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Wiener Morgenzeitung · 1927-08-14 · Heft 3038 (14.8.1927) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3038 (14.8.1927)
Date
1927-08-14
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Sette 12 Men, Sonntag Wiener Morgenzettrrng 14. August 1827 Nr. som ferbond der iildisdien Kauf leide und Ge werbe*reibenden in Wien Angebote und Nachfragen. — IV. Liste. 629 Firma in Krakau sucht Damenstrümpfc. 630 Firma in Belgrad sucht Vertretung in Bandeisen und Drahtstiften. 631 Firma in Brüssel sucht Wasserstoffsuperoxyd. 632 Firma in Sofia sucht Vertretung in elektrotechnischen Bedarfsartikel. 633 Firma in Sofia sucht Email in Pulver oder flüssiger Form. 634 Firma in Berlin sucht Vertretung in Parfümeriestäubern. 635 Firma in Uzhorod sucht Vertretung in Heiligenbildern. 636 Firma in Pezoara (Italien) sucht Pelzwaren. 637 Firma in Holland sucht Kartons für Glühlampenfabrikeu. 638 Firma in Bremen sucht Zigarettendosen für den Export. 639 Firma in London sucht Lippenstrfthülsen aus Galalith. 640 Firma in Mexiko sucht Maßstäbe. 641 Firma in Wien sucht Koffer-Hartplatten. 642 Firma in Metz vergibt Patent für Kartonfabrikon. 643 Firma in Linz sucht Abnehmer für fünf Handwebstühle und einen elektrischen Webstuhl. 644 Firma in Äsamara sucht Packpapier. 645 Firma in Sofia sucht Eitevbecken aus Papievmachee. 646 Firma in Wien sucht Vertretung in Textilien. 647 Firma in,Sevilla sucht Vertretung in Neuheiten. 648 Firma in Jaffa sucht Vertretung in Wafferlertungsrohren. 649 Firma in Philippopel sucht Vertretung in Artikeln aller Art. 650 Firma in New Dort sucht Vertretung in Sesselsitzen. 651 Firma in New Aork sucht Vertretung in Metallwaren. 652 Firma in Konstantinopel sucht Verbindung mit Fabriken für Tanks, Eisenbetten usw. 653 Firma in Wien sucht Vertretung in Seidenwaren. 653 a Firma in Wien sucht zwecks Ertveiterung ihres guteingeführten Kassageschäftes (Schablonen) Kompagnon mit mindest 10.000 Schilling. 654 Firma in Athen sucht Brutkästen. 655 Firma in London sucht Vertretung in Damen- und Herrenfilzhüten. 656 Firma in Piräus sucht Verbindung mit Kreidofabviken. 657 Firma in Wien sucht Verbindung mit Erzeugern von, Golduhrgehäusen. 658 Firma in Potsdam sucht eiserne Bettstellen, Matratzen. 659 Firma in Zürich sucht Bronzevahmen für Weckeruhren. 660 Firma in Jerusalem sucht Vertretung in Textilien, Trikotagen usw. 661 Firma in Torino offeriert verarbeitete, metallhaltige Abfälle aus Bronze, Zinn usw. 662 Firma in Idar-Nahe sucht nickelplattierte Bandeisenbleche. 663 Firma in Wien sucht, Verbindung mit Stahlschienenlieferanten für die Schweiz. 664 Firma in Ljubliana sucht Verbindung mit österreichischen Juteerzeugern. 664 a Firma in Wien, leistungsfähige. Kartonnagafabrik, offeriert Kartone aller Art. 665 Firma in Graz sucht Vertretung aller Art. 666 Firma in Lourdes sucht Vertretung für alle Neuheiten. * 667 Firma in Wien sucht Bronzekunstgegenstände. $ 668 Firma in Le Canee sucht Vertretung in Textilien. s 669 Firma in -Amsterdam sucht Vertretung in Webwaren. I 670 Firma in Linz sucht Vertretung in Kolonialwaren. 671 Firma in New Aork sucht Schulschreibhefte. 672 Firma in Hamburg sucht Braugerste. '» 673 Firma in Sofia sucht Luxusleder für L«'>.rWarenerzeugung. 674 Firma in London sucht Sperrholzplatten. 676 Firma in Holland sucht Holzwolle. 676 Firma in Helsingfors sucht Vertretung in Textilien. 677 Firma in Wien sucht Vertretung aller Art. 677 a Motorraderzeuger in Wien, bestbekannt, vergibt Patent. 678 Firma in Pecs vergibt Generalvertretung für Schaumwein. 679 Firma in Dortmund vergibt Generalvertretung für Pöckel- und Konservieruugssalze. 