Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3053 (30.8.1927)
- Date
- 1927-08-30
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Wien, Dienstag Wiener Morgenzottung 30. August 1927 Nr. 3053 Sie AvmelSuug von Leibrenleuversicherungen verlängert. Wntlich wird mitgeteilt: Zrvecks möglichster Wahrung der Interessen der Parteien hat sich das Bundesministerium für soziale Verwaltung im Einvernehmen mit dem Bundeskanzleramt bestimmt gefunden, die Frist zur Anmeldung von Ansprüchen nach dem Leibrentnergesetz uni zwei Monate, also bis einschließlich 31. Oktober 1927 zu verlängern. Bis Zu diesem Zeitpunkt können die Anmeldungen von in Wien wohnhaften Personen beim Bundesministerium für soziale Verwaltung, 1. Bez., Hanuschgaffe 3, Zimmer 125, von auswärts wohnenden Personen bei der betreffenden politischen Bezirksbehörde (Byzirkshauiptmannschaft, Stadtmagistrat) persönlich oder durch Vertrauenspersonen vorgawkesen werden. Schriftliche Anmeldunggenügt nicht. Es wird neuerlich darauf aufmerksam gemacht, daß Versicherungen, die auf einmalige Auszahlung einer Summe lauten (Kapitals- Versicherungen) nicht anzumeldcn sind. Anleihen des deutschen Hansbefttzes. Wie aus Berlin berichtet wird, bcabisicht-igt die Realkredi to rga n'i sa ti on des Zentral Verbandes deutscher Haus- und Grundbcsitzervereine eine innere und eine Ausländsanleihe aufzulegen. Die innere Anleihe ist als A m o r t i s a t i o n s a nle«iihe gedacht, seitens des Gläubigers unkündbar und nach zehnjähriger Laufzeit im Wege planmäßiger Vor- 1 losung nach weiteren 16 Jahren, insgesamt also innerhalb l 26 Jahren rückzahlbar. Die Höhe der Anleihe wird zuj nächst zwei Millionen G old mark betragen, der Zinsfuß 5y2 Prozent. Die- Ausgabe soll bereits am 1. Jänner 1928 zu einem Kurs von 93 Prozent erfolgen. Die Hypotheken, die aus dem Erlös dieser Anleihe gegeben werden sollen, sind jährlich mit 6y2 Prozent zu verzinsen. Ihre Begebungsdauer deckt sich mit der Laufzeit der An loiheschnldvevsch r eibu ng en. Die geplante A ms l a n d s a n l e t h e, tvegen der mit nnem ame rilan ifch c n'Konsortium verhandelt wird, loht die Ausgabe von 25 Millionen Dollar serienveise und nach Maßgabe des Bedarfes vor. Die Ausgabe der ersten Serie im Nominale von 10 Millionen Dollar soll nach Erledigung der bereits eingeleiteten gesetzlichen Formalitäten vor sich gehen. Die aus dieser Ausländsanleihe zu begebenden Hypotheken sollen mit 7 Proyen-t verzinst werden. Finanzielles aus Frankreich. Aus Paris wird uns geschrieben: Den Bemühungen der französischen Banken um die Wiederherstellung der Freiheit des K a p i t a l v e r k e h r s mit dem A u slande ist ein Muer, wenn auch sehr geringer Erfolg beschieden worden. Der Finanzminister hat soeben zur Auslegung des bestehenden Verbotes für die Kapitaleinfuhr eine neue Verordnung' erlassen, die gewisse Vorschriften mildert. Sie gestattet, französische Wertpapiere, die an der Pariser Börse zur offiziellen Notierung zugelnsien sind, frei nach Frankreich einzufi'chren, wodurch Ausländern, die französische Wertpapiere im Auslande erworben haben, die Möglichkeit gegeben wird, diese Werte nach Frankreich zu bringen und sie bei französischen Banken zu hinterlegen. Diese Neuordnung Betrifft in keiner Weise die Ausfuhr von Wertpapieren, die nach wie vor u n t e r s a g t bleibt. Die