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Wiener Morgenzeitung · 1927-08-13 · Heft 3037 (13.8.1927) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3037 (13.8.1927)
Date
1927-08-13
Page
Seite 5 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 3087 WM, GanMH (IltiiiiiiMiifluii M wWWW «IrbvAb«Hk ilUIlg 13. August 1987 Seite 5 Gerichtssaal. Zer Streit am dar 8rbe Srosaveecas. Um den Nachlaß Trajan G r o s a v e S c u S ifi| bekarmtttch ein erbitterter Streit entbrannt, der schon zu sehe häßlichen Szenen geführt hat. Nun tritt auch der B a t e r und gesetzliche Vertreter der kleinen Renee, der Tnhter Nelly Grosavxscus aus «.rstcr Ehe, Major Demeter C a l t u n, auf den Plan; er hat beim Zivillandesgericht eine Klage auf die Ausfolgung einer Reihe von strittigen Gegenständen eingebracht. Rene« Calttur hat auch durch ihren Vertreter ebenso wie ihre Mutter Nelly Grosavescu eine Strafanzeige gegen unbekannte Täter wegen Veruntreuung, begangen durch die Borenthaltung persönlichen Eigentums, erstattet. Fvßballspieleade Knaben- Vor dem Jugendrichter Dr. Poppy kam heute ein; FM zur Verhandlung, bei dem eint nach den Gesetzen schuldtragender Dell nicht eruiert weiden konnte. Die kleine vierjährige Grete B. weilte in Begleitung ihrer Mutter auf einer Wiese. Die Mutter legte sich ins Gras und die kleine Grete trieb sich auf der Wiese herum. Plötzlich brachte mau der iMutter das furchtbar weinende Kind mit entsetzlich zugerichteter Hand zurück Grete fnm unversehens in eine Grupps fnßballspielsnder Knaben geraten, einet der Spieler hatte das Kind m der Hitze des Kampfes umgerannt; im nächsten Augenblick war ihm ein anderer mit den genagelten Schuhen auf das kleine Händchen getreten. Grete trug mchrfache Verletzungen der Handlnocheu und mich blutende Verwundungen davon. . j Der Bürgerschüler Josef R., der dem Kirche, ohne & zu wollen, auf die Hand getreten war, hatte sich daher wegen Vergehens der Körperverletzung vor dem Jugendrichter zu verantworten. Er konnte nur angeben, daß das Mud auf einmal dalag und er nicht mehr in der Lage war, sein Tempo zu mäßigen, oder irgendwie auszuweichen. Die Mutter konnte auch nicht angeben, rvie das Kind unter die fußballeNden Knaben geraten sei und der staatsanwaltschaftliche Funktionär sah sich unter diesen Umständen veranlaßt, die Anklage gegen Josef zurückzuziehen. Der Richter ging hierauf mit einem Freispruch vor und knüpfte daran die Warnung, kleine Kinder nicht unkucm.ffichtvgt umherlanfen zu lassen, auch an Stellen nicht, die scheinbar volle Sicherheit bieten Mu Gentleman. Bor dem Margar-Urer Lezirksrichier Dr. Wanicek hatte sich, über Anklage seiner Geliebten Lrrdmilla Schmidt, der Strumpfwarenfabrikant Ludwig Singer wegen Veruntreuung zu verantworten. Fräulein Schmidt, die sich dem Strafverfahren als Privatbeteiligte angefchlossen hatte, gab an, daß sie bei Sin? ger lange Zeit im Geschäfte tätig war. „Der Angeklagte nützte mich in jeder Hinsicht aus; ich war fast täglich von zeitig morgens bis 7 Uhr abends beschäftigt, ohne daß/ ich eine Entlohnung erhielt. Ich war nämlich auch s e i n e G e l i e b t e- Obwohl er verheiratet war, stand er zu mir in engen Beziehungen und versprach mir stets, für meine Zukunft zu sorgen und mir alles reichlich zu vergelten, was ich für ihn