680 Firma in Le Havre sucht Vertretung in Trockengemüsen. 681 Firma in Budapest sucht Verbindung mit Firmen der Autobranche. 682 Firma in New Bork sucht Sesselfitze und Tischplatten. 683 Firma in Patras sucht Maschinen zur Besenerzeugung. 684 Firma in Paris sucht Abnehmer für Pflanzenfasern. 685 Firma in Eiche sucht Maschinen zur Erzeugung von Papiersäckchen. 686 Firma in Cardiff sucht Musikinstrumente (Saxophone). 687 Firma in Belgien sucht Sperrholzplatten aus Eiche. 687 a Wiener Erzeugerfirma in Gold- und Silberwaren offeriert Gold- und Silberwaren. . Die Adressen find täglich, mit Ausnahme von Samstag und Sonntag, von 9 bis 11 Uhr vorm, im Sekretariat des Verbandes der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden, 1. Bez., Elisabethstraße 9, Stiege rechts, 1. Stock (Kredit- und Handelskasse „Metropole") zu erfragen. Ehiffreangabe erforderlich. Schriftlichen Anfragen seitens der Verbandsmitglieder ist ein frankierter Umschlag beizulegen. Auskünfte aller ' Art und Mitgliederaufnahme im Sekretariat während der obevwähnten Kanzleistunden. Mrtgliedsbeitrag 3 Schilling vierteljährlich. bitten unsere Leser und Freunde, in Kurorten u. Sommerfrischen in allen Restaurants und Kaffeehäusern sowie in Lesehallen stets unser Blatt zu verlangen! (25. F ortsetzrrng) Copyright'by Di. Max Prager, E. LOwlt Verlag, TVien. AMERIKA. Ein Roman von Sdialom Asdi. Jossele war nun feit zwei Wochen nt Amerika imö Niemand dachte daran, ihn in die jüdische Krnderschute, den Cheder, zu führen. Man.sprach darüber, daß er nach der Schule gehen solle, die Chaim und Berel besuchten. Dort pm 'uajjrnti idiu5j ogp.lsvq <juu uostij pntzsuhors hmoqaM sie gelernt haben. Indessen bleibt er in der Stube &ei der Mütter (er hrrtte FUrcht, cäij die Straße zu gehen). Die 'Brüder baten ihn oft, mit auf die Straße zu gehen. Er widerstand. Der Lärm.war zu furchtbar, vrn man von der Straße her hörte. So dreht er sich im ZimMer herum «und tarnt sich nicht anpassen. Alles kommt chm fremd vor: das Zimmer, die 'Brüder, ja, auch die.Mütter, die, wie er bemerkt, 'sich aüich anders kleidet wie zu .Hause. Er weiß nicht, in welcher Welt er eigentlich lebt. .Dtanchmckt holt er einen Talmudsoliant«r aus dem Schrank und wiederholt das Kapitel, das er zuletzt gelernt.hat. Mütter steht in einer Ecke und weint vor Freude. Da kommen vre Brüder hereingestürzt, lachen ihn aus und reißen ihn vom Talmud weg. Durch! * die offene Tür und die Fenster dringt ein gewaltiger Lärm: draußen rauscht und klappere es, mau schreit, und ein Leierkasten spielt — und das stört und verwirrt ihn beim Lernen. Und wenn die Brüder ihn auf die Straße hlnansziehen, dann ist es so blendend hell ringsum, und so viele, viele Kinder sind da. Ein Leierkasten spielt, und die Kinder saMmeln sch um. den Kasten und beginnen zu tanzen. Knaben spielen Ball und Mädchen Reifen, und alle sistd so vergnügt und lachen so laut. Die Brüder schleppen ihn mit zum Spiel, aber er hat Angst, Angst vor den fremden Mtdern, vor dem Tumult, er 'reißt sich von den Brüdern Ecke.. Die Mutter selbst fninrmt ihn bei der,Hand und führt ihn zu den splelerHen Kindern, drängt ihn förmlich zu ihnen: „Geh, Jossele, geh, spiel' doch mit!" Aber Jossele ist ganz geäugstigt, drückt sich zur Seite, geht zurück ins Zimmer hinein, holt sich! seinen Talmud hervor oder (nimmt sonst irgendein Büchjlern, in das erfsich vertieft wie ein ganA erwachsener.Mensch.. Manchmal erwacht in ihm die Sehnsucht nach „Daheim", obwohl er weiß, daß sim Städtchen gar kein „Daheim" mehr ist. Aber auch hier äst nicht das Daheim, nach dem er. sich dort so sehr gesehnt hat, nein, jenes Daheim ist irgendwo, wo der Vater abends /Talmud lernte und er, Jossele, am Tische sitzend, bei Vaters' Rezitattonen friedlich einschlief, lvio die Mütter ihn säuberlich üpuisch und anzog juud bmrn die reinen Lichter anzündete...