Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3050 (27.8.1927)
- Date
- 1927-08-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2982138--31104-3019389- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Gvke 6 Men, GamSta,, Wleoer Morge«z«ttm»g S7. August 1937 Nr. 3000 Re SlettrWerung der deutsche« Sahnen. fHerliu, 26. M-Mst. T«e Hauptverwaltung d«vr Deutschen 'Reichsbahngesellschaft erhält arrs allen Teilen des Reiches Anträge auf möglichst baldige Umstellung der Hauptstrecken vvm Dampfbetrieb auf elektrische« Betrieb. Unter anderem hat auch die Leipziger Handelskammer die Einrichtungeirres elektrischen Schncllbahnverkehrs zwischen Leipzig-Berlin gefordert. Wie eine hiesige Korrespondenz mitteilt, weift die Reichsbahnverwaltung darauf hin, daß die Umstellung vom Dampfbetrieb in elektrischen Betrieb auf dem gesamten Bahunetz über 10 Milliarden erfordern würde. Bei dieser Sachlage kann, heißt es in der Korrespondenz weiter, die Durchführung des Clektrifizierungsprogrammes nur schrittweise erfolgen, und zwar geht man dabei programmgemäß in der Weise vor, daß zunächst auf denjenigen Strecken der Betrieb umgestellt wird, die stürme Stei- Wngen aufzuweifen haben, deren Ueberwindung mittels Dampfbetrieb sehr teuer zu stehen kommt. Aus diesem Grunde wird zurzeit an der Elektrifiz»-ierung der Strecken München—U lm—Stuttgart und Mün chen—Salz bürg gearbeitet. Daneben es durchaus möglich, daß man nach Erledigung dieser Arbeiten und nach Durchführung der Elektrifizierung des Berliner Bvrvrte-Berkehrs an eine Elektrifizierung des Reichsbachnnetzes im R.uhrgebret gehen wdü>. Für die Einrichtung eines elektrifizierten Betriebes auf der flachen und völlig ohne Steigung verlaufenden Strecke Berlin—Leipzig, die absolut ausreichend mit guten Schnellzügen besetzt ist, kann zunächst nicht die geringste Veranlassung bestehen. Kursvefferuug des Schtwng. Der Schilling hat gestern in Zürich eine Steigerung uni 3 Punkte von 73.07Vs auf 73.1QV2 erfahren und damit wieder den Stand erreicht, welchen er vor den Wiener Juliereignissen hatte; man geht nickt fehl, diese Kursbefferuna Mt den größeren Goldkäufen der Nationalbauk in Zusammenhang zu bringen. IM übrigen Devisenverkehr war gestern der weitere Rückgang der Peseta (von 87.42% aus 87.22y2), die Mschwächung der Lira (28.23%) und der Reichsmark (von 123.31 auf 123.43) sowie die weitere Befestigung des Leu (hon 3.20 auf 3.21) bemerkenswert. Fides Treuhand-Gesellschaft. Die Fides-Treuhand-Bank G. ne. b. H. ist aus dem' Börsenarrangem'ent ausgetreten!. JnfolvenMt. Der Konkurs wurde eröffnet Wer die Meutlichen Gesellschafter der FiÄna „Delieitas" Schokolade- und Borckonsfabrik Frankl, Brill u. Co., Men, 13. Bez., Mitisgasse 1S-2O; Fuchs u. Lichtenstein, Men, 20. Bez., Staudingergasse 16. — Das Ausgleichsverfahren wurde eröffnet Wer Josef Groß, Kaufmann, 10. Bez., Favoritenstraße 860; Josef Weiß, Ge- Mschtwarenhandel en gros, Men, 9. Bez., Alserstraße 10; Hans Kaser, Papierhandlung, Men, 6. Bez., Einsiedlerplatz 10; Anton Arnstein, SchuWändler, Men, 2. Bez., Rotensternaasse 23; Emil Strauß, Kaufmann, Men, 9. Bez., Van Swietengasse 12. Versendung von Postfrachtstücken nach Jtakrem. Die Handelskammer terlt mit: Während bisher die für Italien bestimmten Postpakete im Gewicht von nckhr als