weiteren Vorschriften der Verordnung beziehen sich auf den A r b i t r a g e h a n d e l in Wertpapieren, wobei für die Banken und Bankhäuser, die sich mit diesem Handel befassen, gewisse Erleichterungen geschaffen wurden. Die Verordnung bemerkt ausdrücklich, daß die We r tpa pie ra rbi t rage für Rechnung von Kunden, die keine besondere Genehmigung des Finanzministeriums besitzen, nach wie vor verboten bleibt. Diese Bestimmungen, die das Verbot der Kapitalausfuhr voll in Kraft belassen, verfolgen offenbar den Ztveck, den französischen Banken, denen es augenblicklich an Bctätigungsmöglichkeiten mangelt, neue Geschästsmöglichkeiten zu eröffnen. '"Der Geldmarkt. Infolge des herannähcnden Ultimos war gestern Geld weniger 'flüssig. Es "kam! nur zu bescbeidenen Umsätzen. 'Nach wie por sind die ausländischen Geldwerte, vornehmlich amerikanische, ziemlich rege. Eine Fusion der Warenhäuser Gerngroß und Letzner? In der letzten Zeit kursieren in der Wiener Geschäftswelt Gerüchte, daß sich die Firma Leßner mit der Gerngroß- A.-G. fusionieren soll- Bereits während des Krieges waren Verhandlungen eingeleitet worden, welche ein Aufgehen der Finna Leßner in die Gcrngroß-Ä.-A. bezweckten; sie scheiterten jedoch damals.. Nunmehr soll dieser Plan wieder ausgenommen werden. Die Warenhausfinna Gerngroß würde, wenn der Plan verwirklicht wird, in den Lokalitäten der Firma Leßner gewisse Spezialartikel zum Verkauf bringen. - . Der Export nach der Türkei. Das türkische Konfiilat teilt mit: Exporteure nach der Türkei werden aufmerksam gemacht, daß laut ministerielLer Bestimmungen ab 1. September l. I. auch alle jene Ursprungserzeugnisse, welche von den verschiedenen Provinz-Handelskammern ausaesteM sind, für Waren mit dem Bestimmungsland „Türkei" vom türkischen Konsulat in Wien lega lisiertwerden müssen, da in Hinkunft solche, die ohne erfolgte Legalisierung den türkischer: Zollämtern vorgewiesen werden, von ihnen abgewiesen werden. Insolvenzen. Dos Ausgleichsverfahren wurde eröffnet über Gottlieb A d.d e, Pächter des Cafe Rotunde, Wien, 2. Bez., Ausstellungsstraße 23; Wilhelm L i p p a, Baumeister, Wien^ 6. Bez., Stumpergasse 24. FeltDretun.gen. £\i der LerichtUchen Aukttonstzalle (1. Bez., Jakobergaße 1) werden am 31. August, nachmittags von 3 bis 7 Uhr Geschäfts- und Wohnungseinrichtungen, Gummi-, Stahl-, Wirk-, Trikotwaren, Toilettieartikcl, Spirituosen, Bürsten, Teppiche, Bilder, eine Schreibmaschine, diverse Effekten zwangsweise verstpigerch Verband der jüdischen Kauftvute und Ge-rerlbetreitberrden in Wien. Heute Dienstag, den 30. d. M., ilm! 8 Uhr abends, findet eine Ma ssenve rsain m ln n g im Bürger-Cafe 2. Bez., Praterstraße 11, statt, zu welcher alle jüdischen Kleingewerbetreibenden dringendst eingeladen sind. Tagesordnung: Mängel im Kleiderma chergewekbet Kredite an Kleingewerbetreibende. EaifscrEoinmunc-Ankekßtzn. Seit einiger Mt bestrebt rrran sich, km "Dienste der AaM-Com'M'uue insofern eine Vereinfachung einigten zu lassen, als man für einiVcTitc Anleiher: nur Dteine Quo'te nf2 bis 3iProze:U) zn leisten habe, wie etwa Italien und Jugoslawien, zil eliminieren sucht. Solche Staaten sollen zn diesem Zwecke einen entsprechenden Betrag t^r betreffenden Anleihen ermcr&cit oder aus schon bestehenden: Besitz an die Carsse-Commune abliefern, wodurch sie sich von der Zahlung