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Wiener Morgenzeitung · 1927-07-27 · Heft 3020 (27.7.1927) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3020 (27.7.1927)
Date
1927-07-27
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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3s*i S Wien. Mittwoch Wiener Morgenzeitnng 27. IM 1927 Nr. 3E T jpm jp^ y rm 63.9 Mülioncn, foDanu Italien mit 35 uuo die iiki‘utij]i>nt AbschwLchung des kranzöfischen Frauken. Sckon Montag stieg an der Pariser Börse das Pfund von 124 auf 124.10, >vas die stärkste Kurssteigerung der letzten Monate Nedeutet. Offiziell ivird diese Kursschlvanknng mit einer neuen Taktik der Bank von Frankreich motiviert, ivelche angesichts der großen Devisenkäufe des französischen Handels für seine Herbst- und Winterversorgung beschloss-en hat, anstatt des einheitlichen Geld- und Briefkurses wieder getrennte Kurse zu notieren. Diese Erklärung hat jedoch nicht beruhigend gewirkt und in Zürich ist gestern der Frankenkurs von 20.32 um einen Punkt auf 20.31 zurückgegangen. Die Lira ist im wesentlichen unverändert, der Leu hat sich dagegen von 3.13 auf 3.15 gehoben. Berlin rrotiert mit 123.46 etwas schwächer als in den letzten Tagen. Der S ch i l l i n g k u r s ist unverändert 73.10. Ser Streit um das Stickstoffwerk in Shorzow. Der Einspruch Polens abgewiesen. Der Ständige Internationale Gerichtshof :m Haag hat seine Entscheidung über den von der polnischen Regierung erhobenen EinwanÄ der Inkompetenz -des Gerichtshofes in der Frage des Schadenersatzes -bekanntgegeben, den d'e deutsche Regierung für die Besitzergreifung der Chorzower Stickstoff-Werke in Oberschle-sten verlangt. Bezüglich der deutschen Forderungen betre-fserch die Höhe der Ersahsumme und die Zahlungsweise behält sich der Gerichtshof seine Entscheidung bis zur Erledigung der Hauptfrage vor, da er des« Fragen als Nebenfragen betrachtet. In dem Beschluß, der mit zehn gegen drei Stimmen angenommen wurde, erklärt der Gerichtshof, er verwerfe den Einspruch der polnischen Regierung und halte an der von der deutschen Regierung angerufenen Instanz zur Erledigung der Hauptfrage fest. Re Wirtschaft Syriens. Die ZllMlm. — Der Außenhandel. — Die ElttttWerulig. Im Hamburger „Wirtschaftsdienst" bespricht der den Lesern der „Wiener Morgenzeitung" durch seine ausgeKeichtneten Auffätze über palästinensische Wirtschaftsfragen bekannte Publizist Ernst Davis die Wirtschaftslage. Syriens, das als unmittelbares Nachbarland Palästinas fänden Handel Erez Israels von Wichtigkeit ist. Neben einer Reihe von Darlegungen über die französische Mandatsverwaltung führt der Verfasser des Aufsatzes auch vergleichende Ziffern über den Anße nhandel Syriens an. Da Syriens WährmrgsverhÄtnisse inflationistisch sind, ist ein Vergleich der Wertziffern der Ein- und Ausfuhr in den letzten Jahren nicht gut möglich. Ein Vergleichs der Tonnage ergibt v bessere Uebersicht. ImIahre 19 26 wurden nach Syrien zirka 417.000TonnenWaren importiert, das ist um mehr alÄ 7 Prozent weniger als im Jahre 1925, was auf die Wirkung der einfuhrhemmenden Jnftation zurückzuführen ist, dagegen um mehr als 23 Prozent mehr als im Jahre 1924. Merkwürdigerweise war jedoch der Export im Jahre 1926 trotz der ausfuhrfördernden Geldentwertung kleiner als im Jahre 1925; er betrug 76.6 99 Tonnen gegen 77.366 Tonnen im vorangegangenen Jahre. Darin zeigen sich die wirtschaftlichen Folgen des Drusenaufstandes. In den ersten vier Monaten des. Jahres 1927 ist die Berechnung des Außenhandels bereits inGoldpiastern, bezw. Franken, durchgeführt. 