( Nur manchmal, des Abends, wenn Vater zu Hülse ist, wenn Jossele dann den (Talmud holt, das letzte Kapitel aufblättert und es mit Water zusammen durchgeht, laut, im uralten Singsang, dann' .fühlt er sich tvie imi alten Heim, als ob er etwas lwiedergefunden hatte, und beide, Vater imd Sohn, sind einander iwieder so nah in dem Heim, aus dem sie so jäh weggerissen wurden. Und sie werden, Vater Und Sohic, ein Herz.und eine Seele, in der Nacht, beim! Talmud,studieren im großen fremden! Newyork. , . Es kam die.Zeit, Wo man Jossele nach der Schule schicken mußte. Schon einige Male hatte man .nach ihm gefragt. Schließlich führte die /Mutter ihn hm, Und Berelk begleitete sie. Man kam vor ein wächztiges Gebäude. Jossele hatte schon vor dein getvaltigen lHause allein Angst. Nur als er sich, daß Berel alle, grüßte und sich hier wie zu Hanse fühlte, beruhigte er sich ein wenig. Berel führte fi? in die Kanzlei hinein, wo manJosseleieintrug. (O, lange mußte dict Mütter auf ihn einred en, bis er einwilligte, das Hütchen abzu-> nehmen — und dann gedeckte er sich wenigstens den Kopf mit beiden Händen.) Erstaurrt blickte er auf Berel, dev ganz ungeniert neben dem fremden' Herrn -stand und sich in, dessen. Sprache unterhielt. Nachher nahm .Berel Jossele bei dev Der private Börsenverkehr. Im pvivaten Akt'.enhandel behauptete sich gestern eine freundliche Stimmung. Ungarische und tschechoslouwkikche Jndustrieaktien erzielten weitere Kurserhöhungen. Die Geschäftsabschlüsse hatten jedoch 'leinen größeren Umfang. AlpineMktien gewannen von fortgesetzten Deckungen. Für Pettolenmaktieu und Staat sbcrhnaktien lagen vom Ausland Ka-iisanftrüge vor-. Protestrusodittsu des Verbandes jüdischer KansdeuÄ? gegen die ZoMorlagen. Die jüngste Plenarversammlung des Verbandes der jüdischen K a u f l i: u t c und Gewerbe treiben de n in Wie n, welche in der Kaufmannshalle des Wtcner Bürgercase stattfand, faßte einstämmig eine Resolution, in welcher gegen die beabsichtigten Zoller höh un gen Protest eingelegt und die Handels- und Gcwerbiel'amimer, das Gremium der Wiener Kaufmannschaft sonne alle Genossenschaften ausgefordert werden, alle Mittel aufzubieten, dieses verheerende Pneisd'iktat zu verhindern, welches eine Warenvertcuerung sowie automatische Lohnerhöhungen mit sich bringen müßte und geeignet ist, die ohnehin schwer kämpfende^ Wirtschaft dem Ruin zuzuMren. Tie sofortige Einberufung einer von der Regierung zu veranlassenden g e m c i n s a m e n Enquete aller Berufsg r u p p en fet dringend geboten und liege im Interesse der Allgemeinheit. Die Adreßbibiiothek der HaridielsTammer bleibt wegen Renovterungsarbeiten vom Montag bis inklusive Mittwoch für den Parteienverkehr gesperrt. Der Codle-TelegramMdienst wird aufrechtgehalten. Das Ausgleichsverfahren wurde eröffnet über Hans Richter, ökafseehausbesitzer, 5. Gcz., Siebenbrunnenfeldgasse 15, und Manuel Seif, RateuhäMer, 2. Bez., Taborstraße 22. Feilbietung. Beim Bezirksgericht Favoriten am 14. September, 9 Uhr vormittags, Haus in der Favoriteustraße 87, Bauparzelle 319. Produktions- und Absatzbewegimg in der polnischen Naphthaindustrie im Juni. Aus Warschau wird uns geschrieben: Die Produktion an Rohnaphtha ergab im Monat Juni in allen drei Polnischen Naphtharcvieren insgesamt 02.380 Tonnen und hielt sich ungefähr auf dem Stand des vorigen Monates. Die Rohnaphlhabestäude, welche bekanM'.ch seit anfangs ILM einen unausfhörlichen Rückgang verzeichnen und Ende April mit ungefähr 40.000 Tonnen