ihrer Quote befreien würden. Dieses Verfahren kann darüber hinaus auch bet größeren Quoten benützt werden, nur die jeweiligen Schuldnerstaaten von einem Teil ihrer Verpflichtungen zu befreien oder nm Hin- und Herzahlungcn zu vermeiden. wo diese Staaten größer«» Beträge von Caksse-Commune-Anleihen im eigenen Besitz haben. Wettere Mfchnächrmg der Lira. Der Lirakurs war auf den internationalen Devisenmärkten gestern neuerlich abg cs ch. rächt und ermäßigte sich bereits bis 97.90 Parität Zürich. Interventionen der italienischen Banken brachten eine kleine Stützung, die einen Schlußkurs von 28.08 Parität Zurück! ergaben. Der Schilling hat bei unver- .'änderterrr Dollarkurs :n Zürich wieder eine Abvchwachnns erfahren und notierte 73.06. Der Len ist unverändert 3.21. Die Reichsmark hat sich nach ihrem SamStagstand von 123.32Vs wieder etwas gehvben und schloß 123.40. Visumfrei zur Prager Messe. Die Messeausweise Pör die vom 18. bis 25. September stattfindende' Prager Messt gelten für die Inanspruchnahme der Fahrtbegünstrgungen (26 Prozent auf den österreichischen Bundesbahnen, 33 Prozent auf den tschechoslowakischen Staats-- bahnen) auf der Hinfahrt vonr 8. September) blS 25. September. .auf der Rückfahrt vom 18. September bis 5. Oktober 1927. Die Messeausweise sind zum Preise von S 2.50 bei der Paßsammelstelle der t s checho stowakischeu Handelskammer in Wien, 1. Bez., Herrengasse 12 (Palais der Zkvnostenska banka, Schalter Nr. 8), in der Zeit von 8 Uhr früh v is 6 U!hr abends erhältlich undberechtigen zunr Uebertritt der Grenze ohne tschechoslowakisches Bisüm rrur gegen Vorweisung des Reisepasses. Vor einer Einigung im tschechostowalkifch-PVlnischsn Kohlenkonflikt? Wie das'„Prager Tagblatt" von informierter Seite erfährt, ist innerhalb der im Köhlengeschäft mit Polen interessierten Parteien ein Neuer Vermittlungs- Vorschlag aufactaucht, der den amtlichen Stellen vor-, gelegt werden soll. Es heißt, daß im Zusammenhang damit Arbeitsminister Spina nach seiner Rückkehr vom! Urlaub Mer eine Neuregelung des Kohlenhandels mit Polen verhandeln wird. . Die polnische Regierung gegen Erhöhung der Kohlenpreise. Aus Warschau wird gemeldet: Das Ministerium für Handel und Industrie hat die Kohlenindustriellen der-. ständigt, daß die von den Industriellen geplante Preiserhöhung der Kohle nicht zug'elassen werde. Sollten die Kohlenindustriellen trotz dem Protest des Ministeriums dre beabsichtigte Preiserhöhung durchführen, dann würde die Negierung Re press ali en, unter anderem die Aufhebung der Frachtbegünstigungen für die KohlentranS- - Porte, anwenden.! Der Konkurs der HolWrmv HiMmelsbrrch. In dem Bericht des Konkursverwalters der Firma Gebrüder Himmelsbach A. G. in der GläübigevversamMlung wurde 2ekanntgegeven, daß als neuer Gläubiger der bayrische Staat eine Forderung von 3.5 i ll i o n e n^ Mark augemeldet habe. Der bayrische Staat verlangt ''von' der Konkursmasse die Zahlung des ganzen Hvlzrs das au> Grund der „Coupes Supplemlentaires" in den pfälzischen- Staatswaldungen geschlagen worden ist, ferner Ersatz des Verlustes, der durch die vorzeitige Schlägerung noch nicht cschlagreiser Bestände entstanden Ast, und die ,'Barauslagen 'für.den Wiederaufbau der abgeforstestn Flächen. New erster fosftag. Ms den Iugenderilinerungen des alten PMeMs. Von Binjamm Sögel. .... An jenem