'Die Einfuhr betrug in diesem Jahresdrittel 79.000 Tonnen im Werte von rund 290 Millionen Goldpiastern, bezw. ebensoviclen Franken. An der Spitze der Einfuhrländer stand England mit mehr als 74 Millionen Goldpiastern, dann folgt Frankreich mit Staaten mit etwas über 24 Millionen. Diese vier Länder besorgen also mehr als die Hälftü der gesamten Einfuhr nach Syrien. Die E infuhr Palästinas ist dagegen beinahe unerheblich. Der Export betrug in den ersten vier Monaten des Jahres 19.000 Tonnen im Werte von fast 90 Millionen Piastern, davon gingen 20 Millionen nach Frankreich, 17 Millionen nach der Türkei, ungefähr ebensoviel nach Aegypten, 14 Millionen nach Pa tust in a und etwas über 13 Millionen nach Italien. Bemerkenswert ist, daß, der im Mai erfolgte Brand im Zollager von Beirut, dem alle darin aufgespeicherten Waren zum Opfer fielen, eine schwere Schädigung des Wirtschaftslebens Syriens bedeutet. Ungefähr zwei Drittel des ganzen syrischen Imports gehen über Beirut und das Zollager war zur Zeit des Brandt mit Waren vollgestopft. In den dem Brande zum Opfer gefallenen Lagerhäusern, die der Beiruter Hafengesellschast gehören, befanden sich regelmäßig Waren für mehr als 200 Millionen Franken; dagegen war die Gesellschaft nur mit 20 Millionen Franken versichert. Der Schaden trifft nicht nur die syrischen Handelsfirmen, sondern auch die ausländischen Lieferanten, deren Waren von syrischen Bestellern die Annahme verweigert worden war. Insbesondere betrifft das ital ienische Firmen, vorwiegend der Textilbranche. Sehr lebhaft sind die Bemühungen um die Ausnützung der Wasserkräfte des Landes für Elektrizitätszlvecke. Vor kurzem wurde eine Regierungskommisfton eingesetzt, um die verschiedenen Konzessionsgesuche zur Aus- | nützung des Naar el Awalr zu prüfen. Es liegen drei Gc- . suche vor, darunter — was sehr interessant ist — eines von ei ner Gruppe in Amerika lebender Emigranten ans dem Libanon. Die Regiermrgskommiffion hat alle drei Konzessionswerb«: aufgefordert, bis anfangs September ein Vorprojekt zu unterbreiten' und eine Garantie von 100.000 Franken zu leisten. - 7p Der österreichisch-lettische Handelsvertrag ratifiziert. Aus Riga wird gemeldet: Minister des Aeußeru E tele ns und der österreichische Gesandte Post haben die Ratifikationsurkunden zum lettländisch-österreichischen Handelsvertrag cmsgetanscht. Der vstcrretchMe Zoll für Zucht« und Nutzvieh. Dem Nationalrat wurde gestern der Notenwechsel nrit Jugoltawren und der Schweiz, betreffend die Aendcrung der Zölle auf Nutz- und Zuchtvieh, zur Genehmigung vorgelegt. Die Zinssätze der Oesterreichischen Postsparkasse im Sparverkehr. Die Oesterreichrsche Postsparkasse verzinst Spareinlagen vom 1. August 1927 an, wie folgt: Einlagen auf Nameneinlagebücher mit 5 Prozent; Einlagen auf Ueberbringer-Sparbücher mit 4% Prozent, bei dreimonatiger Bindung, die für Einlagen von 500 S. aldftvärts vereinbart werden kann, mit 6 Prozent; . Einlagen auf Prämieneinlagebücher: die Prämieneinlage von 300 S. während des Prämienjahres mit Prozent; den die Prämienernlage übersteigenden Teil 'bet Einlagen auf Prämieneinlagebücher sowie die Prämieneinlage der Prämieneinlagebücher der Reihe II, -insoweit sie vor dem 1. Oktober 1927 eingezahlt worden ist, bis zum Beginn des Prämienjahres dieser