getan habe." Die Strafanzeige gegen Singer wurde deshalb erstattet, weil er bei Liquidation seines Geschäftes' seiNx Geliebte nicht nur vor die Türe fetzte, sondern ihr auch noch, wie in der Klage behauptet wird, rechtmäßiges Gut vorenthielt. Er hatte, als er das Geschäft an fließe der Schmidt eine Schreibmaschine um 180 Schilling verkauft. Das Mädchen Le- (24. Fortsetzung) Copyright; by D*. Uu Frtger, R. Löwtt Vrirtog, Wiaa. AMERIKA. cm Roman von saiaiom Asm. Für Jossele ivürde er noch der Vater sein Josfele würde ihn verehren, sich von. ihm in der Heiligen Schrift prüfen lassen, mit ihm zusammen ins Bethcms gehen. Und er schrieb an Jossele und an seinen Schwager Leibusch Briefe, sie sollten sch um Gottes Willen bemühen, daß es Jossefo möglch würde, nach Amerika zu kommen. ES war die Zeit vor dem Purimseste. Die Sonn«! fing an,, über dem Städtchen 'wärmer zu strahiert, der Schnee begann zu schmelzen, undlin der Lust fühlte man» einen Hauch von Frühling. Die Kinder ln der Schule sprachen schon davon, welche neuert Röckchen die Ellern ihnen zum Mrssahsest machen würden, zeigten Muster des Stoffes und gingen zju den Schneidern anpvobieren. Das lvar die Zeit, Ivv JosseleS Sehnsucht irach seiner: Eltern aufs höchste stieg. Er hätte wenigstens einen Tag, einer: Albend da sein mögen, hinter der Tür stehen, durchs «Ählüsselloch gucken, waö jetzt dort geschah, emerr Blick auf Vater und Mvtter werfen. lAbmds, als er sah, wie die Karneraderr mit Freude nach Hause eilten, mußte er immerzu an die Eltern denÄeN und stöhnte schmerzlich: „Allmächtiger Gott im Himmel! Melange noch tverde ich in der Verbannung leben!" (Denn Jossele betrachtete sich getrermt vor: seinen Eltern als einxn „Büchannterr"), uild er tveiille larrge rmd bitterlich. Nachdem er aufgehört hatte, Gott unter Tränen arMflehen, wurde ihm leichter ums Herz. Ein Gefühl kam über ihn, älÄ ob die Hilfe nahe sei. Gott hatte ihr« einefu rettenden Gedmckerr eiNMeben, auf welche Meise sein KüpMen wieder zählte Wen Kaufschilling in»b a r e m, trotzdem Singer die Maschine noch in Verwendung behielt. Als sie endlich aber von der Käuferin verlangt wurde, wurde ihr erklärt, Singer habe die Maschine bertzitS weiterv rkauft. Nach vieler Mich und Not erhielt die Schmidt von ihm 40 Schilling, aber bislang keinen Groschen mehr. Angeklagter: „Ich h^abe ihr auf Grund unserer Beziehungen monatlich 60 Schilling gegeben. Ms ich das nHcht mehr leisten konnte, da begannen die Gehässigkeiten." l , Da der Beschnkdigte-in Abrede stellte, sein r Gelebten irgendetwas vvronthalten. zu haben, wurde die Verhandlung zwecks H Verschaffung neuer Beweise vertagt. Bühne und Kunst. Las neue Marburger Museum. Bemerkenswerte Sammlungen. — Zum Jubiläum dH? Marburger Universität. AuS Anlaß der -100-Jahrfeier der Marburg« Universität wurde ihr ein Kunstinstitut ungegliedert, das einige Sammlungen enthält, die ^ihresgleichen, nicht finden. Das Kernstück des Museums bildet eine Sammlung geschnitzter und bemalter Totenschilde, wie inan sie. im Mttelalter verstorbenen Rittern ins . Grab initgab. Eii« Drpibs. Merkwürdigkeit dieses Museums, ebenfalls ein Unikum, ist die "utrgemein reiche Sammlung gegossener Osenplatten aus der Zeit der Renaiffanve. Die Bildersammlung dieses neuen Museums soll nach den Absichten der