Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1927-09-04 · Heft 3058 (4.9.1927) · p. Seite 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3058 (4.9.1927)
Date
1927-09-04
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2979076-2981905-2982146--31192-3019485
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Men, Sonntag Wiener Morgerrzeitmrg 4. September 1927 ypimWlBTHBAfT 1 ■ .----I.. m ... .mmJl Wir brauchen immer Geld! Nir Wntte und skr Bösel. — Zwei innere Anleihen vor 8er neuen Analanbranklhe. <XXXPMnnn««nnnnnannflnnnnnnocin Tüchtige Kontoristin und Buchhalterin, in jeder Büroarbeit versiert, mit erstklassigen Referenzen suclatf Stelle Oefi. Angebote an A. R., I., Heßgasse 7. oooooooooooooooocxxxxxxxxxxx» Gerichtssaal. Lerian znm Lode verurteilt. Gestern um- 8 Uhr früh Verbündete das Militärgericht das Urteil gegen den Mörder und Banditen Martin Iecian. Der Angeklagte wurde in fast allen Punkten der umsimgreichen Anklage schuldig befunden und wegen Uveisachen Mordes, wegen der vierten Fahnenflucht und wegen »»Mehrfacher Mordversuche zumTodedurchdenStrang v'crmÄeilt. Lecian nahm das Urteil mit Ruhe auf. Sie Gemeinde verlangt die Abtragung des gastirdalaftes. Ber den Bundesbehörden ist ein befristeter Antrag der Gemeinde Wen eingelangt, der die völlige Abtragung des Justizpalasties fordert, weil die Ruine eine Gefahr für die umliegenden Häuser und die Passantetl bilde und ein Wiederaufbau wegen der großen Zerstörung nicht tunlich erscheine. Der Bund hat eine Frist von acht Tagen zur Gegenäußerung. Die Bundesbehörden sehen eine gewisse Aufbaumöglichkeit, haben aber noch keine Entscheidung getroffen. Ein neuer Konflikt zwischen Bund und Gemeinde droht deshalb auszubrechen, weil sich die Gemeinde Wen w-eige^t, der ihr nach dem Grundbuchsanlegungsgeseh Zukommende»: Pflicht nach Beistellung von Amtsraumen für hie Wiederanlegung de s Grundbuches nachzukoMmen. Der Magistrat begründet seine Haltung damit, daß sich die gesetzliche Verpflichtung bloß auf die erste Neuankiegung der Grundbücher und nicht auf eine Wiederherstellung beziehe. Den Schaden hat natürlich wieder das Publikum, auf dessen Rücken derartige schikanöse Zlvistigkeiten ausgetragen werden. Ile Wiederherstellung der Grmdbllcher. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der durch den Brand des Justizpalastes vernichteten Grundbücher sind bereits in vollem Gange. Dns Landesgericht hat an die Interessenten folgende Kundmachung erlassen: „Die Vorarbeiten zur Wiederherstellung der zerstörten Grundbücher für die Steuergenieinden Innere Stadt, Leopoldstadt, Landstraße, Wieden, Margareten, Maria hilf, Neubau, Josefstadt, Alsergrund und Brigittenau sind beendet. Der Beginn der Erhebungen wird hiemit auf den 15. September 1927 angeordnet. Von diesem Zeitpunkt an können die Besitzer von Liegenschaften, sowie alle, die auf die Feststellung ihrer bücherlichen Rechte Wert legen, auf schriftlichem Wege alles zur Ausktärung sowie zur Wahrung ihrer Rechte Geeignete mitieilen, Erklärungen über den Besitzstand und die Lasten abgeben und die zur Ermittlung ihrer Rechte dienlichen Behelfe (Urkunden, Grundbuchsauszüge, Entwürfe der Grundbuchseinlagenvorlsegen. (8 1? des Gesetzes vom' 2. .Juni 1874, R.-G.-- Bl. Nr. 88, und 8 3 der Verordnung vom 9. August 1927, B.-G.