Reche (15. Oktober 1927) mit 414 Prozent. Eine Kooperation der österreichischen EmaUfabrrkeu geplant. In der österreichischen Emailindustrre bestand brstzer eine Werksgenreinschast, die von den Firmen Austria, Warchalowfkr und Neher gebildet wurde. Im Verlaus der Verhandlungen über die Umgestaltung der Warchalowski- Werke ist vor einiger Zeit der Gedanke an eine Fusion der Emailsabrik der Warchalowski-Werke mit den Austria-Emailwerken aufgetaucht, der aber wieder zurückgestellt werden mußte. In der letzten Zeit ist die Kontingentierung zwischen den drei Werken der Gemeinschaft aufgeworfen worden. Ueber diese Frage wurde auch zwischen Austria und Warchalowski verhandelt. Da die Finna Neher erst im Herbst Gelegenheit zu einer Erörterung haben wird, mußte zunächst «ach dieser Plan auf einige Wochen. zurückgestellt werden. Es ist jedoch nicht ausgeschloffen, daß im Herbst eine weitere Annäherung zwischen den Emailwerken vor sich geht. Der Status der Firma Neurath ist, wie wir erfahren bereits serttggcstellt und der GläubigcrveffaMmlung unterbreitet worden. Wie verlautet, sind die Verhandlungen mit den englischen Gläubigern günstig verlausen und eS ist mit einem außergerichtlichen Arrangenrent zu rechne«. Die Hohe der Quote ist noch nicht bestimmt; die Schätzungen bewegen sich zwischen 35 und 45 Prozent. EmfühkUng von Fundlng-Obliqationen. Gestern^ wurden im Börsenverkehr die öprozentigen 10jährigen Schuldverschreibungen der Republik Oesterreich (Funding-Obtigationen) von; 1. Juli 1925, lautend auf französische Francs (Schlußeinheit 10.000 französische Francs), und die 5prozentigen, 20jährigen, eventuell 10- oder 8jährigen Schuldverschreibungen der österreichischen Republik (Funding-Obllgationen) von: 1. Februar 1926, lautend auf 10.000 fraw- Asifche Francs (Schlußeinheit 10.000 französische Francs) erngeführt. Bei sehr geringen Umsätzen stellte sich dev Einführungsknrs auf rund 65. Feilbietungen. In bet gerichtlichen Auktionshalle, 1. Bez., Jakobergasse 1, werden am 28. Juli, nachmittags 3—7 Uhr, zrvangsw-eise versteigert: Eine Wohnungseinrichtung, Nähmaschinen, Bilder, Teppiche, Silber- und Ziergeräte usw. Insolvenzen. Das Ausgleichsverfahren ,vurde eröffnet über Erste Währinger Türen-, Fenster- und FFußbodenfabrik Eduard Claus, Inhaber Ing. Maximilian Claus, Men. 18. Bez., Anastasius-Grün-Gasse 16-18 (Aktiven 29.306 S., Passiven 67.669 S., Anbot 00 Prozent in 20 Monatsraten); Stedronski u. Co. Ges. m. b. H. Men 17. Bez., Hernalser Hauptstraße 79 (Aktiven 8306 Schilling, . Passiven 12.062 S., Anbot 35 Prozent ln 9 Monatsraten); 'Zrsler u. 'Co., 'Mödling, Menerstraße 5 (Mttven 2550 S., Passiven 13.098 S., Anbot 05 Prozent in 8 Monatsraten). Eine ungarische Textilfabrik mit österreichischem Kapital. Die Wiener Tcxtilsirma Schwarz & C o. wird, wie wir erfahren, in Ungarn eine großangelegte Textilfabr'k errichten. Die Fabrik, welche mit 250 Webstühlen ausgestattet sein wird, soll schon im Herbste ihren Betrieb aufnehmen. Es sollen vor allem Text'lartlkel billigerer Qualität erzeugt werden. Erne italienische Kursstützungsanleihe? Nach einer Meldung der „Gazetta del Popolo" ist vom faszistischen Generalverband der Banken eine lOO-Millionen-Doblar-Anlelhe zwecks Stützung der Staatspaplere in Aussicht genommen. Gründung emeS englisch-italienischen Kohlentonfortmms? Wie aus Rom gemeldet wird, ist ein engkisckitalienisches Kohlenkonsortium in Blldnng begriffen. Dieser