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Wiener Morgenzeitung · 1927-08-02 · Heft 3026 (2.8.1927) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3026 (2.8.1927)
Date
1927-08-02
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Dienstag Wiener Morgeuzeitnng 2. August 1927 Nr. 3036 VOLKSWIRTSCHAFT M deutsch-tschechoslowakischen Handel»- vertragsverhaadlange». Berlin, 1. August. Das Wölfische Bureau meldet: Ln den deutsch-tschechoslowakischen Handclsvertragsverhandlungen, die in der zweiten Halste Juli in Berlin zwischen den beiden Delegationen fortgesetzt wurden, sind die noch offenen beiderseitigen Zolltarifwünsche eingehend beraten worden, tvobei bei einer großen Anzcchl von Tarifposten eine Ei nigungoderAn Näherung erzielt wurde. Die erforderlichen weiteren Erhebungen sollen i n d e n nächsten Wochen durchgeführt werden, worauf beide Delegationen im September in Prag zu den noch aotwendigen Plenarsitzungen zusammentreten werden. Geschäftsrückgang bei de» deutsche» Großbanke». Die Zweimonatsbilanzen der deutschen Großbanken per 30. Juni spiegeln zum erstenmal die Folgen wider, die die bekannten Börsenereignisse auf dem Gebiete der Bankenpolitik veranlaßt haben. Der hauptsächliche Eindruck ist der, daß der gesamte Umfang des Bankgeschäftes einen Rückgang erfahren hat. Es ist dies der erste Rückgang seit der Goldumstellung. Die Gesamtbilanzsumme bei den 6 Großbanken ist um 160 Millionen zurückgegangen. Besonders stark sind die Lombard - und Reportgelder zurückgegangen, und zwar um 240 Ätillionen, das sind 30 Prozent. Eine Folge des Rückganges der Börsenkredite ist auch ein Ausbleiben der Börsengewinne, die früher vom Publikum auf Kreditorenkonto belasten wurden. Damit im Zusammenhang steht auch ein starker Rückgang der Kreditoren um 142 Millionen. Der Kreditorenrückgang verteilt sich fast gleichmäßig auf alle 6 Banken. Auch in den Debitoren ist eine Aenderrmg eingetreten. Obgleich den Ban» ken keine neuen Mittel zugeflossen sind, haben die Debitoren zugenommen, weil die Bank ihre freigewordenen Mittel der Kundschaft zur Verfügung stellte. Die Debitoren sind bei den sechs Großbanken um 102 Millionen gestiegen. Die Kassenbeftande haben infolge des Eingreifens der Reichsbank, einen Zuwachs um 36 Millionen erfahren, damit ist die Kastenkiguidai von 2,6 auf 3,2 Prozent gesttegc . Kartell der vütteleuroMschen Eisenwerke. Aus Berlin wird uns gemeldet: Dieser Tage finden hier zwischen den Vertretern der tschechoslowakischen, österreichischen und ungarischen Eisenwerke Verhandlungen Wer die Verlängerung des im Oktober ablaufenden Kartellvertrages der mitteleuropäischen Eisenwerke statt, wobei das bisherige Abkommen, welches den vertraglichen Landesschutz bezweckte, durch Abmachungen über die Aufteilung am Balkan ergänzt werden soll. Set Konkurs der Himmelsbacher Holzwerke. Aus Berlin wird gemeldet: In der vorgestrigen Generalversammlung der M o l o g a Holzindustrie A.