Tage, dem neunten W, war ich genau vor einem Monat in das dreizehnte Lebensjahr eingetretcn und mit mir war eine merkwürdige Umwandlung vor sich! gegangen. Nach einem Jahre sollte ich anfangen, Thephrllin zu legen. Ich sah diesem Tage mit einem Gemisch von wonnigem Bangen nud gespannter Erwartung entgegen. Es mußte etwas geheimnisvoll Großartiges sein, in den Bund der Erwachsenen ausgenommen zu werden. Wenn da solch einer inorgens Gott pries, der uns umgürtet mit Heldentum, so legte er die rechte Hand an den linken Oberarm, wo die „Thephstlin schel Jad" befestigt waren; dann pries er Gott, der uns „gekrönt hat mit Ruhm", und erhob die Hand zur Stirn, too die „Thephillin schel Rvsch" wie ein Diadem über dem Haupt prangten. War man aber noch ein Knabe, so blickte man dabei neidvoN zu den Großen hinüber und zählte die Tage, bis man es auch so werde machen dürfen. . . In mir war früh die Begabung für Mathematik und Astronomie erivacht; sie tvurde von meinem Vater und Meinen! Lehrer cisrig genährt. Unser Lehrer, weithm als bedeutender Talmudist bekannt, war nebenbei ein großer „Rechenmeister" und hatte sich ans'der älteren hebräischen Literatur — eine andere Sprache konnte er nicht — gediegene astronomische Kenntnisse angeeignet. Da waren ihm. die Elim des Josef Salomo del Medigo in die Hand geraten, und die hier vorgetragene kopernikanische Lehre hatte ihn stark beur.rnhigt; sein ganzes liebes Weltgebäude drohte zusammenzuslürzen. Auch witterte er darin eine schreckliche Ketzern, die allen in Bibel und Talmud vorkommendcn Anschauungen zuwiderlief. Er sträubte sich, fühlte sich aber schon zu alt und schvach, um gegen Len gefährlichen Revolutionär anzukämpfen. Seitdem er meine Begabung für diese Dinge entdeckt, fütterte er mich, sehr zum Schaden des Tätmudstudiums, mit Algebra und Triogeometrie, weihte mich schrittweise in die Systeme von Ptolomäus und Tycho de Brähe ein, in der Hoffnung, aus mir einen großen Asironomen zu machen, der einst 5kopernikus widerlegen sollte. Vor mir hatte sich eine neue Zaubertvclt erschlossen, die mich unheimlich anzog. Aber, lvas diese erhabenen Studien nicht bewirken konnten, das vollbrachte seit einen: Monat das Bewußtsein, daß ich in das Bar-!Mizwah-Jahr eingvtreten war. Die Spiele mit meinen jüngeren Geschwisterir erschienen mir viel zu kindisch, ich fand es unter meiner Würde, eingemachie Früchte zu naschen, oder mich mit den Bauernjungen herumznbalgen; sogar das wilde Klettern aus die Bäume und Hinwegspringen über Zäune und Bäche hatte plötzlich stark an Reiz verlöre::.!Me:ne Mutter, das Urbild nie versiegender Fröhlichkeit, machte sich häufig in ihrer schalkhaften Weife über meine junge Männlichkeit lustig und lud mich allemal ein, auf ihrem Schoß Platz zu nehmen, was ich, heftig exrötenb, ablehNto. . . Natürlich hätte es meinem erwachenden Jünglingssiolz sehr geschmeichelt, am nennten. Ab, volle vierundzivanzig Stunden zu fasten, wie die Großen, obgleich! ich dazu gar nicht verpflichtet war, und sogar vierzehn- und fünfzehnjährige Jungen an diesem langen, heißen Sommertag nur bis drei oder vier Uhr ohne Speise und Trank gelassen wurden. Diesmal fiel der neunte Ab auf einen Sonntag. Am Sabbat zuvor versammelten sich die Nachbari: aus unserem und den umliegenden Dörfer:: zum Gottesdienst in einem größeren Zimmer unseres Hauses, rvelches als Miniatnrsynagoge eingerichtet tvar. Hier standen auch die Bücherschränke, und hier lernten wir, sechs bis acht Knaben verschiedenen Alters, weswegen wir dieses Betgemach „Ehedev" nannten. 