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Wiener Morgenzeitung · 1927-08-12 · Heft 3036 (12.8.1927) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3036 (12.8.1927)
Date
1927-08-12
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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tfrcuar Wiener Morgenzeitung 12. August 1927 Nr. 3066 . Seite 2 W:c.:. Jas Mandatsland PalSst^^ der Bericht der BMerbimvroninWok. — Eine . reforrn angetündlgt. In 05 c u* f ist iodwu oer Bericht «r Manoeltsfommijjioit <tn den Pölkerbund über die 11. Tilgung veröffentlicht worden. Wir lasseir hier die auf das - Palästina-Mandat bezüglichen Teile folgen. In der allgemeinen Einleitung Zum Bericht wird bemerkt, daß die Kommission von dem Bericht der Mandatarmacht betreffend die Fortschritte in der lokalen Anton o m i e befriedigt sei, aber in dem konnneiideit Jahresbericht gern mehr ins Detail gehende Informatiorreir über die Entwicklung der Selbstve rw a l t u n g S i n st i t u t i o n e n, wie sie in Artikel 2 des Mandats vorgesehen sind, wünscht. (Artikel 2 besagt: Der Mandatar soll dafür verantwortlich sein, daß das Lcmd utüer solche politische, administrative und loirtschaftliche Bedingungeit gestellt wird, welche die Errichtung der jüdischen nationalen. Heimstätte und die Enttoicklung von Selbstverwaltungsinstitutionerr sowie die Wahrung der bürgerlichen und religiösen Rechte aller Einwohner Palästinas ohne Unterschied der Nation und Religion sichern.) Zu dem Memorandum der Zionistischen Weltorganisation bemerkt ’ die Mandatskommission, daß es wertvolle und interessante Informationen über die Tätigkeit der Zionistischen Organisation im Jahre 1926/27. enthält. Der Bericht erwähnt insbesondere den Abschnitt 17 des zionistischen Memorandums, in welchem festseftellt wird, daß im Berichtsjahre die palästinensische zionistische Exekutive der Negierung gegenüber den Wunsch ausfprach, daß den nengegründeten jüdischen Kolonien in den ersten Jahren ihres Bestehens gewisse B o d e n st e u e r n erlaffen, bezw. ermäßigt werden, da neu entstandene Kolonien nicht in der Lage sind, die Steuern aus eigenen Erträgen zu leisten und die Zionistische Exekutive aus ihren Fonds auch no ch d re St eu ergelder bezahlan muß, wodurch der Exekutive Kapital entzogen wird, welches sie für konstruktive Arbeit hätte verwenden können uud sollen. Diesem Abschnitt des zionistischen Berichtes stellt die MandatSwmmWon d -i e Mitteilung der Mandata rmacht gegenüber, daß die Palästina-Regierung diesen Umschlag der Zumistrschen Exekutive günstig aufnehme, Woch Der -Meinung sei, daß es n i ch t w ü n s ch e n s - W-er.t wäre, vor Einführung einer allgemeinen Reform öS StewerWems irgendeiner Landwirteklasse eine priviisgkerte BchaMmps.än Steuerangelegenheiten zuteil werden sMlaffen. Die erwähnte Steuerreform wird in kurzer Zeit in Kraft treten. CÄe 'MürMtskommisfion bemerkt, daß der Gesichtspunkt fcec MaudaLürmacht ein vollkommen logischer sei «rch daß die Zionistische Organisation Anlaß hat, mit GrÄ.MVA»-r»g zufriedenzu sein. Der Mantelbrief znm- Betächt der Mandatskommission enthält noch die folgenden zwei Beobachtungen, bezüglich welcher die Kom- Miffron fhrer Zufriedenheit Ausdruck gibt: a) Die MackdaLarmucht teilt mit, Laß die Negierungssubvention fite das jüdische Schulwesen für das Jahr 1926/27 ltt.644 Pfund betragen hat gegen 2500 Pfund im vorangegangenem Jahre, und daß für die restlichen neun Monate des gegenwärtigen Finanzjahres