-G. ist man trotz mehrstündiger Debatte noch zu keiner Be¬ * (14. Fortsetzung) lopyrigfct by Dz. Hax Pilger, B. LOirlt Verleg, Wien. AMERIKA. Ein Roman von Sdialom Asdi. Schiffs Brüder und Schiffssch> western. Mn paar Tage später befand sich schon die Gesellschaft auf dem großen Dampfer. Das Schiff lag noch im Hafen. Die Zwischendeckpassagiere hatte man einen Tag früher auf Deck gebracht. Es ging recht lebhaft her. Leute aus allerhand Nationen waren unter den Passagieren, zum größten Teil aber waren es Neinrussische Bauern. Hannah Lea und ihre Kinder wußten sich zuerst in all dem Lärm und Trubel nicht zurechtzufinden. Man sprach und schrie tu allen möglichen Sprachen. Hannah Lea tat das Beste, was sie tun konnte; sie schloß' sich' dem großen Strom der anderen an und ging ihnen nach. Muss Meer hinaus blickte sie nicht. Sie hatte Angst, auch nur darauf sehen.. Sie hatte sich und die Ihren Gott anvertraut. ., J Ten ganzen Tag über suchte eins das andere. Gepäckstücke wälzte mm rings herum, keiner konnte die Seinen finden, und alle schrien durcheinander. Man ftihrte sie tief hinab in Kellerräume. Hannah Lea nahm Jossele bei der Hand und stieg hinunter, indem sie sich Gottes Schlitz überließ . . . Schließlich wies man ihr einen Strohsack zwischen zahllosen anderen Stvohsäcken an, und sie hockte darauf nieder mit ihren Kindern, ohne daß sie es ivagte, sich zu rühren. Und jetzt stieg die große Angst vor den: Meer in ihr ms. Indessen wurde es in dem Abteil, wo sie lag, bald traulicher. Sie hörte Menschen in jüdischer Spracht reden, Und wie sie umherblickte, bemerkte sie, daß sie sich nuv unter Juden befand. Es wär die „jüdische .Abteilung". „Na, sie ist doch auch da; wo seid Ihr den ganzen Tag über gewesen?" Hannah Lea drehte sich nach der Sprecherin um. Äs war die Mru, die siq an der Grenze getroffen hatte- Hannah s ch I u ß f a s s u n g gekommen. Insbesondere ist Ulan nicht zur Aufstellung einer Eröffnungsbilanz gelangt, da die A bwicklung in Rußland sich außerordentlich schleppend gestaltet und ein Ende vorerst nicht abzusehen ist. Die Mologa-Abwicklung gewinnt angesichts des Konkursantrages der Firma Gebrüder Himmelsbüch A.-G. besonderes Interesse, weil von dem ResuRate der Mologa- Abwicklung die K o n k u r s q u o t e der Himmelsbach A.-G. weitestgehend beeinflußt werden dürfte. Die Mologa-Quote ist ein wesentliches Aktivum der Himmelbachscheit Konkursmasse. Keine Frmicsta-bilisierutig vor Sommer 1928. Ans Paris wird gemeldet: „Cri de Paris" veröffentlicht ein Interview mit Pmncare, in dem es 'heißt: Eine endgültige Lösung des Framproblems und insbesondere eine Stabilisierung des Francs wird nicht vor Verabschiedung des Budgets und vor Neuwahlen im Mai 1928 erfolgen, die eine Klärung über die politische Lag. bringen müssen. Einer Stabilisierung der Währung muß die Stabilisierung der politischen Verhältnisse vorangehen. Wenn der Kurs des Francs bis zu diesem Zeitpunkte Schwankungen ausgesetzt sein fällte, so wird man diese Bewegungen in der gleichen Art zum Stillstand bringen, wie dies bisher geschehen. Konvertierung der Danes-Ankeihe? Laut Berliner Blättermeldungen laufen in Newhork Gerüchte um, daß Newhorker Bankfirmen der deutschen Regierung vorgeschlagen haben sollen, die 7prozentige Dawes-Anleihe äbzulösen. Etne Bestätigung war aber bisher nicht zu erlangen. Zum Teil ist man in Finanzkreifen der Ansicht, daß Deutschland den Inhabern der Schuldverschreibungen im nächsten Jahr ein diesbezügliches Angebot machen dürfte. Verschtedentlich herrscht die Meinung, daß die 7prozentige Anleihe durch eine andere mit. einer Verzinsung von 5 oder 51/2 Prozent angesichts der veränderten