-Bl. Nr. 248.) Die Anordnung der mündlichen Erhebungen für die einzelnen Gemeindebezirke bleibt einem sMeren Zeitpunkt Vorbehalten." Strafe für Nichtanmeldung bei der Krankenkasse. Ersatzpflicht der Arbeitslosenunterstützung an den Bund. Die Firma L. Kornfeld war vom Bund es Ministerium für soziale Verwaltung für verpflichtet erkanM worden, dem Bunde die Arbeitslosenunterstützung von 442 Schilling, die an den bei dieser Firma beschäftigt gewesenen, dann arbeitslosen Hilfsarbeiter Karl Langer ausbezahlt worden war, Aul ersetzen. 'Die Ersatzpflicht der Firma wurde damit begründet, daß sie Den Hilfsarbeiter bei der Krankenkasse nicht gemeldet hatte. ■ Gegen diese Entscheidung brachte die Firma die Beschwerde an den Verwaltungsgerichtsh o f ein, in welcher geltend gemacht wurde, daß Karl Langer den größte»: Teil seiner Lehrzeit bei, einen»! anderen Dienstgeber verbracht und daß die beschwerdeführende Firma ihn mit der ausdrücklichen Bemerkung übernommen habe, daß der frühere Dienstgeber, die Sozialversicherungsbeiträge für den Lehrling weiterhin abzuführen habe. Wenn dieser entgegen der Vereinbarung die Abmeldung des Lehrlings» verernlaßte, habe dies die Beschwerdeführerin nicht zu verantworten, weil das Lehrverhältnis ztvischen dem früheren Dienstgeber und Langer ausrecht blieb. Der Verwaltungsgerichtshof wies die Beschtverde als unbegründet ab, »veil die Verpflichtung zur Anmeldung einer krankenversicherungspflichtigen Person auf jeden Fall den Arbeitgeber treffe. Dieser trage daher auch dann die Verantwortung für die Durchftihrm»g der Anmeldung, wenn er eine andere Person »nit derselben betraut hat und durch Verschulde»» dieser Person die Aiimesdüng unterblieben ist. Der Arbeitgeber sei daher verpflichtet, dem Bunde den Betrag zu ersetzen, der zur Unterstützung für die krankenversicherungspflichtige Person während ihrer Arbeitslosigkeit aufgewendet wurde. Es scheint, daß die Vorverhandlunger: für die Begebung der nächsten österreichische»: Anleihe bereits tveit fortgeschritten sind; nur: hat Kanzler Dr. Seipel, der ursprünglich die Msicht hatte nach Genf zu reisen, um dort die Vorverhandlungen, »velche sich auf die Frage der Generalpfandrechte und der Relicskrediie beziehen, durch seinen Einslnß zu fördern, auf diese Reise verzichtet, anscheinend »veil diese Vorfragen bereits derartig geklärt sind, daß sie für die Aufnahme der Anleihe kein Hindernis mehr bilden. Wie verlautet, dürften die aus dem Friedensvertrag sich ergebenden Generalpfandrechte sotvie die Pfandsicherstellungen für die in den ersten Jahren nach der Gründung der österreichischen Republik gelvahrten Vorschüsse, die sogenannten R e l i e f k r e d i t e. weiter z u r ü ck gestellt werden. Die Sicherstellung für die »reue Anleihe dürste eine zweite Rangvormerkung auf die Eingänge aus den Zöllen und dem Tabakmmiopol bilden (der: erster: Rang hat die Bölkerbundanleihe). Mau will auch'wissen, daß ai: der zweiten österreichische»: Anleihe das inländische F i n a »t z k a p i t a l viel stärker Anteil nehmen wird als au der Völkerbundairlcihc; die Bodenkreditar:stalt soll dabei eine führende Nolle erhalten. Um die Placierung der inländische»: Tranchen leichter zu ermöglichen, soll die Anleihe, so heißt es, aus Schilling und Pfund lauten und ein fixes Wertverhältnis Zwischen diesen beide»: Währungen hevgestellt werde»:. Die Anleihe dürfte »:ach den letzten Annahmen zivka 60 bis 80 Millionen