Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3024 (31.7.1927)
- Date
- 1927-07-31
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2982112--30828-3019087- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
')h. 30Ä! Wien, Sonntag Wiener Mergenßeitnng jetzt nicht still geblieben und arbeitet in Mexiko und Nikaragua unvermindert weiter. England, das in bezug auf eigene Oelterrains gegenüber den Vereinigten Staaten im Hintertreffen ist, betreibt die Jagd nach dem Erdöl in allen Teilen der Welt mit höchster Intensität, Md es ist bekannt, daß der englisch-holländische Royal Dntch Shell Konzcrn nicht nur im europäisch^asiatisch-nordafrikanifchen Petroleumhandel maßgebend ist, sondern auch ein Großteil der Produktion an Rohöl in den Gebieten der östlichen Halbkugel kontrolliert; die verschiedenen Kämpfe in Mexiko und Nikaragua haben nicht zuletzt ihre Ursache in Expanfionsbestrevungen Englands für die Gewinnung neuer Rohölterrains, nun gibt es auf dem Erdölmarkt einen dritten Faktor, der von entscheidender Bedeutung ist, nämlich Rußland, das in seinen riesigen Oelterrains in Baku kolossale Reserven besitzt. Rußland hat diesen Besitz an einem begehrten Produkt bisher stets gut in die Wagschale zu werfen verstanden, wenn es sich darum handelte, die nötigen Anknüpfungspunkte mit dem übrigen Welthandel zu finden. Rußland beliefert den deutschen Markt fast monopolistisch, und die engen wirtschaftlichen Beziehungen Mischen Deutschland und Rußland beruhen zum Teile auf einer Art von gegenseitiger Rohölversicherung, wobei Rußland der das für das öllose Deutschland wichtige Produkt gebende Teil, Deutschland der durch Jnvestitionskapital die Erhöhung der russischen Produktionsmöglichkeiten bietende Teil ist. In den letzten fünf Jahren sind von der gesamten Oelausfuhr Rußlands mehr als ein Sechstel nach Deutschland gegangen. Ein starker Abnehmer aber wurde in diesem Zeitraum England, das seinen Bezug an russischem Oel im Laufe der letzten fünf Jahre mehr als verdoppelt hat und heute über ein Viertel der russischen Rohölausfuhr bezieht. Seit 1924 wurden die russischen Oele in England durch ein eigenes, dort ansässiges russisches Handelsunternehmen, die Russian Oil Products Ltd. verkauft, das in heftigem Wettbewerb mit der der englischen Regierung nahestehenden Anglo Persian Oil Company stand und durch scharfe Preisunterbietungen dem russischen Oelabsatz zu großen Erfolgen verhalf. Das russische Naphthasyndikat suchte sogar in der Folge den Anschluß an den englischen Kleinverbraucher und cs ist bezeichnend, daß für den Kleinvertricb des russischen Oels eine Gesellschaft, die Jndependant Oil Diftributing Company begründet wurde, deren Aufsichtsrat namhafte konservative Nnterhausmitglieder angehören. Die angelsächsischen Oeltrusts glaubten nun, diese Expansion der,russischen Rohölmacht durch ihre Kapitalsstärke abwehren zu können, doch angesichts der mit deutschem Kapital immer stärkeren Verbesserungen in der russischen Produktionstechnik, Oelverarbeitung und Verkaufsglicderung hatten sie damit keinen Erfolg. Da kam derAbbruchderBeziehung'en zwischen England und Rußland. Und nun geschah das Unerwartete: Die russische Oelindustrie erhielt sofort Anschluß an eine Stelle, welche bisher schärfsten Konkurrenzkampf geübt hatte, an die amerikanische Standard Oil Company. Zwischen diesem größten Oelkonzern der Vereinigten Staaten und den: russischen Naphthasyndikat wurde ein Lieferungsvertrag geschlossen, der für die künftige Gestaltung des russischen Oelaußenhandels im besonderen und Außenhandels im allgemeinen von ausschlaggebender wirtschaftlicher und politischer