verantwortlichen Leiter zu einer Sammlung moderner Meister auSgebaut werde«. Man hat Werke hervorragender Künstler dss Expressionismus bereits erworben. Zu den Jubsi-läum s st ist ungen. der Universität Marburg hat in besonderem Mäße der jürrgst verstorbene jüdische Bankier Karl S vir a u ß beigetvagen, dessen drr Rektor auch bei der Schlußanspvache des Festaktes gedachte. Er hat nebst einer einmaligen Spende von 25.000 Mark auch eine jährliche Beihilfe von 1000 Mark ausgesetzt. In seiner namens der Juden deS Landes gehaltenen Glückwunschrede wies Rabbiner Dr. Cohn auf die beträchtliche Zahl jüdischer Dozenten und Studenten in der Geschichte der Universität hin, unter denen sich Männer von Weltruf befanden. Einweihung des Neubaues Kr das PalMna- Lheater kn Tel Awiw. Wie der Ziko unter dem 10. d. M. aus Jerusalem telegraphiert tojfab, wurde am 8. August der Neubau für das palü stiwen sijsche Theater in Tel Awiw offiziell mit einer Vorstellung des „Dybuk" eingeweiht. Der Eindruck der Innenausstattung des neuen .Theaters sowie der Eröffnungsvorstellung war außerordentlich. Sin nener Salrworthh-Roman. Als Abschluß der F o r s y t e - C h r o n i k hat John G a l s- Worthey soeben einen Roman beendet, der den Titel „Schwa-, n e n g o s a n g" führt. Der neue Roman wird gleichzeitig im Verlag Heinemann, London, im Verlag Scvibner, Newyork, und im Verlag Paul Z s o l n a y, Berlin und Wien, in der Uiebersetzung von Leon Schallt am 1. September 1928 erscheinen, — Es ist das erstemal, daß die deutsche Ausgabe eines Werkes von John Galsworthy gleichzeitig mit den englischen Ausgaben herausgegeben wird. ' Prof. Alfred Zoff gestorben. Wie aus Graz gemeldet wird, ist dorr am 12. August der akademische Maker Professor der LandeSkunsttchule tn Graz, Alfred Zoff im Älter von 75 Jahren gestorben. Dtzerter an der Wren. Bei gut besuchtem Haus ging am 11. d. M. „Die Königin" zum zweihundertstenmal m Szene. Es war die in diesem Theater übliche JnbilämnWmmung sowohl bei den Darstellern als auch beim Publivrm. Nach dem zweiten Akt gab cS> Blumen für die Gäste Frau Coth und Fräulein Holzschuy. Auch die übrigen Darsteller wurden wiederholt stürmisch herausgerufen. Herr Tuschl erntete im dritten Akt reichlichen Beifall. Das Wiener Bürgerthrater befindet sich in einer hoffnungslos schlechten nmteriellen Sittuttlon. Die Angestellten werden nicht bezahlt und haben überdies den Anspruch auf die Arbeitslosenunterstützung eingebüßt. Der Bühnenverein ist bei der Polizieidirektion vorstellig geworden und hat verlangt, man möge dem Direktor Oskar Fronz hm. die Konzession entzi ehen. Bezeichnend für die traurige Lage des Theaters ist, daß bereits die Garderobeeinnahmen des Spreljahves 1927- 1928 verpfändet sein sollen. — Namens der Direktoren Fronz und Llfchra-Raul sendet nnS Rechtsanwalt Dr. Engelmann ein Schreiben, wonach die Maßnahmen der Hauseiaentüniar an der traurigen Sittration schnlKragend sind. SaWurger Festspiele 1827. Heute findet um 7 Uhr abends im Festspielhaus die Premiere der Neuinszenierung von Beethovens „Fidelto" statt. Ten szenischen Rahmen schuf Clemens Holzmeister, Franz Schalk hat ine musikalische Leitung, Lothar Walterstein srtrb die Regie führen. Die Rollen sind mit den ersten Staatsopernkräften beseht. Mir Theaterstück gegen das