Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3058 (4.9.1927)
- Date
- 1927-09-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Polen: 25 gfosty | Wien: ZumAbholcn indet Expedition, II., Taborstr. 1-8 oder in einerYerschleißatelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Eirma Goldschmied, I., Woltzeile 11 Mit Postrersand tfir Wien urid Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche Slow akei*. Mon. K82. Jugoslawien: Mon. Din. 60. P o 1 e n :Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. GHp. ^Frankreich, Belgien! Mon. Frcs. 85 Hechsahlangen v«t Frei*- rhehaageB yr.be halten. ttr. 3868 Knnrfreßamiiabe u_v Wiener | Preis g5 gl Engl an d: Mon. 4 Schilling Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien:Mon.lOOLewa. S c hw e i z und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration-. Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Dhr abends: Tele* phon Nr. 31-0-80 VU., Lerchenfolderstraße 1 (Druckerei „Inva") Wien. Sonntag. 4. September 1937 Oesterreichisclies Postsparkassenkonto Nr. 150.693 S. Fahrgang Bor Wchmams Schlußwort. Re Generaldebatte in Bafel. — Iabotinflys zwettammerwftem ein Kompromikvorfchlag? (Bon «nforem Berichterstatter.) Siebente Sitzung 3. September abends. o. a., B af e;I, 3. September: (Telephonisch.) Schon m der Nachmittagssitzung vom Freitag war die GenemÜtebatte verebbt. In der Nächtsitzung von heute, die u0 8 iUhr den Unfang nahm, hatte sie bereits jedes Interesse vermissen lassen. Bei den ersten Rednern war der S aal fa st leerund begann sichl erst in den späten Abendstunden zu füllen, da die große Schlußrede Weizmanns für Mitternacht angekündigt tvar. Die Oppositionsrede Jabotinikys (di, wir auf Seite 2 dieses Blattes veröffentlichen) hqtte großes iAufsehen erregt, da. man. aus ihr wegen des Passus über das Zweikammersystem, eine gewisse Nvigmig zmn Komprckmtz herauslesenwölkte . In der Gruppe der" Re'oi,ioia,t.en machte sich deshalb Mißstimmung bemerkbar und es wurde aitzs diesem Grunde -erklärt, daß irgendein K oin p r o m i ß; seitensder Revisiömsten unter der.'Beibehaltung von Persönlichkeitön dich' gegenwärtigen Systems ausgeschlossen -sei. Aup der Debatte.vom Freitag wären noch die Aus-'- führungen zwei« Hsdasr nachzutragen, die-äV Sprecher der natiwnalbürgix tichon Gruppe in Palästina und des linken Zentrums unsd« Tribüne erchieneu.; «.-• . Der palästinensische Delegierte Jsmoschik 'ü.hrte"aus: Palästina wird solange nicht Erez Israel sein, /olangenicht 60 bis 70 Prozent des Landes sich in jüdischen Händen befinden, solange nicht dieM a j o r i t ä t jüdisch ist. Sicherlich ist die Grundlage der jüdischen Zukunft in Palästina die. Landwirtschaft. Der Prozeß : der Gewinnung des Landes durch W Landwirtschaft ist ein langsamer und erfordert Geduld. Es gibt aber eine Möglichkeit, den jüdischen Jischuw zu.vergrößern, und die Mehrheit im Lande durch produktive. .Arbert zu erlangen, unh. diese Möglichkeit bietet Ms> '/•' . '. , ' ute Jndüstyty? . . Die bereits über 10.000 Menschen beschäftigt.. Dieser fehlt aber die nötige Untexftützüttg. Jede neue . Industrie muß sich der. werktätigen Unterstützung der Regierung erfreuen und dies vermissen wir in P a l ä st i n a. Au f dem letzten Kongveß, wurde im Budget. die verhältnismäßig kleine Sumnre von 26.000 Pfund für eine JndUstrieb ank bestimmt. Mer sie wurden nicht flüssig gemacht und die Bank ist bis zum heutigen Tage nicht geschaffen. Es gibt in Palästina 6000 HanbwerSerfamMn mit 30.000 Seelen, denen bis heute keine Hilfe zuteil geworden ist. Bon den Arbeiters,iedlungen sind Ibis jetzt nur acht fundiert, 33 bedürfen noch der Unterstützung. Wr sind dafür, daß man sie unterstützt, bis sie selbständig sind. Aber aUf anderer Basis hätte man schon 200 Kolonien haben . können. Der.'Mittelstand darf zn Palästina nicht verachtet werden. ' Namens des linken Zentrums 'spricht Dr. Bkleski. Es sind starke Bande, die uns mit der Persönlichkeit Weiznmnns verbinden, .den wir >als den typischen Vertreter der P o l i t i.k d e r V e r a nt w o r t l i ch k e i 1 'betrachten. Symptome. einer .verantwortungslosen Politik sind in 'Fabotinskis Rede zu konstatiere»:, indenr er in einer Kongreß-' rede die Pogromgesahr an die Wand malt. Grünbaum uiifi» JaLitinsky betrachten das Mandat als einen Vertrag; da England nicht'alle seine. 