Bedeutung ist. Ein früheres Uebereinkommen, wonach für die Oelleitung Baku-Batum die Standard Oil Company den: russischen Naphthasyndikat einen Kredit gewährt, wurde erneuert, ferner vereinbart, daß die Stanard Oil Company beziehungsweise deren Tochtergesellschaft, die Vakuum Oil Company auf die Dauer von fünf Jahren jährlich mindestens 660.000 Tonnen russischen Mineralöls vom russischen Naphthasyndikat zum ausschließlichen Verkauf abnimmt. Dafür soll die Standard Oil dem russischen Naphthasyndikat eine Anleihe von mindestens 60 Millionen Dollar gewähren. Das alleinige Verkaufsrecht der Standard Oil für russische Mineralöle bezieht sich auf alle Absatzmärkte, auf denen amerikanisches Oel infolge hoher Transportkosten nicht konkurrenzfähig ist, unter anderem auch die Türkei, Aegypten, Ceylon usw. Durch diesen Vertrag ergeben sich für die russische Oelausfuhr und Oelwirtschaft außerordentlich günstige Entwicklungsmoglichkeiten. Und es ergibt sich noch etwas anderes: Daß die Vereinigten Staaten den Schaden, welcher Rußland durch den Abbruch der englisch-russischen Beziehungen zugefügt wurde, reichlich wettmachen. Wohl werden Nachrichten lanciert, daß die Washingtoner Negierung gegen diesen Vertrag der amerikanischen und russischen Erdölindustrie Einspruch erheben tvolle, wohl haben sich auch Differenzen zwischen der Standard Oil und der bisher stets mit ihr kooperierenden englisch-holländischen Royal Dutch ergeben, doch über alle diese Episoden hinweg bleibt die Tatsache bestehen, daß die Vereinigten Staaten trotz der mit frommem Augenauffchlag abgegebenen Versicherung, mit einem Staat, der das Privateigentum nicht anerkennt, keine Beziehungen unterhalten zu können, trotz der augenblicklichen Ucberproduktion a» eigenem Rohöl, doch den Abbruch der Beziehungen zwischen England und Rußland dazu benützt haben, die Verbindung mit dem begehrtesten Händclsprodukt Rußlands herzuftellen. Denn Industrie und Politik arbeiten mit der Voraussicht, und das amerikanische Kapital will der amerikanischen Politik den Einfluß auf die stärkste außeramerikanische Oelproduktion sichern. Es wird natürlich trotz aller Ableugnungen bei dem Verkaufsvertrag nicht bleiben, sondern es werden im Kreditwege jene Konzessionen erreicht werden, tvclche eine Art mexikanischen Zustand im Erdölgebiet von Baku-Batum herbeizuführen trachten. Im Wettlauf um das Erdöl-ist heute Amerika den Engländern noch um eine Nasenlänge voraus, und Rußland zieht gegenwärtig den Vorteil davon. Derlei Konkurrenzzustände haben schon häufig Kriege zur Folge gehabt; schließlich ist es nicht viel mehr als zehn Jahre her, daß der Wettbewerb um den Handel nach dem nahen Osten einen Weltkrieg entfacht hat. Bereitet der Vertrag zwischen der Standard Oil Company und dem russischen Naphthasyndikat einen neuen Krieg vor? Verband der fndisdten Kaufleutfe und Gewerbelreibenden in Wien Angebot und Nachfrage. — IL Liste. 435 Firma "in Paris sucht Vertretung in Wasserleitungsröhren. 436 Firma in Paris vergibt Vertretung in Neuheiten (Talisman). 437 Firma in Paris be-nötigt Bonbonnieren. 438 Firma in Bordeaux sucht Vertretung in Perlen für den Export. 439 Firma in Piräus sucht Putzwolle. 440 Firma in River Forest (U. S. A.) sucht Vertretung in. Mandolinen usw. 441 Firma in Varna sucht Briefmarken. ■'••• 442 Firma in Tripolis sucht Vertretung in Emailgeschirr. ' 443 Firma in Samoa sucht Vertretung aller Art. 444 Firma in Sofia offeriert Honig. 445 Firma in Los Angeles sucht Vertretung in Neuheiten. 446 Firma in Bukarest sucht Vertretung in Ehemikalien. 447 Firma in Schlettau sucht Kupferbleche. 448 Firma in Diß (England) sucht Juteteppiche. 