das niedrigste Niveau erreichten, haben (eit Mai wieder eine auswärtsste'.geude Tendenz (im Mai 44.052 Tonnen). Auf dem Rohnaphthamarkie war die Tendenz im Juni leicht rückgängig. Rohnaphtha notierte Ende Juni Dollar 242—244. Die polnische Gasolinindustrie verzeichnet 4in Monat Juni einen bedeutenden Rückgang der Produktion, welche vornehmlich auf die schlechte Konjunktur für leichte Gasolinprodukt,e zurückgeht. Im Monat Juni wurden nur 21.2 Millionen Kubikmeter Gase verarbeitet und 2302 Tonnen Gasollin gewonnen. Der Jnlandsabsatz erreichte 2063 Tonnen, der Export nur 59 Tonnen. Im Berichtsmonat wurde den provisorischen Ziffern zufolge etwas mehr Schmier- und Gasöl exportiert, während die Ausfuhr in Rohnaphtha, Benzin und Paraffin angesichts der ungünstigen Konjunktur auf den Auslandsmärkten erheblich zurückgegangen ist. Der Export blieb mit 2990 Tonnen ungefähr auf dem Niveau des Vormonates und war ganz erheblich niedriger als der Durchschnittsexport, in der ersten Halste 1926, der mit 35.650 Tonnen airgenommen, wird; er stellt kaum 57 Prozent der damaligen Ausfuhr und' nur 47 Prozentdes polnischen Naphthasxportes im Monate Juni 1926 dar. Die Ausfuhr in die Tschechoslowakei und nach Oesterreich konnte >leicht an-steigen, während der Export nach Danzig ganz erheblich zurückging. In der Exportbewegung - nach Deutschland läßt sich gleichfalls ein leichter Rückgang fest-' stellen. * Die polnische Kaliproduktion im ersten Vierteljahr- 1927. Die Gesamtproduktion öm ersten Viertelijahr 1927 betrug in 'den ön Ostgaljzien gelegenen Kaltbergwerken in Kalisch und Stebnik 75.161 Tonnen, gegenüber 57.645 Tonnen -im ersten Quartal 1026. Die Kainitprodnkttön.erhöhte sich, verglichen mit dem' Hand und'führte ihn..zur SchuIube. .Jossele wollte nicht hinein; er hatte schreckliche Angst. „Mutter, komim' mit", bat er. . ' ,Mch, inein Kind, sich Mur! Hab' keine ' Angst, bat siehst! doch, Berel ist tauch da." : Als Jossele endlich im Schrttzimmer war, blieb er tvie angewnrzelt stehen. Eine so große Stube hatte noch nie gesehen, sie war größer als eine Synagoge Und so viele Kinder saßen ans Stühlen herum! Er merkte gar nicht, wie man chN 'selbst ans einen Stuhl setzte. Auf dem Katheder standen viele Damen und Herren. Musik erklang. Sie kam von einem Instrument her, das tvie eine Orgel aussah, eine Orgel, die Juden gar nicht hören dursten. Denn im. zerstörten Tempel erklang einst auch ein solches Instrument. Die Orgel also spielte, und die Kinder sangen dazu ein Lied, dessen Worte'er. nicht verstand. Es war aber so schön, daß man es sicher nicht hören durfte. Und überhaupt die Orgel. Ihre Stimme war so mächtig und so erhaben, sie brauste so durch den größten hohen Saal, daß Jossele ganz erschrocken dasaß, und ihm vor Rührung Tränen in die Augen kametr. Ach, diese Stimme lvar so süß und so stark, daß ihm das Herz vor Sehnsucht ausgchen lvollte. Sicher, im Heiligen Tempel hatte man so gespielt, und hckr, hier sitzt er, Jossele, mit unbedecktem Kops und hört dem süßen Spiele zu. Gesang und Musik verstummte. Lärmend zerstreuten sich die Kinder. Jossele aber war nicht wenig erstaunt, als er sah, wie Berel sich einer der Damen näherte-. sich ganz frei mit ihr unterhielt, ja scherzte und lachte, ohne auch nür eine Spur von Angst zu haben. Das lvar aber noch nichts, gegen das, was jetzt folgte. Denn jetzt geht die Dam« auf ihn, Jossele, zu, nimmt ihn bei der Hand, betrachtet ihn freundlich mit einem lieben und guten Lächeln auf dem Gesichte und spricht etwas zu ihm. Jossele ivtrd über alle Maßen verlegen, neigt den Kopf und schließt die AugeN. (Fortsetzung folgt.)

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