Lage ersetzt werden wird. . Versteigerungen. Vom Bezirksgericht Favoriten wird der für den 3. August anbevaumte Temin der Versteigerung 10. Bez., . Eckertgasse 10 und Herzgasse 26, widerrufen. — Zwangsweise versteigert werden: Am 3. August, vormittags 9 Uhr, 4. Bez., Noschmarkt 510, Geschäftseinrichtung. Südfrüchte, Waage nsw., und vormittags 1-410 Uhr, 6. Bez.,'Linke Wienzeile 21, Kisten, Körbe, Südfrüchte usw., und vorniittags 10 Uhr, 4. Bez., Margaretenstvaße 52, Motorrad, Klavier, Wohnungseinrichtung, Luster, Effekten. Ofen u'w.; nachmittags 3 Uhr, 8.' Bez., Nobertgasse 2, zwei Schnellpressen. — In der gerichtlichen Juktionshalle,?pkobergasse 1, am 3. August, nachmittags 3—7 Uhr: Geschäfts- und Wohnungseinrichtung, Kassen, Schreibmaschine, Pretiosen, Textilwaren nsw. ‘;r- Wiener Börse. Ruhiger Verlauf. Ter ruyuzc Verlauf des Ultimo und die Erwartung einer Herabsetzung des offiziellen Zinssatzes der Nationalbank wEcn gestern Kaufiniercsse für österreichische Jndustricpapi.ne, ins-esondere Elertrizitätswerte. Auch für die Mcien der Banken zeigte sich Kauflust. Gegen Schluß schwächten sich die Umsätze ab. Doch konnten die meisten K u l i s s e n P a p i e r c ihren Vorsprung cinhalten. Im Schranken befestigten sich Pester Komme r'-ialbank um 1 Schilling, Schrauben um 2 Schilling, Gal cia um 4.'0, Liesingcr Brau um 10, Leykam-Josefsstaler um —.60, Timber um —.25, Wiener Gas am —.20. Felten gewannen 1.50, Semperit —.60, Südbahn —.75, Alpine —.45. Bon i cu tschecho- Lea unterhielt sich jetzt mit ihr wie mit ein"r altert Bekannten. „Wo wart derm Ihr? Ich'Hab' Euch doch gesucht." Und die beiden Nachbarinnen rückten nun mit ihren Kindern ganz nahe zusammen uttb begannen miteinander zu plaudern, wie alte Freundinnen, d-ie sich wiedergesmiden haben. Indessen schloß rings heriurr einer mit dem anderen Bekanntschaft. Man erkundigte sich nach der Herkunft, nach Bekannten aus der oder jener Stcfdt, unb es dauerte nicht! lange, so stellte sich heraus, daß eines mit dem anderen irgendwie Berührungspunkte hatte. Und solange wurden allseits die Geschlechtsverzweigungen revidiert, bis es unzweifelhaft fiststand, daß wenigstens das halbe''Schiff'unter sich im dritten oder vierten Grade verwandt war. ' „Wenn dem so ist, so Wunen wir doch ruhig unsey Nachtgebet abhalten!" hörte man eine 'fröhliche Stimme. „Gewiß, gewiß!" antworten ein paar 'zugleich. „Hört Leute, Ihr wißt, daß 'man hellte das erste Licht anzündet?" erinnerte einer aus einem 'Winkel heraus. „Ein günstiges Vorzeichen, daß lvir 'den erfljeit Tag Chanukka das Schiff betreten habett." r „Wer ist ein guter Vorsänger?" 'fragt einer. „Welche Frage, wir haben doch den Keltzer Kantor da," sagte einer und wies auf einen jungen Mann mit einem roten Bättchen, der sich ein lvenig abseits van den anderen hielt. „Woher wißt Ihr, daß das her Keltzer Kantor ist?" fragte mart den Mann. „Man muß nur nicht erst einen Finger in-den Mund stecken, ich weiß schon," autlvortete der Gefragte stink und winkt den jungen M'ann mit dem roten Bärtchen heranl „Ich erkenn's schon, an seiner Baßstinmle merkt man's. Na, seht," sagt er, wieder auf den jurrgen Mann deutend, „hier den langen Nagel an seinem! Daumen und dann hob' ich ihn schon selbst beten gehört." Es dauerte eilt Weilchen, his der junge Mann mit