die Subvention auf einen Satz von 20.000 Pfund pro Jahr gebracht worden ist; b) bezüglich einer Arbeitergefetzgebung teilt die Mandatarmacht mit, daß die Palästina-Regierung der Ausgestaltung der Arbeitergefetzgebung ihre Aufmerksamkeit wü>met und daß gegenivärtig zwei Ergänzungsentwürfe in Erwägung stehen. Im Hinblick auf die oben mitgeteilten Tatsachen gibt die Kommission der Meinung, Ausdruck. daß die Bemerkungen der Mandatarmacht als durchaus befriedigend erachtet Werder^ können. Zu der Petitum der arabischen Exekutive Palästinas " bemerkt die Mandatskommission: Die arabische Petition beruht zwar auf den» gleichen Gesichtspunkten wie ihre früheren Petitionen, allein im allgemeinen ist der Ton ein wesentlich gemäßigterer; die Mandatarmacht hat denn auch in einigen Punkten ihrer Erwiderung zu verstehen gegeben, daß sie jede sich bietende Gelegenheit ergreifen wird, um diejenigen Bestimmungen des Mandats, die sich auf die nichtjüdische Bevölkerung beziehen, zu erfüllen, obwohl dies angesichts der hartnäckigen und systematischen Opposition dieser nrchtjüdischen Bevölkerung erschwert ist. Es besteht aller Grund zur Annahme, daß eine wirkliche, wenn auch noch allmähliche, Bewegung in der Richtung der Versöhnung und der Verständigung im Gang ist. Die Kommission nimmt in ihrem Berichte auch Kenntnis von der durch, die Mandatarmacht veranlaßten Einschränkung der Einwanderung, sowie von der Absicht der Mandatarmacht, die Einwanderung im Verhältnis zu der Aufnahmefähigkeit des Land« S vor sich gehen zu lassen, eine Politik, die die Mandatarmacht, wie sie sagt. stetS befolgt hat, und die auch von der Mandatskommission im Jahre 1924 mipfo h len worden ist. ' Re Septemberseflion des Böllerbundrates. Genf, 11. August. (Pol. Korr.) Die provisorische Tagesordnung der am 1. September K I. beginnenden 46. Tagung des Völkerbundrates umfasst u. a. die folgenden uPnkte: Budget- und Verwaltungsfragen, Bericht der Kommission für geistige Zusammenarbeit, Bericht der ständigen Mandatskommission, Bericht des Mirtschaftskomitecs, Bericht über die künftige Gestaltung der Wirtschaftsorganisation des Völkerbundes, Berichte zur Frage der griechischen, bulgarischen, armenischen und russischen Flüchtlinge, Bericht des Finanzkomitees, Finanzbcihilfe für Staaten, welche einem Angriff ans gesetzt waren, Danziger Angelegenheiten, Bericht der Konferenz der Presseexperten, Bericht der Versammlung der Hygieneexperten in Angelegenheit des Kinderschuhes usw., Bnüchtüber die interna tionale HilsSvereinigung und schlicßlich Evgänzungsbericht der Verkehrs- und Transitkommission über di' "" bindungen mit dem Völkerbund in Krisenzeiten. Ae zaristischen Verordnungen in Pole«. Warscha u, 11. August. (I. T.. A.) Der Borsitzennde des jüdischen Natwnalrates in Polen, WAbg. Grünbaum, überreichte dem Mmistorrat ein Memorandum in. der Angelegenheit der in PvUn bestehenden Gesetzes bcschoänkungen gegen Juden!, die noch auS der Zeit des zaristischen Regimes stammen. Grünbanm erinnert in dem Memorandum daran, daßalle bisherigen Regierungen■ versprochen hatten, diese in Widerspruch •mit der Versassurmg stehenden Gesetze abzuschaff stn. Bis Heute wurden jedoch diese .Versprechungen nicht erfüllt. Somit .ist die Gleichberechtigung der Inden in Polen, die in der Verfassung vorgesehen ist, bis hrute nicht verwirklicht worden. Dieser Zustand könne nicht länger dauern. > . Ae Sura-ötudenten. Bukarest, 11. August. (I. T. A.) Der Kongreß der rumänischen antisemitischen