Plan soll von großen englischen Finanziuftitnten unterstützt werden. Eine Millioneninsolvenz in der englischen Bammvollwareuindustrie. In Manchesterkreisen erregt, kaut Meldung des ,Konfektionär", die Insolvenz des Baumwollwarenfabrrkanten und Großhändlers Kapitän Edward Th orpe Aufsehen, der -unter den Firmen Thomas Dhorpe & Co. und Dhawpit Manufacturing Company eine bedeutende Rolle im englischen Banm- . wollwarengeschäft spielte. Die Passiven betragen über 911100 Pfund Sterling, denen jedoch nur 1500 Pfund Sterling Aktiven gegenüberstehen sollen. Zusammenschluß in der polnischen Lanbmaschinemndnstrre. Aus Warschau wird gemeldet: Die polnische landwirtschaftliche Maschinenindustrie geht daran, sich in Form eines Konzerns zusaimnenzuschließen, dessen Aufgabe in erster Linie darin bestehen wird, die Industrie zu organisieren und die in Bolen bisher nicht yergestellten Maschinentypen zu fabrizieren. Des weiteren will der Konzern durch rationelle Massenherstellung das Prodnktionsniveau heben und durch Gewährung langfristiger Kredite eine Absatzsteigerung hetbeisüyren. Zu diesem Zweck sind Verhandlungen mit der staatlichen LandwirtjichasLSvank rn die Wege geleitet worden und der Industrie soll ein Kredit von 5 Millionen Dollar unter der Bedingung der Garantieübernahrne durch bi- Qandwirtschastsbanr angeboten worden sein. Insolvenz einer Lem-bcrger Tcxtilsirma. Ans Lemberg wird berichtet: Die große Lemöergler Äextilfirmd Marel ist insolvent geworden. Die Passiven betragen 1,400.000 Zloty. Großen Schaden erleiden einzelne Lodzer Textilfabriken und zahlreiche ausländische Textilsirmen. Budapester Getreideterminmarkt. Mt Ausnahme von Rog-. gen, der weitere Erhöhungen erfuhr, blieben die Kurse unverändert. Die Notierungen Lauten in Pengö: Oktoberweizen 30.60 Märzweizen 32.94, Oktoberroggen 36.60, Märzroggen 28.80. Wiener Börse. Geschäftslos. — Elektrizitätswerke fester. Bei allgemein geringem Verkehr eröffnete die Börse auf, Grund der Gerüchte über den Ausbau der Enns-Wafferkräfte in freundlicher Stimnrung für Elektrizitätswerte. Am stärksten zogen A. E. G. Union an, aber auch in Siemens rmd Elin (8. Fortsetzung) Copyright by Dr. Hu Präger, E. Löwft Verlag, Wien. ANERIKA. Ein Roman von Sdialom Asdi. Auch Hannah Lea hielt die Jungen für verloren, aber wenn sie heimkamen und erzählten, daß man sie in der Betftube von Vaters früherem Platz weggejagt habe, ging sie doch gegen die Leute los und schlug Lärm, daß man ihre armen Waisenjungen aus der Betstube jage —und Gott werde sich ihrer erbarmen... Aber mit Jossele war es ganz anders. Jossele zu behüten, betrachtete sie als ihre heiligste Pflicht gegen Meir. Das Kind hatte große Lernbegierde — und die nrußte man doch, so viel man nuy konnte, stützen. Und obwohl bet Nachbar Mosche ihn an jedem Sabbath verhörte, führte sie Ihn doch noch am Nachmittag zum 'Räbbiilergehilfen. Sie wollte dem Städtchen zeigen, daß' sie wüßte, was eine Mutter zu tun habe — und Meir sollte sich cmf sie verlcrffem können. Jossele war aber auch ein ganz anderes Kind als seine Brüder. Seit der Vater abgereist, war aus dein Kleinen ein richtiger erwachsener Mensch gewor^-eu. In der Nacht, wo der Vater an sein Bett herangetreten war und sich von ihm verabschiedet hatte, war er sozusagen reif geworden. Er fing an zu begreifen, daß sich etwas Wichtiges in seiner Fannlie ereignet habe, und als der Vater so lange nicht zurückkehrte, fragte er nicht, ivann