2ln jenen: Sabbat trug die in die Ostwand eingemauerte heilige. Lade einen schwarzen Vorhang, was auf uns Knaben einen besonders düsteren Eindruck machte mü> stark unsere.Munterkeit dämpfte. Spät am Nachmittag kamen die Nachbarn mit ihren Knaben, meinen Schulkameraden, abermals zusammen. Man nahm, nach iMinchäh, das dritte Säbbatmahl ein, jetzt zugleich das „Vorfasten", und am Abend sollten nach dein Abendgottesdienst die Klagelieder.Jeremias nebst den Kinoth vorgetragen werden. Nach Tisch wurden wir Knaben übermütig und tummelten Uns draußen herum, unter den Augen der Envachsenen, die in dem großen Vorgarten unseres Hauses saßen und gemütlich plauderten. „Rabbi Akiba," sagte Bert, der Brauer, zu unserem Lehrer, der trotz seiner unverwüstlichen Heiterkeit und Spottlust ein Asket war, „für Sie müßte man am neunten Ab und der: anderen drei Fasttagen eigentlich eine besondere Kasteiung ersinnen,, das gewöhnliche Fasten scheint Ihnen eher ein Genuß zu sei,:. Jeden Montag und Donnerstag fasten Sie, Schovavim Thath*) fasten Sie, Mi- : scheu. Rosch Haschanah und Jom Kippnr fasten Sie, jeden' Erew Rosch Chodesch fasten Sie, Dann haben Sie noch ein» ganze Menge von Sonderfasten, Sie fasten im! Jahre mehr, als sie essen." „Gottlob, ich> bin trotzdem munter und gefünd," er- 1 orderte Rabbi Akiba, und reckte seine) hagere Gestalt, jugendfrisch!, trotz seiner achü:ndsechzig Jahre.! „Am morgenden Tag ist das Lernen verboten," bernerkte mein Vater maliziös, „das ist für unseren Rabbi Älliba genug der Pein." i „Er wird sich zur Erde setzen und die Knaben herlbeirufen und das Brnh Hiob und den Midrasch Echah mit ihnen lernen, das ist erlaubt." „Dafür wird unser Reb Chajkel gewiß nicht fasten/^ sagte meine lMutter, die den Reb Chajkel gern aufzog. „Er kann nicht fasten," bemerkte unser Lehren „Warum denn? Hat er ein Leiden?" „Sobald er anfängt, wird er gleich hungrig," erwlidcrte Rabbi Akiba. Mcn: lachte; Reb Chajkel war ein sehr frommer Mann, ein Chassid, und Mar ein vielfacher; er betete eine ganze Anzahl von Wunderrabbis an, die miteinander in bittere« Fehde lagen und sich gegenseitig verketzerten. Jeder dieser Zaddikin: gewährte, im Bewußtseir: seiner himmlischen Macht, seiner Gemeinde eine Anzahl besonderer Erleichterurrgern Reb Chajkel, der bei allen Gemeinden abwechselnd h-osMerte machte sich alle diese Erleichterungen) zunutze. Zu diesen Privilegien gehörte es, sich über die gebotenen Fasten hinwegzusetzen. In unserer ganzer: Umgebung gab es nur zwei chassidische Familier:. IMein Vater lachte Über ihren Aberglauben und ihre Umvissenheit, unser Lehrer hielt ihre Zäddikim für ausgepichte Gaukler, SchwiMer und Ignoranten, die dem untvissenden betörten Pöbel das Geld aus der Taschje lockten, sah in ihrem, ganzer: Gebarm eine Art verkappter Ketzerei und verfolgte sie mit seinem! grimmigsten Spott. (Fortsetzung folgt.) *) ,,Schovavin: Thath" bildet das Anagram der acht Wochenabschnitto von zroet Winhermorraren, ungeWr Jänner-Februar, in denen die Strengfrommen ein Sonderfasten abhatten, während dessen, von: Sabbat abgeschew nur am Dienstag abends eine Mahlzeit eingenominen wird.