Studentenschaft ist in diesen Tagen, in Klofter-Neamtz zu Ende gegangen. Es kam ßu verschiedenen T u mülten und Schlägereierr zwischen den einzelnen Gruppen. Es wurde viel für und wider Euaz oder Codreanu gesprochen; ebenso darüber, ob die Studentenschaft sich mit Codreanu für eine gewalttätige oder mit Cuza für eine ruhige Revolution zu entscheiden habe. In einer geheimen Sitzung wurde darüber beräteu, wie der Kamps gegen das Judentum geführt werden soll und wie mau den Antisemitismus im Volke zur höchsten Entwicklung bringen soll. Zum Schluffe wurde eine Resolution gefaßt, die besagt, daß sich die Studentenschaft auf Grund der national-christlichen /antisemitischen Doktrin Cuzas zu einer unabhängigen Organisation vereinigt, welche die Aufgabe hat, das Judenproblem zu lösen. gvtenmtiüvalek EvitzeldiE Der PolizeWndal in Pretzvurg. Prag, 11. August. (Tel.-Komp.) Gestern wurde der gewesene Vorstand der Paßabteilung der Polizeidirektion Preßburg, Musil, der in die sogenannte Paß- und Bestechungsafsäre verwickelt ist, gegen die geringe Kaution von 5 00 0 Kronen .aus der Hast entlassen. Der Stellvertreter des Pc'lizeidirektors und Vorstand der politischen Abteilung, Be n da, geht auf U rlau b, von dem er nicht mehr zurückkehren wird. Wie „Lidove Rohyny" melden, stellte es sich heraus, daß die ganze Affäre einen Skandal der Preßburger P ol i ze i dire k t i o n darstellt, der von dem inzwischen verstorbenen Polizeidirektor Klima hervorgerufen worden ist. Kftma war tschechoslowakischer Vertreter bei der internationalen Pokizeivereinigung und hatte den Ehrgeiz, sich einen, internationalen Namen zu machen. D?r gewesene Vorstand der Paßabteilung, Musil, 'hat in Klimas Auftrag gehandelt. Er händigte kommunistischen Kurieren Pässe aus, tettte aber gleichzeitig den Polizeibehörden der Einroiseländer telegraphisch die bevorstehende Ankunft der ungebetenen kommunistischen Kuriere mit, die veaufttagt seien, Botschaften der kommunistischen Partei zu überhringen. Sie Folgen der Bankette. Stoblttgl) tft fertig. Paris, 11; August. (Tel.-Komp.) Wie hie „Parks Times" aus Detroit melden, ist Oberst Lind ü e r gh in einem Zustand, der einen bevorstehenden Nervenzusammenbruch befürchten läßt. Llndbergy wird deshalb höchstwahrscheinlich seinen Propagandarundflug durch die Städte der Bereinigten Staaten vorzeitigabbrechen. Haomen, Treuhandstelle Haifa (Palästina) Briefadresse: P. O. B. 137. Interessenwahrnehmung jeder Art. Verwaltung von Häusern, Pflanzungen, Kapitalien. Bei Stauanlagen Beratung und auf Wunsch selbständige Durchführung. Der Leiter, Or. Ernst Wöllstein, befindet sich für einige Tage ln Wien und steht zu mündlichen Besprechungen zur Verfügung. Verabredung nach telephonischer Rücksprache jeden Vormittag bis 10 Uhr Hotel Continental, II., Praterstraße, Telephon Nr. 47-5-90. 06eeoe&6660&Ö60600Ö600e60e6o666Ö090(900* der StrancHgasse gebracht' und dort fo lauge ach bewahrt weecen, bis über die Frage des Wiederaufbaues deS Justizpalaisl eiue endgültige Entscheidung getroffen ist. Ser Hnngerftrett im Lav-esgericht. Nach u Stunden beendet. :• i!Der gestrige „Abend" meldete, daß sechzehn der im Lomdesgerisiht mrtevgebvachten Perha steten vom 18. iJubr mit Beginn der Wbchc in den'Hungerftreik getreten sind, nachdem ihre Hastbeschwerden auch in ziveiier : Instanz abgelehirt wurden. Wie wir erfahren, haben, im ganzen fünf-.Personen mit dem Hungerstreik begonnen, ihn jedoch nach 2 4stü njdii'ger Dauer wwder anfgegeben. Kampf