IO Kilogramm bis 20 Kilogramm den Weg Wer die Schweiz nehmen und an der schweizerisch-italienischen Grenze abaesertigt werden mutzten, ist es der Firma Schenker u. Co. mit Unterstützung verschiedener österreichischer amtlicher Stellen gelungen, einen direkten Leitweg für derartige Sendungen über Villach bzm. Innsbruck einzurichten, welcher ab 1. September 1927 aktiviert wird. Von diesem Tag an werden für Italien bestimmte Postpaketsendungen von mehr als 10 Kilogramm bis 20 Kilogramm von Schenkers europäischem Paketdienst, Men, 7. Bez., Schottenfeldgasse 54, 'zur direkten Beförderung übernommen. «■■■I—ww— Die vornehme Klassiker - Ausgabe auf holzfreiem Papier, in elegantem Seidenleinenband mit reicher Goldprägung pro Bond nuur S S.— Büchner, herausgegeben und eingeleitet von Arnold Zweig in einem Band Cervantes, herausgegeben von Max Krell in drei Bänden Hauff, herausgegeben von C. Q. v. Maassen in fünf Bänden Heine, herausgegeben von Rudolf Frank in zehn Bänden Hoffmann, E. T. A.. herausgegeben von Rudolf Ä Frank in elf Bänden sU Kleist, herausgegeben von Arnold Zweig In vier Bänden Novalis, herausgegeben von Ernst Kamnitzer in vier Bänden r=- Schiller, herausgegeben von Alexander Gleichen- LE Rußwurm in vierzehn Bänden [■ uniiiiiHiHiiiiNiiinniiiiii \m _ (OufflAinidfunfl [■ fj Sr Xöwvit, Wien, 1. g g iftotemiuvmstKaße 22. y BimBi[sim[iif.i[.imi¥ir5ir5imrgimmiii[iiigi Verband der jüdischen Kaufleute und Grrverbetreibenbcn tn Wten. Montag, 8 Uhr abends, int* Wiener Bürgercafe, 2. Bez., Praterstratze 11, Versammlung der Kleingewerbetreibenden. Deutsch-englische Chemieverständigung? Die Londoner ,Morningpost" meldet, datz der Leiter des englischen Chemietrustes Sir Alfred Mond sich zurzeit in Deutschland aufhält, um mit der I. G. Farbenindustrie über eine englisch-deutsche Ehemiegemeinschast weiter zu verhandeln, daß das provisorische Abkommen Mischen Deutschland und England bereits fettiggestellt sei und daß diese Vereinbarung der Vorläufer sei für einen europäischen Chemietrust. Eure innere Anleihe in Rußland. Aus Moskau wird berichtet: Das Präsidium des Zentralexekutkvkomttees der Sowjetunion genehmigte die Ausgabe einer 6prozentigen inneren Staatsanleihe von 2lX) Millionen Rubel in Stücken von 25 Rubel Mt zehnjähriger Tilgungsfrist vom 10. Oktober 1927 ab. Die Anleihe wird für die Industrialisierung der Volkswirtschaft verwendet werden. Die Stahlproduktton der Welt« Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß die gesamte StaylproduMon der Wett in diesem Jahre den Betrag von 100 Millionen Tons überschreiten roird. Die Gesamtproduktion des ersten Quartals machte 24,635.000 Tons aus, so daß die Weltproduktion Mt einiger Sicherheit auf 26,090.000 Tons geschätzt werden mag. Die Produktion der Bereinigten Staaten senkte sich im Meiten Quartal von 12,400.000 Tons auf 11,875.000 Tons, die des britischen Reiches von 2,607.100 Tons auf 2,482.000 Tons. In Deutschland wuvden im April und Mai durchschnittlich 1,311.100 Tons pro Monat erzeugt gegen 1,294.900 Tons im Monatsdurchschnitt des ersten Quattals. Frankreich produzierte im zweiten Quartal monatlich 688.000 Tons gegen 658.000 Tons im ersten Quartal. Der Entwurf des neuen Bankgefttzes ttt Rumänien. Aus Bukarest wird berichtet: Infolge der letzten Skandale von Privatbanken