Gnkindersnstem in Ungarn. Aus Budapest wird berichtet: Minister Vass wewdet se-t einiger Zeit gegen -das Eirrlindersystem ein Propaganda mittel an, dein' eine aewisse Originab'tät nicht abgesprochen werden kann. I» eiirzeHrvLN Komitaten, wie Somoay, Bavanya und Tolua, ist sei Jahren eine erschreckende EptvMerung zu ^beobachten, die auS« schließlich dem Emkindersystem zuzuschrerben ist. Gerade die bsaüterten Bauern bekennen sich zum Einkindersystem, um ein« Zersplitterung ihres Besitzes durch Erbteilung zu verhüten. Mmister Bass hat nun durch den Arzt und Schriftsteller Ladislaus Erdös ein Theaterstück mit dem Titel „Das Kind" verfassen lassen, das vorr den hervormgendsten Mitgliedern des Nationallheaters ln den vom Einkindevsystem am meisten betroffenen Gemeinden und Städten aufgefuhrt wird.' Die Wirkung auf die Geburtenziffer wird qbzuwarten sem. Die Taxichauffeure «As Theaterkenner. Ein englisches Blatt hat herausgesunden, daß es in London über 6000 unbelannte, aber glänzend unterrichtete Kritiker gebe — nämlich Au hoch« usfeu re. Die Ungehörigen dieses Gemfes gehen zwar nicht zu den Premieren, aber sie sind ^dennoch befähigt, den Erfolg eines Theaterstückes weit besser zu ^beurte^en, als die überwiegende Mehrzahl der Theaterbesucher. Ein findiger Reporter hat die C'hauffeure der Daxchneterdroschken befragt und dabei festgestellt, daß mindestens 90 Prozent von Hnen die Erfolge und Mrßerfolge der Londoner Theater aufs genaueste kontrollieren. Es harrdelt sich für sie allein darum, vor dem Theater Fahrgäste aufzu» nehmen. Deshalb' «lesen sie ganz genau die Zeitungskrit'cken und beurteilen danach^ ob es verlorene Ze't «st, das Ende der Vor« , stellung abzuwarten.. Nur gut kritisierte Stücke lohnen die Mühe. Auch wenn das aufgeführte Drama nichts, taugt, aber die Schauspieler gut sind, haltert sich die M'etsdvoschken vor dem Theater auf, aber nicht gerade um die Zeit, wenn das Theater 'beendet ist. Sie suchen nämlich d'e mißvergnügten Zuschuuer abzufangen, die das Theater vor Schluß schimpfend verlassen und es dann sehr eilig haben, nach Hause M kommen. Au» den Theater«. Deutsches Boilkstheater. Heute und d» folgenden Tage, 8 Uhr abends, mit Max Adalbert in der Hauptrolle, der Schwank ,M ü I l e r s" in der Premierenbesetzung. .. - Wiener Kammerspiele. Am 16. d. M. deutsche Urauiffnhrung des Lustspieles ,Mein Sohn — mein Vater!" (Mademoiselle Flute) von Louis Berneuil, deutsch von Robert Blum, der die Rolle des ,Fiegissour" spielt. Vereine. Borttöge «ad Bersammlnngen. Verband der Zümisten-Revisionisten. Heute, Cafe Mtropol, 9. Bezirk, Bevggasse 38, 8 Uhr abends, Mitgliederversammlung. — Der Verband der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden in Mm ladet alle jüdischen Kollegen dringendst ein, Montag, den 1b. August, 8 Uhr abends, im Klublokale des Wiener Büvger--Cafc, 2. Bezirk, Praterstnrße 11, behufs Einteilung der Sektionen zu erscheinen. hell zu machen sei. Am tLüchsten Morgen ging er ganz früh zu Samuel, dem Feldscher (nahnr das Taschengeld mit, das lder Vater ihm schickte und das er nicht zu verbvaimherr pflegte), und zeigte ihm lsein Köpfchen. Samuel, der Feldscher, schmierte ihm eine «Salbe em, Und siehe, Gottes Wunder! Das, was der Berliner Professor, der selbst gekrönte Personen behandelt, nichit