dem roten Bärtchen sich seinen Brüdern wirk'ich zu etVnen gab und kundtat, daß er wirklich der^ Keltzer Kantor sei slc»mkischen Effekten wurden Poldihiitte heute ex Coupon gehandelt und blieben um 1.75 niedriger. Dagegen gewanr.cn- Skoda-Aktien —.60. Elektrizitätswerke reeg, ichneten keine einheitliche Tendenz, während A. E. Ä. um 1.25 Schilling niedriger notiert wurden und Elin —.85 einbüßten, j-eitnuivn Siftitm?» Aktien —.45. Oeßerr. Kreditaktien b:festig!2n sich um —.7 Ungar. Kretat um —.50, Salgo um —.30. A-f dein 3t ulagcinarkt ward: Aprilrente zu höheren Kurei ge-auft. Kassakurse: Kompaß l.—, Bankrerein 31.70, Bedencredit 126.70, Brit.-ung. Bank 110, Oesterr. Credit 66.50, Nationalbank 235, Nordbahn 1065, Nordbohn Genuß 593, Staat - bahn 32.30, Union Baumat. 24, Haust: u. Sobotka 11, Avssi - chenl. 194.65, A. E. G. Union 40.10, Stnvaag 25.50, Steir schc Magnesit 68.25, Flesch 10.60, Alpine 40.70, Au' .ia Email 20, Qesterr. Hofherr 10.50, Waffen 27.70, Styria Dürkopp 15.25, Lcykam 11.60, Karpathen 31.25, Rico-Wc-.l: 14, Krott. Jucker 58, Wiener Messe 1.04, Etti Bergel 9.50, Ung. Urprod-ikt. 95. Die Ausgleiche und Konkurse in der Tschcchosio,valei. Aus Prag schreibt man uns: Im Inn'. wurden 211 AnsgleichSverfahren eröffnet (gegen 237 im Vormonat); davon -93 in Böhmen, 70 in Mähren und Schlesien, 30 in der Slowakei. und 111 in Karpathorußland. Die gesamten Passiven belaufen sich auf 61.0 Millionen Dschechenkron-rn, d'.e Aktiva auf 29.8 Millionen Tfchecheiikrorien. davon in Böhmen Aktiva 15.3, Passiva 30.9 Millionen Tschechenbronen. Im ersten Halbjahr wurden insgesamt 1 3 5 9 Au s g l e i ch s v e r'sa h r e n eröffnet bei Passiven von 380 Millionen -Tschechen-kronen und Aktiven von 195.8 Mllionen Tfchechenkronen. Ini ' Juni wurden 4 2 Konkurse verhängt (im Mai 40), davon 30 in Böhmen. 11 in Mähren und Schlesien und 1 in der Slowakei. Passiva 6.9 Millionen Tfchechenkronen, Aktiva 4 Millionen Tschechenkronen. Im ersten Halbjahr wurden insgesamt 2 82 Konkurse verhängt mit Passiven von 49.7 und Aktiven von 20.6 Millionen . T'chechenkronen. Eine Treuhaudstelle in Haifa. Unter dem Namen , Haomen Trouhandstelle Haifa" ist in Palästina eine T r e u h a n d st e l le' unter der Leitung Dr. Ernst Wollsteins errichtet worden. Die Ziele der Gesellschaft fiub: Verwaltung von Kapitalsin sprosse 11 ausländischer Kapitalisten in Palästina (Häuser, Gärten, Beteilignttgen. Gelder nsw.); trenhänderische Erledigung jeder Art von Spezialanfträittn auf ge.schäsilicher Grundlage gegen Gebühren. Generalversv.mmlungrtt in der Tschechoslowakei. Die 5 k 0 d a w e r k c hielten anl Samstag 'lVp 'Generalve Sammlung ab. Aus dem Reingewinn per 39>- Millionen Kronen werden 50 Kronen vro Aktie als Dividend« verteilt und 964.000 Kronen auf neu" Rechnung vorgetragen. — Die Generalversammlung der I i v n 0 st e n s k ä bank a beschloß, von dem Reingewinn per 41 Millionen Kronen eine Dividende von 12 Prozent — 24 Kronen zu verteilen und nach Vornahme der statutenmäßigen Widmungen den Betrag von 3-2 Millionen Kronen aus neue Rechnung vorzulragen. Polens Eierexport betrug im Mai d. I. 9502 Tonnen im Werte von 11,918.000 Goldzlotv (geacnüber 9421 Tonnen im Werte von 11,952.00g Goldzlotn im April d. I.). Die Ausfuhr verteilte sich laut „Przempsl! Handel" folgendermaßen