in Rumänien sah sich die Mgicrung zur strengeren Kontrolle der Bankgeschäfte veranlaßt. Zu diesem Zweck hat der rumänische Finanzministet die Kommission, welche mit der Ausarbeitung des neuen Bankgesetzes beauftragt nwrden war, damit betraut, ein neues Projekt sertigzustellen, welches geeignet sein wird, die Interessen der ktetnen Einleger zu schützen. Das neue Projekt soll in erster Linie gegen jene Institute gerichtet sein, die nicht die Form der Aktiengesellschaft haben und trotzdem Einlagen übernehmen. Das neue Bankgesetz wird daher ausKrechen, daß sich mit EinlagengeschÜften nur Aktiengesellschaften befassen dürfen. Die gegenwärtig in Rmnänien bestehenden Privatbanken — etwa 1000 an der Zahl — werden nur provisorische Betriebs"inzessionen erhallen, und zwar unter der Bedingung, datz sie ein gewisses Minimum an Grundkapital auftneisen können und sich zur Veröffentlichung ihrer Bilanzen verpflichten und daß sie keine Einlagen übernehmen. Wiederaufnahme der polnischen Anüciyoverhandlungen Mt Amerika. Ans Warschau wird uns berirl-tet: Die im Juni abgebrochenen Verhandlungen der polnischen Regierung mit einem amerikattischen Finanzkonsortimn', betreffend die Ausnahnte einer Anleihe auf denr anterikanischen Geldmarkt, werden in den ersten Septembertagen wieder aufgenomnren. Wieder me Lemberger TextikinfolvenG. Aus Lemberg wird berichtet: Nach der Textilfirma Brüder Mar^l, die vor emigev Zeit mit 1 Million Zloth Passiven insolvent geworden ist, hat nun auch der dritte Bruder Maxel, der eine selbständige Firma führt, Ko'nknrs mit 2 Millionen Passivenn angemeldet. Er wurde 'oerhastet. Die Mutsche Kohkenkonvention endMttg unterzeichnet. Aus Dztedzitz wird berichtet: Nach der letztens erfolgten Verständigung zwischen den Kohlengruben des Dombrowaer und ostoberschlesischen Reviers anfangs August, begegnet die Frage der allpolnischen Kohlenkonvention keinen Htndernissen mehr. Sogar jette Werke, welche einen ganz oppositionellen Standpunkt gegenüber der Kohlenkonventton einnahmen, haben in den letzten Tagen das gemeinsame Abkommen unterfertigt. Allerdings erfolgte der Zusammenschluß aller Kohlenbergwerke vornehmlich unter dem Drtlck der Regierung, welcher es angesichts dev Androhung von Repressalien gelang, die Differenzen innerhalb der Konvention:: in vechälrnismäßig kurzer Zeit beiznlegen. Die neue allpolnische Kohlenkonvsention wurde auf zwei Jahre verlängert. Den Armstrong-Werken wurde die Konzession in Italien entzogen. Römische Blätter berichten, daß die italienische Regieru-ng der großen englischen Schiffsbaufirma Armstrong «in P 0 z z u 0 I i b e Neapel die seit do;n Jahre 1666 ausgeübte und van Italien auf ewige Zeiten verliehene Konzession entzogen habe. Diese Maßnahme, welche großes Aussehen erregt haben soll, wird damit ^gründet, dgß die seinerzeit gezahlten Preise für den Erwerb des Territoriums den heutigen Preisen nicht entsprechen. Die Fabriksanlagen und Arbeiterhäuler der Gesellschaft fallen ohne Entschädigung an die Gemeinde Pozzuoli zurück. Eine griechische Dabalbank. Aus S a l 0 n i k i wird uns geschrieben: Ein ausländisches Konsortium, an dessen Spitze eine schweizerische Großbank steht und dem auch, wie Verlautet, englische JnterLisenten angehören, hat der griechischen Regierung die Gründung einer Bank Vorgeschlagen, die die Ausgabe haben soll, alle mttj dem Anbau und dem Vertrieb des griechischen Tabaks im Ausland zusammenhängenden Operationen durchzuführen. Die diesbezüglichen Vechandlungen nehmen bisher einen-günstigen Verlauf.