Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3053 (30.8.1927)
- Date
- 1927-08-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Polen: 25 groszy j Wien: Zorn Abhoien indei Expedition, II* Taborstr. 1-9 oder in einerVerschleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 6 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. P o 1 e n :Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4.Frankr eich, Belgien: Mon. Pres. 35 Nachzahlungen bei PrelsrhSh engen Torbehalten. Nr. 3033 Hongreßaniiiflbe. kOU8LWWW>>WW>W>>lWW>>>>WW>>>>WW>>>>>WW>>>>II>MNUI>>>U>ltW>W>>W>W>>WW>>>W>W>W>WWOWW>>!W>>l> Wiener aw/ne [Preis 80 01 Engl an d:Mon.4Schilling Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien:Mon.lOOLewa. S c hw e i z und das übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-8-19 Ab 6 Ohr abends: Telephon Nr. 31-0-86 Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva“) Wien. Dienstag, 30. August 1927 Oesterreichisches Postspar kassenkonto Nr. 150.693 9. ZaHrgang Le Bourget, 28. August. (Havas.) Levine kam heute mittags allein auf das Flugfeld und ließ die „Miß Columbia" aus dem Hangar herausholen, indem er erklärte, er wolle einen Rollversuch auf den Boden machen, ohne sich in die Luft zu erheben. Nichtsdestoweniger stieg er um 13 Uhr auf. Um 14 Uhr 5 Minuten wurde das Flugzeug über Abbeville gesichtet, mit der Richtung gegen Norden. „Paris Soir" berichtet, sofort nach dem Abflug der „Mliß Columbia" sei ein Flugzeug aufgestiegen, um auf die „Miß Columbia" Jagd zu machen. Als man sich von der Flucht des Eigentümers der „Miß Columbia" überzeugt hatte, habe man Drouhin und Mathis ein anderes Flugzeug zur Verfügung gestellt. Levine ist um 15 Uhr 53 Minuten auf dem Londoner Flugfeld Creydon gelandet. Wie die Flacht vor sich ging. Lövine erschien um 11 Uhr vormittags in-der Flugzeughalle, in der das Flugzeug untergcbracht war. Die Mechaniker hatten jedoch den Magneten des Motors versteckt, um eine Einzelabfahrt Levines oder Drouhins zu verhindern. Zum großen Erstaunen der Möüteure ging Levine geradewegs auf das Versteck zu, holte den Magneten hervor, ließ ihn nnmontieren und den Apparat aus der Halle bringen. Levine trug Fliegerkleidung. Er ließ den Motor anlausen, dann ließ er die vor den Rädern des Flugzeuges zum Verhindern des Abfluges liegenden Bremshölzer wegnchmen, um, wie er sagte, einige Meter auf dem Boden zurückzulegen. Er fuhr auf dem Boden bis an dm angrenzenden Militärflugplatz heran. Er schien dort aus ein vor ihm sichendes Verkehrsflugzeug zu warten, machte wieder kchrt und stellte seinen Apparat in nördlicher Richtung bereit. Darauf fuhr er an, startete und verschwand in einer Höhe von 1200 Metern über Le Vourget. Als man auf dem Flugplatz erkannte, daß Leb ine davonflog, stieg ein Flugzeug zu seiner Verfolgung auf, konnte ihn aber nicht mchr einholcn und mußte wieder umkehren. Schwierige Laadung in London. London, 29. August. Die Landung Levines auf dem Flugplatz Croyden wäre um ein Haar zu einer Katastrophe geworden. , Beim Niedergehen entging Levine mit Mühe und Not einem Anprall seines Flugzeuges auf den Boden. Er ging wieder hoch und flog dabei so d i ch t a m F l u gzeugschuppen vorbei, daß ein Streifen des Daches unvermeidlich schien. Dann versuchte er zum zweitenmal niederzugehen, jedoch ergebnislos. Der Kommandant des Flugplatzes