hatte zustande hringen können, das hat «Samuel, der Feü>scher, zuwege gebracht. Der Ausschlag verschwand, als wäre er weggewischt worden. Gottes Wunder! Nicht umsonst schien die Sonne acht Tage nacheinander, .wie sie sonst nur in der Mitte des Somnrers scheint. lSamuel, der Feldscher, sagte, daß sei eben bas «Wunderbare, denn die «Salbe sei nur bei Sonnenschein wirksam. Mer für Jossele bestand auch sonst kein Zweifel, daß es.Gottes Wunderland sei, die den demüttg Flehenden gesegnet hatte. Da nun seine Köpfchen rein und hell geworden war, schrieb er seinem Vater, und dieser antwortete dem Schwager, und man sah wieder Gottes heiligen Willen dabei, daß Jossele sich endlich mit seinem Vater vereinigen sollte. Tenn zu dieser Zeit gerade hatte Jude!,, der Schneider, sem^> Familie nach Amerijkq berufen, und so konnte man es bewerkstelligen, daß Jossele mitfuhr. Kurz nach Ostern ging die Reise loS. Jossele nahim rührenden Slbschied vorr seinern Lehrer und den Kameradem Der Lehrer hatte «ihm am letzten Tage noch eine besonders scharffinnige Talnruderttärung beigebracht, wm das Gebot zu erfüllen, das da verlangt, daß zwei Gelehrte, die sich vonettrander trennen, in der ^Abschiedsstunde sich über Dintgv der Weisheit unterhalten. Die Ueberfahrt war für Jossele -nichts Gwßes michr nach den Reisen, die er schon hirrter sich hatte. Er formt« ja tuen Ozean so gut wie „seine fünf Finger/^ stnd als er bLeKmttk vvr d^.WxrM^^ rungskommission von Amerika stmrd, schlug sein Herz''ganz ruhig — diesmal, wußte er, ivar es vom HiMmiel bestinnnt, daß er sich mll seinem Vater vereinen, daß seine Berbcmnung zu Ende sein solle. Er nahm ruhig seine Kappe ab und zeigte sein reines Köpfchen. Und einige Stunden später, als Jossele Vater mrd >Mutter erblickte, als der Vater ihn an der Hand! faßte, um ihn von: Schiff 'herunterzuführen, und als dann seine Brüder und Rachele und auch ein paar Landsleute zu ihnen kamen, da nahm er abermals und diesmal mit Stolz sein Käppchen herunter und zeigte seinen Kopf, als ob nur er, Jossele, imstande gewesen wäre, das zu erreichen, was erreicht worden war... .Und die Freude der Ätern war über alle Maßen groß. Der erste Dag in der Schule. Jossele konnte zuerst fern« Brüder gar nicht wieder erkennen. In den paar Jahren, die er sie.nicht gesehen hatte, waren sie gmrz' anders geivorLen, so daß er vor ihnen sogar Angst hatte. Waren dcä rvirklich seine Brüder Berel und Ghaim? Gesichter hatten sie wie Bauernjurrgen, den ganzen Tag gingen sie ohne Hüte herunr, trugeir kurze Röcke und rcheten eine Sprache^ die er rricht verstand. Vor dem Vater fürchteten sie sich nicht im geringsten, aßen, ohne zu beten, ohne vorher die Hände zrr waschen. Und nicht nur die Jungerr, alle waren mrders geworden Rachele ging wie eine große Dame gekleidet und war den gmrzen Tag nicht zu Hause, ja selbst die.Mutter war nicht mehr dieselbe — sie sah, daß Chaim und Berel ohne Gebet, ohne (Waschen ans Essen girrgen iund sagte ihnen nichts. Mn Sabbat trieben sie allen rnöglichen Sport mrd scheuten sich nicht, Feuor anzuziinden. Ja, Isogar der Vater rvav anders getoorden- Er trug einen kurzen Rock, war den ganzen Dag außer Hause, und,w«m er abends nach Hause fom, las w echt« Zeitung. lDie ganze Mll »var

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