Dollar betragen und in Einzelablschnittei: begebe»: werden; vermutlich dürfte angesichts der berhält»:ismäßig kleinen Tranchen, die in Betracht kommen, der kleinste und ain leichtester: zu behandelirde ausländische Kapitalismarkt, nämlich die Schweiz, in erster Linie ausgesucht werden. Die Vorverhandlungen dürfte»: wohl bei der im Oktober stattfindenden Sitzung des Kontrolkkomiiees in London zu»n Abschluß kommen und Oesterreich vorn Kontrollkomitee die offizielle Genehmigung zur.Aufnahrne einer Anleihe erteilt werden. Die übrigen Formalitäten bezüglich der Rückstellung der Psandrechte an die Gläubigerstaaten dürften angesichts des gegen- .wärtig durchscheinenden Standes der.Dinge verhältnismäßig rasch erledigt werden können, so daß wohl ■ im Frühjahr 1928 diie Emission tvird erfolgen können. Nun scheint es jedoch, daß — abgesehen vor: dem durch die Anleihe zu -eckender: Bedarf ar: Geld für Elektrifizierung und andere Investitionen der Bundesbahnen, für die Ausgestaltung des Telephons durch weiteren Bau von Fernkabeln und die Vollautomatisierung sowie für Straßerrbauten, kurz für die Weiterführung der begonnener: Jnvestitionen — noch Geld gebraucht wird, und zwar recht rasch. Der Zentralbankskandal, welcher dom Staat etwa 100 Millionen Schilling kostet, zieht noch immer seine Kreise. Die Machinationen des sterrischlen Großspetulanteu Wutt e bei der Graz-Köflacher Eisenbahn A.-G. Haber: die Konkursmasse der Zentralbank in hohem Grade verschlechtert, und die Regierung muß ihren Ber- 826 Firma in Wien sucht Vertretung in Neuheiten, ° Puderquasten usw. 826 Firma in Kassel sucht Verbindung mit österreichischen Spazierstockfabriken. 827 Firma in Prag sucht Vertretung in Trikotage. 828 Firma in Wien sucht Bezugsquellen für Kaffeemühlengehäuse. 829 Firma in .Hannover sucht Bezugsquellen für ind. Milchflaschen mit zwei Oeffnungc»:. ' ' 830 Firma in Prag sucht Vertretung für Artikel aller Art. 831 Firma in Edgewatz sucht Vertretung -in Wiener Bronzen. 832 Firma in Manchester sucht Geschäftsverbindung in allen Artikeln. 833 Firma in Budapest sucht Geschäftsverbindung mit öfterreichischen Obst- und Gemüse-Konservenfabriken. , 834 Firma in Subotiea sucht Bez»»gsquellen für Leder für Bekleidungsstücke.. 835 Firma in Wien sucht Bezugsquellen für Rohwaren aus Digogne respektive Abfallgarnen. 836 Firma in Belgrad sucht Maschinen z»:r Erzeugung vor: Zelluloid. 837 Firma in Belgrad s»»cht Rohmaterial für Erzeugung von Zelluloid. 838 Firma in Berlin-Charlottenburg sucht Tiroler Obst und Weintrauben. 839 Firma in Pawtuoket sucht Vertretung in Leder. pflichtungru gemäß, »uelche sie zur Deckung anrüchiger Geschäftspolitiker übcrnomineu hat, hier cinspringeu. Daher ist bcälisichtigt, derimächst den R e st v o n 20 M i ll i o n e'n Schilling der Refundierungsaul ei he, bcn die Regierung »roch für den Zentralbankgarantiefonds begeben darf, zu cimitticrcn. Es ergibt sich das groteske Bild, daß sich mit den Schiebungen des Wntte' nicht das Strafgericht, soirdern das österreichische Finanzministerium befaßt. Ueberdies wird Geld noch für eine zweite skandalöse Sache benötigt. Die n»chr als peinlichen Geschäfte der Postsparkasse mit Bösel habe:: ein Defizit voi: 126 M i l l i o n e n S ch i l- I i n g zur Folge geihabt. Der Bund hat für dieses Defizit die forlnelle Haftung übernoinmen, und dieses Haftungskonto scheint auch in