der Vater wiederkommen werde. Er begriff, daß der Vater so weit von ihneir weilte, weil er es mußte. Und daß er jetzt allein an sich zu denken' habe. Und als wäre er sich schon ganz klar über seine iBestimmung, zog er sich auf sich selbst zurück. Niemals ümßte man ihn in die Schule gehn heißen. Er stand selbst am Morgen auf, und mit einem kindlichen Eifer und Ernst Machte er sich auf den Weg zum Lehrer. Nie sah man ihn spielen. Kanreraden hatte er keine. In der Schule saß ex immer Ml mit großem! Elknfl und hörte aufmerksam auf alles, was. der Lehrer sagte. ,Auf denr Heimwege lief er nie über die Straße, spielte nicht draußen wie andere Kinder. Zu Hause angekommen, setzte er sich wie ein Erwachsener zu den anderen und hörte zu, was man sprach. Und so wie er war, gefiel er allen, und Me bebten ihn. Freitag abends nahm er Vaters Gebetbüch und ging in die Betstube, um laut und andächtig zu beben, so daß alle sein Gebet Hören konnten. Die Männer streichelten ihm die Wangen, und Jossele freuto sich und fühlte sich geschmeichelt. Er zeigte das aber nicht, sondem verbarg es ganz wie ein Erwachsener. Mt den Brüdern machte er keine Gemeinschaft, und wenn er hörte, wie die ÄMter sich über sich über sie ärgerte, weil sie als Taugenichtse herumliefen, dann setzte er W mit nacMmklichem Gesicht in eine Ecke, als ob er darüber nachsänne, was aus den .Brüdern werden sollte. . Er selbst mahnte die Mutter an jedem Sabbach nachmittag, sie solle ihn zum Prüfen führen. Und heute, wie er so dasteht vor den Männern, sagt er mit lauter Stimme das Kapitel und die Erklärungm her, die er in dieser Woche gelernt, mit dem Selbstgefühl eines Großm, so als wollte er den Männeru zu verstehen geben: Der Vater ist nicht da — so muß ich allein für mich sorgen. Die Mutter aber steht jetzt draußen vor der Tür (hineingehen konnte sie doch nicht, es waren doch lauter Männer drin) lauscht der kind^ »■ .. ÜJ_| lichen Stimme und sagt seufzend zu den vorübergehenden! Frauen: „Das ist mein Jossele, der Vater ist doch nicht da, so muß ich ihn herführen, damit sie .ihn hier prüfen,^ Nachdem Jossele geendet, streichelt ihm der Rabbinevgehilfe die Wangen. lAhev Jossele nimmt sein Buch unter unter den Arm, sagt ruhig: ,/Gut Sabbath" und geht ruhige wie ein Erwachsener hinaus. Dann kehrt er mit der Mrtter nach Hause zurück. Die Frauen sitzen vor den Düren, und vor jeder!Gmrppe bleibt Hannah Lea stehen und b^rmck ein Gespräch: ' ' „Gut' Schabbesl" „'Gut' Schabbes, gut' Jahrs" „Woher kommt Ihr, Hannah Lew?" -/Ich komm' mit meinem vaterlose» Jungen vbnr Mtfen. Der Vater ist doch nicht da, um ihn zu prüfen,' sp überhört ihn der Dajm..." — Mit diesen oder ähnlichen Worten Wt sich Hannah Leq 'ein Weilchen bei jeder Gruppe aus. f i Und Jossele macht dazu ein ernstes .Gesicht, als wM« er seine Zustimmung ausdrücken. Die Frauen blicken ihnen nach und plaudern daim etwas unterniander. Bor der Tür ihres Häuschens angevommen, läßt sich die Mutter mit Jossele auf der Bank nieder. Es fft ÄU sommerwarmer Sabbath-^Mend. Mle sitzen vor ihren Masern. Die Wärmer kommen Ms den Bethäuseru, die $ut* gen laufen in den Gäßchen und spielen Haschen. Unter ihnOUtz sind sicher die „Banditen". Die Mädchen in neuen Sab« bathkleideru spazieren auf und ab und grüßen in alle Fe» ster:!Gut Schabbes! Und die Smme geht goldig UßW-r htznter den Flügeln der Windmühle. - f (Fortsetzung folgt)

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