mit Moholschmvgglera- „Times" berichten aus N e w y o vkr-Ein Patrouillenboot verfolgte an der Küste ein verdächtiges Motorboot und holte es schließlich ein. An Bord wurden fünf Mann mit 160 Kisten Whisky gefunden. Diese Leute wurden auf das Patrouillenboot gebracht, während vier Beamte als Wache auf das beschlagnahmte Fahrzeug gesetzt, wurden. Plötzlich begannen die Gefangenen aus Pistolen auf die Beamten zu feuern und konnten erst nach verzweifeltem Kampfe überwältigt werden. Zwei Beamte wurden bei der Schießerei getötet, zwei weitere lebensgefährlich verwundet, während von den Schmuggikexn einer schwer und einer leicht ^verletzt wurde.? - - Sin ideales Voll. Dle Frau Mcht alles. «Baku, 11. August. (TelegraphcmagenLuL beiv'SÄvjetttnion.) J'm Sakatalschen Kreis in Aserbeidscharr ist ein eigenartiger Volksstamm entdeckt word-en, bei dem die-Frau eine dominierende Stellung einnimmt. Er gehört zu dien U-eberresten der Avarenstämme, die einst in AserbeDschlaN lebten, und.spricht die Ävarensprache. « Der einzige Versorger der Familie ist!hier Ke die nicht allein alle häuslichen Mhyiten vje-rrühtet', smchlerinj sich auch gewerblich betätigt und dre Ergebnisse r ArWt selbst auf dein Markt absetzt. > \ Die „Jassiren" leben in den -ÄrSgesamt 150 Hütten bewohnen. i » f r > Die Gesellschaft zur Erforschung AseELWM Ae-, denkt, das Leben, die Ethnographie uüd die interessanten Volkes eingehend zu erkunden.. ' 1 Schutzengel der Kkekue». Motorradunsall eines PolizeWpettors. Graz, 11. August. Als.der Rayonsi-nfpektor.der Memar Polizei, Hermann P u l t a, am Montag auf seinem Moto rrad, auf dessen Soziussitz seine Gattin und fein se-chs/ jähriges Töchterchen saßen, Mer den Prebichl nat^ Eisenerz fuhr, versagte an einer steilen Straßenftelle die Tritt bremse und 'das Motorrad sauste mit rasender Gefchwindigkeit die Straße hinunter. Mit voller Wucht fuhr es schließlich an die Stvaßenstützmauer, nachdem es vorher einem Personenauto vorgesayren war. Durch den heftigen Anpmll wurde He Frau mit dem Kdrd einige Meter «eit nach rückwärts geschlendert und Pnlta kam unter das Motorrad zu liegen. Während die Eltern schwere Verletzungen erlitten, blieb das Kind wie durch ein Wunder unversehrt. Das erwähnte Personenauto brachte die Verletzten samt dem Kind nach Eisenerf in das Spital. ' Gilt tüchtiger Einbrecher. m elltsptullgeve FMdeMetterer an der Adelt. Berlin, 11. August. (Wolfs.) Der kürzlich aus einem Gesongenentransportwagen entwichene FassavMetterHr WM K a st net hat im Berliner Borort Wendenschloß ick einem Landhaus, in dessen erstem Stock er an der ^c^eckriSUne e,M^,.ovgje.stiegen war, SchMujck-' check v>on erheblichem erte gestohlen. Im Borort Hefsenwinke l hat er aus einer Woh» NNW eine eisercke Kassette mit Schriftstücken und MienÄck Wert»von etwa 10.000 Mark entwendet. lleberfühkung der kffekteu ims dem Austfz. palair kn die Anskobmrk. Die ,/Korr. Herzog': n'.sldet: Wie bekannt, sind die ian Justizpalais deponiert gewesenen Effekten bei dem Brande vLnk 15. Juli glücklicheiEse unversehrt geMebe». Wie wir erfahren, werden rmn di« Ün Sdahlkassen verwahrten Effcktr» in LaS Gebärws der lÜsuidierenLen SLngli»han k Ln E Post nach Polen befördern Sie am sichersten und schnellste als Luftpost. .Gin Brief kostet 60 Groschen. Die Luftpost kann bei all::: PvMmtern und am Abflugtage bis 7.20 srüh beim Hauptpostamts ausgegeben werden. Bisher 305.000 Briefe befördert.. /

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