- Wiener Börse. F°I>. Trotz des Wochenendes eröffneie die Börse rm Hinblick auf Anzeichen einer Besserung der Geldverhaltnifse in Berlin, sowie angeregt durch Prager Arbiiragekäufe für tschechoslowakische Jndustriewerte in sehr freundlicher Stimmung, die sich im weiteren Verlaufe verstärkte. Von den österreichischen Efföktengattungen begegneten insbesondere Bankenwerte regerem Interesse, da angenommen tvird, daß die Halbjahresbilanzen, welche in der nächsten Woche veröffentlicht werden (Schluß.) Das verschlossene Land. %n Leo Goldenstem. Es ward ihr klar, daß er der Mann war, dem sie sich bedingungslos untervrdnen mußte. Me einer,unentrrMbcrven Macht. .. Sie unterlag. Das rätselhafte Geschick hatte chren Untergang .beschlossen. Ein fremder Zwang erstickte jeden Zweifel, lähmte geben Widerstand in ihr. Völlig hatte der Mmn sie ,m Händen. Der Traum dom Lande'der Sehnsucht trat hinter eine Wirklichkeit zurück, die sie mit dunkler, schmerzhafter Gewalt an sich zog. Am .nächsten Tage behob sie das Geld bis auf einen Kernen Betrag und folgte es ihm aus. Er gab ihr die genaue -Adresse des Lemberger Geschäftes, tröstete fix Ml einigen zuversichtlichen Worten und meinte, daß er nach drei «der vier Tagen, wieder da fein würde, dann 'stüride Wem Mücke nichts mehr rm Wege. Sie -sah ihn nicht wieder. Ms sie nach erner^Woche bangen Harrens keine Nachvkcht pvn ihm erhielt, zeigte sie den Fall bei der Polizei mt; und da stellte es sich heraus, daß Name Und Adresse der angegebenen Lemberger Firma ganz unbekannt und offenbar.fingiert waren. Der Mann wabern Betrüger, der sich mit seinem Raub schön in Amerika^oder sonst wo in Sicherheit befand. Nun war alles aus. Die Welt stürzte zusammen Md begrub sie unter den Trümmern. Am .Abend dieses Tages wurde sie in bewußtlosem iZuOmde von der Straße aufgelesen. Man brachte sie ins Wüsche Spital, wo sie, fast ohne Bewußtsein, von Delirien gepeinigt, darniederlag. Die A-erzte betrachteten es als unfaßbares «Wunder, als sie, nach vielen.Wochen dermoch genas. sAber da sie das Krmtkenhaus verließ, war sie nur noch der Schatte^ der einstigen, voit Hofsinnrg und Energie bef&Üen .Frau. Es war am Jom-Kipfmr. Die große Schule in der iMtagogengaffe war beängstigend voll. Aus dein osserten Portal hörte man Chorgesang, lautes Murmeln, ekstatische Schreie und hier und da den schauerlichen Ruf des Widd>erhorns, .dem stets das laute Gebet der Gemeinde folgte. Draußen -im geräumigen Hofe, unter den Bäumen 'mÄ im iGrase, ständen intb saßen Gruppen von Männern, 'die, mit den lose umhängenden Gebettüchern und den blassen, von Aasten und Beten erschöpften Gesichtern diesem 'Tage das charakteristische Gepräge gaben. Wie alljährlkch, war sie auch an diesem Jvm- Kippur da. .Sie faß abseits, in einer Ecke 'des Hofes, und ließ die Micke über das weste, sonnemiberglänzte.Pruthstrl gleiten, ohne auch nur das Geringste Von der Lawdschaft zU sehem Totenblaß faß »sie da, zusmmnengekauert, von schweren Utch düsteren Bedanken erftM. Dias ,unablässige, leidvolle Sinnen der letzten Wochän hatte >ihren