auf die einzelnen Länder: Deutschland 4562 Tonnen, England 2769 Tonnen, Oesterreich 1631 Tonnen. Italien 90 Tonnen, die Tschechoslowakei 213 Tonnen, die Schwyz 32 Tonnen, Lettland 10 Tonnen und andere Staaten 195 Tonnen.. In den letzten Wochen wurde die Tendenz ' auf dem polnischen Eierniarkt etwas fester. Die Eierproduktion hat sich verringert. Die Zufuhr ist nläßig und das Angebot ungenügend. Die Exportpreise betrugen in letzter Zeit ..31.5 bis 22 Dollar für zwei Halbkisten zu' 720 Stück loco Grenze. Ddrenzen im bosnischen Parasiinlartett. Im Lager des polnischen Parasfinkartetts, das an Stelle des seinerzeitigen Napb-chaKartells geschaffen wurde, sind Zwistigkeiten ausgebrochen, die den Bestand des Kartells gefährden. Dte Naphthagesellschast Limanowa hat beschlossen, spätestens am 1. September aus dem Parafftnkartell auszutretcn, falls bis zu dieser Zeit der Sitz deS Kartells nicht nach Lemberg zurückverleat wird. Bekanntlich werden bisher die Geschäfte des Paraffinkartells in Wien abgewickelt. Mit Rücksicht darauf, daß die Standard Nobel und die Bacuum dem Kattell nicht angehören, dürste nach dem Austritt von Limanowa und Jaszlo keine größere Napythafirma im Kartell verbleiben. Dann dauerte es wieder eine Zeit, bis er sich d-azu bewegen ließ, vor ein schnell und prinnttv gestelltes „Betpuli/^ zu treten. Aber ein Paar Minuten sspäter ließ er schon, beleuchtet von zwei Kerzen, die in einem kleinen Kästchen steckten, seine gutturalen Gesänge erschallen, und Männer, Frauen und Kinder stimmten ein. So war das Nachtgebet schön und stinunungsvoll. Daun fragte man, ob nicht einer Chanulkalichter da habe. Es erlvies sich, daß alle sich für das Fest vorbereitet und Lichter mitgenommen hatten. So stellte denn jede Familie ihr Lichtchen auf ein Brett, und -der Keltzer Kantor postierte sich wieder vor's „Betputt". Es fanden sich bald ein Paar junge Stinrmen für den Chor. Einen Sopran hatte er selbst mitgebracht, sein Söhnchen — ein Sänger, wie ihn die Welt noch nicht gehött hatte, „^Amerika wird sich direkt auf den Kopf stellen" — und nun wurde ein Chauukkalied angestitmnt, wie es schöner gar nicht gedacht iveeden konnte. Hannah Lea vergaß ganz und gar, daß sie sich äuf dem Schiff befand. Es war ihr, als wäre sie daheim im Städtchen im Bethaus, und nur eines vermißte sie: ihren Meir. Der Gtesang stieg und fiel wieder, der kleine Sopran leistete wirklich Erstaunliches, und was uurldeu Mund öffnen konnte, half mit. Mlle Juden, diel auf dem Schifft waren, hatten sich schon angesammelt (als der Wächter hereiukam und irgendetwas schrie, stopfte man ihm rasch den A^'und) und immer stärker und fröhlicher ivurde das Singen. lAils dann der Kmttor geendigt hatte, meldete sich ivieder der kleine Mann mit dem fröhlichen Gesicht und sagte, indem er die Hände ried: „Jetzt wilrden Eierkuchen paffen und recht fette Gänsegrieben, dem Fest zu Ehren! . . .,! „Und vielleicht auch eine Partie Karten," ruft ein Zweiter. „Gewiß, ein Spielchen wär' auch nicht schlecht," aut* lvortet der Kleine, indem er sich die Hände reibt. „Mnsegrieben sind da!" hörte ma-i eine FrauenstimM, und schnell wird auch ein Paket herübergereicht. „Woher habt Ihr Grieben?" fragt eine ältere Fvain. lFortsetzang prlgt.).

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