449 Firma in Lemberg sucht Vertretung in Galanteriewaren. 450 Firma in Bulgarien sucht Abnehmer von schwarzem Sesam. 451 Firma in Nicosie sucht Vertretung in Textilien und Kurzwaren. 452 Firma in Paris sucht Vertretung in elektrotechnischen Artikeln. 453»Firma in Danzig sucht Nähmaschinen. 454 Firma in Niederösterreich sucht Papierhülsen und Spulen für Textilindustrie. 455 Firma in Lwow sucht Vertretung in Wirkwaren und Herrenmode. 456 Firma in New Jork sucht Puderquasten aus Schwanfedern. 457 Firma in Orodea Mare sucht Vertretung in Textilien. 458 Firma in Reichenberg sucht Verbindung mit Tischherdeerzeugern. 459 Firma in Orodea Mare offeriert Knoppern zur Ledergerbung. 460 Firma in Milano sucht Vertretung in Haushaltungsartikeln. 461 Firma in New York sucht Vertretung in Textilwaren. 462 Firma in Frankfurt sucht Vertretung in Strümpsen. 463 Firma in Rustschuk sucht Bleche (Packsong). >464 Firma in Berlin sucht Vertretung in Kleinsilberwaren. 465 Firma in London sucht Bezugsquellen für Filzhüte. 466 Firma in New York sucht Vertretung irr pharmazeutischen Artikeln. 467 Firma in Wien sucht Vertretung aller Art. 468 Firma in Hamburg sucht Krawattenstoffe und Herrenwäschestoffe. 469 Firma in Innsbruck sucht Abnehmer für Haushaltungsgegenstände aus Holz. 470 Firma in Wien sucht Pferdestriegel für Export und Rumänien. 471 Firma in Danzig sucht Vertretung in Damenschirmgviffen. 472 Firma in Men sucht Vertretung in Textilien. 473 Firma in Kuty vergibt Nutzrecht einer Erfindung: „Trichter-Maß und Waage. 474 Firma in Neapel offeriert Tomaten-Sauce und Gemüse. 475 Firma in Piree sucht Verbindung mit Holzexporteurcn. 476 Firma in Smyrna sucht Vertretung in Gmmnigaloschen. 477 Firma in Wien sucht Vertretung in Textil- und Strickwaren. 478 Firma in Berlin sucht Trikotagewaren für Kinder. 479 Firma in Wien sucht Vertretung in Textil, Manufaktur usw. 480 Firma in Haida sucht Mache-Krampusköpfe. 481 Firma in Bukarest sucht Vertretung in Woll- und Baumwollwaren. 482 Firma in Wien sucht Vertretung in Kunstseide. 483 Firma in Zürich sucht Verbindung mit österreichischen Exportfirmen für Geflügel. 484 Firma in Antwerpen sucht Zigarettenkisten und Schachteln. 485 Firma in Amsterdam sucht Papierhütchen für Flaschenkorke. * ’ -wv 486 Firma in Agram sucht Vertretung in Ballendruckpapieren. 487 Firma in Patres sucht Vertretung in Maschinen aller Art. 488 Firma in Danzig sucht Bordruckschablonen und Modelle. 489 Firma in Hamburg sucht Vertretung in eisernen Rattenfallen. 490 Firma in Bresov sucht Vertretung in Textilwaren. 491 Firma in London sucht Damenhutstumpen. 61. Juli 1927 SOte IS 492 Firma in Marvbor sucht Papiersäckchen für TrinHMw. 493 Firma in Saloniqne sucht Vertretung für Herrenswtzej 494 Firma in Chicago sucht Kompasse. 495 Firma in Brüssel sucht Vertretung in Textilwaren. 496 Firma in Sosnowice sucht Korkplättchen für Kronenkorke. 497 Firma in Eisenstadt sucht Thomasmehl und Superphosphat. 498 Firma in Rotterdam sucht Vertretung in Herrenhüteu. 499 Firma in Konstantinopel benötigt Taxameter. 500 Firma in Ungarn sucht Abnehmer für Kartoffel, Gurke» und andere Gemüsesorten. 501 Firma in Villach sucht Verbindung mit Schuhleistenerzeugern. 602 Firma in Damaskus sucht Vertretung in- Tuchschuhen. 603 Firma in Moulehdier vergibt Vertretung in Mühlsteinen. 504 Firma in Zürich sucht Verbindung mit elektrotechnischen Engroshandlungen. 505 Firma in Milano offeriert Radioapparate. 506 Firma in London sucht Verbindung mit österreichische» Exportfirmen. 507 Firma in New York sucht»Vertretung in Artikeln der elektrischen Branche. 508 Firma in Bologna sucht Handpumpen und Pew ' backöfen. 