Verstand geschärft und ihre Äugen geöffneft. Schmerzlich klar sah sie nun alles. So ungeheuerlich und qualvoll ihr Sturz aus der Höhe frohen Str^bens in die Tiefe der Vernichtung auch gewesen — die Erkenntnis, vor der.sie jetzt stand, bä-ünkte sie tausendmal eistfetzlicher und unerträglicher. Sie wußte mm, wo ihre gwße.Schuld Au suchen war. Den Lebenswandel, so sagte sie sich, hätte Biokt ihr verziehen. ,Was aber seinen Zorn und,seine Strafe heraufbesichwor, .war ihre Untreue L>em Ideal tzegenüber, ihr schnöder ^Verrat an der Idee, das erbärmliche Versägen knapp vor der letzten Stufe, die sie zum Ziele geführt hätte. In der Übeüvältkgendert Erkenntnis von der Größe der eigenen Schuld, begann sie laut zu weinm und. sich in vergeblicher Reue mit beiden Fäusten an die Brust zu schlagen. „Ich habe gesündigt!... Ach habe gesündigt"... schrie es,aus ihr; ihr Oberkörper wiegte sich, indes sie jammerte ttach «links tmd rechts, die völlig ergrauten Haare fielen ihr ins Gesicht, das von Tränen überströmt wurde. Die Lippen zuckten und in den tiefliegenden Augen brarmte der Schmerz eines zu Tode getroffenen Tieres. Mer das Geschick, in grausamer Folgerichtigkeit, holte zum letzten Schlage aus. Sie hörte plötzlich ihren Natnell rufen, und, sich umwetwend, sah sie den kleinen Sohn ihrer Wirtin atemlos herbeilaufen. Er brachte einett soeben abgegebenen Expreßbrief. Es war ein Schreiben von der Pflegemutter ihres Kindes; sie berichtete icmf etwas Umständliche Art, baß der Junge an einer plötzlich aufgetretenen ,Halsbr.äune trotz rascher ärztlicher Hilfe gestorben sei. Sie sprang auf und.stand einige Altgenblicke nnt denr Matt in der Hand; ihre Lippen bewegten fich lautlos, die 'sikugen quollen ihr wie in maßlosen: Entsetzen aus den Höhlen, und plötzlich, wie Vom Mitze gefällt, brach sie zrr-, säumen und bKeb ohne Bewegung liegen. Schrecken ersaßt« die Anwesenden, Schreie wurden laut. Ein 'Arzt, der sich unter der Beterschar beßmd, wurde herbeigehott. - Er beugte sich über die Gestürzte, sah aber.sofort, daß da alles scharr zu Ende war, und meinte, der Tod müsse in einem; BrtrchteÄ einer Sekunde eingetreten fein. Ein guter Tod! sagte er, sich wieder auftichtend. Ein leichter Tod! Mit blau verfärbtelm Gesicht, aufgebäumten: Oberkörper Und ms Gras verkrampften Fingern, so lag sie da, dem yohnvoll-heiteren Hümmel und den entsetzt dremfchauenden >Augen der UUrstehenden tvehrlos preisgegeben. Da brachte der Schuldiener aus seiner Wohnung ein dunkles Tuch, das er über die Leiche breitete. Er haste die Tote gekannt, wußte ulin ihr Leben und Streben, unb ihr Zusammenbruch ging ihm nahe. Dem wie in tausend änderet!, glühte auch in ihm heiinlich die alte Zionssehlffucht, Vm der er freilich wußte, daß sie sich me erftillen würde. So nndmete er der Verstorbenen einen improvisierten Nachruf. Er sagte: Gott hat gesprochen. Mit cigenec Hand hat er «ine Sünderin gerichtet. Boruch dajon emeth! Und doch verfolgte sie ein schönes Ziel! Sie wollte nach Erez Israel. Rtber wie einst Moischr Rabenu, er möge nur den Vergleich verzeihen, ward auch ihr der Eintritt verivchrt. Nicht einmal von weitem durfte sie das Land der Verheißung erschauett. Trotzdem, so hoffe ich, hat Gott ihr die Schuld vergeben. Hätte er sie sonst am Jrm- Kippur zu sich gerufen?^ Ende.