wies Lövine eine andere Landungsstelle an und dort gelang das Niedergehen verhältnismäßig glatt. Nach Erledigung einiger Formalitäten fuhr Levine in die Stadt. Die Gründe der Flacht. Um die Gründe seiner Flucht aus Paris befragt, erklärte Levine, | er könne nur sagen, daß er ein für allemal mit den französischen Fliegern und Flugplätzen fertig sei; er fühle sich genügend sicher, die Lustreise nach New Jork allein zu machen. In englischen Fl'iegevkreisen ist man jedoch der Ansicht, daß Levine für den Rückflug einen englischen Flieger und zwar wahrscheinlich Jnclisse engagieren werde. In diesem Falle müßte er vertragsgemäß an Drouhin ein A b st a n d s g e l d von 100.000 Francs zahlen. Was Droahin sagt. Drouhin erklärte, daß er seinem Commaudite nicht nach London nachftieg-en wolle, weil er sonst in Versuchung kommen könnte, ihn umzubrmgen. Mit einem vernünftigen Menschen könne man diskutieren, aber mit Levine sei dies ausgeschlossen. Drouhin glaubt, daß Levine -seinen langgehegten Wunsch habe verWirMchen wollen, die „Miß Columbia" an ein englisches Haus zu verkanfen. , Drouhin hat einen Motor sowie eine ganze Reihe anderer E r s a tz b e st a n d t e i l e der „Miß Columbia" unter gerichtlichen Verschluß - stellen lassen und sich alle weiteren gerichtlichen Schritte Vorbehalten. In den späten NachrnittagsstunLen erschien die ainerikanische Milliardärin Bell, die seit langer Zeit einen Piloten für die Uebersahrt nach Amerika sucht, auf dem Flugplatz und unterhielt sich längere Zeit mit Drouhin über die Möglichkeit eines geeigneten Ersatzes für die „Miß Columbia", um in kürzester Zeit mit Drouhin als Piloten ü b e r d e n Ozean ZU fliegen. Mule: London—München—Wien-Kolistantlliopel. München, 29. August. Das Flugzeug „Der Stolz von Detroit", mit dem die Flieger S ch l e e und Brock den Ozean überquert haben, um von London aus den W elts-lugrekord (2334 Tage) zu -brechen, ist heute um 8 Uhr 30 Minuten früh in London aufgestiegen und Punkt 4 Uhr nachmittags in München glatt gelandet. Die Landung aus dem Münchener Flugfeld vollzog sich unter brausenden Hochrufen der zahlreich erschienenen Zuschauer; -der amerikanische Generalkonsul Cur t iß sowie/die Vertreter der Behörden und der Lufthansa begrüßten die Flieger. Der Weiterflug wird morgen um %7 Uhr früh erfolgen, und zwar ohne Zwischenlandung über Men und Btckapest in der Richtung nach Konstantinopel. Doch ist auch ein Anfliegen von Belgrad möglich. 3tn ElndeSer Wer Den szean. Ontario, 29. August. (Router.) Die Flieger Tu Ny und Metealfe sind heute auf einem Eindecker zum | Flug nach England gestartet. Sttedergegangenl New Y o-rk, 29. A-ugust. Die London—London-Flieger, weilche zum Flug von London in Ontario -nach London in England aufge-stiegen sind, mußten bereits nach zweistündigem Fing wegen dichten Nebels und Re-gen3 niedergehen. Im redaktionellen Teil enthaltene unentgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Bor der Sröffmmg. -y, Wien. 30. August, f' Das zionistische Weltparlament tritt heute abends zusammen. Das Verhandlungsprogramm zeigt die Mannigfaltigkeit der Probleme, die zu besprechen sind. Es sind sieben Kommissionen vorgesehen, denen die Klärung der politischen, organisatorischen und kolonisatorischen Fragen obliegen wird. Es zeigt sich das Bestreben, das Schwergewicht der Verhandlungen aus dem Plenum« in die Ausschüsse zu verlegen. Das ist schon für nornrale Parlamente, die als Kontrvll- und Repräsentationsorgan eines unabhängigen Staates fungieren, kein glücklicher Vorgang. Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Kommissionen entweder durchaus im gouvernementalen Sinn arbeiten oder so stark von der Opposition beherrscht werden, daß ihre Leistung minimal wivd. Bei einem Parlament wie dem zionistischen, hinter dem nur eine Organisation steht, ist dies besonders mißlich. Denn es ist nur allzu leicht möglichdaß das Plenum depossediert wird und sich am Ende gezwungen sieht, die Beschlüsse der Kommissionen zu schlucken, ohne über eine genauere Kenntnis der Materie zu verfügen. Darunter leidet die Sachlichkeit und der Kongreß schwankt zwischen rosenrotem Optimismus und dunkler Schwarzfärberei. Das ist von Nebel und so wenig empfehlenswert, wie der in der Tagesordnung sich« ankündigende Vorgang, daß die Leitung in der Mitte, statt wie bisher am Schlüsse der TaguUÄ-'gewählt werden soll. Das ist ein undemokratischer Vorgang, denn es entspricht dem Sinne eines Parlamentes dieser Art, daß das Plenum der zu bildenden Regierung die Richtlinien vorschreibt. Da aber alle Fragen des Kongresses ein Ganzes bilden, bedeutet die in die Mitte gestellte Wahl der Leitung für den Problemkomplex ein Diktat, das unvereinbar ist mit dem Wesen des Parlamentarismus' und insbesondere mit dem Zweck dieses Parlamentes, das doch nur alle zwei Jahre sich versammeln und seine Funktionen der Kontrolle uub Kritik nur in komprimiertester Dosis üben kann. Es steht ihm nicht die notwendige Frist zur Verfügung, zu untersuchen, welche ftüheren Beschlüsse ausgeführt und in welchem Sinne und Ausmaß sie ausgeführt wurden, und es besteht auch« wenig Frist, die Motive für Unterlassungen zu prüfen. Nach weniger aber genügt das dem' Plenum vvrgeschriebene Verhandlungsprogramm für eine eingehende und systematische Behandlung der politischen Fragen. Das Verhältnis Palästinas zur Umwelt, die Praxis der Verwaltung und die Stellung zu den Arabern, das sind alles ungeklärte und unklare Fragen, .deren öffentliche Behandlung nicht umgangen werden kann. Zu der Forderung, daß der zionistische Kongreß doch auch über die allgemeine Lage des Judentums, über seine politischen Forderungen als Nation außerhalb Palästinas zu reden hätte, getraut man sich ja heute nicht mehr sich aufzuraffen. Die zionistische Organisation hat chren Kreis sehr verengert urrd in der Hoffnung auf ein gnädiges Wort der amerikanischjen Plutoa kratie ist sie sehr bescheiden geworden. Sie will nicht der Repräsentant der jüdischen Welt sein, sie steht im Begriffe, chre Abdikation zu vollziehen. Und so ist auch, dieses Verhandlungsprogramm eine Art des Entsagens, dasdem Kongreß aufgenötigt wird und zu dem er sich, entschließen wird, da doch die Majorität so groß und die Opposition so gering ist. Bon 280 Delegierten sind 147 allgemeine Zionisten, also unbedingt gouvernemental, und die reine Opposition verfügt über 22 Sitze. Das bedeutet ein gelaufenes Rennen. Die Kommissionen werden tagen und Resolutionen stellet: und das Plenum wird wählen und abstimmen. Moderne Herren' und Damenstoffe für Herbst und Winter wirklich hervorragend guter Lualltikt infolge kleiner Regien zu konkurrenzlos ♦ billigen Preisen des Kann K Fried VI.,Linke Wienzeile 40