609 Firma in Sofia sucht Stifte (Holz) für Schuhe. 510*Jirina in Rotterdam sucht Verbindung mit Holzexporteuren. 611 Firma in Klagenfurt benötigt Holzspanpostkiftchen. 512 Firma in Alexandria sucht Vertretung in Velourhüten. 613 Firma in Frankreich sucht Verbindung mit Vertretern der Maschinenindustrie. 514 Firma in Glasgow wünscht Offerte in Perlknöpfen. 516 Firma in Budapest sucht Steingußrohre. 516 Firma in Zürich sucht Kunstseidenstoffe. 517 Firma in Brüssel sucht Vertretung in Strümpfen und Socken. 518 Firma in Linz wünscht Offerte in BrauseAmonade urü» Fliegenfängern. 519 Firma in Kopenhagen sucht Vertretung in. Schirmfurnituren. 520 Firma in Feldkirchen offeriert Preiselbeeren. 521 Firma in Bukarest sucht Autozubehör, Zelluloid usw. 522 Firma in Calamata sucht Verbindung mit Firmen für Haus- und Küchengeräte. 523 Firma in Czernowitz sucht Fahr- und Motorräder. 524 Firma in Triest sucht Verbindung mit Kistenfabrikanten. 525 Firma in Lemberg sucht Punktier- und Kopiermaschinen für Alabastevbearbeitung. 526 Firma in Oldenburg sucht Geflügel, Ziegen, Obst usw. 527 Firma in Niederösterreich sucht Dampf- und Wasserleitungsrohre. 528 Firma in Belgrad sucht leistungsfähige Lieferanten von Tür- und Fensterstöcken und Dachkonstruktionen 529 Firma in Sidney sucht Puppen. 630 Firma in Rotterdam offeriert holländische Kartoffeln. 531 Firma in Paris sucht Holzwolle und Holzmehle. 532 Firma in Warschau sucht Vertretung in Krawatten. 633 Firma in Wien sucht Vertretung aller Art. 534 Firma in Brookfield sucht Sicherheitsz-ündhöWen, Paraffinzündhölzchen. 635 Firma in Manchester sucht gebogene Sessel. 636 Firma in Mailand sucht 100prozentiges Natronpapier. 537 Firma in Wien sucht Vertretung in Motorrädern. 633 Firma in Wien sucht Vertretung in technischen und anderen Neuheiten. 539 Firma in Osijek sucht Vertretung in Gold- und Silber- ’ waren. 540 Firma in Wien sucht Vertretung in Scidenswffen. 841 Firma in Men sucht Verbindung mit Erzeugern' von Weckevuhrgehäusen aus Alabaster. . ’ , 542 Firma in Athen sucht Vertretung aller Art.? 543 Firma in Amsterdam sucht Filzscheiben zum Polieren von Metall und Glas. » Die Adressen sind täglich, mit Ausnahme von Samstag und Sonntag, von 9—11 Uhr vormittags im Sekretariate, 1. Bez., Elifabethstraße 9, Stiege rechts, 1. Stock („Metropole") zu erfragen. . Bei schriftlichen Anfragen seitens der V e r b a n d s Mitglieder ist eine 15-Groschen-Marke beizulegen. Angabe der Chiffre unbedingt erforderlich. Mitgliederaufnahme und Auskünfte im Sekretariar während der ob^vwähnten Kanzleistunden. Mitgliedsbeitrag: 3 Schilling vierteljährlich. Tschechoslowakische zadrikniederlagen in Ungar«. Aus Prag wird gemeldet: Wie verlautet, beabsichtigen drei große tschechosiowakische Textilfirmeu die Errichtung von Fabriken, beziehungsweise Exposituren in Ungarn. Die Brunner Tuchfabrik S t i a s n y und die Möbelstofffabrik I. W. Steiner wollen in Ungarn Fabriken errichten und die Brunner Firma Himmelreck eine große Expositur gründen, lvozu schon alle Vorbereitungen getroffen werden. E Erhöhung des Eüilagenzmsfutzes bei der Zentralsparkassr der Gemeinde Wien. Die Zentvaffparkasie ‘bec Gemeinde Wen hat mit Wirksamkeit von: 1. August l. I. den Zinsfuß für jederzeit abhebbare Spar- und Scheckeinlagen aus \Y> Prozent, für Einlagen, d'e aus Einlagebücher gegen zweimonat ge Kündigung entgegengenommen werde?:, auf öH Prozent p. a. erhöht. Polens Handel mit dem nahen Oste«. Der Direktor der polnisch-griechischen Handelskammer in Athen A. SN» zrnski, der bis vor kurzem in Lodz weilte, teilte Pressevertretern u. a. mit, daß Polen dem Handel mit dem