der Eröffnungsbilanz der Postsparkasse pro 1927 auf. Nun hat die Postsparkasse durch die Zinslosigkeit ungefähr eines Drittels der fremden Gelder nicht die Möglichkeit, ihrer: Betrieb ohne neue Verluste (v führen. Um dieses Gebarungsdesizit wegzuräunum, sollen der Postsparkasse nach den neuesten Plänen verzinsliche Bundesobligationen in solcher Höhe übergeben werden, daß das. Defizit verfchwiirdet. Man beihauptet, damit das Geschäft der Postsparkasse zu stärken und ihm Evweiierungsmöglichkeiten zu geben; .die Berechtigung dieser Behäupturrg bei einem Institut, das seine ungeheuren Möglichkeiten durch mehr als schlechte Geschäfte in so kurzer Zeit verwirtschaftet hat, ist einigermaßei: zweifelhaft. Wie ma»: also sieht, dürste»: noch vor der Begebung s-- neuer: Ausländsanleihe zwei innere Anleihe:: notwendig sein. Was werden diese Anleihen losten? lind die Hauptfrage: Was werden diese Anleihen bringen? Die Kosten sind hoch, das hat sich schon bei den bisherigen Begebungen der Refundierungsanlcihe gezeigt. Bringe»: aber ' lverden diese neuer: Anleihen nicht ein Quentchen produktiver Möglichkeiten; denn sie dienen bloß dazu, der Leichtfertigkeit, der Geschäftspolitik, der Spekulation Schuh zu gewähren; die Negierung Oesterreichs hat cs auf sich genonmnen, ein paar verkrachte Grotzspekulanten, ein paar unfähige. Beamte und ein paar Geschäftspolitikct, die Riesen, summen verschleudert habe»», zu decken und die Bevölkerung OesArueichs muß das bezahle Das ist dieselbe Negierung, die eir: Mehlkartell sanktioniert, dessen Uebergewinne der Masse der österreichischen Verbraucher schwere Lasten auferlegen. Und diese selbe Rcgierung geht bei ihrer Anleihepropaga»:da mit der Aushebur:g des Mieterschutzes krebsen, indem sie für die Sicherstellung der neuen Ausländsanleihe eine G c n e ralh y poth e k a'u f den H a u s b e s i tz propagiert; sie duldet, daß die Hausbesitzer mit Flugzetteln operiere»:, in denen es ungefähr heißt: „Keinen Heller Anleihe für Oesterreich, so lange die gestohlenen Häuser nicht zurückgegeben sind." Darf man foV’- wirtschaftliche Einsicht kontrollos Wirtschaften lassen? 840 Firma in Wien sucht Vertretung reichsdeutscher Firma in | Holzbearbeitung. 841 Firma in Wien sucht Vertretung in technischen Artikel»». 842 Firma in Bielsko sucht Vertretung für Spielwaren. 843 Firrna in Oradea sucht Samte und Plüsche. 844 Firma in London sucht Vertretung in Holzware»:. 845 Firma in Belgrad sucht knetbare Stopfbüchsenpackuugeu. 846 Firma in London sucht Vertretung in Filz- und Belourhüten. 847 Firma in Algier sucht Vertretu»:g in Packpapier. 848 Firma in Wien sucht Vertretung in Neuheiten und Landesprodrckten. 849 Firma in Wien sucht Vertretilng in Galanteriewaren. 850 Firma in Wien sucht Vertretung in Strickunb Wirkwaren. 851 Firma in New Aovk sucht Vertretung aller Art. 852 Firma in Sofia, Exporteur, offeriert Eier, Nüsse, Bohne»». .Honig usw. 852 a Firma in Galatz sucht Vertretung in Textilien. 853 Firma ir: Galatz sucht Abnehmer st':r Getreide, Holzet »md dergleichen. 854 Firma in Turin sucht Vertretung österreichischer Jmpor» teure und Exporteure. 855 Firnla in New Aork sucht Bezugsquellen für Kanditen und pharmazeutische Zuckerwaren. Verband der f iidisctfteii KaufHeule und Gewerbe*reibenden in Wien Angebote and Nachfragen. — VII. Liste.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.