt in seinem laichten Einspänner die Anhöhe zu unserem Hause hiuauftrabte. Neben ihm saß seine Frau, die ihn auf allen seinen Fahrten übers Land begleitete. Es war immer eine Freude für uns alle, so oft Doktor Marsti, der Bezirksarzt des nahen Städtchens bei uns einkehrte. Er war von unerschöpflicher Fröhlichkeit, die oft in Derbheit ausartete; daun dämpfte ihn seine kleine, zierliche dunkelhaarige Frau, die neben seiner herkulischen Gestalt wie ein Schulmädchen aussah. Mit seiner donnernden Stimme, die wie aus eiivem ungeheuren Faß zu kommen schien, herrschte er alle Welt an, polterte und stampfte mit den Füßen, wenn seine Patienten ihm nicht gehorchten. Aber hinter dieser rauhen Hütte trug er ein grundgütiges Herz., Die Juden der ganzen Umgebung sagten von ihm: er habe einen gojischen Körper, aber eine jüdische Seele. ,Lu, Ihr seid eine schreckliche Familie," dröhnte er, ins Gastzimmer tretend, „nie ist einer von Euch krank; Euretwegen könnte ein armer Landarzt verhungern." ' „Aber Robert, was sprichst du da für häßliche Sachen," flötete seine Frau beschämt. „Sei nur still, edle Gattin, was wahr ist, ist rvahr. Ach, gebt mir nur was zn essen, ich bin hungrig wie ein Wolf. Seit dem frühen Morgen fahre ich wie ein Häuslern in den Dörfern herum. Hundertachtzig Banernkinder habe ich geimpft, versteht Ihr, tvas das heißt, meine Lieben.? Jedesmal mußte ich mir die Kehle wundreden; diese Lümmel glauben nämlich, wir wollen sie verhexen oder ihren Sprößlingen das Blut abzapsen. Einen Tierarzt müßte die Regierung hirrschicken, nichtarüch." P Effecten im Vergleich zu gestern Besserungen, die durchschnittlich bis 1 Prozent gingen. Die feste Haltung blic> auch iin weiteren Verlauf erhalten, wo bei ruhigem Geschäft insbesondere einzeln« favorisierte Papiere weitere Kursgewinne erzielten. Hie und da auftretende Verluste einzelner Aktien blieben auf die Gcsamtl enden z ahne Einftuß. Die Börse schloß in fester Sttmmung. Banken blieben behauptet, doch erführe» einige Werte mäßige Kursabstriche. Auf dem Anlagemarkt gab es bei behaupteter Tendenz keine wesentlichen Bc-rändernngeir. Am Exotenmarkt wlajr' feste Tendenz vorherrschend, doch war die KnrSbillmng nicht mehr so einheitlich wie iiin ©ffigtetten Verkehr. Der Devisenmarkt wies unregelmäßige Kursbildung auf. — Budapest. Die Börse begann nach s^.er eintägigen Geschäftsnnterbvechung in ftenndlicher Stimmung und als im Verlauf auS Wien und Berlin günstige Tcndenzberichte eintrafe«, setzte sich die feste Veranlagung fort und Gewinne von 3 bis 4 ProMMt bildeten die Regel. Die gegen Schluß vocgmiommencn RealifattonsVerkäufe bewirkten ein Abgleiten der Preise, fo daß die Besserungen meistenteils nur mehr 1 bis 2 Prozent betrugen. Das Geschäft gestaltete sich in einzelnen favorisierten Effekten seht: lebhaft, so in Bauxit, die zu Beginn flau tendierten, sich aber später ziemlich befestigen konnte«. Die freundliche Stimmung blieb bis znm Schdiß in Geltung. Die Devisenmärkte witzfem gestern keine nennenswerte« Veränderungen