'Klauseln einhälh sollen wir niit iHiglamd 'einen". Prozeß sührey'.', .A^nn nmn Politik als einen Zivilprozeß aufsaßt, dmv.. i!;i haben Me recht. Aber diese Auffassung ist falsch. Main lv'irft Ms' mit AMHd.vM..Krß wir Jagen die Arbeiterschüft scharfmachen. Wir halten unsere?, Arbo i ter scha ft für die grö ßt e z ionistische Le i stung in Pal wst in a/ aber das hat nichts '/damit zu tun, daß wir die Pflicht fühlen, alles, was in Palästina geschieht, unter eigener Verantwortung nachzuprüfen. Das linke... Zen tri» m will den Kampf zwischen Zionismus und Wirklichkeit aüfnehmen, vor welchem die Illusionisten flüchten. Am heutigen Tage fand des Sabbat wegen weder eine Plenarsitzung noch eine Ausschußsitzung statt. Selbstverständlich war die ganze Zeit keine Pause in den Besprechungen eingetreten. In der A-b e n d s i tz u n g reflektierte zuerst der Vertreter der polnischen Gruppe Et Liwnot, Doktor Hindes (Warschau)« auf die Rede Jabotinflys, der einen Burgfrieden aus Basis eines Zweikammersystems für möglich Hält. Redner sagt; Auf jeden Fall-müsse Klarheit darüber geschaffen werden, ob die -Opposition wirklich geneigt ist, eine wirhschafliche Agency restlos zu uitterstützen. Die (Frage der Agency darf nicht länger verschleppt werden. Es äst nicht Wekzuumn'daran schuld, daß wir seit vielen Jahren im Vorzimmer der Agency stehen, was die Bewegung deMorasisiert Hat. Delegierter Dr. Leon Reich knwmt, er könne nicht einsehen, warum, ein Kompromiß mit den Wchizionisten für die Palästinaarbeit nicht möglich sakn sollte, wenn sogar die Oppvfitions- Jm redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ei» vorangesctztes E gekennzeichnet. r Zur Messe: Waschssidene Strümpfe Adolf Tarier, Wien; I., KohlmOssorg. 6 ^Alleinverkauf derFIrma Hugo Knobloch &Co.,Chemnltz^ Parteien g e le gen tl.ich Kompromisse in den innerpolitischen Frage.n machen. Schluß des Berichtes 12 Ahr nachts. Tie Sitz»»ng dau«t sort.! Kommunismus oder MchoauaWe? Bethlerr läßt wieder verhaften. Budapest, 3. September. (ÜX. T. K. 33.); Die Budapcster Polizei verhaftete heute einen angeblichen Nervenarzt Dr. Ignaz K o r n i s, der zugab, den Plan, die M a nf r e d W e i sz s ch e n Werke auf der Insel Csepel i n d i e Luft zu sprengen, geäußert zu haben, und der mit einem Manne identisch ist, der an dem Bankdirektor B a r t o k in Budapest eine Erpressung verübt hat. In beide»» Fällen verantwortet sich Kornis dahin, daß cs -,sich Nur mrr-psychoanaltstische Berlsuche gehandelt habe. Die Budapester Polizei hat heute nachts Werdies etwa 60 Per f o n e n stellig gemacht, die an einer kommunistischen Zellenorganisation beteiligt sind. Sechs Personen darunter sind geständig, während die ülbrigen leugnen. Auch in 34 Provinzstäd-- t e n wurden heute .kommunistische A g i t-.at-q've n verhaftet. Komis — ein Agitator des Erzherzog FM Budapest, 3. September. Die Flugzettel, die bei dem angeblichen'Kommunistenpropagandisten Kornis tzesmiden würden, haben es verursacht, daß die Polizei wie/ der. abbläst. Es sind nämlich Zettel, die die Wahl des Erzherzogs Josef zum König voir Nlvgarrr fordern, und so konnte rnan das Geheimnis dieser Razzia rncht-'mehr aufrechterhalten. Für den Besuch in der Wiener „Roten Fahne" gib< es keinen anderen Beweis als eine K o n s i d e n t e n a u ssage bei der Wiener Polizei. Da man aber sich nicht gut selbst desavouieren ■ kann, so wird abends erklärt, daß Kornis nur aus harmloser W i ch t i g tu e r ei den Beisuch ge»nacht habe. Auch für den Hypnoseraub an Bartcck ist eine Erklärung; gefunden worden, ein psychoanalytisches Experiment. Und so bleibt von der ganzen Sache nichts ührig; als .wieder eine mißglückte Reklame der Budapester Polizei. Uogullerbsrv, in jedem Schuh unsichtbar tragbare Platt- und SenkfuBelnlagen, auch nach Oipsabdruck, Paar S 2.40 bis 40.-. Kostenlose Beratung. Kein orthopädischer Schuh nötig. Feeeelformor,(Qammiaoeken), unsichtbar, per Paar S 6.50 bis 20.—. 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