auf. Hevvorzuhebai wäre bloß dos Anziehen des englischen Pfundes in Zürich (25.21%). Devise Oslo hat nach ihrem Höchststand von vorgestern (137) etwas nachgegoben und «schloß in Zürich 136-80. Die Lira notiert 28.1934, der Leu ist unverändert auf 3.18. Auch der Schilling zeigt .unveränderte Notierung mit 73.10. Devisenkurse Zürich, 9. September. (SchluMrse.) Paris 20.333^ (20i33)> London 2551% (25.21%), New York 518.55 (518.65), Belgien 72.20 (7220), Italien 28.19% (28.16)4), Spanien 87.4734 (87.47%), Holland 20700 (207.85), Berlin 123.36 (123.37), Wen 73.10 (73.10), Stockholm 139.30 (139.25), OÄo 106.00 (137.—), Kopenhagen 138.85 (138-85), Sofia 3.75 (3.75), Prag 15.37 (15.37%), Warschau 58.— (58.—), Budapest 90.75 (90.75), Belgrad 9.15 (9.13), Athen 687.50 (685.—), Konstan-tinopel 362.50 (262.50), Bukarest 3.18 (3.18), Fimrlawd 13.0734 (13.0734), Argentinien 221% (221%), Japan 244.50 (245.—), Pr:vatd:skont 3% (3%). Prag, 9. September. Amsterdam 1349.50 (1349.625), Berlin 800.50 (800.375), Brüssel 468.25 (4681375), Zürich 649-125 (649.125), Oslo 888.— (889.75), Kopenhagen 901— (9C0-875), London 163.46 (166.44),, Madrid 568.— (567.50), Mailand 182.75 (182.75). New York Kvbel 33.60 (33.60), Paris 131.725 (431.70), Stockholm 903.60 (903.50), Begrab 59.175 (59.175), Budapest 589.— (589.15), Bukarest 20.60 (20.55), KonstaMinoPel 16.925 (16.925), Sofia 2425 (24.25), Warschau 375.75 (375.625), Men 474.21 (474.175). . . Budapest, 9. September/ Amsterdam 238.70—239.40, Belgrad 10.045-^10.085, Berlin 135.80—136.20, Bukarest 3.49— 3.53, Brüssel 79.45—79.70, Kopenhagen 15200—153.20, OÄo 150.50—1-50.90, London 27.74^—2702%, Mailand 31.00— 31.15, New York 570.65—572.35. Paris 2205—22.45, Prag 16.91)4—16.96)4, Sofia 4.11-4.15, Stockholm 153.30-153.70, Warschau W.50-04.30, W:tzn 804M0-80.6750, Zürich 110.10— 110.40. Warschau, 9. September. Holland 357.60—359.40, London 4309—4301, New York 8.91—8.95, Paris 35.00—35.18, Schweiz 172.09—172.95, Prag 26.45—26.57, Men 125.75— 126.37. Belgrad, 9. September. Paris 281.90—223.90, London 275.86—276.65, New York 56.62—56.82, Mailand 308.25— 310.25, Prag 168.05—168.85, Wien 799.50—802.50, Budapest 994.60—997.50, Berlin 1351.00—1854.00, Genf 1094.00—1097.00, | Brüssel 79050—79350, Bukarest 34%—-65%, Amsterdam 1 2279.00—2385.00. Er goß sich lachend ein paar Gläschen Schnaps hinter die Binde, danil hieb er" kräftig auf den Fisch und das Butterbrot los, sagte zwischendurch meiner Großmütter ein paar Artigkeiten über ihr frisches Aussehen, ftagte den Vater nach 'dem Stand der Ernte und versetzte den Knaben einige freundschaftliche Knusser hinters Ohr. Seine Frau aß Kuchen, nippte Likör da$u und unterhielt sich mit meiner Mutter. „Warum bist du so blaß, mein Liebling?" fragte sie, als sie meiner ansichtig wurde. Mich hatte sie besonders ins Herz geschlossen, sie war nämlich, überzeugt, mir einmal als ganz kleinem Kind das Leben gerettet zu haben. „Bist du krank, fehlt dir was?" Robert, sieh mal nach, was ihm wohl sein mag." „Er fastet," sagte m-ein Vater stolz. „Was? Einen so jungen Knaben lassen sie fasten!? Das ist über hartherzig. Robert, sieh doch mal, wie, wenn der arme Junge krank wird-?" „Ach der, der kann drei Taget fasten, es wird ihm nichts geschehen. Komm her, mein Sohn, stramm stehen, Arme hochbiegen!" kommandierte er, dann drückte er mir den Oberain und versetzte mir einen Schlag auf die Schultern, daß ich wankte. „Faste nur ruhig weiter, Kleiner." Er schnitt sich ein großes Stück Käse ab und legte es auf ein Butterbrot. „Ihr Juden seid aber auch ein gräßliches Volk. Wenn Ihr fastet, so heißt es gleich, nicht einen Bissen, nicht einen Schluck in den >Mund nehmen. Wir Huben ja auch unsere Fasten, doch wir nehmen es nicht so wörtlich. Wir essen höchstens kein Fleisch, kein Fett; das heißt, was mich anbetrifst, so bin ich ja bekanntlich ein arger Siinder, , aber auch meine Frau, die sronrme Seele, fastet nur in der Theorie, verschafft sich> jedesmal eine Dispens um den rPreis von einem Dutzend Batßrunsev imbf iAve Maria. Ihr Juden dagegen versteht keinen Spaß. Euer Gott ist ein eifersüchtiger Gott, nimmt die Sache»! triel zu strenge. Und Ihr Juden seid ein hartnäckiges Volk, das hat schon Euer Moses gesagt." „Jawohl, Herr Doktor, ein hartnäckiges bemerkte mein Vater, „auf uns kann Gott sich verlassen, tmr halten durch." ,$«t, das weiß man, ich habe da ,im Städtchen «n 'MGqrrdjAWer Patien-tsr, lauter alte AAnnAevr nnd'ö Jüdische Bücherschwemme der Buchhandlung R. LVwit Wien, I., Rotenturmstr. 22 Telephon 71*4*25 Alejchcwr Schalem: S. 3.-. Die erste jüdische Republik, Novellen — Merrachem Mendel, 5r. S. 2.—, Pappe S. 3.—. — Marienbad, geb. S. 3.—. — Die Geschichte Tewses, des M.lchhcrndlers, geb. S. 3.-— — Stempenju, Roman, geb. S. 3.—. Bloch Chaim: Der Prager Golem, geb. S. 3.—. — OWdischer Humor, geb. S. 3.—. — Hersch Ostropoler, geb. S. 3.—. Denkwürdigkeiten der Glücket von Hameln, Pappe S. 5,—. Das Ghettobuch. Die schönsten Geschichten aus dam Ghetto Hrsg. v. A. Landsberger. Pappe S. 4.—. Gronevmnn S.: Tohuwabohu, Roman, geb. S. 5.—. Hauser O.: Spinoza, Roman, br. S. 4.—, Leinen S. 5.—. Herzl Theod.: Das -neue Ghetto, Drama, br. S. 1.—, Papp» S. 2.—. — Feuilletons. 2 Bde., Pappe je S. 3.—. — Philosoph. Erzähl., Pappe, je S. 3.—. Rovdau SW.: Der Krieg der Millionen, Schauspiel, br. S. 2.—, geb. S. 3.—. — Die Kugel, Schauspiel, br. S. 2.—, geb. S. 3.—. — Das Recht zu Lieben, Schauspiel, br. S. 2.—, geb. S. 3.—. Oftjüdische Novellen. Ausgewähl-t und übersetzt von A. Eliasberg, br. S. 4.—, Pappe S. 5.—. Perez I. L.: Adam und Eva, Novellen, br. S. 4.—, Pappe S. 5.—. — Drei Dramen. (D e Nacht auf dem alten Markt. — Die goldene ^tzette. — In Fesseln.) Br. S. 2.—, geb. S. 3.—. — Die Nacht auf dom alten Markt. Ein Spiel in 4 Akten, geb. S. 1.—. — Die goldene Kette. Das Drama einer chassid. Fanrilie, geb. S. 1.—. — In Fesseln. Der Traum oines Klausners, dramatsches Gedicht in 3 Akten, geb. S. 1.—. Rauch C«: Ieifchua -ben Joseph, Erzäh!u»rg aus der Herodier» zeit, S. 3.—. Sacher-Masoch L.: Ausgewählte Ghettogeschichteck, geb. S. 2.—. Sagen polnischer Juden. Ausgewält und überseht von A. Eliasöevg, br. S. 2.—, Pappe S. 3.—.. Schiff H.: Schief Levinch mit soiiner Llalle, komischer Roman (aus dem Heine-Kreis), br. S. 1.—, Prppe S. 2.—, ' Strobl K. H.: Seide Borowih, Roman, br. S. 2.—. Theater, jüdisches. Dramatische Anchologie. ostjüdischer Dichter, ausgewühlt von A. Eliäsberg, 2 Bde., br. je S. 2.—, Pappe je S. 3.—. Das Volk des Ghetto. Ghettogeschichlon, Hrsg. v. A. Landsberger, Pappe S. 4.—. Zangwiil I.: Die im Dunkel wandern, Roman, geb. S. 3.—. Verlangen Sie nuseren Spezlnlkntalag über Subalca. Weiblein, Zuckerkranke, Nieren- und H erzl erdende. Im vorigen Jahr, als der große Fasttag: im Herbst heraunahte, geh' .ich zum Rabbiner und sagte ihm: Herr Rabbiner, verbieten sie den paar Leuten, aml Jom Kippur zu fasten, sonst geschieht ihnen ein Leids. Der Rabbiner spricht: Da kennen Sie meine Judeir schlecht. Wenn ich ihnen gebiete, noch ein paar Tage drüber zu fasten, werden, sie ohne Mirrren gehorchen; aber.wenn ich ihnen erlaube, am Jom Kippur zü essen, so pfeifen sie sich eins auf mich; sie lverden ihre Bücher nachschlagen, .und dort Mt deutlich geschrieben, daß man fasten müsse, solange keine unnrittclbare Lebensgefahr besteht. Sie kennen alle das Gesetz ebenso gut wie ich .... Unmittelbare Lebensgefahr? dachte ich mir. Das machen wir. Sie müssen mir nämlich alle paar Tage am Morgen das Fläschchen (bringen, zur Untersuchung, versteheu. <Sk mich. Ich verschreibe ihnen also eine gewisse Pllle, ein gan zunschnldiges Ding. Aber die Folge war, daß sie sich eines Morgens, kurz vor Jom Kippur, bei mir mit schreckensbleichen Gesichtern einfanden: Das Wasser in den Fläschchen war tief rot oder blau. Ich setzte eine unheilvolle!Miene auf und sagte mit Grabesstimme kalt und ruhig : Es steht schlimm um Euch.; das bedeutet den Dod, es ist Lebensgefcchr im Verzug, wenn ihr noch dazu am Jom Kippur fastet, sterbet ihr unfehlbar tags darauf. Sie gingen alle von dannen, mit einer iMiene, als hätte ich ihnen das schönste Vergnügen geraubt. Ich hoffe. Euer GoKt wird mich nicht zur Hölle verdammen füg diesen Betrug." Er lachte aus vollem Halse über seinen Strebst. Dann hob er zum Mschied Großmüttevchen in die Höhe und schwang sie herumdaß sie vor Vergnügen lreischte. * Ich kehrte zu meinem^ IMdrasch Echah zurück. Mer allmählich fing es an, mir immer schlvächer ums Herz zu werden und ich mußte mich sehr zusammenuehmen, um den Gedankengängen des Textes zu folgen. Ich biß die Zähne Msammen, strengt« mich an, die Sätze laut herzusageu tutb sie mir zu verdeutlichen; schließlich fühlte ich mich fo matst daß ich mich aus das Sofa hiustvecken mnßto. DaS beruhigte mich ein faenig. Ich vertiefte mich! aufs neue in die Schilderungen der Belagerung von Jerusalem, der Verbrennung des Tempel und der späteren Kämpfe des Bar Kvchba und seiner HMenscharen gegerr die SLymeen des Kaiscffs Hadvban, . .

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